Viele denken bei dem Wort Kette an schmutzige Finger. Dabei ist die Kette ein geniales Bauteil, das mit einem sensationellen Wirkungsgrad von rund 98 Prozent die Kraft ans Hinterrad leitet und damit einen wichtigen Beitrag zum effizienten Fahren leistet. Etwas Besseres wurde noch nicht erfunden. Klar, es gibt Getriebe und Zahnriemen, aber die laufen schwerer. Mit ein bisschen Zuwendung, vor allem regelmäßiger Schmierung, verrichtet die Kette ihre Arbeit in der Regel unauffällig.
Verschleiß und Längung der Kette
Man bekommt dabei kaum mit, dass sich der Gliederstrang langsam, aber sicher längt. Dies geschieht, weil beim Ein- und Ausschwenken der Kette in die Zahnräder Reibung zwischen den Bolzen der Kette und den Kettenlaschen auftritt und Material abgetragen wird. An diesen kleinen Gleitlagern nagt der Zahn der Zeit. Besonders dann, wenn das Rad im Alltagsbetrieb bei jedem Wetter oder im Gelände bewegt wird und Dreck in die Gelenke dringt. Radeln mit Motor fördert den Verschleiß ebenfalls, denn E-Bikes bringen mehr Power auf die Kette als die Waden.
Die ausgeschlissene Kette ändert ihre sogenannte Teilung. Die Abstände von Bolzen zu Bolzen, im Neuzustand gleichmäßig, ändern sich zu kurz- lang-kurz. Das wiederum stresst die Ritzel und Kettenblätter und sorgt auch dort für verstärkten Verschleiß. Heimtückisch: Davon spürt man zunächst nichts. Eine gelängte Kette verändert die Zahnprofile aber so, dass eine neue Kette darauf irgendwann nicht mehr läuft. Dann wird der Service teuer, weil neben der Kette auch Kettenblatt (vorn) und Ritzel (hinten) ausgetauscht werden müssen.
Rechtzeitiger Kettenwechsel spart Kosten
Bei hochwertigen Rädern empfiehlt es sich daher, die Kette rechtzeitig zu wechseln, dann halten die Zahnräder zwei bis vier Ketten lang. Die absoluten Kilometerleistungen können dabei gewaltig schwanken. Ein sportlich betriebenes E-Bike kann eine Kette auf 1000 Kilometer hinrichten. Am gepflegten Schönwetterrad hält die gleiche Kette auch 7000 Kilometer und mehr.
Kettentest: E-Bike-Tauglichkeit und Verschleiß
Sollte man am E-Bike also besondere Ketten mit dem Zusatz „E“ verwenden? Und lohnt es sich, etwas tiefer in die Tasche zu greifen und die Top-Modelle zu kaufen? Der Test auf dem Prüfstand fördert erhebliche Unterschiede im Verschleißverhalten zutage. Während manche Exemplare nach dem Testmarathon noch nicht austauschpflichtig wären, sind andere schon extrem gelängt. Auffällig ist, dass zwei ausgewiesene E-Bike-Ketten im Test - von KMC und von Miché - besonders schlecht abschneiden. Extrem haltbar sind hingegen alle Shimano-Ketten, auch die ganz günstigen, sowie die KMC X10. Auch die Wippermann-Ketten zeigen eine ordentliche Performance, fallen aber durch stärkeren Rollenverschleiß auf.
Die teurere Edelstahlkette längt sich dabei etwas weniger als die einfacheren Modelle. Auch bei SRAM ist die teurere PC 1071 deutlich haltbarer als die billige PC 1031. Unterm Strich lernen wir, dass das Attribut „E-Bike-tauglich“ keine Qualitätsaussage ist. Auch der Preis gibt nur bedingt Auskunft über die Qualität einer Kette. Durch die Bank glänzend sind die Ergebnisse der Shimano-Ketten. Auch die günstigste, die HG 54, schneidet sehr gut ab. Punktabzug gibt es nur durch das umständliche Handling mit dem Verschlussbolzen. Den Testsieg holt sich KMC mit der günstigen X10, die mit einem Kettenschloss montiert wird.
Die schlechtesten Fahrradketten im Test verschlissen siebenmal schneller als die Top-Modelle. Wie lange Ketten insgesamt halten, hängt auch von der Pflege ab. Regelmäßig gereinigte und geölte Ketten halten deutlich länger als verschmutzte.
Testverfahren für Kettenverschleiß
Den Verschleiß der Ketten haben wir auf einer Prüfmaschine bestimmt. Dazu wurden je sieben Kettenabschnitte zu einer Prüfkette zusammengesetzt, die auf dem Prüfstand verspannt wurde. 80 Stunden lang wurde die Kette mit 300 N Spannung und 75 U/min bewegt. Weitere 30 Stunden mit einer auf 750 N erhöhten Last, wie sie fürs E-Biken repräsentativer ist. Alle 20 Stunden wurde feiner, aggressiver Quarzsand auf die Kette gerieselt, die mit einfachem Motoröl geschmiert wurde. Am Ende jedes Zyklus wurde die Längung der Gelenke mit Messschiebern unter Vorlast ermittelt. Zusätzlich haben wir den Rollenverschleiß erfasst und mit einer Kettenmesslehre überprüft, ob ein Austausch anstünde. Ein Referenzkettenabschnitt wurde in beiden Prüfketten verwendet.
Die Grafik zeigt, wie sehr sich die Kettengelenke im Zuge der Prüfung durch Verschleiß gelängt haben. Ketten unter 0,02 Millimeter Längung pro Gelenk sind nach der Prüfung mit Kettenlehre, die auch den Rollenverschleiß erfasst, noch nicht austauschpflichtig.
Testergebnisse im Überblick
Nachfolgend finden Sie die Testergebnisse zu den 13 Fahrradketten im MYBIKE-Verschleißtest.
KMC E10
- Preis: 52,95 Euro
- Gewicht: 285 Gramm
- Glieder: 122
- Gewicht pro Kettenglied: 2,34 Gramm
- Breite: 5,99 Millimeter
- Verschleiß: 0,078 Millimeter
- Testurteil: BEFRIEDIGEND
- Fazit: Spezifische E-Bike-Kette. Fällt im Test durch ausgesprochen schwache Haltbarkeit auf.
KMC X10
- Preis: 33,90 Euro
- Gewicht: 264 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,32 Gramm
- Breite: 5,88 Millimeter
- Verschleiß: 0,017 Millimeter
- Testurteil: SEHR GUT (Testsieger 3/2019)
- Fazit: Die günstige Kette zeigt, dass Shimano-Zulieferer KMC auch unter eigener Flagge extrem haltbare Ketten anbietet.
KMC X10 EL Gold
- Preis: 54,90 Euro
- Gewicht: 259 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,27 Gramm
- Breite: 5,89 Millimeter
- Verschleiß: 0,054 Millimeter
- Testurteil: GUT
- Fazit: Goldig glänzend durch Titan-Nitrit-Beschichtung. Sehr leicht durch durchbrochene Laschen, aber in der Haltbarkeit nicht toll.
Miché E-Bike
- Preis: 48,38 Euro
- Gewicht: 337 Gramm
- Glieder: 138
- Gewicht pro Kettenglied: 2,44 Gramm
- Breite: 5,94 Millimeter
- Verschleiß: 0,111 Millimeter
- Testurteil: AUSREICHEND
- Fazit: Die E-Bike-Kette von Miché enttäuscht. Die Kette verschleißt von Beginn an schnell. Schlusslicht in der Haltbarkeitswertung.
Miché 10 Speed
- Preis: 36,50 Euro
- Gewicht: 279 Gramm
- Glieder: 116
- Gewicht pro Kettenglied: 2,41 Gramm
- Breite: 5,86 Millimeter
- Verschleiß: 0,035 Millimeter
- Testurteil: GUT
- Fazit: Die vernickelte Kette mit durchbrochenen Laschen zeigt, dass Miché gute Ketten machen kann.
Shimano CNE 6090
- Preis: 42,95 Euro
- Gewicht: 303 Gramm
- Glieder: 126
- Gewicht pro Kettenglied: 2,40 Gramm
- Breite: 5,81 Millimeter
- Verschleiß: 0,017 Millimeter
- Testurteil: SEHR GUT
- Fazit: Extralange E-Bike-Kette mit geräuschmindernder Siltec-Beschichtung für Einfach-Antriebe. Hervorragende Haltbarkeit.
Shimano Deore HG 54
- Preis: 29,95 Euro
- Gewicht: 276 Gramm
- Glieder: 116
- Gewicht pro Kettenglied: 2,38 Gramm
- Breite: 5,94 Millimeter
- Verschleiß: 0,016 Millimeter
- Testurteil: SEHR GUT
- Fazit: Laufrichtungsgebundene Kette für Shimano Deore/XT/SLX. Etwas schlichte Optik, aber Top-Haltbarkeit. Günstig.
Shimano HG 95
- Preis: 32,95 Euro
- Gewicht: 277 Gramm
- Glieder: 116
- Gewicht pro Kettenglied: 2,39 Gramm
- Breite: 5,8 Millimeter
- Verschleiß: 0,016 Millimeter
- Testurteil: SEHR GUT
- Fazit: Laufrichtungsgebundene Kette für Shimano Deore/XT/SLX. Beschichtete Laschen. Hervorragende Haltbarkeit.
SRAM PC 1031
- Preis: 22,00 Euro
- Gewicht: 272 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,39 Gramm
- Breite: 6,01 Millimeter
- Verschleiß: 0,102 Millimeter
- Testurteil: AUSREICHEND
- Fazit: Die günstige Kette der Amerikaner fällt stark ab gegenüber dem teureren Schwestermodell. Die Haltbarkeit ist schwach.
SRAM PC 1071
- Preis: 48,90 Euro
- Gewicht: 260 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,28 Gramm
- Breite: 6,05 Millimeter
- Verschleiß: 0,026 Millimeter
- Testurteil: SEHR GUT
- Fazit: Hohlbolzen drücken das Gewicht, die vernickelten Außenlaschen sorgen für Glanz. Gute Haltbarkeit.
Wippermann 10 S1
- Preis: 67,50 Euro
- Gewicht: 256 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,25 Gramm
- Breite: 5,93 Millimeter
- Verschleiß: 0,023 Millimeter
- Testurteil: SEHR GUT
- Fazit: Komplett aus Edelstahl gefertigt. Das treibt den Preis, bedeutet aber hohen Rostschutz. Gute Haltbarkeit. Super Schloss.
Wippermann 10 SE
- Preis: 57,90 Euro
- Gewicht: 286 Gramm
- Glieder: 124
- Gewicht pro Kettenglied: 2,31 Gramm
- Breite: 5,85 Millimeter
- Verschleiß: 0,024 Millimeter
- Testurteil: SEHR GUT
- Fazit: E-Bike-Modell mit Innenglied aus Edelstahl. Gute Haltbarkeit der Gelenke, hoher Rollenverschleiß. Genialer Verschluss.
Wippermann 10 SO
- Preis: 34,90 Euro
- Gewicht: 264 Gramm
- Glieder: 114
- Gewicht pro Kettenglied: 2,32 Gramm
- Breite: 5,85 Millimeter
- Verschleiß: 0,028 Millimeter
- Testurteil: SEHR GUT
- Fazit: Auch die günstigste Kette von Wippermann schlägt sich wacker. Toll ist der leicht zu öffnende Verschluss.
Shimano SLX M7100 und XT M8100: Die neuen 12-fach Schaltungen
Die neue Shimano XT M8100- und auch SLX M7100-Schaltungen sind sowohl als 1-fach-Antrieb mit großer 10-51-Kassette als auch als 2-fach-Variante mit 10-45-Kassette erhältlich. Dank der neuen ergonomischen und leichtgängigen I-SPEC EV-Hebel mit größerem Einstellbereich lassen sich beide Gruppen umfassend an die Vorlieben der Fahrer anpassen.
Viele der Technologien der Top-Gruppe XTR, finden sich auch in der XT- und SLX-Ausstattung. So verfügen beide z. B. über das HYPERGLIDE+ System. Was wie aus einer Durex-Werbung klingt, sorgt dafür, dass die Kette fast ohne Kraftunterbrechung und sehr leise über die Ritzel gleitet.
Merkmale der neuen Schaltwerke
Bei den neuen Shimano XT- und SLX-Schaltwerken kommen jeweils Umlenkrollen mit 13 Zähnen zum Einsatz. Für beide Gruppen gibt es je ein 1-fach- und ein kürzeres 2-fach-Modell. Natürlich verfügen alle Varianten über einen integrierten Dämpfer. Der Hauptunterschied zwischen dem XT- und dem SLX-Modell liegt sowohl in der Oberflächenbearbeitung als auch darin, dass die Rollen der XT kugelgelagert sind. In Sachen Gewicht trennen XT und SLX beim 1-fach-Modell 32 g zugunsten der XT.
Kassetten und Kurbeln
Beide Kassetten verfügen entweder über eine Bandbreite von 10-51 (1-fach) Zähnen oder 10-45 Zähnen (2-fach). Sie sitzen auf einem MICRO SPLINE-Freilauf und besitzen die von der XTR bekannte HYPERGLIDE+ Technologie für schnelle und leise Schaltvorgänge. Die XT-Kassetten bestehen aus zehn Stahlritzel und zwei Alu-Ritzeln, die auf einem Alu-Spider sitzen. Bei den Kurbeln gibt es zwischen XT und SLX einige Gemeinsamkeiten. Beide besitzen HOLLOWTECH II-Kurbelarme, sind als 1- und 2-fach-Variante erhältlich und verfügen über das Narrow-Wide-Zahndesign, um die Kette optimal auf dem Kettenblatt zu halten.
Schalthebel und Ketten
Das Zauberwort des neuen Shimano SLX- und XT-Schalthebel lautet I-SPEC EV. Das neue System ermöglicht es dem Fahrer, die Position der verschiedenen Hebel optimal an die Ergonomie der eigenen Hand abzustimmen. Der Hauptunterschied liegt im Inneren der Griffe. Während der XT-Hebel über die bekannte Multi-Shift-Funktion verfügt, um gleichzeitig zwei Gänge schwerer zu schalten, sucht man dies beim SLX-Modell vergebens. Außerdem besitzt der XT-Hebel gummierte Daumen-Pads, beim SLX-Hebel setzt Shimano auf eine Riffelung.
Die 12-fach SLX- und XT-Kette unterscheidet sich einzig durch ihre Oberflächenbehandlung. Beide Ketten besitzen eine überarbeitete Innenseite, um das Kettenmanagement auf den Ritzeln zu verbessern. Das Gewicht ist mit 252 g bei beiden Ketten identisch. Im Lieferumfang ist jeweils ein Kettenschloss enthalten.
Fahrtests und Performance
Wir hatten die Möglichkeit, sowohl die neue Shimano XT als auch die SLX 12-fach-Schaltung bereits einem ersten Test zu unterziehen. Beide Schaltungen funktionierten während des Tests ohne Probleme. Besonders beeindruckend bei beiden war der schnelle und präzise Gangwechsel. Selbst wenn wir in einem völlig ungeeigneten Moment unter Volllast zwei Gänge auf einmal leichter geschaltet hatten, setzte die Schaltung dies problemlos und ohne großes Krachen oder Verzögerungen um. Die Kette wandert sehr leise aber definiert von Ritzel zu Ritzel.
Verfügbarkeit und Preise
Laut Shimano läuft alles nach Plan und die Auslieferung startet ab dem 14. Juni dieses Jahres. Preise in Euro sind aktuell noch nicht bekannt. Da Shimano keine UVPs kommuniziert, werden diese aktuell von den einzelnen Vertrieben noch kalkuliert.
Eignung für E-Mountainbikes
Laut Shimano ist sowohl die neue SLX als auch XT-Schaltung problemlos für den Einsatz am E-Mountainbike geeignet. Einen speziellen Schalthebel braucht es demnach nicht. Da die SLX-Kassette über ein weiteres Stahlritzel verfügt, sollte sie hier langlebiger sein.
Fazit zu Shimano SLX und XT 12-fach
Mit der neuen Shimano SLX und XT 12-fach-Schaltung sind die Japaner zurück im Rennen am Schaltungsmarkt. Große Bandbreite, schnelle Schaltvorgänge und super geschmeidige Gangwechsel wissen zu überzeugen. Im Vergleich zur SLX wirkt die neue XT noch etwas knackiger und hochwertiger. Allerdings wird der Preis zeigen, ob sie das Upgrade wirklich wert ist. Rein funktional gibt es schon bei der günstigen Gruppe nichts zu meckern.
Die SLX besitzt jedenfalls die gleiche DNA wie der größere Bruder, was viele Vorteile mit sich bringt. In den letzten Jahren konnte sich die SLX zum absoluten Geheimtipp mausern und begeisterte gerade preisbewusste Käufer mit einer fast unschlagbaren Performance. Dennoch stand sie etwas im Schatten der schier allmächtig erscheinenden XT Gruppe. Ob sich das mit den neuen Generationen ändern wird? Unsere Einschätzung: Wird es!
Es gehört zur Philosophie von Shimano, dass man nach der Einführung der jeweiligen Top-Gruppen (XTR am MTB, Dura Ace am Rennrad) in den Folgejahren die neuen Features auf die günstigeren Gruppen überträgt. Bis dato wählte man hier jedoch recht selektiv aus, welche Eigenschaften es wirklich in die niedrigeren Gruppen schafften und zuweilen dauerte es auch einige Jahre, bis beispielsweise Besonderheiten der XTR Gruppe es bis zur günstigen SLX geschafft haben. Damit weist die neue SLX fast die gleichen Features auf, wie die zeitgleich präsentierte M8100 XT Gruppe.
Unterschiede zwischen SLX und XT
Aber um sich Unternehmens-intern nicht zu sehr Konkurrenz zu machen, gibt es natürlich durchaus ein paar Unterschiede, die sich insbesondere bei der Optik und beim Gewicht niederschlagen. So sind die beiden Kassetten - auch hier 10-45 und 10-51 - ein gutes Stück schwerer als die Teile der XT und XTR Gruppen. Das liegt insbesondere daran, dass hier nun elf Ritzel aus Stahl bestehen (bei der XT sind es 10, bei der XTR kommt sogar Titan zum Einsatz). Ähnliches gilt für Kurbel und Schaltwerk: Ein paar Gramm mehr bringen sie auf die Waage, zudem gibt’s bei der SLX weniger Kettenblatt-Optionen: Beispielsweise muss man ohne ein 36er Blatt für one-by Antriebe auskommen.
Bremsen im Vergleich
Besonders spannend wird es beim Thema Bremsen, genauer gesagt bei den 4-Kolben Trail-Stoppern. Während nämlich die 2-Kolben Variante bis auf ihre Optik baugleich mit dem Vorgänger ist, erinnert der 4-Kolben Sattel auf den ersten Blick der XT und XTR Bremse stark. Bei den Gebern gilt fast das gleiche, wobei man hier jedoch auf die Free Stroke Adjust Schraube verzichten muss, mit der man den Druckpunkt etwas feintunen kann. Aber ganz ehrlich: Dieser Punkt dürfte für die allermeisten Fahrer verschmerzbar sein.
Fahreindrücke und Performance
In Spanien hatten wir im Rahmen eines Pressecamps die Gelegenheit die neue SLX zu testen und auch direkt im Vergleich mit der neuen XT zu fahren. Bei der Performance - egal ob bezüglich der Schaltung oder der Bremsen - muss sie sich keineswegs verstecken. Während wir die Free Stroke Adjust Schraube am Bremsgeber überhaupt nicht vermissten, fiel der Schalthebel jedoch doch spürbar gegenüber seinem höherwertigen Kollegen ab: Vor allem die fehlende Option, mit einem beherzten Druck auch zwei Gänge auf einmal herunterzuschalten, machte sich bemerkbar.
Shimano Deore M6100: Die günstige 1x12-Schaltung
Noch ein paar Euro-Scheine darunter siedelt sich die brandneue Deore M6100 an, die jetzt ebenfalls als 1 x 12-Antrieb daherkommt und komplett ohne Bremse laut Shimano rund 280-290 Euro kosten soll (exakte UVPs geben die Japaner wie immer nicht an). Wie bei Shimano üblich darf die jüngste Gruppe die Techniken der Etablierten erben. "Shadow RD+", "Two Way Release", "Hyperglide+", "Dynamic Chain Engagement+", "Rapidfire Plus" wären ab sofort als Features im Deore-Aufgebot.
Technische Details der Deore M6100
So hat die langlebige Edelstahl-Kassette harmonisch abgestufte Ritzel mit 10-51 Zähnen, was eine satte Bandbreite von 510 Prozent ergibt. Leicht ist die Deore-Gruppe allerdings nicht, vor allem besagte Kassette und die (hübschen) Alu-Kurbeln drücken mit Vehemenz auf die Waage.
Fahreindrücke der Deore M6100
Da schlägt sich die Deore mehr als wacker angesichts ihres attraktiven Preises. Die Hebel schmiegen sich prima am Finger an, zudem lässt sich der kleinere mit dem Daumen nach vorne oder mit dem Zeigefinger nach hinten drücken - eine tolle Funktion. Hoch schaltet die Deore zwar "nur" drei Gänge auf einen Rutsch, dies funktioniert aber auch unter Last ordentlich. Dafür ist jedoch eine sehr penible, mitunter etwas zeitraubende Einstellung der Schaltung nötig. Beim Runterschalten spürt man hin und wieder eine kleine Verzögerung - das machen XT & Co. besser, aber eben nicht zu diesem Preis.
Weitere Vorteile der Deore M6100
Vergleichsweise gering sind die notwendigen Fingerkräfte. Gerade Einsteigern dürfte das gefallen. Doch auch Pros dürfen verlocken: Dank des zuschaltbaren Reibungsdämpfers steht das Schaltwerk auch im harten Downhill stabil - klasse.
Kundenmeinungen zur Shimano HG 95 Kette
Die Shimano HG95 ist zwar eine um ein paar Gramm schwerere Kette, hat es jedoch laut einem ausnahmweise seriösen Testbericht der Bike die wohl beste Laufleistung. Und so einen Eindruck macht sie auch. Im Gegensatz zu meiner gerissenen KMC (nichts gegen KMC, die Kette ist nach einer Schaltorgie gerissen) macht sie einen leicht solideren Eindruck. Wie lange sie hält, muss sie jetzt die nächsten (hoffentlich) Jahre beweisen. Wer also ein wenig Mehrgewicht in Kauf nimmt und dafür eine solide Kette will, der nimmt diese (noch dazu günstige) Kette HG95 von Shimano. (Vorsichtiges) Fazit: 5/5, hauptsächlich wegen dem guten Preis
Hält am Randonneur immer so ca. 5000km. Gefahren wird bei jedem Wetter und die Kettenpflege oft vernachlässigt.
Zusammenfassung der Testergebnisse
| Kette | Preis (ca.) | Gewicht | Verschleiß (mm) | Testurteil |
|---|---|---|---|---|
| KMC E10 | 52,95 € | 285 g | 0,078 | BEFRIEDIGEND |
| KMC X10 | 33,90 € | 264 g | 0,017 | SEHR GUT |
| KMC X10 EL Gold | 54,90 € | 259 g | 0,054 | GUT |
| Miché E-Bike | 48,38 € | 337 g | 0,111 | AUSREICHEND |
| Miché 10 Speed | 36,50 € | 279 g | 0,035 | GUT |
| Shimano CNE 6090 | 42,95 € | 303 g | 0,017 | SEHR GUT |
| Shimano Deore HG 54 | 29,95 € | 276 g | 0,016 | SEHR GUT |
| Shimano HG 95 | 32,95 € | 277 g | 0,016 | SEHR GUT |
| SRAM PC 1031 | 22,00 € | 272 g | 0,102 | AUSREICHEND |
| SRAM PC 1071 | 48,90 € | 260 g | 0,026 | SEHR GUT |
| Wippermann 10 S1 | 67,50 € | 256 g | 0,023 | SEHR GUT |
| Wippermann 10 SE | 57,90 € | 286 g | 0,024 | SEHR GUT |
| Wippermann 10 SO | 34,90 € | 264 g | 0,028 | SEHR GUT |
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