Willkommen zu meinem Testbericht der Shimano Curado DC 151 HG Baitcast-Rolle. Ich habe sie bestellt, unter die Lupe genommen und gefischt. Ich bin kein Fanboy einer bestimmten Marke, sondern von geilem Tackle. In meinem Arsenal befanden und befinden sich Abu Garcia Revos, Daiwas und eben Shimanos. Bis jetzt habe ich meine Rollen immer nach Köder- und Wurfspektrum und natürlich nach persönlichem Geschmack ausgewählt.
Die Shimano SLX DC ist eine Low-Profile-Multirolle, die alle grundlegenden Funktionen hat. Die Rolle hat hervorragende Flugeigenschaften und Spielschutz, und zum ersten Mal in dieser Klasse ist mit einem niedrigen Trägheit Magnum Light Spool 3 ausgestattet. Aktualisierte Firmware für die elektronisch gesteuerte I-DC4 Bremssystem.
Die präzise Steuerung, die die geringen Trägheitseigenschaften der Spule zur Geltung bringt, erleichtert die Auswahl der besten Einstellung von leichten Ködern bis hin zu großen Ködern. Die Shimano SLX DC ist ein robustes, vielseitiges und leistungsstarkes Modell, bei dem Sie die neuesten Funktionen aus nächster Nähe erleben können, da sie einfach zu handhaben und in den verschiedensten Situationen leicht zu bedienen ist. Ausgestattet mit der neuen I-DC4-Firmware auf Basis der MGL 3-Spule.
Technische Daten und erster Eindruck
Die Curado DC 151 HG kommt mit einer 7.4:1 Übersetzung, was soviel heißt, dass die Rolle mit einer Kurbelumdrehung, 79cm Schnur einzieht. Sie verfügt über 6+1 Kugellager, einem CI4+ Aluminiumgehäuse und hat eine Bremskraft von ca. 5 kg. Mit einem Gewicht von ca. 220g ist sie nicht gerade die leichteste Baitcast-Rolle, aber auch nicht die schwerste. Ich würde die Shimano Curado DC 151 HG in der Kategorie Durchschnitt bis günstiger einordnen. In der günstigen Klasse hat Shimano die SLX DC platziert, in der höheren die Metanium DC, die gleich mal das doppelte kostet, die die Curado DC.
Mein erster Endruck der Curado DC war, sagen wir mal ernüchternd. Ich hatte das Päckchen erhalten, währen ich im Urlaub war, durfte also eine Woche lang eine gewisse Vorfreude aufbauen. Als ich die Box aber geöffnet hatte, war da eben nur das typische Shimano Zeug drin. Als ich die Rolle selbst ausgepackt habe, fehlte leider auch der Moment, den ich beispielsweise bei meiner ersten Daiwa Steez oder der Shimano Aldebaran hatte. Sie wirkt im ersten Moment einfach nicht hochwertig.
Wie bereits erwähnt, kommt mit der Shimano Curado DC 151 HG weder eine Tasche noch sonst etwas. Die Rolle ist auch nicht, wie z.B. bei der Abu Garcia Revo Toro Beast in Schaumstoff gebettet. Der erste Eindruck zur Rolle selbst war nicht überaus positiv aber auch in keiner Weise negativ. Die Rolle ist ein Stück breiter als ich es mir erhofft hätte aber noch im Rahmen, dass ich mit meinen kleinen zarten Händen vernünftig greifen kann. Das Gehäuse ist weder zu viel Plastik, noch hochwertig. Einfach eine durchschnittliche Rolle aus dem Hause Shimano. Die Knobs gefallen mir allerdings nicht wirklich.
Das I-DC4 Bremssystem
Die Shimano Curado DC 151 HG verfügt über vier Einstellungen. Von 1-4 vergrößert man die Bremskraft der Spule und erhält so mehr Unterstützung beim Wefen. Das I-DC-Bremssystem der Curado DC besteht aus 2 Teilen. Einem Mikroprozessor und einer Spule, die ein Magnetfeld erzeugt das ganze System mit Energie versorgt. Der Mikroprozessor misst die Spulengeschwindigkeit und reguliert diese, um Backlashes zu vermeiden.
Aufgrund der Einführung der MGL 3 Spule, die eine verbesserte Reaktion auf leichte Köder aufweist, wurde die I-DC4 durch eine neue Firmware für die Shimano 23 SLX DC ersetzt.
Praxistest und Anwendungsbereich
Ich habe mir eine schöne M-Baitcast-Rute aus dem Hause Megabass geschnappt, welche speziell für Crankbaits, Chatterbaits und eventuell einen leichteren Spinnerbait herhalten soll. Sie hat ein Wurfgewicht von 7g - 28g und eine parabolische Aktion. Ich sehe die Curado DC weder im Finessebereich, noch in der Sektion Bigbait. Je nach benötigter Wurfweite, Zielfisch und Schnur würde ich sagen, dass sie sich ab 10g bis 30g am wohlsten fühlt. Klar kann sie mehr ab, das bezweifle ich nicht.
Shimano gibt auch nur Aussagen wie „kann auch oder ist auch“ zu Papier, wenn es um das Fischen auf Hecht geht. Ich nutze diese Rolle wie gesagt hauptsächlich für Crankbaits, vibrierende Köder oder auch mal einen mittelschwereren Jig im Bereich um die 15g, weniger für leichte Köder. Hierfür habe ich die Tailwalk Fullrange in meinem Lineup. Aus diesem Grund habe ich mich dazu entschlossen, Flurocarbon zu nutzen. Mehr Dehnung als geflochtene Schnur und ehrlich? Da ich ein absoluter Nube bin, wenn es um härteres Flurocarbon aus Japan geht, bin ich auf Berkley gegangen.
Genug über die Verpackung und das ganze Drumherum geschrieben. Die Shimano Curado DC 151 HG ist der Wahnsinn! Das I-DC4-Bremssystem ist genial. Ihr müsst Euch das so vorstellen, ich habe zum Testen und weil gerade Forellenbesatz war, mit einem kleinen Meerforellenköder geangelt. Die Dinger stehen quasi in der Luft! Der erste Wurf mit dem Flugwunder war erwartend zaghaft und auch nicht sehr weit. Das Setting der Rolle war auf 4 gestellt, was soviel heißt wie „höchste Bremsunterstützung“.
Hier merkt man doch, wie die Unterstützung ein bisschen weniger wird. Der Köder fliegt weiter und das Bremssystem surrt wie man es bei diesem System erwartet. Angeblich für Flurocarbon gedacht, sollten Köder hier wunderbar und nur noch durch den Daumen gebremst werden müssen, sobald der Köder auf das Wasser trifft. Die Rute also einmal gegen Himmel geneigt und gib ihm. Am meisten hat mich beeindruckt, wie man das Fluro dabei beobachten konnte, wie es versucht von der Rolle zu hüpfen und sich sofort wieder ablegt. Die geringste Bremsunterstützung findet man bei Stufe 1. Eher gedacht für geflochtene Schnüre und man darf hier in keinem Fall ohne Daumen werfen. Für mich ist die 1-Stufe eher eine reguläre Bremse mit DC-Sound.
Alternativen zur SLX DC
In der günstigen Klasse hat Shimano die SLX DC platziert, in der höheren die Metanium DC, die gleich mal das doppelte kostet, die die Curado DC. Die Scorpion DC ist ein Model für den asiatischen Markt und ist dann eher eine entweder-oder-Frage bzw. Schaut ein bisschen länger nach einem guten Händler, meldet Euch für deren Newsletter an (manchmal gibt es hierfür 10€ geschenkt) oder wartet auf tolle Angebote.
Shimano SLX DC XT
[Werbung] Die SLX Serie in dem Shimano Baitcaster Lineup hat einen Budget-Beigeschmack, aber die Shimano SLX DC XT soll einen Wendepunkt darstellen. Zumindest vermitteln die Spezifikationen den Gedanken, dass die SLX Serie einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht hat. Ich muss sagen, dass ich von der SLX MGL 71 schon wirklich angetan war, auch wenn ich mir nie eine der normalen SLX Versionen mit der 151er Spule oder eine SLX DC gekauft hätte. Aber die Shimano SLX DC XT hat mich wieder mutig werden lassen und die 70er Spulengröße hat mich schlussendlich über den Tipping-Point gebracht und ich habe mir eine der neuen DC Baitcaster bestellt.
Die Shimano SLX DC XT macht optisch einen sehr guten Eindruck. Im Gegensatz zum schlichten Schwarz als Grundton für die vorhergehenden Modelle, hat die SLX DC XT eine eher metallisch graue Optik. Im Sonnenlicht kann man im richtigen Winkel das SLX DC Logo sehr gut erkennen. Das Einzige was noch an die auffällig blauen Schriftzüge und Aufdrucke der alten SLX Baitcaster erinnert, ist ein kleines Detail an der Spool Tension und an der Handle Nut. Das Handle hat einen diskreten Schwung, was auch zur restlichen eher unauffälligen Gestaltung passt. Zu diesem angenehm schlichten Aussehen passen auch die dezenten Soft Touch Knobs. Ein visuelles Highlight ist auf jeden Fall der Daumentaster. Der metallisch glänzende Look ohne Inlay sticht schnell ins Auge.
Im Inneren der Rolle sorgen die Micro Module Gears für ein sehr smoothes Kurbelerlebnis. Ich war extrem überrascht wie smooth sich die Shimano SLX DC XT kurbelt. Meiner Meinung nach kann das auf jeden Fall mit dem Kurbelgefühl einer Shimano 2020 Metanium MGL mithalten. Prinzipiell habe ich das Gefühl, dass die Toleranzen der Shimano SLX DC XT extrem gut sind.
Die Sternbremse der Shimano SLX DC XT klickt schön und präzise wenn man sie verstellt. Der Widerstand fühlt sich gut an und die verschiedenen Klicks wirken sehr definiert. Leider hat der Spool Tension Knob keinen Klicker verbaut. Im Gegensatz zu den alten SLX DC Baitcastern mit dem i-DC 4 verfügt die Shimano SLX DC XT über das moderne i-DC 5 Bremssystem.
Das i-DC 5 hat eine Vielzahl an möglichen Einstellungen um das Bremsverhalten so gut wie möglich an die Bedingungen anpassen zu können. Man kann ganz prinzipiell zwischen F (Fluorocarbon), N (Nylon/Mono) und P (Geflecht) wählen. Sobald die verwendete Schnur eingestellt ist kannst du genauere Feineinstellungen vornehmen. Am Wahlrädchen am Non Handle Side Plate kann man dann noch 1, 2, 3, 4, oder W auswählen. 1 ist die schwächste Einstellung, 2, 3 und 4 sind natürlich stärker. W ist die fünfte Einstellung und sollte laut der Bedienungsanleitung von Shimano Japan für starken Wind verwendet werden.
Ich finde, dass das i-DC 5 der Shimano SLX DC XT dem i-DC 4 um Welten überlegen ist. Falls du eine Baitcaster mit der 4er DC System hast und zufrieden bist solltest du keine Baitcaster mit dem 5er kaufen, weil du die alte Rolle danach nie wieder angreifen wirst!
Hardbaits sind für das Bremssystem auf jeden Fall ein bisschen mehr Herausforderung als ein sehr kompakter Jig oder ein sehr kompaktes Rig, besonders bei Wind. Wie oben schon erwähnt ist mir sofort aufgefallen, wie extrem smooth sich die SLX DC XT kurbelt. Durch die Micro Module Gears ist es ein Gefühl wie mit einem heißen Messer durch Butter zu schneiden. Entgegen dem Ruf der SLX Serie kann diese Rolle von der Buttrigkeit auf jeden Fall mit einer Metanium MGL mithalten.
Die Rolle liegt gut in der Hand und ich empfinde sie als sehr angenehm. Sie ist im Wurf gutmütig, aber greift bei richtiger Einstellung nicht zu stark ein und somit kommt man auch auf sehr gute Distanzen, selbst mit leichten Hardbaits. Jeder Wurf wird vom berühmten DC Whine, dem charakteristischen Ton der DC Rollen begleitet. Mir macht es immer wieder Freude dieses Geräusch zu hören. Außerdem ist das Kurbeln und das Verstellen der Bremse sowie das Drücken des Daumentasters immer von einem soliden, wertigen Gefühl begleitet.
Das minimale Wurfgewicht mit dem mehr oder weniger jeder klarkommen sollte ist meiner Meinung nach 5 g. Die Spule ist zwar mit 17 g recht schwer im direkten Vergleich mit anderen Baitcastern, aber für eine DC Baitcaster ist das ein sehr gutes Gewicht.
Fazit
Wer meint, dass er sich mit der Curado DC eine Baitcast-Rolle kaufen kann, die alles verzeiht, der liegt leider falsch. Es gibt an der Performance wenig auszusetzen. Das Teil ist ein Castingwunder und wer damit Probleme hat, der ist einfach nicht motiviert genug um es zu können oder sollte die Finger von Baitcastern lassen. Allerdings wäre mir ein etwas schnittigeres Gehäuse bei der Curado DC lieb gewesen. Gerade wenn es regnet, leidet die Griffigkeit schon sehr, was die hände ermüden lässt.
Ich führe das auf meine kleinen Hände zurück, denke aber nicht, dass Angler mit großen Händen so begeistert sind, wenn sie dauernd zupacken müssen, als wäre ein Ölschicht auf dem Gehäuse. Die Rolle ist ein Muss! Man verlernt zwar bei dauerhaftem Gebrauch, den Daumen einzusetzen und backlashed beim Rollenwechsel erst einmal die Nicht-DC-Rollen, dennoch kann ich hier nur eine Kaufempfehlung aussprechen.
Ich bin hin und weg, die Shimano SLX DC XT ist ganz schnell zu einer meiner absoluten Lieblingsrollen geworden. Es gibt nichts was mir nicht gefällt an der neuen DC Baitcaster mit der kleineren Spulengröße. Da das i-DC 5 dem i-DC 4 deutlich überlegen ist kann man mit der überraschend smoothen und schön verarbeiteten Baitcaster nur Spaß haben, vorausgesetzt man mag den DC Sound.
Ich möchte klar stellen, dass es sich hierbei nicht um eine Kooperation mit einer Person, Firma oder ähnlichem handelt. Ich habe mir die Shimano Curado DC 151 HG eingebildet, bestellt, bezahlt und fische sie jetzt auch ausgiebig. Es handelt sich hier also um meine subjektive Meinung und soll die Shimano Curado DC 151 HG weder unnötig in die Höhe loben, noch verunglimpfen.
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