Shimano SLX FC Kurbelgarnitur im Test: Ein umfassender Überblick

Der Kurbelsatz ist ein wesentlicher Bestandteil jeder Fahrradschaltung. Dabei gibt es grundsätzlich drei Typen: Dreifach-, Kompakt- oder Standardkurbeln. Alle Varianten haben Vor- und Nachteile und eignen sich für bestimmte Zielgruppen. Eine Fahrradkurbel besteht aus den Tretkurbeln und den Kettenblättern. Diese sind zwar einzeln erhältlich, aber die meisten Biker bevorzugen einen vormontierten Kurbelsatz.

Aufbau und Konstruktion

Beim Kauf sollte man auf die Anzahl der Kettenblätter und die Zähnezahl achten.

Dreifachkurbeln

Dreifachkurbeln bieten eine hohe Gangvielfalt, die besonders in hügeligem Gelände nützlich ist. Sie sind ideal für Mountainbiker, die in den Bergen unterwegs sind. Allerdings sind diese Systeme schwerer und benötigen möglicherweise einen speziellen Umwerfer oder ein breiteres Innenlager, was zusätzliche Kosten verursachen kann.

Standard- und Kompaktkurbeln

Zweifachkurbeln gibt es als Standard- und Kompaktkurbeln. Standardkurbeln mit 53 bzw. 39 Zähnen sind ideal für hohe Geschwindigkeiten im Rennradbereich, aber für Freizeitbiker oft ungeeignet. Kompaktkurbeln sind eine bessere Wahl für Freizeitbiker.

Shimano SLX M7100 und XT M8100: Eine Überraschung

Shimano hat nicht nur die neue XT M8100 12-fach-Schaltung vorgestellt, sondern auch die Shimano SLX M7100. Beide Schaltungen basieren auf den bewährten Features der High-End-Gruppe XTR. Die neue Shimano XT M8100- und SLX M7100-Schaltungen sind sowohl als 1-fach-Antrieb mit großer 10-51-Kassette als auch als 2-fach-Variante mit 10-45-Kassette erhältlich.

Dank der neuen ergonomischen und leichtgängigen I-SPEC EV-Hebel mit größerem Einstellbereich lassen sich beide Gruppen umfassend an die Vorlieben der Fahrer anpassen. Viele Technologien der Top-Gruppe XTR finden sich auch in der XT- und SLX-Ausstattung. So verfügen beide z. B. über das HYPERGLIDE+ System, das für einen leisen und reibungslosen Kettenlauf sorgt.

Sowohl für die Shimano XT als auch für die SLX gibt es außerdem zwei neue Bremsen. Bei den neuen Shimano XT- und SLX-Schaltwerken kommen jeweils Umlenkrollen mit 13 Zähnen zum Einsatz. Für beide Gruppen gibt es je ein 1-fach- und ein kürzeres 2-fach-Modell. Natürlich verfügen alle Varianten über einen integrierten Dämpfer.

Der Hauptunterschied zwischen dem XT- und dem SLX-Modell liegt sowohl in der Oberflächenbearbeitung als auch darin, dass die Rollen der XT kugelgelagert sind. In Sachen Gewicht trennen XT und SLX beim 1-fach-Modell 32 g zugunsten der XT.

Kassetten und Kurbeln

Beide Kassetten verfügen entweder über eine Bandbreite von 10-51 (1-fach) Zähnen oder 10-45 Zähnen (2-fach). Sie sitzen auf einem MICRO SPLINE-Freilauf und besitzen die von der XTR bekannte HYPERGLIDE+ Technologie für schnelle und leise Schaltvorgänge. Die XT-Kassetten bestehen aus zehn Stahlritzel und zwei Alu-Ritzeln, die auf einem Alu-Spider sitzen.

Bei den Kurbeln gibt es zwischen XT und SLX einige Gemeinsamkeiten. Beide besitzen HOLLOWTECH II-Kurbelarme, sind als 1- und 2-fach-Variante erhältlich und verfügen über das Narrow-Wide-Zahndesign, um die Kette optimal auf dem Kettenblatt zu halten. Während die XT 1-fach-Kurbel mit Direct-Mount-Kettenblättern von 28-36 erhältlich ist, muss man auf das kleinste und größte bei der SLX verzichten - allerdings ist die Kurbel mit den XT- und XTR-Blättern kompatibel.

Unterschiede bei den Kurbellängen

Auch bei der Kurbellänge bietet die XT mehr Optionen und ist neben 166, 170 und 175 mm auch als 180er Version erhältlich. Auf die ganz lange Kurbel muss man bei SLX verzichten. Natürlich gibt es beide für verschiedene Achsstandards.

Das Zauberwort: I-SPEC EV

Das neue System ermöglicht es dem Fahrer, die Position der verschiedenen Hebel optimal an die Ergonomie der eigenen Hand abzustimmen. Der Hauptunterschied liegt im Inneren der Griffe. Während der XT-Hebel über die bekannte Multi-Shift-Funktion verfügt, um gleichzeitig zwei Gänge schwerer zu schalten, sucht man dies beim SLX-Modell vergebens. Außerdem besitzt der XT-Hebel gummierte Daumen-Pads, beim SLX-Hebel setzt Shimano auf eine Riffelung. Shimano bietet für 2-fach-Antriebe je auch einen Einzelhebel für die linke Seite an.

Die 12-fach SLX- und XT-Kette unterscheidet sich einzig durch ihre Oberflächenbehandlung. Beide Ketten besitzen eine überarbeitete Innenseite, um das Kettenmanagement auf den Ritzeln zu verbessern. Das Gewicht ist mit 252 g bei beiden Ketten identisch. Im Lieferumfang ist jeweils ein Kettenschloss enthalten.

Erster Test der Shimano XT und SLX 12-fach-Schaltung

Beide Schaltungen funktionierten während des Tests ohne Probleme. Besonders beeindruckend bei beiden war der schnelle und präzise Gangwechsel. Die Kette wandert sehr leise aber definiert von Ritzel zu Ritzel. Das Schaltgefühl des XT-Hebels ist dabei noch knackiger und präziser. Die Möglichkeit, beim XT-Hebel gleich zwei Gänge auf einmal herunterzuschalten, wird als genial empfunden.

Fazit zum Test

Dank der großen Bandbreite stellen auch lange und steile Uphills für keine der beiden Schaltungen ein Problem dar. Die Dämpfung arbeitet sehr effizient und beide Antriebe sind angenehm leise. Die Auslieferung der neuen XT und SLX soll ab dem 14. Juni dieses Jahres starten.

Eignung für E-Mountainbikes

Laut Shimano ist sowohl die neue SLX als auch XT-Schaltung problemlos für den Einsatz am E-Mountainbike geeignet. Da die SLX-Kassette über ein weiteres Stahlritzel verfügt, sollte sie hier langlebiger sein.

Shimano DEORE M6100, M5100 und M4100

Shimano stellt mit der DEORE M6100 das neueste Mitglied der 12-fach MTB Komponentenfamilie her und präsentiert parallel dazu eine 11-fach DEORE M5100 sowie die 10-fach-Variante M4100. Die M6100 Serie basiert auf der DNA der SHIMANO Top-MTB-Gruppen XTR, DEORE XT und SLX. Zum Einsatz kommt dieselbe DYNAMIC CHAIN ENGAGEMENT+ Technologie wie bei den XTR, DEORE XT und SLX Kurbeln.

Kurbeldetails

Zur Wahl stehen Kubelarmlängen von 170 mm oder 175 mm, Kettenblätter mit 30 oder 32 Zähnen sowie Versionen mit drei verschiedenen Q-Faktoren: 172 mm (für 142/148 mm O.L.D.), 178 mm (148 mm O.L.D.) und 181 mm (O.L.D. 157 mm).

Kassette und Kette

Die SHIMANO DEORE 12-fach MICROSPLINE Kassette (CS-M6100) besteht aus 12 haltbaren Edelstahl-Ritzeln und hat eine Übersetzung von 10-51 Zähnen. Die SHIMANO DEORE 12-fach HG Kette (CN-M6100) ermöglicht eine leise und leichtgängige Kraftübertragung und zugleich besseren Rückhalt auf Ritzeln und Kettenblätter.

Schaltwerk und Schalthebel

Das DEORE 12-fach-Schaltwerk (RD-M6100-SGS) garantiert schnelle und präzise Schaltvorgänge über die gesamte Bandbreite von 10-51 Zähnen. Der rechte 12-fach-Schalthebel der DEORE (SL-M6100-IR) profitiert von denselben Technologien wie seine Geschwister auf XTR, DEORE XT und SLX Niveau, unter anderem von I-Spec EV.

Bremsen

Die DEORE M6100 Bremsen kommen in zwei Versionen auf den Markt - mit XC-spezifischem Zwei-Kolben-Bremssattel (BR-M6100) oder mit einem Vier-Kolben-Bremssattel für den Trail/Enduro-Einsatz (BR-M6120). Dazu sind die Bremshebel mit SHIMANOs bewährter SERVO WAVE Technologie ausgestattet.

All In Multitool

Das All in Multitool lässt sich problemlos in den meisten Hohlachsen der Kurbel verstauen und ist damit immer dabei. Es besteht aus dem Hauptkörper mit magnetischen Bithaltern für 6 verschiedene Bits, sowie einem schwenkbaren Kopf. Zusätzlich besteht die Möglichkeit noch ein Kettenschloss am Tool zu platzieren.

Funktionen und Befestigung

  • 6 Bits (Innensechskant 3,4,5,6 mm; Torx T25; Kreuzschlitz PH1)
  • Kettenschlosshalter
  • Gewicht: 113 Gramm
  • Farben: black, blue, green, red, violet, yellow

Das Tool wird einfach in die Hohlachse der Kurbel gesteckt und dort über einen Magneten in Position gehalten. Selbst im härteren Enduro Einsatz bleibt das Tool zuverlässig an seinem Platz.

Vor- und Nachteile

Vorteile Nachteile
Systemintegriert Setzt leicht Flugrost an
Alle wichtigen Bits enthalten und austauschbar Könnte bei Sturz rausfallen
Leicht zu verstauen Reifenheber, Kettennieter fehlen
Schneller Wechsel zu einem anderen Bike
Schönes Design
Angenehm zu bedienen

Shimano GRX: Gravelgruppe im Praxis-Test

Shimano kombiniert unter dem Label GRX bewährte Rennrad- und Mountainbike-Technologien zu spezifischen Gravelkomponenten. Die neue Shimano GRX kommt wahlweise als elektronische oder mechanische Ausführung, mit 1- oder 2-fach Kurbeln und 10- und 11-fach Schaltwerken.

GRX Kurbel und Umwerfer

Die Shimano GRX Kurbeln sind speziell für den Gravel-Einsatz konzipiert. Die Kurbel sind etwas breiter und die Kettenlinie wandert um 2,5mm nach außen, um für mehr Reifenfreiheit am Hinterrad zu sorgen. Bis zu 42mm Reifenbreite sind möglich.

GRX Schaltwerk

Um auch hinten an der Kassette möglichst viele Übersetzungen abzudecken, gibt es die elektronischen und mechanischen GRX-Schaltwerke in zwei Käfiglängen. Bis 34 Zähne gibt es ein Schaltwerk mit kurzem Käfig. Wer bis zu 42 Zähne auf dem größten Ritzel nutzen möchte, sollte das GRX Schaltwerk mit langem Käfig wählen.

GRX Schalthebel und Bremsen

Auch die Schalthebel unterscheiden sich in einigen Details von den Brems-Schalthebeln der Rennrad-Gruppen. Um für mehr Bremskraft auf Schotterabfahrten zu sorgen, wurde der Drehpunkt der Bremshebel nach oben versetzt. Außerdem gibt es trotz hydraulischer Bremsleitungen wieder die Möglichkeit, zusätzliche Bremshebel am Oberlenker zu montieren.

GRX Laufräder

Die GRX Gruppe gibt es nur mit hydraulischen Scheibenbremsen. Komplettiert wird das Shimano GRX-Sortiment mit zwei Alu-Laufradsätzen. Die GRX-Laufräder sind Tubeless ready, kommen mit 21,6mm Maulweite und in den Größen 28 Zoll und 650B.

Praxistest der mechanischen Shimano GRX

Im Praxistest gab es kein Kettenschlagen, keine -abwürfe, -klemmer oder anderen Probleme. Im Gegenteil: Der Antrieb arbeitete präzise, geräuscharm - und schaltete etwas knackiger als die gewohnten Straßenkomponenten. Die hydraulischen Bremsen zeigten sich gut dosierbar, auf Schotter aber fast etwas bissig. Sehr positiv fielen die Schaltbremsgriffe auf: Sie sind deutlich breiter und bieten mehr Auflagefläche für die Finger.

Dauertest der elektrischen GRX Di2

Im Dauertest gab es nicht einen Kettenklemmer oder -abwurf! Mit stoischer Präzision wuchtet der Umwerfer die Kette hin- und her - maximal verlässlich, untermalt vom typischen Geräusch des E-Motors. Auch das Schaltwerk funktionierte stets geschmeidig und präzise, Kettenschlagen unterbindet es verlässlich.

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