Shimano SLX DC XT: Ein umfassender Testbericht

[Werbung] Die SLX Serie im Shimano Baitcaster Lineup hat einen Budget-Beigeschmack, aber die Shimano SLX DC XT soll einen Wendepunkt darstellen. Zumindest vermitteln die Spezifikationen den Gedanken, dass die SLX Serie einen deutlichen Schritt nach vorne gemacht hat.

Erster Eindruck und Design

Die Shimano SLX DC XT macht optisch einen sehr guten Eindruck. Im Gegensatz zum schlichten Schwarz als Grundton für die vorhergehenden Modelle, hat die SLX DC XT eine eher metallisch graue Optik. Im Sonnenlicht kann man im richtigen Winkel das SLX DC Logo sehr gut erkennen. Das Einzige was noch an die auffällig blauen Schriftzüge und Aufdrucke der alten SLX Baitcaster erinnert, ist ein kleines Detail an der Spool Tension und an der Handle Nut. Das Handle hat einen diskreten Schwung, was auch zur restlichen eher unauffälligen Gestaltung passt. Zu diesem angenehm schlichten Aussehen passen auch die dezenten Soft Touch Knobs. Ein visuelles Highlight ist auf jeden Fall der Daumentaster. Der metallisch glänzende Look ohne Inlay sticht schnell ins Auge.

Technische Details und Funktionen

Daumentaster und Getriebe

Der Daumentaster hat zum Glück keine fühlbare Schwammigkeit. Entweder er ist gedrückt oder nicht, dazwischen ist kein unnötiges Spiel. Das Gefühl des Widerstandes beim Drücken ist perfekt, aber das Geräusch könnte für meinen Geschmack ein bisschen weniger hohl sein. Im Inneren der Rolle sorgen die Micro Module Gears für ein sehr smoothes Kurbelerlebnis. Ich war extrem überrascht wie smooth sich die Shimano SLX DC XT kurbelt. Meiner Meinung nach kann das auf jeden Fall mit dem Kurbelgefühl einer Shimano 2020 Metanium MGL mithalten.

Verarbeitung und Toleranzen

Prinzipiell habe ich das Gefühl, dass die Toleranzen der Shimano SLX DC XT extrem gut sind. Oft hatte ich ein etwas ungutes Gefühl beim Spiel im Handle oder Anti Reverse Bearing der letzten Shimano Baitcaster die ich getestet habe. Bei der SLX DC XT kann ich diese Probleme aber nicht feststellen. Die Sternbremse der Shimano SLX DC XT klickt schön und präzise wenn man sie verstellt. Der Widerstand fühlt sich gut an und die verschiedenen Klicks wirken sehr definiert. Leider hat der Spool Tension Knob keinen Klicker verbaut.

i-DC 5 Bremssystem

Im Gegensatz zu den alten SLX DC Baitcastern mit dem i-DC 4 verfügt die Shimano SLX DC XT über das moderne i-DC 5 Bremssystem. Das i-DC 5 hat eine Vielzahl an möglichen Einstellungen um das Bremsverhalten so gut wie möglich an die Bedingungen anpassen zu können. Man kann ganz prinzipiell zwischen F (Fluorocarbon), N (Nylon/Mono) und P (Geflecht) wählen. Sobald die verwendete Schnur eingestellt ist kannst du genauere Feineinstellungen vornehmen. Am Wahlrädchen am Non Handle Side Plate kann man dann noch 1, 2, 3, 4, oder W auswählen. 1 ist die schwächste Einstellung, 2, 3 und 4 sind natürlich stärker. W ist die fünfte Einstellung und sollte laut der Bedienungsanleitung von Shimano Japan für starken Wind verwendet werden. Ich habe das japanische Handbuch verlinkt, da die deutschsprachige Seite bei der Beschreibung der SLX DC XT vom A (Automatic) Modus redet, den es zwar beim i-DC 5 anderer Rollen gab, der aber bei dieser Rolle nicht vorhanden ist. Ich finde, dass das i-DC 5 der Shimano SLX DC XT dem i-DC 4 um Welten überlegen ist. Falls du eine Baitcaster mit der 4er DC System hast und zufrieden bist solltest du keine Baitcaster mit dem 5er kaufen, weil du die alte Rolle danach nie wieder angreifen wirst!

Praxistest und Performance

Ich habe die Shimano SLX DC XT ein bisschen mit Rubber Jigs geangelt und ganz viel mit Hardbaits. Die Hauptschnur war Sufix Advance Fluorocarbon. Hardbaits sind für das Bremssystem auf jeden Fall ein bisschen mehr Herausforderung als ein sehr kompakter Jig oder ein sehr kompaktes Rig, besonders bei Wind. Wie oben schon erwähnt ist mir sofort aufgefallen, wie extrem smooth sich die SLX DC XT kurbelt. Durch die Micro Module Gears ist es ein Gefühl wie mit einem heißen Messer durch Butter zu schneiden. Entgegen dem Ruf der SLX Serie kann diese Rolle von der Buttrigkeit auf jeden Fall mit einer Metanium MGL mithalten. Die Rolle liegt gut in der Hand und ich empfinde sie als sehr angenehm. Sie ist im Wurf gutmütig, aber greift bei richtiger Einstellung nicht zu stark ein und somit kommt man auch auf sehr gute Distanzen, selbst mit leichten Hardbaits. Jeder Wurf wird vom berühmten DC Whine, dem charakteristischen Ton der DC Rollen begleitet. Mir macht es immer wieder Freude dieses Geräusch zu hören. Außerdem ist das Kurbeln und das Verstellen der Bremse sowie das Drücken des Daumentasters immer von einem soliden, wertigen Gefühl begleitet.

Das minimale Wurfgewicht mit dem mehr oder weniger jeder klarkommen sollte ist meiner Meinung nach 5 g. Die Spule ist zwar mit 17 g recht schwer im direkten Vergleich mit anderen Baitcastern, aber für eine DC Baitcaster ist das ein sehr gutes Gewicht.

Ich bin hin und weg, die Shimano SLX DC XT ist ganz schnell zu einer meiner absoluten Lieblingsrollen geworden. Es gibt nichts was mir nicht gefällt an der neuen DC Baitcaster mit der kleineren Spulengröße. Da das i-DC 5 dem i-DC 4 deutlich überlegen ist kann man mit der überraschend smoothen und schön verarbeiteten Baitcaster nur Spaß haben, vorausgesetzt man mag den DC Sound.

Vergleich mit anderen Rollen und Modellen

Ein Vergleich mit anderen Rollen zeigt die Stärken und Schwächen der SLX DC XT:

  • Shimano Curado DC: Eine beliebte Option, die gut zur Zodias Rute passt. Ideal für Köder über 10 Gramm.
  • Shimano Metanium MGL: Bietet ein ähnliches Kurbelgefühl, jedoch in einer höheren Preisklasse.
  • Daiwa Tatula: Eine erprobte Alternative, besonders für Anfänger im Baitcasting-Bereich.
  • Shimano Aldebaran BFS: Eine Finesse-Rolle, die für sehr leichte Köder geeignet ist, aber ohne DC-System.

Weitere Überlegungen

Salzwassertauglichkeit

Die Shimano-Homepage gibt an, dass die SLX DC XT für Süßwasser gemacht ist. Die HD ist echt robust und hat Salzwasser und null Pflege klaglos überstanden.

Empfehlungen und Zubehör

  • Rutenempfehlung: Spro Special Force in 2,2m 10 bis 45g, Zodias 12gr-42gr.
  • Schnurempfehlung: Kairiki 4 Fach geflochtene, 0.13 und 0.16.
  • Tuning: Dragclicker von Rollenwerk für ein besseres Bremssound-Erlebnis.

Angelrollen Allgemein

Die Auswahl der richtigen Angelrolle ist entscheidend für den Erfolg und das Vergnügen beim Angeln. Es ist daher wichtig, verschiedene Aspekte zu berücksichtigen, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können. Neben den individuellen Vorlieben und den speziellen Anforderungen des Anglers gibt es diverse technische Merkmale und Eigenschaften, die eine gute Angelrolle ausmachen.

Einsatzbereich und Rollentypen

Zunächst sollte der Einsatzbereich bestimmt werden, denn nicht jede Rolle ist für jede Art des Angelns geeignet. Grundsätzlich werden Angelrollen in drei Hauptkategorien unterteilt: Stationärrollen, Multirollen und Baitcastrollen. Jede dieser Typen hat spezifische Vorzüge und ist für unterschiedliche Angelmethoden geeignet.

Stationärrollen

Die Stationärrollen, auch als Spinnrollen bekannt, sind besonders vielseitig und eignen sich für das Angeln im Süß- und Salzwasser. Sie sind einfach zu bedienen und bieten eine hohe Wurfweite. Stationärrollen bestehen in der Regel aus einem Rotor, der das Schnurlaufröllchen führt, sowie einer Spule, auf die die Schnur aufgewickelt wird. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich, sodass sie sowohl für das leichte als auch für das schwere Angeln verwendet werden können.

Multirollen

Multirollen sind robust und leistungsstark, was sie ideal für das Angeln auf große und kampfstarke Fische macht. Sie werden hauptsächlich beim Meeresangeln und beim Schleppangeln auf große Raubfische eingesetzt. Multirollen erfordern eine gewisse Übung bei der Handhabung, insbesondere beim Einstellen der Bremse und beim Werfen, um Überläufe der Schnur zu vermeiden. Ihre Robustheit und Zuverlässigkeit machen sie jedoch zu einer bevorzugten Wahl für erfahrene Angler.

Baitcastrollen

Eine Baitcastrolle bietet präzise Wurfkontrolle und ist hervorragend für das gezielte Angeln auf Raubfisch geeignet. Die Handhabung erfordert etwas Übung, aber erfahrene Angler schätzen die Präzision und Kontrolle, die Baitcastrollen bieten. Sie sind ideal für das gezielte Platzieren von Ködern und das Angeln in strukturreichen Gewässern.

Technische Merkmale und Qualitätskriterien

Nach der Bestimmung des Rollentyps sollten technische Merkmale und die Qualität der Angelrolle beurteilt werden. Wichtige Aspekte sind die Qualität der Kugellager, das Bremssystem, die Übersetzung sowie das Material und die Verarbeitung.

Kugellager

Die Anzahl und die Qualität der Kugellager bestimmen die Laufruhe und Langlebigkeit der Rolle. Hochwertige Kugellager sorgen für eine geschmeidige und gleichmäßige Bewegung, was besonders bei starkem Zug wichtig ist. Geschlossene Kugellager bieten zusätzlichen Schutz vor Verunreinigungen und Korrosion, was besonders bei salzwasserbeständigen Modellen wichtig ist.

Bremssysteme von Angelrollen

Das Bremssystem ist essenziell für die Kontrolle beim Drill eines Fisches. Ein fein einstellbares Bremssystem ermöglicht, die Bremskraft genau an die Bedingungen anzupassen und verhindert ein Reißen der Schnur. Die besten Bremssysteme bestehen oft aus Karbon oder anderen widerstandsfähigen Materialien, die hohen Belastungen standhalten. Eine Mikrometereinstellung bietet zusätzliche Präzision und eine besonders gleichmäßige Bremswirkung.

Übersetzung

Die Übersetzung gibt an, wie viel Schnur pro Kurbelumdrehung eingezogen wird. Eine hohe Übersetzung (beispielsweise 6:1 oder höher) bedeutet, dass die Schnur schnell eingezogen wird, was vorteilhaft ist, um Köder schnell wieder einzuholen oder kampfstarke Fische zügig an die Oberfläche zu bringen. Eine niedrige Übersetzung (etwa 4:1) bietet hingegen mehr Kraft und ist nützlich für langsames und kontrolliertes Angeln. Die Wahl der richtigen Übersetzung hängt vom bevorzugten Angelstil und Zielfisch ab.

Material und Verarbeitung

Das Material und die Verarbeitung der Angelrolle spielen eine entscheidende Rolle in Bezug auf Langlebigkeit und Zuverlässigkeit. Hochwertige Materialien wie Aluminium, Edelstahl und Karbon sind besonders robust und korrosionsbeständig. Grafit ist ein weiteres beliebtes Material, das leicht und ebenfalls korrosionsbeständig ist. Eine präzise Verarbeitung und eine solide Bauweise gewährleisten, dass die Rolle auch unter extremen Bedingungen zuverlässig funktioniert. Günstigere Modelle aus Kunststoff weisen oft eine geringere Haltbarkeit auf und sind weniger für anspruchsvolle Bedingungen geeignet.

Zusätzliche Funktionen und Ausstattung

Neben den grundlegenden technischen Merkmalen gibt es weitere Funktionen und Ausstattungsdetails, die den Bedienkomfort und die Funktionalität einer Angelrolle verbessern können.

Schnurfassung und Schnurlaufröllchen

Die Schnurfassung gibt an, wie viel Schnur auf der Rolle Platz findet. Je nach Angelmethode und Zielfisch kann eine größere Schnurfassung von Vorteil sein. Das Schnurlaufröllchen führt die Schnur gleichmäßig auf die Spule und verhindert das Verdrehen der Schnur. Ein gutes Schnurlaufröllchen aus Keramik oder Edelstahl erhöht die Langlebigkeit der Schnur und sorgt für eine bessere Schnurverlegung.

Angelrolle mit Rücklaufsperre

Eine zuverlässige Rücklaufsperre verhindert, dass sich die Kurbel in die entgegengesetzte Richtung dreht. Dies ist besonders wichtig beim Einholen des Fisches, da die konstante Spannung beibehalten wird. Viele moderne Rollen verfügen über eine Instant-Stop-Rücklaufsperre, die sofort greift und eine optimale Kontrolle ermöglicht.

Anti-Twist System

Ein Anti-Twist System reduziert Verwicklungen und Schnurdrall, was besonders nützlich ist, wenn dünne oder geflochtene Schnüre verwendet werden. Dieses System arbeitet oft in Kombination mit dem Schnurlaufröllchen und sorgt dafür, dass die Schnur gleichmäßig von der Spule abläuft.

Griff und Kurbel an Angelrollen

Ein ergonomischer Griff und eine gut geformte Kurbel erhöhen den Komfort bei längeren Angelsessions. Griffe aus rutschfestem Material wie EVA-Schaum oder Gummi bieten eine sichere Handhabung und erleichtern das Kurbeln auch bei feuchten Bedingungen.

Marken und Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Auswahl renommierter Marken kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine qualitativ hochwertige Angelrolle zu erwerben. Bekannte Marken bieten oft eine bessere Qualitätssicherung, höhere Zuverlässigkeit und einen guten Kundenservice. Es lohnt sich, Rezensionen zu lesen und gegebenenfalls Rat von anderen erfahrenen Anglern einzuholen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis sollte kritisch geprüft werden. Teurere Modelle bieten oft mehr Komfort und eine längere Lebensdauer, während preisgünstige Modelle niedrigerer Qualität möglicherweise weniger langlebig und weniger effizient sind. Dennoch gibt es auch in unteren Preisklassen gut verarbeitete Angelrollen, die für bestimmte Einsatzzwecke vollkommen zufriedenstellend sein können.

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