Generell gelten die Schaltungen von Shimano als besonders verlässliche Schaltgruppen, welche den Fahrern ausgereifte Lösungen bieten und mit einer optimalen Performance Radfahrer überzeugen. In diesem Artikel vergleichen wir das überarbeitete Shimano SLX- und XT Schaltwerk, um Ihnen bei der Kaufentscheidung für Ihren individuellen Bedarf zu helfen.
Zielgruppen und Preisklassen
Der japanische Qualitätshersteller spricht mit den Schaltgruppen Shimano SLX und Shimano XT verschiedene Zielgruppen an. So richtet sich das Konzept der Shimano XT an fortgeschrittene MTB-Fahrer und ist in einer höheren Preisklasse angesiedelt. Dagegen eignet sich das Shimano SLX optimal für Einsteiger beim Mountainbiking und punktet mit günstigeren Preisen. Jedoch ist dieser Faktor bei der Schaltgruppe kein Hinweis auf eine minderwertigere Qualität. Grundsätzlich kommen bei Shimano sehr hochwertige Materialien zum Einsatz, die auf ein geringes Gewicht abzielen und einen möglichst hohen Fahrkomfort ermöglichen.
Die Unterschiede beim Preis ergeben sich beim Shimano XT Schaltwerk durch den Einbau von Stahlzähnen, deren Langlebigkeit und Resistenz deutlich höher ist. Das Shimano SLX und Deore XT ordnen sich hierarchisch zwischen dem Shimano Deore und Shimano XTR (XT-Race) ein. Beide Schaltungen sind auch für den Einsatz bei E-MTB freigegeben.
Ergonomie und Schaltfunktion
Die Fahrer von beiden Schaltgruppen haben einen großen Vorteil durch das leistungsfähige I-SPEC EV-System. So passt sich der Schalthebel dank einem Einstellbereich mit 14 mm optimal an die ergonomischen Gegebenheiten der Hände an. Bei diesen Komponenten zeigen sich die Unterschiede im Innenbereich. Dabei verfügt der rutschfest gummierte Schalthebel beim Shimano XT über die erprobte Multi-Shift-Funktion.
Sie können damit in einem Zug entweder zwei Gänge hoch oder vier Gänge runter schalten. Dagegen ist das Shimano SLX mit einem geriffelten Schalthebel ausgestattet, welcher zur gleichen Zeit entweder einen Gang nach oben oder drei Gänge nach unten schaltet. Sowohl beim Shimano XT als auch beim Shimano SLX haben die Nutzer die Auswahl zwischen einem 1-fachen Antrieb oder der 2-fachen Ausführung.
Bremsen
Beim Shimano XT gibt es die hydraulische Scheibenbremse entweder in der 2- oder 4-Kolben Variante zur Verfügung. Basierend auf der eingesetzten Servo Wave Technik lässt sich der Druckpunkt ideal dosieren, außerdem ist das Ansprechverhalten sehr schnell. Die Ice-Tech-Bauweise der Disc verfügt beim Shimano XT über praktische Kühlrippen, die ein Überhitzen minimieren.
Im Vergleich dazu gibt es bei den hydraulischen Scheibenbremsen von Shimano SLX standardmäßig keine Kühlrippen, ansonsten sind die Bremshebel identisch.
Umlenkrollen und Technologie
Beim Shimano XT und auch beim Shimano SLX profitieren die Fahrer von Überarbeitungen, bei denen die Umlenkrollen die Kette mit jeweils 13 Zähnen bewegen. Sowohl für die 1-fachen als auch für die 2-fachen Antriebe ist jeweils die passende Ausführung erforderlich. Außerdem können sie den integrierten Dämpfer an allen Ausführungen nach Wunsch entweder aktivieren oder deaktivieren. Im Gegensatz zum Shimano SLX verfügen die Umlenkrollen beim Shimano XT über zusätzliche Kugellager.
Dazu gibt es Unterschiede bei der Bearbeitung der Oberflächen. Darüber hinaus ist das 1-fache XT-Schaltwerk 8100 knapp 32 g leichter als das Pendant beim SLX 7100. Sowohl das XT als auch das SLX-Schaltwerk sind mit der praktischen Shadow RD+ Technologie ausgestattet, die als Schaltwerk-Stabilisator das Schlagen der Kette vermindert, das Abspringen verhindert und einen geräuscharmen Antrieb ermöglicht. stets sicher fest.
Kurbeln und Kettenblätter
Bei den 1-fachen und 2-fachen Kurbeln beider Schaltgruppen gibt es Gemeinsamkeiten und auch Unterschiede. Damit die Kette optimal auf dem Ritzel führt, kommen Kurbelarme mit der Hollowtech ll-Technik und Zahnkränze mit dem Narrow-Wide-Design zum Einsatz. So steht die einfache Kurbel beim Shimano XT mit Kettenblättern im Format 28-36 Direct-Mount zur Auswahl.
Dagegen verzichtet die Shimano SLX auf das kleinste das größte Ritzel in Sachen Auswahl, ist aber mit den Kettenblättern der XT- und XTR-Serie kompatibel. Dank der zwei zusätzlichen Kettenblättern ermöglicht die Kassette eine große Bandbreite bei den angeforderten Übersetzungen. Die Kurbelarme der SLX-Serie sind in den längen 166, 170 und 175 erhältlich.
Kette und Kassette
Die neu entworfene 12-fach Kette beider Schaltgruppen zeichnet sich durch die Hyperglide+ Technologie aus, mit der eine Optimierung bei den Kontaktflächen möglich ist. So arbeiten Kassettenzähne und Kettenblatt noch besser zusammen. Sogar unter Last können Sie optimal schalten. Die Gangwechsel erfolgen flüssig in beide Richtungen und garantieren Ihnen einen ruhigen Lauf. Darüber hinaus unterstützt das Quick-Link Kettenschloss eine einfache und schnelle Montage.
Beim Shimano XT erhöht das Chrom-Finish der Innenlaschen zusätzlich die Lebensdauer. Die Kassetten beider Schaltgruppen bieten Ihnen mit einem einfachen Kettenblatt eine Bandbreite von 10 bis zu 51 Zähnen, in der 2-fachen Ausführung mit 10 bis zu 45 Zähnen. So können Sie mit einer maximalen Übersetzung von 450 % rechnen. Dazu weisen sie eine überarbeitete Freilaufnabe inklusive der Micro Spline Technologie auf.
Basierend auf der Differenz von 6 Zähnen pro Ritzel gestalten sich die Sprünge bei der Trittfrequenz sehr klein und komfortabel. Für die 2 großen Ritzel verwendet Shimano Aluminium, während die 10 kleineren Zahnkränze beim Shimano XT aus Stahl bestehen. So kommt es zu einer gleichmäßigen Abnutzung der Ritzel, welche bedingt durch die Belastung eintritt. Im Vergleich dazu ist beim Shimano SLX 7100 nur das größte Ritzel aus Aluminium gefertigt, die restlichen aus Stahl.
Fazit
Mit den überarbeiteten Schaltwerken Shimano SLX und Shimano XT festigt der japanische Hersteller seine Stellung auf dem Markt für Schaltungen. Beide Schaltgruppen überzeugen mit einer großen Bandbreite und schnellen Schaltvorgängen, dazu können Sie die Gangwechsel auch unter Belastung geschmeidig durchführen. Im Vergleich wirkt das XT-Schaltwerk hochwertiger, reagiert präziser und knackiger.
Der Vorteil zwei Gänge hoch und vier Gänge runter zu schalten ist im Gelände Gold wert. Deutliche Unterschiede gibt es natürlich auch beim Preis. Deswegen lohnt sich das Upgrade vor allem für fortgeschrittene Mountainbiker und punktet mit einem erweiterten Funktionsumfang. Aus diesem Grund richtet sich das Shimano SLX eher an Einsteiger und ist preislich am unteren Ende der Komponenten für Mountainbikes angesiedelt.
Im Bezug auf die Funktionen zeigen sich im Vergleich Shimano SLX vs. Hier nochmal alle Unterschiede SLX vs.
Shimano MTB-Schaltungen im Überblick
Shimano Schaltungen gelten bei MTB-Sportlern seit Jahren als ausgereifte und stets verlässliche Schaltgruppen mit Top-Performance. Wir zeigen die verschiedenen Modelle im Detail und beraten bei der Kaufentscheidung.
Shimano XT M8100
Diese Schaltung wird im Modelljahr 2020 für Wirbel sorgen: Das erste Mal in der Geschichte der XT kommt die Mittelklasseschaltung aus Japan in einer 1x12-Version auf den Markt. Mit der exakten Bandbreite wie die Topgruppe XTR (10-51 Zähne auf der Kassette) bietet das Modell eine enorme Bandbreite und modernste Technik. Für Fans von zwei Kettenblättern gibt es die Gruppe laut Shimano ab Anfang 2020 auch mit Umwerfer und 10-45 Kassette sowie verschiedenen Kettenblattversionen. In unserem ersten Test gegen die Sram GX konnte die neue XT bereits punkten. Nachrüster aufgepasst: Es ist ein spezieller Microspline-Freilaufkörper nötig, um die XT zu verbauen. Hier geht es zum Test.
Shimano SLX M7100
Günstiger und schwerer: Das ist meist das Credo der SLX-Gruppe im Vergleich zur Mittelklassegruppe XT. In Sachen Funktion und Performance steht die SLX der Schwestergruppe nur in wenigen Dingen nach. Der größte Unterschied zwischen SLX und XT liegt im Schalthebel: während man mit dem XT Trigger in einem Rutsch zwei Gänge rauf und vier Gänge runterschalten kann, sind bei der SLX zwei Ränge rauf und zwei runter möglich. Zudem ist die Schaltgeschwindigkeit ein wenig langsamer als bei der XT. Die neueste SLX wird es in 2x12 und 1x12 geben. Erstere Gruppe kommt mit einer 10-45 Kassette zum Kunden, die 1x12 mit einer großen 10-51-Range. Ein Mircospline-Freilaufkörper ist auch bei der SLX 7100 nötig, in Sachen Kurbel bietet Shimano für jeden Achsstandard ein passendes Modell an. Einen ersten detallierten Test gibt es hier.
Shimano XTR M9100
Mit der M9100 stellten die Japaner 2018 ihre erste 1x12-Mountainbike-Schaltung vor. Die Kassette übertrumpft durch ihre enorme Bandbreite von 10-51 Zähne knapp die Übersetzungsrange von Sram Eagle-Gruppen. Weiterhin bietet Shimano die Topgruppe mit Umwerfer an, die 2x12 Antriebe kommen mit einer speziellen Kassette, deren Spektrum 10-45 umfasst. Typisch XTR fällt das Gewicht der Topgrupe angenehm gering aus. Einen ersten Test der aktuellen Topgruppe der Japaner gibt es hier.
Shimano XTR M9000 Di2
2014 präsentierte Shimano die erste elektronische Schaltung fürs Mountainbike. Die Gänge werden von einem elektronische Stellmotor am Schaltwerk gewechselt, der seine Befehle vom Schalthebel per Kabel übermittelt bekommt. Verschiedene Konfigurationen der Di2 sind verfügbar, besonders an den Highend-Bikes wurde die Di2 ab 2014 oft verbaut. Wir haben die Gruppe in einem ausgiebigen Dauertest auf ihre Alttagstauglichkeit getestet. Hier gibt es mehr Infos und Details.
Shimano XTR M9000
In der mechanischen Ausführung ist die Shimano XTR noch günstiger als ihre elektronische Schwestergruppe mit Di2-Technik zu haben. Die M9000 ist als Zweifach-Gruppe entwickelt, alle 2x11-Varianten kommen mit speziell verstärkten Schaltwerk, welches mit Shadow Plus Technologie Kettenschlagen verhindern soll. Die M9100 wurde gegen Ende der Produktion von Shimano auch als 1x11-Gruppe angeboten. Alle Kurbeln sind aus hohlgeschmiedeten Aluminium - preislich ist die ehmalige Topgruppe seit Einführung der neuen M9100-XTR im Jahre 2018 sehr akttaktiv geworden. Unseren Dauertest über tausende Kilometer überstand sie nahezu fehlerfrei. Mehr Infos zum Test gibt es hier.
Shimano XT M8000
Für Sparfüchse die eine solide Gruppe für wenig Taler suchen, kommt die M8000er XT in die engere Auswahl: Die Gruppe ist als 2x11-Gruppe entwickelt worden, dennoch kann man sie einfach auf eine kompakte 1x11-Gruppe umrüsten. Das Finish zeigte sich in diversen Radtests als sehr langlebig, preislich wird sie spätestens ab 2020 durch die neuere M8100er XT deutlich attraktiver werden.
Shimano XT M8000 Di2
Nachdem Shimano die elektronische Di2-Technologie auf der XTR präsentierte, rollten die Japaner ihre Elektro-Offensive auch auf die Mittelklassegruppe XT aus. Hauptsächlich ergibt die Di2-Technologie für Biker Sinn, die auf einen Zweifach-Antrieb setzen wollen. Besonderer Clou bei der Di2: Der zweife Schalthebel lässt sich demontieren, wenn man den Syncrosshift-Modus fährt. Dann nämlich übernimmt die Schaltung das Schalten des Umwerfers wie von Geisterhand selbst. Es schaltet aufs größere Blatt, wenn der letzte Gang auf der Kassette erreicht ist, oder schaltet auf das kleine Kettenblatt wenn der kleinste Gang auf der Kassette erreicht ist und der Kettenschräglauf zu extrem wird. Viel Hightech bedeutet einen hohen Preis. Im Langzeittest konnte uns die XT allerdings Di2 begeistern. Hier geht es zum Test.
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