Shimano Sora vs. GRX: Ein Vergleich der Schaltgruppen für Rennrad und Gravel

Die Schaltung ist das Herzstück deines Rennrads. Sie bestimmt, wie effizient du deine Kraft aufs Pedal bringst, wie leicht du Anstiege bewältigst und wie präzise du schalten kannst. In diesem Artikel vergleichen wir die Rennrad Schaltgruppen Shimano Sora und GRX.

Was ist eine Rennrad Schaltgruppe?

Eine Rennrad Schaltgruppe besteht aus mehreren Komponenten, die zusammenarbeiten, um die Kraftübertragung effizient und präzise zu gestalten. Alles, was zum Antrieb deines Rennrads gehört, ist in der Schaltgruppe enthalten. Und schlussendlich gehören auch deine Bremsen zur Gruppe. Hier ist eine umfassende Übersicht über Rennrad Schaltgruppen, einschließlich Shimano und SRAM, sowie deren Komponenten und Funktionsweise.

Dies sind natürlich in erster Linie die Schalthebel und deine Umwerfer.

Shimano Cues: Eine neue Ära für Rennrad- und Gravel-Komponenten

Neue Komponenten für Rennrad und Gravel: Neue, günstige Cues-Teile ersetzen die bisherigen Tiagra, Sora und Claris-Gruppen. Shimano erweitert 9-, 10- und 11-fach-Systeme für hydraulische Scheibenbremsen an Rennrad und Gravelbike. Unter dem Namen Cues vertreibt Shimano schon seit längerem preisattraktive Schalt- und Bremskomponenten für (E-)Bikes, MTBs, Trekkingund Lastenräder. Nun kommen unter dem Label Cues auch Rennrad- und Gravel-Komponenten hinzu. Diese schalten mechanisch 9-, 10- oder 11-fach, bremsen wahlweise mechanisch oder hydraulisch - kommen jedoch immer mit Scheibenbremsen.

Welcher Serie eine Cues-Komponente angehört, erkennt man an den Zahlen, z. B. Cues U6000 oder Cues U3000.

Durch einheitliche Schaltwerksröllchen, Kassetten und Ketten sowie identische Ritzelabstände bei den 9-, 10- und 11-fach-Serien lassen sich Cues-Komponenten untereinander kombinieren. Shimano verspricht Leistung, Komfort und Ergonomie wie bei den Toprennradgruppen - bei etwas höherem Gewicht, günstigerem Preis und besonderer Robustheit.

Auffällig sind die zahlreichen Kurbeloptionen: Cues-Rennrad-/Gravelparts gibt es wahlweise mit 2-fach- oder 1-fach-Kurbel in verschiedenen Qualitätsstufen, als Hollowtech II-Konstruktion (der Technik der Top-Gruppen) oder als 2-Piece-Variante, mit Kurbelarmlänge zwischen 165 und 175 Millimetern sowie bei den 2-fach-Kurbeln den Kettenblattabstufungen 46/32 und 50/34 bzw. bei den 1-fach-Kurbeln entweder 40 oder 42 Zähnen am Kettenblatt.

Der Umwerfer verlagert die Kettenlinie um 2,5 Millimeter weiter nach außen, um mehr Reifenfreiheit zu bieten. Befestigt wird er wahlweise an einer Schelle oder einem Anlöthalter. Der Bremssattel der hydraulischen Scheibenbremse der U6000er-Serie kommt mit 2-Kolben-Konstruktion, verzichtet auf einen separaten Adapter und ist für 160-mm-Bremsscheiben optimiert.

Das Cues-Schaltwerk gibt’s optional auch mit kurzem Käfig - dann bietet es bis zu 30% mehr Bodenfreiheit und mehr Reifenfreiraum als bei herkömmlichen Cues-Schaltwerken, ist somit kompatibel mit (E-)Rädern ab 20-Zoll-Laufrädern und den Kassetten-Optionen 11-36-Zähne (9-fach) und 11-39-Zähne (10-fach). Der Cues-Umwerfer ist für Anlöt- oder Schellenbefestigung vorgesehen.

Shimano Cues: Einzelpreise

  • ST-U6030-L Schaltbremsgriff STI für hydraulische Scheibenbremse 194,95 €
  • ST-U6030-R Schaltbremsgriff STI für hydraulische Scheibenbremse 194,95 €
  • FC-U6040-2 Hollowtech II-Kurbel 2-fach 124,95 €
  • FC-U6040-1 Hollowtech II-Kurbel 1-fach 110,95 €
  • FC-U6030-2 2-Piece-Kurbelgarnitur 2-fach 97,95 €
  • FC-U6030-1 2-Piece-Kurbelgarnitur 1-fach 70,95 €
  • RD-U6000 Schaltwerk 69,95 €
  • FD-U6030-F Umwerfer Anlöt 40,95 €
  • FD-U6030-B Umwerfer Schelle 41,95 €
  • BR-U6030-F Bremssattel hydraulische Disc vorne 36,95 €
  • BR-U6030-R Bremssattel hydraulische Disc hinten 36,95 €
  • ST-U3030 Schaltbremsgriffe STI für mechanische Scheibenbremse(Paar) 214,95 €
  • BL-U3030-L Schaltbremsgriff STI für 1-fach-Kurbel 103,95 €
  • RD-U4010-SS Schaltwerk mit kurzem Käfig 53,95 €
  • SM-RT26-SS Bremsscheibe 6-Loch 16,95 €

Wichtig: Bei den genannten Preisen handelt es sich um UVP-Angaben - am Markt dürften diese deutlich niedriger liegen. Unterm Strich sollte die teuerste Cues-Ausführung somit einige hundert Euro günstiger kommen als eine mechanische 105 12-fach - die günstigeren Cues-Komponenten sparen entsprechend mehr.

8-fach-Ensemble Shimano Essa

Auch im 8-fach-Segment erweitert Shimano die bereits bestehende Essa-Serie um Komponenten auch für Rennrad und Gravelbike. Das Bremshebel-Design soll die Ergonomie der mechanischen High-End-Modelle übernehmen.

Shimano Sora im Detail

Die Shimano Sora gehört zu den beliebtesten Rennrad Schaltgruppen für Einsteiger. Mit 9 Gängen und mechanischer Bedienung bietet sie genug Flexibilität für flaches Terrain und leichte Anstiege. Die Schaltqualität ist solide, auch wenn sie nicht so präzise wie bei höherklassigen Gruppen ist. Sora zeichnet sich durch ihre Robustheit und ihr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis aus, benötigt jedoch etwas mehr Wartung.

  • Einsteigerklasse, erschwinglich, zuverlässig, für Freizeitfahrer.
  • Ideal für längere Touren.

Shimano GRX: Die Schaltgruppe speziell für Gravelbikes

Die Shimano GRX ist die erste Schaltgruppe, die speziell für die Anforderungen von Gravelbikes entwickelt wurde. Sie bietet eine Vielzahl von Optionen für 1-fach- und 2-fach-Antriebe sowie mechanische und elektronische Schaltung.

Im Laufe der Zeit wurden bei Shimano die Rennrad Schaltgruppen an die Bedürfnisse der Gravelbike Radsportler angepasst. Bei der GRX Gruppe verzichtet Shimano bewusst auf ein zweites Kettenblatt, wodurch die Komplexität verringert wird - nach dem Motto “einfacher ist besser”. Wenn kein Umwerfer vorhanden ist, dann kann der auch nicht kaputt gehen. Es muss an der Stelle auch kein Seilzug mehr gewartet et cetera.

Eine Neuheit bei Shimano ist die weitere Spreizung von 11-42 Zähnen. Shimano hat die GRX Gruppe ebenfalls bei den Bremshebeln überarbeitet. Im Gegensatz zu Shimano ist der Bremshebel nicht zum Schalten verwendbar. Ein tieferes Hineindrücken des Schalthebels bis zum 2.

Warum so viele Varianten?

Die Gravellücke in ihrem Angebot, die der Konkurrent SRAM mit seinen Apex-, Rival- und Force-Komponenten bedient hat, ist mittlerweile ausgefüllt. Und zwar ordentlich. Aber warum gibt es so viele Varianten der neuen Schaltgruppen? Welche Version von Shimano GRX passt am besten zu Deinem Gravel?

Erstens: Die Kettenschaltung hat eine Käfigdämpfung! Bislang hatten es die Gravel-Rider, die nicht zu SRAM Komponenten wechseln wollten, ziemlich schwer in dieser Hinsicht. Abhilfe hat hier die Shimano GRX-Gruppe geschafft, die endlich eine Kettenschaltung für Rennrad-Schalthebel hat, die eine Käfigdämpfung und einen Käfig für Kassetten mit einer maximalen Reichweite von 11t-42t aufweist.

Abgesehen von den offensichtlichen ästhetischen Aspekten, denn die Shimano GRX gehört unserer Meinung nach zu den schöneren Schaltgruppen, fällt auch das neue Design der Schalthebel schnell auf - der Griff selbst ist breiter und bietet einen sichereren Halt und Bremsen. Zusätzlich ist die Bremshebelachse angehoben, so dass die Kraft, die man zum Bremsen aufbringen muss, reduziert wird. Dadurch bedarf das Bremsen noch weniger Kraft, und die Modulation ist genauer.

Wichtig ist auch, dass sich das Unternehmen komplett von mechanischen Bremsen verabschiedet hat - keine der Shimano GRX-Subgruppen hat mechanische Bremshebel.

Das Nächste, worauf Shimano setzt, ist, nach der aktuellen Mode auf breitere Reifen zu setzen. In diesem Fall haben wir hier eine geänderte Kettenlinie - die Kurbel steht 2,5 mm nach außen.

Shimano GRX: Die verschiedenen Optionen

Die passende Übersetzungsumfang ist natürlich extrem wichtig. Es bietet einen eher standardmäßigen Übersetzungsumfang von 11-42t. Bei den Kurbeln hat man die Wahl zwischen RX800 (40t, 42t) und RX600 (40t). Fährt man also viel auf Asphalt, so ist es besser, eine Kurbel aus einer höheren Gruppe mit 42 Zähnen zu nehmen, sie wird uns die höchste Übersetzung von 3,82 bieten, statt 3,63 bei ein 40t-Ritzel. Die leichteste Übersetzung, die man erreichen kann, ist 40/42 also 0,95.

Eine Schaltung für Gruppen mit zwei Kettenblättern nimmt maximal eine 11-34t-Kassette auf. Die Kurbeln hingegen bieten Kombinationen von 46-30t (RX600) und 48-31t (RX800). Auch hier kann man sehen, dass für die höhere Gruppe intuitiv, je nach Fortgeschrittenheitsgrad, höhere Gänge zur Verfügung stehen. Mit der RX600 erhält man also ein Verhältnis von 4,18 bis 0,88 und mit der RX800 ein Verhältnis von 4,36 bis 0,91.

Die billigste GRX-Schaltgruppe, RX400, hat eine Kettenschaltung mit einem Umfang von 11-36t und eine Kurbel, genau wie die RX600, mit 46-30t Kettenblättern. Damit erhält man die niedrigste Umsetzung die man in Shimanos neuer Ausrüstung finden kann, d.h. von 4,18 bis 0,83.

1x11-Kettenschaltungen funktionieren offiziell mit Kassetten bis 42t (inoffiziell schaffen sie es auch mit 44t und 46t), so dass mit ihnen die meisten Bergauffahrten machbar sind. Bei einem 1x11 Antrieb kann außer dem Bremsen der linke Brems- und Schalthebel auch einen Dropper-Post betätigen! Dies gibt uns eine großartige Möglichkeit, das Cockpit von überflüssigen Dingen zu befreien und es maximal zu ordnen.

Vergleichstabelle: Shimano Sora vs. GRX

Merkmal Shimano Sora Shimano GRX
Einsatzbereich Rennrad (Einsteiger) Gravelbike
Gänge 9-fach 10/11-fach
Schaltmechanismus Mechanisch Mechanisch/Elektronisch
Bremsen Mechanisch Hydraulisch
Besonderheiten Robust, günstig Käfigdämpfung, breitere Reifenfreiheit

Fazit

Die Wahl zwischen Shimano Sora und GRX hängt stark vom Einsatzzweck ab. Die Sora ist eine solide und günstige Option für Einsteiger im Rennradbereich. Die GRX hingegen ist speziell für Gravelbikes entwickelt und bietet eine höhere Performance und mehr Flexibilität im Gelände.

Wenn es Dir an Shimano GRX liegt, Du aber keinen Wert auf den 1x11-Antrieb legst und so viel wie möglich sparen möchtest, wird Dir diese Option genügen. Das beste Preis-/Leistungsverhältnis hat natürlich, ähnlich wie die Shimano 105, die mittlere RX600 Gruppe. Sie hat bereits eine vollständige Auswahl an Gängen - 1x11 oder 2x11, was für jede Reise ausreicht. Das Schalten ist zuverlässig und leise, die Kettenschaltung macht auch unter Last eine gute Figur. Die 2x11-Version ist ideal für die eher zum Endurance-Bike neigende Version eines Gravelbikes.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Shimano wirklich sein Bestes gegeben hat und sich die Änderungen gegenüber anderen Gruppen nicht nur auf das Aussehen beschränken. Die Shimano GRX ist eine wirklich gut durchdachte Ausrüstung, die dauerhaft ihren Platz in der Fahrradgeschichte einnehmen wird.

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