Shimano SPD Enduro: Vorteile und Nachteile

Das SPD-System (Shimano Pedaling Dynamics) von Shimano feiert dieses Jahr seinen 30. Geburtstag und ist mit Abstand das verbreitetste Klick-System am Markt. Fast so alt wie das Mountainbiken selbst ist die Alternative zu den Flat-Pedalen.

Vorteile von Klickpedalen

Die feste Verbindung zwischen Schuh und Pedal bringt mehr Vorteile als nur die verbesserte Tritteffizienz im Mountainbike-Sport. Klickies geben besten Halt auf dem Pedal und verbinden den Fahrer an den Kontaktpunkten fest mit dem Bike. Diese Verbindung bietet diverse Vorteile, weshalb Klick-Pedale in den meisten Disziplinen von Mountainbike-Wettkämpfen verwendet werden.

  • Effizienteres Treten: Mit der Verbindung ist es möglich, runder zu treten und bei der Aufwärtsbewegung des Pedals durch Ziehen mehr Kraft zu übertragen.
  • Sichere Radführung: Egal ob kleine Sprünge, Bodenwellen oder über Wurzelsektionen - eingeklickt ist es möglich, kleine Linienanpassungen vorzunehmen und sauberer zu fahren. Mit Klickies sicher auf dem Trail.
  • Sicherer Halt: Der Fuß bleibt auch in extrem ruppigen Passagen sicher auf dem Pedal.

Nachteile von Klickpedalen

Für Anfänger können Klickies etwas einschüchternd wirken, denn das schnelle Ausklicken in Notsituationen will gelernt sein. Der klassische Umfaller eines jeden Neulings wird sich kaum vermeiden lassen.

  • Eingewöhnungszeit: Klickpedale erfordern Übung, um sicher und schnell aus- und wieder einklicken zu können.
  • Weniger Bewegungsfreiheit: Wer in ruppigem Gelände gerne mal den Fuß absetzt oder sich in technischen Passagen eher unsicher fühlt, der setzt besser auf Flat-Pedale.

Das Ausklicken durch die Drehbewegung sollte anfangs auf jeden Fall geübt werden, um im Notfall richtig reagieren zu können. Nicht jeder Mountainbiker ist gleich ein Profi und verbringt viele Stunden pro Woche auf dem Rad und kommt mit jedem Detail des Geräts optimal klar.

Shimano SPD im Detail

Das bekannteste System ist das SPD-System (Shimano Pedaling Dynamics) von Shimano. Viele Komponentenhersteller, die eigene Klickpedale auf den Markt bringen, setzten für das Klicksystem selbst häufig auf das SPD-System und konstruieren nur den Pedalkörper um das System herum.

Die Funktionsweise ist ähnlich wie bei einer Skibindung. Vorne hängt man den Schuh ein und drückt dann nach unten, um in das Pedal einzuklicken. Um auszuklicken, dreht man den Schuh seitlich heraus.

Traditionell hat Shimano zwei Cleats im Angebot. Die Standard-Bindungsplatte nennt sich SH-SM51 und besitzt 4° Float sowie 13° Auslösewinkel. Dazu gibt es das berühmt-berüchtigte SH-SM56, das mit Multi-Release-Technik auch (gewollt wie ungewollt) nach oben auslösen kann, was Klick-Novizen eher schätzen als Fortgeschrittene und Pros.

Shimano Saint PD-M820

Der Grundaufbau des Saint PD-M820 ähnelt dem ebenfalls getesteten XT PD-M8020, es ist jedoch um einiges größer. Im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder verfügt das Saint-Pedal über auswechselbare Pins, deren Höhen sich über Unterlegscheiben anpassen lassen.

Der Käfig ist hinten höher als vorne, was dazu führt, dass er im eingeklickten Zustand nur hinten am Schuh anliegt. Die Fläche um den Klick-Mechanismus ist jedoch deutlich größer als bei anderen Shimano-Pedalen und sorgt damit auch ohne den Käfig für einen stabilen Stand.

Der Klick-Mechanismus überzeugt mit der Shimano-typischen Präzision und lässt sich sowohl von hinten als auch von oben leicht einklicken. Außerdem erweisen sich die Saint PD-M820 in unserem Test als äußerst zuverlässig, auch nach einem halben Jahr starker Beanspruchung haben wir keine nennenswerten Verschleißerscheinungen bemängeln können.

Die hohe Schuh-Kompatibilität und weltweite Verbreitung machen Shimanos Klick-Pedale zur ersten Wahl für Weltenbummler, denn passende Ersatz-Cleats gibt es wohl in jedem Bikeshop der Welt. Das Shimano Saint PD-M820 ist das beste SPD-Pedal am Markt und kann uns mit seiner Einfachheit und Haltbarkeit voll überzeugen.

Shimano XTR Enduro (PD-M9120)

Das von uns gewählte XTR Enduro ist im Vergleich zur Enduro-Konkurrenz zierlich und mit 394 g Paargewicht auch sehr leicht. Dafür besitzt es unter anderem keine Pins/Madenschrauben.

Der Aluminium-Body ist mit 98 mm Länge, 72 mm Breite und 17 mm Höhe zudem klein geraten und erweitert die Kontaktfläche zwischen Schuh und Bindung kaum, sodass das Shimano XTR Enduro in Sachen Standsicherheit weit von den besten der Kategorie entfernt ist.

Bar jeder Kritik ist hingegen die bewährte SPD-Bindung, deren hinterer Backen federgelagert und in der Härte perfekt einstellbar ist. So ist der Ein- wie Ausstieg top definiert, aber dabei leichtgängig - prima! Der knapp bemessene 4°-Float fühlt sich manchmal aber etwas "eckig" an.

Shimano DEORE XT PD-M8120

Als einziges Pedal im Test hat das Shimano keine Pins auf seinem Alu-Käfig angebracht, die Federspannung des Klick-Mechanismus lässt sich aber über eine Schraube einstellen. Dabei ist der vordere Bügel fest und der hintere Teil gefedert.

Mit 4° ist der Float-Bereich relativ klein und am Ende dieses Bereichs spürt man einen deutlichen Anschlag, wenn man an die gespannte Feder anstößt. Es fühlt sich eher kantig als frei an. Das Verstellen bzw. Anpassen der Federspannung ist dabei deutlich spürbar und verändert das Ein- und Ausklick-Gefühl von leichtem Rein-flutschen zu „wie bekomme ich meinen Fuß hier je wieder heraus?“. Der Alu-Käfig ist robust und das XT hat eine hohe Haltbarkeit - selbst nach mehreren Monaten intensiver Benutzung sind weder an Pedal noch an Cleat sichtbare Verschleißspuren.

Der Käfig bietet ohne Pins kaum Halt für Schuhe, sollte man kurz uneingeklickt fahren und wenn man im Mechanismus drinsteht, berührt die Schuhsohle den Käfig nicht. Somit scheint er eher als Schutz des Klick-Mechanismus gedacht anstatt als Fuß-Auflagefläche. Die Shimano DEORE XT PD-M8120-Pedale haben sich nicht ohne Grund zum Standard unter Klickpedalen etabliert.

Alternativen zu Shimano SPD

Neben Shimano gibt es noch weitere Klickpedal-Systeme auf dem Markt:

  • Crank Brothers: Crank-Brothers-Pedale haben ein eigenes Klick-System, das vor allem im Gravity-Bereich sehr beliebt ist. Das Einklicken ist bei diesen Pedalen etwas leichter, denn man steigt von oben auf zwei Federklammern und muss nicht erst vorne einhaken. Auch die Auslösekraft beim Herausdrehen des Schuhs ist relativ gering.
  • Time ATAC: Der Hersteller Time setzt mit der ATAC-Reihe auf Pedale, bei denen Zweiloch-Pedalplatten aus Messing zwischen Metallbügeln einklicken. Das System gilt seit den Neunzigerjahren als funktional, haltbar und wenig schmutzanfällig.
  • HT: Der Klickmechanismus der Marke HT besteht aus einer festen Klammer hinten und einem gespannten Metallbügel vorn.
  • Magped: Das System von Magped ist ein Sonderfall zwischen Klick- und Plattformpedal. Es kommt ohne Mechanismus und feste Bindung aus.
  • Hope Union: Der englische Hersteller Hope hat mit Union ein Pedalsystem kreiert, das bei der Einstellung besonders viel Freiheit bietet.

Weitere Klickpedal-Systeme

Klickpedal-Systeme für MTB und Rennrad gibt es viele, sie sind jedoch nicht untereinander kompatibel. Eine Systemübersicht.

MTB

  • crankbrothers
  • Time ATAC
  • HT
  • Magped
  • Hope Union

Rennrad

  • SPD-SL
  • Look Kéo
  • Speedplay
  • Time Iclic

Klickpedale mit Käfig

Bei Enduro-Rennen und an Trail-Bikes sieht man immer häufiger Klickpedale mit einer Plattform um den Klickmechanismus herum. Sie bieten weicheren Schuhen etwas mehr Abstützung und verhindern, dass Dir das Pedal unter dem Fuß wegrutscht oder „rollt“, solltest Du beim Einklicken in einer hektischen Situation mal nicht auf Anhieb treffen. Je nachdem, ob Du etwas Bewegungsfreiheit oder mehr Grip am Pedal vorziehst, gibt es Plattform-Klickies mit oder ohne Pins.

Kombi-Pedale

Sogenannte Kombi- oder Hybridpedale besitzen auf einer Seite einen Klickmechanismus und auf der anderen Seite eine Plattform. Wenn Du ein Fahrrad sowohl mit Klickschuhen als auch mit Deinen Alltagsschuhen fahren möchtest, dann ist das eine gute Variante.

Materialien

Die üblichen Materialien für Pedalkörper sind Aluminium, Carbon, Kunststoff und Titan. Aluminium bietet ein gutes Preisleistungsverhältnis und sehr gute Haltbarkeit - besonders am Mountainbike, bei dem Felskontakt vorkommen kann.

Neue Shimano SPD Cleats (CL-MT001)

Nach fast drei Jahrzehnten bringt Shimano ein bedeutendes Update für seine bewährten SPD-Cleats heraus. Mit dem CL-MT001, ein Cleat, das die bekannte Zuverlässigkeit des SPD-Systems mit Vielseitigkeit und verbesserter Benutzerfreundlichkeit verbinden soll. Die neuen Cleats bieten die Möglichkeit, aus verschiedenen Richtungen einzusteigen, was besonders für Trail- und Enduro-Fahrer, Cyclocross-Athleten sowie für Einsteiger vorteilhaft ist. Trotz der Innovation bleibt die vollständige Kompatibilität mit allen bestehenden Shimano SPD-Pedal- und Schuhsystemen bestehen.

Multi-Entry-Funktionalität

Der entscheidende Unterschied zum bisherigen System liegt in der Multi-Entry-Funktionalität. Während der ursprüngliche SH51-Cleat einen Einstieg erfordert, bei dem zuerst die Spitze eingeführt werden muss, ermöglicht der CL-MT001 den Fahrern, das Pedal auf mehrere Arten zu aktivieren. Das bedeutet, dass du dich mit der traditionellen Methode - erst vorne, dann hinten - einklicken kannst, aber auch umgekehrt erst hinten und dann vorne oder einfach gerade von oben nach unten treten. Dieses erweiterte Einstiegsfenster bringt Vorteile für verschiedenste Fahrertypen mit sich.

Rückwärtskompatibilität

Ein wesentlicher Vorteil des neuen CL-MT001 Cleats ist seine vollständige Rückwärtskompatibilität mit allen existierenden Shimano-SPD-Pedal- und Schuhsystemen. Dadurch sollen alle Fahrerinnen und Fahrern von der verbesserten Leistung und Vielseitigkeit profitieren, ohne ihr aktuelles Setup ersetzen zu müssen.

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