Die Shimano SLX Komponenten sind seit jeher für ihre Zuverlässigkeit und den erschwinglichen Preis bekannt. So ist es kein Wunder, dass man sie an vielen Rädern im Handel findet. Die brandneue SHIMANO SLX M7000 Gruppe erweitert die Möglichkeiten vom Freizeitsportler über den Abenteuer- bis hin zum Trailbiker. Ein modernes Erscheinungsbild und eine starke Performance mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die neue erscheinende “Mittelklasse”- Mountainbikegruppe von Shimano.
Ergonomie und Design
Der Schalthebel ist ergonomisch gestaltet und wurde für noch mehr Schaltkomfort breiter gemacht. Dank I-Spec EV kann man den Schalthebel direkt an der Schelle der Bremse montieren, was für ein sehr aufgeräumtes Cockpit sorgt. Die I-Spec EV Aufnahme ermöglicht dabei einen sehr großen Einstellbereich, mit dem Fahrer mit kleinen und großen Händen gleichermaßen zufrieden sein werden. Die ergonomisch geformten SL-M7000-11/10 Rapidfire Plus Schalthebel machen es möglich gleich 3 Gänge mit einer Hebelbetätigung runter zu schalten, und das sowohl mit dem Zeigefinger als auch mit dem Daumen. Diese einfache aber ungeheur nützliche Besonderheit biete und stabile Schaltvorgänge am Umwerfer und am Schaltwerk.
Montage und Einstellung
Bevor es auf den Trail geht, muss natürlich wie immer zuerst die Schaltung montiert und eingestellt werden. Die Shimano SLX Schaltung will sich aber nicht in diese Schublade stecken lassen. Nachdem die Kette montiert und der Schaltzug verlegt ist, geht es an die eigentliche Einstellung des Schaltwerks. Zunächst wird die Kette auf dem kleinsten Ritzel ausgerichtet. Dazu stellt man den Endanschlag so ein, dass das Schaltröllchen in einer Flucht mit dem Ritzel ist wenn man von oben drauf schaut. Das Gleiche machen wir beim größten Ritzel. Einmal alles durchschalten und Endanschlag Einstellen. Für die Einstellung der Umschlingung, also den Abstand des ersten Schaltröllchens zur Kassette, hat Shimano eine Markierung am Käfig versteckt. Ist die Kette auf dem größten Ritzel muss man die Einstellschraube so lange drehen, bis die Kette den angezeigten Abstand hat. Das Einstellen der Shimano SLX Schaltung war dermaßen einfach, dass es eine wahre Freude war. Die Einstellschrauben für die Endanschläge fand ich dennoch ein wenig fummelig.
Schaltperformance und Fahrbetrieb
Während des Fahrbetriebs hat sich der Shimano SLX Antrieb bisher genau so unauffällig wie bei der Montage verhalten. Dabei durfte er im Winter vor allem viel Feuchtigkeit und Schlamm sehen. Gepaart mit dem vielen Staub im Frühjahr, der schon an einen Urlaub im Vinschgau erinnert hat, sollten die schlimmsten Verhältnisse abgedeckt sein. Die Schaltperformance war dabei immer auf höchsten Level. Unter Last zu schalten heißt nicht mit voller Kraft im Wiegetritt in die Pedale zu Hämmern, dabei knirscht es nämlich weiterhin. Schaltet man allerdings im sitzen mit ordentlich Zug an Kette, wandert die Kette verblüffend leicht auf das nächst größere Ritzel. Die Shimano SLX Schaltung ist damit die geschmeidigste Schaltung die ich bisher an einem Rad testen durfte. Einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Schaltperformance hat die Kette bei Shimano. Im Gegensatz zu anderen Ketten am Markt ist sie laufrichtungsgebunden. Das heißt zwar, dass man bei der Montage ein wenig aufpassen muss, aber auch, dass die Kette auf diese Weise für das Zusammenspiel mit der Kassette optimiert werden kann.
Weitere Details zur Schaltperformance
Neben der erstklassigen Schaltperformance hat Shimano zusätzliches Augenmerk auf die Abstufung der Kassette gelegt. Vorsicht. Die Klicks sind immer knackig und der Schalthebel gibt dabei ein angenehmes Feedback. Da der Shimano SLX Antrieb aber an einem bergab orientierten Mountainbike verbaut ist, war der Reibungsdämpfer natürlich immer aktiviert. Dabei benötigt man beim Schalten in einen leichteren Gang ein wenig mehr Kraft als die Konkurrenz, was aber nicht großartig ins Gewicht fällt. Beim herunterschalten in die schweren Gänge springt die Kette bei der Betätigung des Hebels lediglich einen Gang auf der Kassette. Die Betätigung mit dem rechten Zeigefinger ist dabei eine willkommene Abwechslung beim gemütlichen Fahren. Auf dem Trail wird natürlich nur mit dem Daumen geschaltet. Ein sattes, klickendes Geräusch bestätigt den Gangwechsel. Für Sprints und schnelle Gangwechsel wären zwei Gangsprünge mit einem Klick - wie es bei der Shimano XT Schaltung der Fall ist - wünschenswert. Das bereits angesprochene Shimano SLX Schaltwerk mit der Shadow+ Technologie verhindert zuverlässig in Kombination mit dem Shimano Kettenblatt den Abflug der Kette.
Shimano SLX im Vergleich
Shimano bietet mit der SLX 12-Fach Schaltung die Referenz in Sachen erschwinglicher Mountainbikeantriebe. Nach dem Motto „Set and Forget“ wurde der Shimano SLX Antrieb verbaut und nicht wieder angerührt. Dabei wird die leichte Einstellung der Schaltung vielleicht dem einen oder anderen Hobbymechaniker die Angst nehmen. Das Schaltgefühl unter Last ist auf ein komplett neues Level gehoben worden und die hohe Bandbreite von 510 % ist genug um nahezu senkrechte Steigungen zu erklimmen und dabei verhält sie sich wie der gute, alte Duracelhase.
Klar ist, je teurer eine Schaltgruppe ist, desto besser und leichter ist sie auch. Doch muss es natürlich nicht immer eine XT oder XTR Schaltung sein. Für die/den Durchschnittmountainbiker:rin reicht auch eine Alivio oder Deoreschaltung völlig aus, um sportliche Touren zu machen oder Spaß auf den Trails zu haben. Auch diese Schaltungen haben sich lange bewährt und garantieren lang anhaltenden Fahrspaß. Oftmals kommt in den günstigeren Schaltgruppen die gleiche Technik zum Einsatz, lediglich das Material unterscheidet sich.
Shimano Schaltgruppen im Überblick
Und wie der Name „Gruppe“ schon vermuten lässt: Eine Schaltgruppe besteht meist aus Schaltwerk (hinten), Umwerfer (vorne), Kurbelgarnituren, Kassetten, Kettenblätter, Schalthebeln, Bremshebeln und den dazugehörigen Scheibenbremsen. Manchmal werden vom Hersteller des Fahrrads aber auch Komponenten ausgetauscht, sodass die Teile nicht alle der gleichen Gruppe angehören.
- Shimano Tourney: Für Einsteiger- und Freizeit-Fahrräder konzipiert, einfache Schaltung, preisgünstig.
- Shimano Altus: Einstiegs-Schaltgruppe, solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis.
- Shimano Acera: Ermöglicht erste Erfahrungen im Gelände.
- Shimano Alivio: Hochwertige Komponentengruppe für Alltagsfahrten und leichtes Gelände, reibungslose und präzise Schaltvorgänge, stilvolles Design.
- Shimano Deore: Hochwertige und leistungsstarke Schaltgruppe für Gelände und Mountainbike-Touren, robust und zuverlässig, aktuelles Design.
- Shimano SLX: Langlebig, zuverlässig, leicht, kompakt, präzise und bietet ein reibungsloses Schaltverhalten.
- Shimano Deore XT: Zuverlässige Schaltleistung, präzise Gangwechsel, robuste Bauweise, breites Übersetzungsverhältnis.
- Shimano XTR: Für höchste Ansprüche an die Leistung des Mountainbikes, schnelle und präzise Schaltung, geeignet für anspruchsvolle Trail-Sessons.
SLX M7000 Details
Der Fokus von Shimano lag bei der SLX M7000 auf der Entwicklung einer Gruppe für jeden Fahrstil. Die leichten und haltbaren 11-fach kompatiblen FC-M7000-11 Kettenblätter (1×11 and 2×11) sind mit der neuen Dynamic Chain Engagement Technologie ausgestattet und sind für die unterschiedlichen Krafteinwirkungen auf jedem Blatt optimiert. Im 2×11 Setup, sorgt die enge Übersetzung für kleine Gangsprünge und sichert dem Fahrer einen effizienten Trittzyklus über die gesamte Bandbreite der Gänge.
Es gibt die Möglichkeit aus verschiedene Übersetzungsoptionen zu wählen. Die 2-fach Kurbel gibt es in drei Varianten (34-24Z., 36-26Z. und 38-28Z.) und die 1×11 Rider haben die Option auf 30er, 32er oder 34er Kettenblätter, die jeweils mit mit den zwei Kassettenvarianten 11-40Z und 11-42Z kombinierbar sind. Boost Optionen sind ebenso als 2-fach oder 1-fach erhältlich, um eine suabere Kettenlinie für die 148 mm Naben zu gewährleisten. Die neu geformten Kurbeln sidn mehr als nur ästhetisches und mechanisches Design.
Blitzschnelle Schaltvorgänge
Blitzschnelle Schaltvorgänge sind dank Shimanos Shadow RD+ Technologie jetzt auch bei der SLX M7000 erhältlich. Die Vorder- und Hinterradnaben kommen in jeweils 2 Versionen. In der Front wiegen sie 189g (HB-M7000) bzw. 148g (HB-M7010), und am Hinterrad 384g (FHM7000) or 357g (FH-M7010). Die neuen Bremsen der SLX sind der XT sehr ähnlich. Alles in Allem bietet die neue SLX M7000 ein konkurrenzloses Preis-Leistungsverhältnis bei gleichzeitig hoher Wertigkeit der einzelnen Produkte.
Kundenmeinungen zur Shimano Deore
Die Shimano Deore findet von Amazon-Käufern lobende Erwähnung vor allem wegen ihrer guten Schaltleistung. Spitzenbewertungen erhält die Fahrradschaltung für ihre schnelle, zuverlässige und genaue Funktionsweise. Selbst Käufer, die ihr Fahrrad täglich nutzen, können keinerlei Schwächen feststellen. Auch mit dem Preis-/Leistungsverhältnis sind die meisten einverstanden. Nur durchschnittliche Bewertungen gab es selten - beispielsweise wegen einer falschen Lieferung. Das Gros der Käufer ist rundum zufrieden mit seiner Wahl. Deore ist etwas schwerer als LX,XT hat aber qualitativ ansonsten keine Nachteile da es z.B. auch Octalink II und Hollowtech hat. Lediglich das Schaltwerk ist bei XT oder XTR minimal genauer bzw.
Philosophie von Shimano
Kaffee oder Tee, Aldi oder Edeka, SPD oder CDU: Unser Leben ist eine Endlosschleife von Entscheidungen, unzählige fällen wir täglich. Viele sind relativ unbedeutend, andere beeinflussen unser Leben nachhaltig. Aber die EINE Wahrheit gibt es meist nicht. Mit diesem Slogan wirbt auch Komponentenriese Shimano in seiner neuesten Kampagne. "There is no single truth" - jeder Biker entscheidet selbst, ob für ihn ein oder zwei Kettenblätter an der Kurbel optimal sind. Der Konkurrent der Japaner sitzt in den USA, entwickelt seine Schaltungen aber im unterfränkischen Schweinfurt und heißt Sram.
Vergleich: Shimano vs. Sram
Für "das Unternehmen, das 1x lebt", ist die Entscheidung dagegen bereits gefallen. Die Zukunft des Mountainbikens soll ohne Umwerfer weitergeschrieben werden. In einem Video hat Sram den Umwerfer bereits beerdigt - Todesjahr 2017. Zukünftig sollen Bikes mit einem Kettenblatt vorne auskommen. Und aktuell mit elf oder zwölf Gängen. Längst geht es bei Mountainbike-Schaltungen nicht mehr um ein Duell der Systeme, sondern der Philosophien.
Um etwas Licht in das Gewirr aus Übersetzungen und Modellen zu bringen, haben wir neun aktuelle Schaltgruppen von Shimano und Sram zum Vergleich geladen. In drei Dreikämpfen müssen sich Edel-Parts, Mittelklasseantriebe und Einsteigerschaltungen beweisen. Alle Gruppen von Sram schwimmen selbstverständlich auf der Einfach-Welle. Bei Shimano haben wir Zwei- und Dreifach-Setups gewählt, wie sie an Tausenden Serien-Bikes vorkommen, und die Varianten mit einem Kettenblatt (XTR, XT und SLX) bewusst gemieden.
Wer stur aufs Gewicht schielt, wird meistens am Ende bei Sram landen. Zu deutlich wirkt sich das Wegfallen von Umwerfer und linkem Schalthebel auf der Waage aus. Doch dass 1 x 11 nicht unbedingt leichter sein muss als 3 x 10, zeigt das Duell von NX und SLX. Und in Sachen Bandbreite trennen die beiden Gruppen Welten: Während bei der NX bei 382 Prozent Schluss ist, hält die SLX mit der Kurbelabstufung 40-30-22 satte 595 Prozent bereit. Einen deutlichen Schritt nach vorne machen die Einfach-Antriebe mit der Sram Eagle, die auf stolze 500 Prozent kommt.
Vor- und Nachteile von Einfach-Antrieben
Und natürlich spricht auch die vereinfachte Schaltlogik für die Einfach-Antriebe. Biker können sich auf den Trail konzentrieren, anstatt sich Gedanken über die passende Schaltkombination aus Ritzel und Kettenblatt zu machen. Nur die hohen Anschaffungs- und Verschleißkosten bremsen den Hype um 1 x 12. Aber das wird sich mit günstigeren Gruppen bald ändern, da sind wir sicher.
Bandbreite im Vergleich
GLEICHE BANDBREITE Durch das 12fach-Ritzel kann die Sram-Eagle-Gruppe der Shimano-2fach-Gruppe in Sachen Bandbreite fast das Wasser reichen.
Die Übersetzung errechnet sich aus dem Quotienten aus Zähnen von Kettenblatt und Ritzel. Shimano XT mit 11-42er-Kassette, Sram Eagle mit 10-50er-Kassette. Bei der Zweifach-Schaltung sind von 22 Gängen nur 16 effektiv nutzbar. 100 % - Bei einem Übersetzungsverhältnis von 100 % dreht sich das Hinterrad genauso schnell wie die Kurbel. Ein kleinerer Wert z. B. 61 % (26er-Blatt, 42er-Ritzel) beschreibt einen Klettergang. Werte jenseits der 300 % stehen für eine schnelle Übersetzung.
Kassette mit 50 Zähnen - Fährt man bei der Sram Eagle im kleinsten Gang, ergibt sich ein Wert von 64 %. Bei Shimano kommt man im Zweifach-Setup beim Klettergang auf 61 %. Zum Vergleich: Eine Dreifach-Kurbel (24/32/42) mit 36er-Ritzel liefert 66 %. Die Gangabstufung ist sehr ähnlich, wobei Shimano etwas feiner abgestuft ist. Shimano erreicht im größten Gang 327 %, die Eagle liegt bei 320 %. Im Vergleich zur Dreifach-Kurbel (42er-Blatt) hinken beide Systeme hinterher (381 %).
Sram Eagle vs. Shimano XTR
Im Testduell: Sram Eagle 1x12 gegen Shimano XTR 2x11
Die drei Top-Schaltungen im MTB-Segment im Vergleich: Sram XX1 EAGLE 1x12 - Sram X01 EAGLE 1x12 - Shimano XTR 2x11
In der Champions League der MTB-Schaltungen kämpfen die zwei Eagle-Gruppen von Sram gegen die mechanische 2x11-Version der Shimano XTR. Wer nicht auf eine Rolex spart, sondern mit vorderen Marathon-Platzierungen bei den Kumpels Eindruck schinden will, der steht vor diesem Luxusproblem. Die wichtigste Frage dabei: Komme ich mit einem Kettenblatt vorne aus, oder bleibe ich dem Umwerfer von Shimanos Edelgruppe XTR treu? In den Bandbreiten unterscheiden sich die beiden 1x12-Edelgruppen von Sram und die Zweifach-XTR kaum, in Sachen Abstufung aber hat die Shimano die Nase vorn.
Sram oder Shimano: Die Entscheidung
Puristen, Freunde aufgeräumter Cockpits und Biker, die wirklich auf jedes Gramm schielen, kommen an Sram nicht vorbei. Durch den Wegfall von linkem Schalthebel und Umwerfer spart man bis zu 250 Gramm. Doch das lassen sich die Amerikaner mit der goldenen Gruppe teuer bezahlen. Zum Vergleich: Für den Neupreis einer XX1 Eagle bekommt man ein solides Alu-Hardtail! Wer auf den Gold-Look verzichtet, spart bares Geld. Denn die X01 Eagle ist nur 40 Gramm schwerer. Zudem funktionieren sie identisch, und die Verschleißkosten sind bei der X01 geringer.
Wer seinen Fokus auf etwas feiner abgestimmte Gangsprünge legt, der muss zum Zweifach-Setup der XTR greifen. Für die Mehrheit dürfte eine Kurbel mit 36/26-Abstufung den Einsatzbereich abdecken. Wer mehr will, muss zur XT-Kassette mit 11-42er-Abstufung (XTR: 11-40) greifen. Pluspunkt Shimano: Bei ähnlichen Verschleißwerten (vgl. BIKE 10/16) sind die Kosten der XTR nur halb so hoch wie für die XX1 Eagle.
Volle Bandbreite, ausreichende Abstufung, vereinfachte Schaltlogik, cleanes Cockpit, geringes Gewicht - mir fallen nur Argumente ein, die für den 1x12-Antrieb sprechen. Vom Preis mal abgesehen - aber auch dieses Problem sollte sich mit einer günstigen Eagle-Gruppe bald von selbst lösen.
Sram X1 vs. Shimano XT
Im Testduell: Sram X1 1x11 gegen Shimano XT 2x11
In der Mittelklasse kommt es zum Kampf der Philosophien: Sram schickt die 1x11-Gruppe X1 ins Rennen, von Shimano tritt der Schaltungs-Bestseller XT an.
Schaut man sich die empfohlenen Verkaufspreise an, wirkt dieses Duell auf den ersten Blick etwas unfair. Doch die Google-Suche und unsere Erfahrungen sprechen da eine andere Sprache. Beide mechanischen Gruppen kosten im Netz um die 600 Euro, schmücken Tausende Bikes von Alutech bis YT Industries und stehen für bewährte Technik, die auch in den teuren Top-Schaltungen zum Einsatz kommt. Klar, feinfühlige Biker können bei der Bedienung minimale Unterschiede zu den ganz teuren Gruppen (links) erspüren. Aber wirkliche Abstriche muss man nur beim Materialmix machen, und beim Gewicht.
Das spricht wieder einmal für die Einfach-Variante von Sram, die im Vergleich zur Shimano XT mit 22 Gängen um 400 Gramm schlanker daherkommt. Das geht jedoch auf Kosten der Bandbreite, die an Rampen oder bei schnellen Schotterabfahrten nicht mehr den richtigen Gang parat hält. Kombiniert man dagegen die XT mit der noch jungen 11-42er-Kassette, ist man für jede Tour gewappnet und bekommt eine feinere Abstufung in den großen Gängen. Auch die Verschleißkosten sprechen ganz klar für den Bestseller aus Japan. Denn Kette und Kassette kosten bei der XT nicht einmal die Hälfte verglichen mit der X1.
Marathons, Hometrails und schnelle Touren in den Voralpen: Mir sind 420 Prozent Bandbreite der Einfach-Antriebe zu wenig. Zudem sind mir fein abgestufte Gänge wichtig. Deshalb sind für mich Zweifach-Antriebe die Lösung.
Sram NX vs. Shimano SLX
Im Testduell: Sram NX 1x11 gegen Shimano SLX
In der dritten Runde steigen der günstigste 1x11-Antrieb von Sram und die Shimano SLX in zwei Ausführungen in den Ring.
Weil Sram seine 2x11-Variante der GX nicht in den Test schicken wollte, schlägt die Shimano SLX gleich doppelt zu. Und zwar im klassischen Dreifach-Aufgebot mit der Kurbelabstufung 40/30/22 und als 2x11-Gruppe mit 11-42er-Kassette. Auf der Waage trennen gerade einmal 80 Gramm die drei Konkurrenten. Auch die Straßenpreise von NX und den beiden SLX-Versionen liegen auf einem vergleichbaren Level. Die NX, für die man keinen XD-Freilauf braucht, bekommt man im Netz bereits ab 240 Euro angeboten.
Ganz anders die Bandbreite der drei Schaltungen, also die Gesamtübersetzung vom kleinsten bis zum größten Gang. Irgendeinen Kompromiss muss man bei der Sram NX in jedem Fall eingehen: Entweder fehlt ein adäquater Klettergang, oder man kurbelt bergab ins Leere - zumindest bei sportlicher Fahrweise. Mit der SLX im Zweifach-Setup erreicht man dieselben Werte wie die Shimano XT (siehe Diagramm oben). Wer vom Alpencross bis zur Passabfahrt auf Asphalt den passenden Gang an Bord haben will, ohne das Kettenblatt umzuschrauben, greift zur 3x10-Version mit fein abgestufter 11-36er-Kassette. Rechnet man Überschneidungen und ungünstige Kombinationen heraus, bleiben immer noch 16 "echte" Gänge. Erfreulich bei der NX und der SLX sind die günstigen Verschleißteile. Für etwa 70 Euro kann man bei beiden Schaltgruppen Kette und Kassette erneuern. Das zahlt sich also auch auf lange Sicht aus.
Für mich sind Dreifach-Übersetzungen Schnee von gestern. Moderne 11fach-Kassetten mit 11-42 Zähnen machen das dritte Kettenblatt an der Kurbel überflüssig. Die SLX 2x11 hat mit 529 Prozent Bandbreite genügend Gänge parat, um jede Lebenslage auf dem Bike zu meistern.
Upgrade-Optionen
Wer nicht auf jedes Gramm schielt und auf die neuesten Kniffe der Hersteller verzichten kann, schaltet mit diesen Komponenten lange zuverlässig - ohne die Urlaubskasse plündern zu müssen.
Shimano Deore M6000
Die Japaner haben zu Jahresbeginn ihre Klassikerschaltgruppe einer Frischzellenkur unterzogen. Die neue M6000 hält an zehn Ritzeln an der Kassette fest und lässt sich im Zweifach- oder Dreifach-Setup fahren. In Sachen Übersetzung bietet sie ähnliche Optionen wie die SLX. Laut Shimano-Preisempfehlungen liegt die komplette Gruppe ohne Bremsen bei 318 Euro, im Handel und bei Onlineshops dürfte man die Deore aber deutlich unter 300 Euro bekommen. Erfreulich sind vor allem die geringen Verschleißkosten (Preis Kette: 20 Euro) der 10fach-Gruppe.
Upgrade-Kits
Verschiedene Onlineshops bieten für Sram- und Shimano-Antriebe sogenannte Upgrade-Kits. Damit kann man beispielsweise eine XX1 zur Eagle tunen oder eine alte SLX zum 11fach-Antrieb umrüsten. Für eine X01 kostet ein solches Set stolze 600 Euro und lohnt sich unserer Meinung nach nicht. Bei der SLX aber bekommt man für etwa 160 Euro den rechten Schalthebel, Kette, Kassette und Schaltwerk. Im besten Fall hat man dann drei Gänge mehr. Das macht vor allem dann Sinn, wenn man Kette und Kassette sowieso tauschen müsste, weil sie verschlissen sind.
Shimano SLX M7100 und XT M8100
Test: Zwei auf einen Streich - das dachte sich Shimano wohl als sie uns die SLX M7100 zusammen mit der XT 8100 vorstellten. Die SLX besitzt jedenfalls die gleiche DNA wie der größere Bruder, was viele Vorteile mit sich bringt. Neben der neuen Shimano XT M8100 (zur Vorstellung + Test) präsentierten die Japaner vor kurzem mit der SLX M7100 auch die „Budget-Variante“ ihrer Top-Gruppe. In den letzten Jahren konnte sich die SLX zum absoluten Geheimtipp mausern und begeisterte gerade preisbewusste Käufer mit einer fast unschlagbaren Performance. Dennoch stand sie etwas im Schatten der schier allmächtig erscheinenden XT Gruppe. Ob sich das mit den neuen Generationen ändern wird? Unsere Einschätzung: Wird es!
Es gehört zur Philosophie von Shimano, dass man nach der Einführung der jeweiligen Top-Gruppen (XTR am MTB, Dura Ace am Rennrad) in den Folgejahren die neuen Features auf die günstigeren Gruppen überträgt. Bis dato wählte man hier jedoch recht selektiv aus, welche Eigenschaften es wirklich in die niedrigeren Gruppen schafften und zuweilen dauerte es auch einige Jahre, bis beispielsweise Besonderheiten der XTR Gruppe es bis zur günstigen SLX geschafft haben.
Damit weist die neue SLX fast die gleichen Features auf, wie die zeitgleich präsentierte M8100 XT Gruppe. Aber um sich Unternehmens-intern nicht zu sehr Konkurrenz zu machen, gibt es natürlich durchaus ein paar Unterschiede, die sich insbesondere bei der Optik und beim Gewicht niederschlagen. So sind die beiden Kassetten - auch hier 10-45 und 10-51 - ein gutes Stück schwerer als die Teile der XT und XTR Gruppen. Das liegt insbesondere daran, dass hier nun elf Ritzel aus Stahl bestehen (bei der XT sind es 10, bei der XTR kommt sogar Titan zum Einsatz).
Ähnliches gilt für Kurbel und Schaltwerk: Ein paar Gramm mehr bringen sie auf die Waage, zudem gibt’s bei der SLX weniger Kettenblatt-Optionen: Beispielsweise muss man ohne ein 36er Blatt für one-by Antriebe auskommen. Besonders spannend wird es beim Thema Bremsen, genauer gesagt bei den 4-Kolben Trail-Stoppern. Während nämlich die 2-Kolben Variante bis auf ihre Optik baugleich mit dem Vorgänger ist, erinnert der 4-Kolben Sattel auf den ersten Blick der XT und XTR Bremse stark. Bei den Gebern gilt fast das gleiche, wobei man hier jedoch auf die Free Stroke Adjust Schraube verzichten muss, mit der man den Druckpunkt etwas feintunen kann. Aber ganz ehrlich: Dieser Punkt dürfte für die allermeisten Fahrer verschmerzbar sein.
In Spanien hatten wir im Rahmen eines Pressecamps die Gelegenheit die neue SLX zu testen und auch direkt im Vergleich mit der neuen XT zu fahren. Bei der Performance - egal ob bezüglich der Schaltung oder der Bremsen - muss sie sich keineswegs verstecken. Während wir die Free Stroke Adjust Schraube am Bremsgeber überhaupt nicht vermissten, fiel der Schalthebel jedoch doch spürbar gegenüber seinem höherwertigen Kollegen ab: Vor allem die fehlende Option, mit einem beherzten Druck auch zwei Gänge auf einmal herunterzuschalten, machte sich bemerkbar. Wie die XT Gruppe soll auch die SLX M7100 bereits im Laufe diesen Junis erhältlich sein.
Zusammenfassung der Shimano SLX Schalthebel Eigenschaften
| Eigenschaft | Beschreibung |
|---|---|
| Ergonomie | Ergonomisch gestaltet, breiter für mehr Komfort |
| Montage | Dank I-Spec EV direkt an der Bremsschelle montierbar |
| Einstellbarkeit | Großer Einstellbereich für verschiedene Handgrößen |
| Schaltperformance | Präzise und geschmeidige Schaltvorgänge, auch unter Last |
| Technologien | DYNA-SYS11, Shadow RD+ |
| Preis-Leistungs-Verhältnis | Konkurrenzlos, hohe Wertigkeit |
Verwandte Beiträge:
- Shimano 7-fach Schalthebel rechts: Test, Kaufberatung & Modelle
- Shimano Deore XT Schalthebel 10-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano 7-Gang Schalthebel reparieren: Anleitung & Tipps
- Shimano Deore XT Schalthebel 3-fach: Test & Erfahrungsbericht
- Beste Creme zum Radfahren: Sonnenschutz, Pflege & Tipps gegen Hautirritationen
- Trike Fahrrad Erwachsene: Modelle, Vorteile & Kaufberatung
Kommentar schreiben