Klickpedale sind vor allem bei Mountainbikes und Rennrädern beliebte technische Unterstützer, mit denen die Kraftübertragung beim Treten in die Pedale noch effektiver wird. Die feste Verbindung zwischen Kurbel, Pedal, Schuh und natürlich dem Fuß hat nämlich nicht nur spürbare Vorteile bei der Kraftübertragung, sondern auch positive Effekte, was den sicheren Halt auf dem Fahrradpedal und die biomechanisch korrekte Positionierung des Radschuhs auf der Pedalachse angeht.
Was sind Klickpedale?
Klickpedale sind Fahrradpedale, bei denen sich der Fuß mit einem speziellen Klickmechanismus direkt am Pedal einklicken lässt. Sie funktionieren nur zusammen mit passenden Klickschuhen, die sogenannte Cleats (auch Klickies genannt) an der Sohle tragen. Das Klicksystem basiert auf einer mechanischen Bindung im Pedal, die in das Cleat unter dem Schuh greift. Durch Druck nach unten klickt der Fuß ein, durch seitliches Drehen löst sich die Verbindung wieder.
Vorteile von Klickpedalen
Klickpedale bieten viele Vorteile im Vergleich zu klassischen Plattformpedalen:
- Effizienterer Tritt: Klickpedale verbessern die Kraftübertragung, da der Tritt nicht nur nach unten, sondern auch nach oben effizienter funktioniert.
- Mehr Kontrolle: Die feste Verbindung gibt mehr Kontrolle und verbessert die Kraftübertragung beim Tritt.
- Sicherer Halt: Dank Klickpedalen kann man nicht nur beim nach unten treten Kraft ausüben, sondern sich zusätzlich eine Zugbewegung bei der zweiten Hälfte der Pedalumdrehung zu Nutze machen.
Mehr Muskeln kommen zum Einsatz und die Bewegung wird leichter und zugleich effizienter. Durch den sogenannten "runden Tritt" wird es einfacher hohe Geschwindigkeiten mit dem Rennrad zu erreichen und diese dann auch konstant zu halten.
Shimano SPD: Ein verbreiteter Standard
Das Kürzel „SPD“ bezeichnet einen sehr verbreiteten Klickpedalstandard des japanischen Fahrradkomponenten-Herstellers Shimano, es gibt aber auch andere Marken, die Pedale und Schuhplatten mit diesem System vertreiben. Sie sind untereinander kompatibel. Kennzeichnend ist die spezielle Form des Cleats mit zwei nebeneinander liegenden Löchern beziehungsweise den entsprechenden Gewinden in der Schuhsohle. Verwechslungen mit den Shimano Rennrad-Pedalen namens SPD SL mit drei Schrauben ist daher nur namentlich möglich.
Montage und Einstellung von SPD Cleats
Beim Montieren der Schuhplatten (Cleats) allgemein und der Ausrichtung der beliebten Shimano SPD-Cleats im Speziellen gibt es allerdings ein paar Vorgaben, die man zur Vermeidung von Überanstrengung, Schmerzen oder Taubheit entlang der Fußsohle, im Sprunggelenk, innerhalb der Wadenmuskulatur oder sogar im Knie einhalten sollte. Außerdem nimmt bei falscher Montageposition die Effizienz beim Pedalieren ab.
Hast du neue Fahrradschuhe, willst du deine alten Cleats durch neue ersetzen oder hast deine allerersten Klickpedale angeschafft, brauchst Du zur Montage eigentlich nur einen Inbus- oder Innensechskantschüssel (4 Millimeter), wie er - vielleicht innerhalb eines Multitools - in jede gute Satteltasche gehört. Hilfreich sind zusätzlich ein Lineal, ein Bleistift und etwas Klebeband. Neue Cleats liegen beim Kauf den Pedalen bei, nicht den Schuhen. Man kann sie für unter zehn Euro aber auch separat kaufen.
Neben den zwei Schuhplatten bekommt man die vier passenden Schrauben und zwei Unterlegscheiben in Form einer Art Brille. Bei neuen Schuhen muss man oft vor der Montage der Schuhplatten je eine verschraubte Blende aus dem vorderen Teil der Profilsohle entfernen, darunter befinden sich dann die Gewinde. Statt der benötigten zwei Gewinde tauchen dort meist vier auf, man nutzt je nach Anatomie des Fußes entweder die vorderen oder hinteren beiden.
Schritte zur korrekten Positionierung der Cleats
- Längs-, Quer- und Rotationsausrichtung: Die SPD-Pedalplatten können längs, quer und in rotierender Weise ausgerichtet werden. Am Ende sollte die Mitte des Cleats zentral unter dem sogenannten Quergewölbe des Fußes sitzen, das entspricht dem Verlauf vom Großzehgelenk, auch als Fußballen bekannt, zum entsprechenden Pendant am Kleinen Zeh.
- Fußstellung: Die Fußspitzen sollten später von oben betrachtet neutral nach vorn oder in einem leichten „V“ nach außen zeigen, das entspricht am ehesten der natürlichen Fußstellung und Biomechanik beim Gehen und ist damit besonders schonend.
- Markierung der Ballenpunkte: Ertaste auf der Innenseite deines Fußes die Mitte des Großzehballens und markiere die Stelle dann unauffällig mit einem Stift oder der Spitze eines Aufklebers auf Höhe der Schuhsohle. Vollzieh das gleiche Prozedere auf der Fußaußenseite mit dem äußersten also fünften Zehengrundgelenk.
- Verbindung der Punkte: Finde mittels Lineal oder Klebebandstreifen die exakte Linie zwischen den zwei Punkten jedes Schuhs, ein Bleistiftstrich mittig über die Sohle legt die spätere Längsposition des Cleats fest.
- Mitte finden: Finde nun die exakte Mitte dieser Linie von der einen Außenkante der Schuhsohle bis zur anderen und ergänze die bestehende Linie genau auf dieser Höhe mit einer senkrecht dazu stehenden. Dieses Kreuz bildet den Ausgangspunkt für individuelle Feinkorrekturen der Cleat-Position.
- Winkel bestimmen: Für den korrekten Winkel des Cleats kann man sich an der Mittelachse des Schuhs von seiner Ferse zur Schuhspitze oder an den Montageschienen für die Schuhplatten orientieren. Das Cleat wird entweder exakt daran ausgerichtet oder mit seiner vorderen Spitze leicht zur Schuhinnenseite weisend verdreht montiert.
- Festziehen: Sind beide Cleats nach diesen Vorgaben ausgerichtet, nun alle vier Schrauben mit einem Inbus-Werkzeug fest anziehen, empfohlen werden je nach Schuh-Hersteller 5 bis 8 Nm mittels Drehmomentschlüssel, bitte an deren Vorgaben halten.
Die exakt mittige Positionierung kann im Nachhinein in Grenzen an persönliche Bedürfnisse angepasst werden und muss rechts und links nicht identisch sein. Bist du noch nicht mit der Position deiner Cleats zufrieden? Nachbesserungen im Millimeter- oder Gradbereich sind problemlos möglich.
Unterschiedliche Klickpedalsysteme
Bei Klickpedalen gibt es allerdings viele unterschiedliche Systeme, die nicht untereinander kompatibel sind und sich in den Details deutlich unterscheiden. Wir erklären Dir die wichtigsten Klicksysteme.
Klickpedalsysteme für MTB und Rennrad
Klickpedal-Systeme für MTB und Rennrad gibt es viele, sie sind jedoch nicht untereinander kompatibel.
- MTB: SPD und ähnliche
- MTB: crankbrothers
- MTB: Time ATAC
- MTB: HT
- MTB: Magped
- MTB: Hope Union
- Rennrad: SPD-SL
- Rennrad: Look Kéo
- Rennrad: Speedplay
- Rennrad: Time Iclic
Einseitiger, zweiseitiger oder vierseitiger Einstieg
Klickpedale kommen in vielfältigen Formen. Am Mountainbike sind doppelseitige Klicksysteme weit verbreitet. Der Vorteil: Du musst zum Einklicken nicht erst die richtige Seite suchen. Der Hersteller crankbrothers bietet mit seiner speziellen Bauform sogar die Möglichkeit, von vier verschiedenen Seiten einzuklicken. Klickpedale mit einseitigem Einstieg kommen vor allem am Rennrad zum Einsatz.
Die Wahl des richtigen Pedalsystems
Beim Klickmechanismus gibt es zwei Ansätze, die sich recht grundsätzlich unterscheiden: Am Rennrad hat die Kraftübertragung höchste Priorität, weshalb Pedalplatten mit großer Kontaktfläche zum Pedal verwendet werden und die Bindung sehr straff ausfällt. Pedale für Mountainbikes hingegen kommen mit viel kleineren Cleats, die mehr Bewegungsfreiheit erlauben und beim Gehen weniger stören. Im Gegensatz zu reinrassigen Rennradpedalen sind sie daher deutlich universeller und auch für Reiseräder oder Gravelbikes zu empfehlen.
Die Pedale müssen zu den Schuhen passen
Um Klickpedale fahren zu können, brauchst Du spezielle Schuhe, an denen die Gegenstücke zu den Pedalen - die Cleats - fest verschraubt werden können. Dabei gibt es verschiedene Standards, die nicht miteinander kompatibel sind. Entscheidend ist, dass Deine Schuhe zu Deinen Pedalen passen.
Klickpedale für Einsteiger
Gerade Einsteiger empfinden den Einstieg in das Klicksystem anfangs als ungewohnt. Das Ausklicken muss geübt werden, um bei einem plötzlichen Stopp nicht zu kippen. Klickpedale und Plattformpedale unterscheiden sich deutlich in Funktion und Fahrgefühl.
Tipps für Einsteiger
- Üben: Üben Sie das Ein- und Ausklicken so oft wie möglich, am besten auf einem weicheren Untergrund.
- Federspannung: Wählen Sie am Anfang eine geringe Federspannung, um das Ausklicken zu erleichtern.
- Floatwinkel: Nutzen Sie einen großen Floatwinkel, um Knieproblemen vorzubeugen.
- Kombipedale: Wer sich noch nicht ganz sicher ist, kann auch auf Kombipedale zurückgreifen, die eine Seite mit Klickmechanismus und eine Seite als Flat Pedal haben.
Materialien von Klickpedalen
Die üblichen Materialien für Pedalkörper sind Aluminium, Carbon, Kunststoff und Titan. Aluminium bietet ein gutes Preisleistungsverhältnis und sehr gute Haltbarkeit - besonders am Mountainbike, bei dem Felskontakt vorkommen kann. Willst Du Gewicht sparen und bist bereit, etwas mehr zu investieren, dann kannst Du für Dein Rennrad Carbon-Pedale wählen.
Tabelle: Vergleich verschiedener Klickpedalsysteme
| System | Einsatzbereich | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Shimano SPD | MTB, Trekking | Robust, versenkte Cleats |
| Shimano SPD-SL | Rennrad | Große Pedalplatten, hohe Kraftübertragung |
| Look Kéo | Rennrad | Leicht, aerodynamisch |
| Crankbrothers Eggbeater | MTB, Gravel | Vierseitiger Einstieg, gute Selbstreinigung |
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