Klar ist, je teurer eine Schaltgruppe ist, desto besser und leichter ist sie auch. Doch muss es natürlich nicht immer eine XT oder XTR Schaltung sein. Für den Durchschnittsmountainbiker reicht auch eine Alivio oder Deore Schaltung völlig aus, um sportliche Touren zu machen oder Spaß auf den Trails zu haben. Auch diese Schaltungen haben sich lange bewährt und garantieren lang anhaltenden Fahrspaß. Oftmals kommt in den günstigeren Schaltgruppen die gleiche Technik zum Einsatz, lediglich das Material unterscheidet sich.
Und wie der Name „Gruppe“ schon vermuten lässt: Eine Schaltgruppe besteht meist aus Schaltwerk (hinten), Umwerfer (vorne), Kurbelgarnituren, Kassetten, Kettenblätter, Schalthebeln, Bremshebeln und den dazugehörigen Scheibenbremsen. Manchmal werden vom Hersteller des Fahrrads aber auch Komponenten ausgetauscht, sodass die Teile nicht alle der gleichen Gruppe angehören.
Die brandneue SHIMANO SLX M7000 Gruppe erweitert die Möglichkeiten vom Freizeitsportler über den Abenteuer- bis hin zum Trailbiker. Das Design ist sehr geradlinig und weckt Vertrauen für jede Situation. Ein modernes Erscheinungsbild und eine starke Performance mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die neue erscheinende “Mittelklasse”- Mountainbikegruppe von Shimano. Der Fokus von Shimano lag bei der SLX M7000 auf der Entwicklung einer Gruppe für jeden Fahrstil.
Shimano SLX im Vergleich zu anderen Schaltgruppen
Um die Shimano SLX besser einordnen zu können, hier ein kurzer Überblick über die anderen Schaltgruppen von Shimano:
- Shimano Tourney: Für Einsteiger- und Freizeit-Fahrräder konzipiert.
- Shimano Altus: Eine der Einstiegs-Schaltgruppen von Shimano und bietet eine solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis.
- Shimano Acera: Mit der Acera-Schaltung kannst du erste Erfahrungen im Gelände sammeln.
- Shimano Alivio: Eine hochwertige Komponentengruppe, die für Alltagsfahrten und leichtes Gelände geeignet ist.
- Shimano Deore: Eine hochwertige und leistungsstarke Schaltgruppe, die für den Einsatz im Gelände und für Mountainbike-Touren geeignet ist.
- Shimano Deore XT: Eine hochwertige Komponentengruppe für Mountainbikes, die sich durch ihre zuverlässige Schaltleistung, ihre präzisen Gangwechsel und ihre robuste Bauweise auszeichnet.
- Shimano XTR: Für Fahrer entwickelt, die höchste Anforderungen an die Leistung ihres Mountainbikes stellen.
Die Vorteile der Shimano SLX Schaltgruppe
Die Shimano SLX Schaltgruppe bietet viele Vorteile für Mountainbiker:innen. Sie ist sehr langlebig und zuverlässig, sodass du dich auf sie verlassen kannst, wann immer du unterwegs bist. Sie ist leicht und kompakt, was sie zu einer sehr guten Wahl macht. Darüber hinaus ist sie sehr präzise und bietet ein reibungsloses Schaltverhalten, sodass du immer mit der richtigen Übersetzung unterwegs bist.
Shimano SLX M7100: Die neue Generation
Test: Zwei auf einen Streich - das dachte sich Shimano wohl als sie uns die SLX M7100 zusammen mit der XT 8100 vorstellten. Die SLX besitzt jedenfalls die gleiche DNA wie der größere Bruder, was viele Vorteile mit sich bringt. Neben der neuen Shimano XT M8100 (zur Vorstellung + Test) präsentierten die Japaner vor kurzem mit der SLX M7100 auch die „Budget-Variante“ ihrer Top-Gruppe. In den letzten Jahren konnte sich die SLX zum absoluten Geheimtipp mausern und begeisterte gerade preisbewusste Käufer mit einer fast unschlagbaren Performance. Dennoch stand sie etwas im Schatten der schier allmächtig erscheinenden XT Gruppe. Ob sich das mit den neuen Generationen ändern wird? Unsere Einschätzung: Wird es!
Es gehört zur Philosophie von Shimano, dass man nach der Einführung der jeweiligen Top-Gruppen (XTR am MTB, Dura Ace am Rennrad) in den Folgejahren die neuen Features auf die günstigeren Gruppen überträgt. Bis dato wählte man hier jedoch recht selektiv aus, welche Eigenschaften es wirklich in die niedrigeren Gruppen schafften und zuweilen dauerte es auch einige Jahre, bis beispielsweise Besonderheiten der XTR Gruppe es bis zur günstigen SLX geschafft haben. Damit weist die neue SLX fast die gleichen Features auf, wie die zeitgleich präsentierte M8100 XT Gruppe. Aber um sich Unternehmens-intern nicht zu sehr Konkurrenz zu machen, gibt es natürlich durchaus ein paar Unterschiede, die sich insbesondere bei der Optik und beim Gewicht niederschlagen.
Unterschiede zur Shimano XT
So sind die beiden Kassetten - auch hier 10-45 und 10-51 - ein gutes Stück schwerer als die Teile der XT und XTR Gruppen. Das liegt insbesondere daran, dass hier nun elf Ritzel aus Stahl bestehen (bei der XT sind es 10, bei der XTR kommt sogar Titan zum Einsatz). Ähnliches gilt für Kurbel und Schaltwerk: Ein paar Gramm mehr bringen sie auf die Waage, zudem gibt’s bei der SLX weniger Kettenblatt-Optionen: Beispielsweise muss man ohne ein 36er Blatt für one-by Antriebe auskommen.
Besonders spannend wird es beim Thema Bremsen, genauer gesagt bei den 4-Kolben Trail-Stoppern. Während nämlich die 2-Kolben Variante bis auf ihre Optik baugleich mit dem Vorgänger ist, erinnert der 4-Kolben Sattel auf den ersten Blick der XT und XTR Bremse stark. Bei den Gebern gilt fast das gleiche, wobei man hier jedoch auf die Free Stroke Adjust Schraube verzichten muss, mit der man den Druckpunkt etwas feintunen kann. Aber ganz ehrlich: Dieser Punkt dürfte für die allermeisten Fahrer verschmerzbar sein.
Testfahrt und Performance
In Spanien hatten wir im Rahmen eines Pressecamps die Gelegenheit die neue SLX zu testen und auch direkt im Vergleich mit der neuen XT zu fahren. Bei der Performance - egal ob bezüglich der Schaltung oder der Bremsen - muss sie sich keineswegs verstecken. Während wir die Free Stroke Adjust Schraube am Bremsgeber überhaupt nicht vermissten, fiel der Schalthebel jedoch doch spürbar gegenüber seinem höherwertigen Kollegen ab: Vor allem die fehlende Option, mit einem beherzten Druck auch zwei Gänge auf einmal herunterzuschalten, machte sich bemerkbar.
Wie die XT Gruppe soll auch die SLX M7100 bereits im Laufe diesen Junis erhältlich sein. Dass Shimano die neue XT M8100 12-fach-Schaltung vorstellt, war absehbar. Dass die Japaner aber auch die Shimano SLX M7100 mitliefern, ist eine Überraschung. Beide Schaltungen setzen auf die bewährten Features der High End Gruppe XTR. Wir haben nicht nur alle Infos über die neuen Schaltgruppen für euch, sondern sind beide auch bereits gefahren.
Die Technologien der Shimano SLX M7100
- HYPERGLIDE+: Sorgt dafür, dass die Kette fast ohne Kraftunterbrechung und sehr leise über die Ritzel gleitet.
- MICRO SPLINE: Ein MICRO SPLINE-Freilauf und besitzt die von der XTR bekannte HYPERGLIDE+ Technologie für schnelle und leise Schaltvorgänge.
- HOLLOWTECH II: Kurbelarme mit HOLLOWTECH II-Kurbelarme, sind als 1- und 2-fach-Variante erhältlich und verfügen über das Narrow-Wide-Zahndesign, um die Kette optimal auf dem Kettenblatt zu halten.
- I-SPEC EV: Das neue System ermöglicht es dem Fahrer, die Position der verschiedenen Hebel optimal an die Ergonomie der eigenen Hand abzustimmen.
- Shadow RD+: Sowohl das XT als auch das SLX-Schaltwerk sind mit der praktischen Shadow RD+ Technologie ausgestattet, die als Schaltwerk-Stabilisator das Schlagen der Kette vermindert, das Abspringen verhindert und einen geräuscharmen Antrieb ermöglicht.
Details zu den Komponenten
Schaltwerk
Bei den neuen Shimano XT- und SLX-Schaltwerken kommen jeweils Umlenkrollen mit 13 Zähnen zum Einsatz. Für beide Gruppen gibt es je ein 1-fach- und ein kürzeres 2-fach-Modell. Natürlich verfügen alle Varianten über einen integrierten Dämpfer. Der Hauptunterschied zwischen dem XT- und dem SLX-Modell liegt sowohl in der Oberflächenbearbeitung als auch darin, dass die Rollen der XT kugelgelagert sind. In Sachen Gewicht trennen XT und SLX beim 1-fach-Modell 32 g zugunsten der XT.
Kassette
Beide Kassetten verfügen entweder über eine Bandbreite von 10-51 (1-fach) Zähnen oder 10-45 Zähnen (2-fach). Sie sitzen auf einem MICRO SPLINE-Freilauf und besitzen die von der XTR bekannte HYPERGLIDE+ Technologie für schnelle und leise Schaltvorgänge. Die XT-Kassetten bestehen aus zehn Stahlritzel und zwei Alu-Ritzeln, die auf einem Alu-Spider sitzen. Bandbreite satt! Die unteren Ritzel bestehen aus Stahl, die oberen aus Alu.
Kurbel
Bei den Kurbeln gibt es zwischen XT und SLX einige Gemeinsamkeiten. Beide besitzen HOLLOWTECH II-Kurbelarme, sind als 1- und 2-fach-Variante erhältlich und verfügen über das Narrow-Wide-Zahndesign, um die Kette optimal auf dem Kettenblatt zu halten. Während die XT 1-fach-Kurbel mit Direct-Mount-Kettenblättern von 28-36 erhältlich ist, muss man auf das kleinste und größte bei der SLX verzichten - allerdings ist die Kurbel mit den XT- und XTR-Blättern kompatibel. Auch bei der Kurbellänge bietet die XT mehr Optionen und ist neben 166, 170 und 175 mm auch als 180er Version erhältlich. Auf die ganz lange Kurbel muss man bei SLX verzichten. Natürlich gibt es beide für verschiedene Achsstandards.
Schalthebel
Das Zauberwort des neuen Shimano SLX- und XT-Schalthebel lautet I-SPEC EV. Das neue System ermöglicht es dem Fahrer, die Position der verschiedenen Hebel optimal an die Ergonomie der eigenen Hand abzustimmen. Der Hauptunterschied liegt im Inneren der Griffe. Während der XT-Hebel über die bekannte Multi-Shift-Funktion verfügt, um gleichzeitig zwei Gänge schwerer zu schalten, sucht man dies beim SLX-Modell vergebens. Außerdem besitzt der XT-Hebel gummierte Daumen-Pads, beim SLX-Hebel setzt Shimano auf eine Riffelung. Shimano bietet für 2-fach-Antriebe je auch einen Einzelhebel für die linke Seite an. Beim Gewicht sind die Unterschiede marginal.
Kette
Die 12-fach SLX- und XT-Kette unterscheidet sich einzig durch ihre Oberflächenbehandlung. Beide Ketten besitzen eine überarbeitete Innenseite, um das Kettenmanagement auf den Ritzeln zu verbessern. Das Gewicht ist mit 252 g bei beiden Ketten identisch. Im Lieferumfang ist jeweils ein Kettenschloss enthalten. Beide Ketten kommen von nun an mit einem Kettenschloss anstelle des Nietpins.
Testergebnisse
Wir hatten die Möglichkeit, sowohl die neue Shimano XT als auch die SLX 12-fach-Schaltung bereits einem ersten Test zu unterziehen. In Girona fuhren wir einen Tag mit der XT auf einem Cross-Country Rennkurs, mit der SLX waren wir einen Tag auf einer Enduro-Tour unterwegs. Beide Schaltungen funktionierten während des Tests ohne Probleme. Besonders beeindruckend bei beiden war der schnelle und präzise Gangwechsel. Selbst wenn wir in einem völlig ungeeigneten Moment unter Volllast zwei Gänge auf einmal leichter geschaltet hatten, setzte die Schaltung dies problemlos und ohne großes Krachen oder Verzögerungen um. Die Kette wandert sehr leise aber definiert von Ritzel zu Ritzel. Das Schaltgefühl des XT-Hebels ist dabei noch knackiger und präziser.
Dank der großen Bandbreite stellen auch lange und steile Uphills für keine der beiden Schaltungen ein Problem dar. Bei der Enduro-Tour haben wir bewusst die Kettenführung ab der Hälfte der Tour demontiert und konnten dennoch keinen Kettenverlust verzeichnen. Die Dämpfung arbeitet sehr effizient und beide Antriebe sind angenehm leise.
SLX M7000 im Detail
Die leichten und haltbaren 11-fach kompatiblen FC-M7000-11 Kettenblätter (1×11 and 2×11) sind mit der neuen Dynamic Chain Engagement Technologie ausgestattet und sind für die unterschiedlichen Krafteinwirkungen auf jedem Blatt optimiert. Im 2×11 Setup, sorgt die enge Übersetzung für kleine Gangsprünge und sichert dem Fahrer einen effizienten Trittzyklus über die gesamte Bandbreite der Gänge. Es gibt die Möglichkeit aus verschiedene Übersetzungsoptionen zu wählen. Die 2-fach Kurbel gibt es in drei Varianten (34-24Z., 36-26Z. und 38-28Z.) und die 1×11 Rider haben die Option auf 30er, 32er oder 34er Kettenblätter, die jeweils mit mit den zwei Kassettenvarianten 11-40Z und 11-42Z kombinierbar sind. Boost Optionen sind ebenso als 2-fach oder 1-fach erhältlich, um eine suabere Kettenlinie für die 148 mm Naben zu gewährleisten.
Die neu geformten Kurbeln sind mehr als nur ästhetisches und mechanisches Design. Die ergonomisch geformten SL-M7000-11/10 Rapidfire Plus Schalthebel machen es möglich gleich 3 Gänge mit einer Hebelbetätigung runter zu schalten, und das sowohl mit dem Zeigefinger als auch mit dem Daumen. Diese einfache aber ungeheur nützliche Besonderheit biete und stabile Schaltvorgänge am Umwerfer und am Schaltwerk.
Blitzschnelle Schaltvorgänge sind dank Shimanos Shadow RD+ Technologie jetzt auch bei der SLX M7000 erhältlich. Die Vorder- und Hinterradnaben kommen in jeweils 2 Versionen. In der Front wiegen sie 189g (HB-M7000) bzw. 148g (HB-M7010), und am Hinterrad 384g (FHM7000) or 357g (FH-M7010). Die neuen Bremsen der SLX sind der XT sehr ähnlich.
Shimano SLX vs. Shimano XT: Die Unterschiede
Generell gelten die Schaltungen von Shimano als besonders verlässliche Schaltgruppen, welche den Fahrern ausgereifte Lösungen bieten und mit einer optimalen Performance Radfahrer überzeugen. Der japanische Qualitätshersteller spricht mit den Schaltgruppen Shimano SLX und Shimano XT verschiedene Zielgruppen an. So richtet sich das Konzept der Shimano XT an fortgeschrittene MTB-Fahrer und ist in einer höheren Preisklasse angesiedelt. Dagegen eignet sich das Shimano SLX optimal für Einsteiger beim Mountainbiking und punktet mit günstigeren Preisen. Jedoch ist dieser Faktor bei der Schaltgruppe kein Hinweis auf eine minderwertigere Qualität.
Grundsätzlich kommen bei Shimano sehr hochwertige Materialien zum Einsatz, die auf ein geringes Gewicht abzielen und einen möglichst hohen Fahrkomfort ermöglichen. Die Unterschiede beim Preis ergeben sich beim Shimano XT Schaltwerk durch den Einbau von Stahlzähnen, deren Langlebigkeit und Resistenz deutlich höher ist.
Die wichtigsten Unterschiede im Überblick
Hier nochmal alle Unterschiede SLX vs.
| Merkmal | Shimano SLX | Shimano XT |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Einsteiger und ambitionierte Freizeitfahrer | Fortgeschrittene Mountainbiker |
| Multi-Shift-Funktion | Nein | Ja (2 Gänge hoch, 4 Gänge runter) |
| Schalthebel | Geriffelter Schalthebel | Gummierter Schalthebel |
| Kühlrippen an den Bremsen | Nein (Standard) | Ja (Ice-Tech) |
| Kugellager an den Umlenkrollen | Nein | Ja |
| Material der Ritzel (Kassette) | 1 Aluminium, Rest Stahl | 2 Aluminium, Rest Stahl |
| Gewicht (1-fach Schaltwerk) | Ca. 32g schwerer | Leichter |
| Preis | Günstiger | Teurer |
Fazit
Alles in Allem bietet die neue SLX M7000 ein konkurrenzloses Preis-Leistungsverhältnis bei gleichzeitig hoher Wertigkeit der einzelnen Produkte. Mit den überarbeiteten Schaltwerken Shimano SLX und Shimano XT festigt der japanische Hersteller seine Stellung auf dem Markt für Schaltungen. Beide Schaltgruppen überzeugen mit einer großen Bandbreite und schnellen Schaltvorgängen, dazu können Sie die Gangwechsel auch unter Belastung geschmeidig durchführen.
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