Ursachen und Behebung von Knackgeräuschen bei Shimano SPD-Pedalen

Das Klickpedalsystem „Shimano Pedaling Dynamics“, kurz SPD, ist ein beliebtes System im Mountainbike-Bereich, aber auch in der Rennradbranche, um beim Biken den Fuß zu fixieren. Klickpedale können, insbesondere offroad, das Fahrgefühl sowie die Sicherheit verbessern. Die Klickpedale bieten viele Vorteile. Ein Ab- oder Hin- und Herrutschen wird durch das Klickpedalsystem verhindert, gleichzeitig steigt die Effektivität des Tretens und der Kraftnutzung. Das SPD-System von Shimano sorgt komfortabelerweise nicht für eine komplett starre Verbindung, sondern lässt eine leichte seitliche Bewegungsfreiheit zu. Wird der Fuß gedreht, löst sich die Verbindung und der Fahrer kann absteigen oder die Füße auf dem Boden absetzen.

Für die Verwendung der Klickpedale werden spezielle Schuhe benötigt, an denen die passenden Gegenstücke, sogenannte Pedalplatten oder „Cleats“, montiert werden können.

Montage von SPD-Pedalen und Cleats

Pedalmontage:

  1. Stellen Sie sicher, dass Sie das richtige Pedal an die richtige Seite montieren.
  2. Setzen Sie nun die Pedale am Innengewinde des Kurbelarms an und drehen Sie diese zunächst von Hand in Fahrtrichtung ein.
  3. Anschließend ziehen Sie die Pedale mit einem Innensechskantschlüssel oder Maulschlüssel gemäß den Herstellerangaben fest.

Cleatmontage:

  1. Um die Cleats zu montieren, müssen Sie zunächst die richtige Position bestimmen. Diese befindet sich in zentraler Position unter dem Fuß auf Höhe des Großzehengrundgelenks. Das ist die breiteste Stelle am Fuß. Markieren Sie diese Stelle an Ihren Fahrradschuhen, am besten weit unten, in der Nähe der Sohle.
  2. Legen Sie sich die Cleats mit allen Zubehörteilen zurecht und versehen Sie auch hier das Gewinde der Schrauben mit etwas Montagepaste. Die Cleats werden so montiert, dass der Richtungspfeil nach oben zeigt.
  3. Drehen Sie die Cleats in die zwei vorderen Langlöcher, mit Hilfe eines Innensechskantschlüssels, zunächst locker ein. Unter Verwendung eines Lineals können Sie die Cleats nun noch so verschieben, dass sie genau auf die Höhe Ihrer Markierung am Schuh gelangen. Unter Umständen müssen Sie auf die hinteren zwei Langlöcher umstellen.
  4. Wenn Sie die korrekte Position gefunden haben, ziehen Sie die Schrauben mit dem passenden Innensechskantschlüssel bzw. Drehmomentschlüssel fest.
  5. Zum Schluss können Sie die Federspannung an den Pedalen einstellen. Sie bestimmt wie leicht Sie Ihren Schuh von den Pedalen lösen können.

Führen Sie nach dem Beenden der Montage der SPD Pedale und Clerats eine Probefahrt durch. Wenn Sie das erste Mal Klickpedale verwenden, können Sie das Ein- und Ausklicken zunächst auch einige Male im Stand üben.

Unser Tipp: Achten Sie stets auf die Kompatibilität!

Ursachen für Knackgeräusche und deren Behebung

Knackende Geräusche an Deinem Fahrrad können den Genuss des Radfahrens erheblich beeinträchtigen. Der erste Schritt zur Beseitigung von Knackgeräuschen an Deinem Fahrrad ist die Identifikation des betroffenen Bauteils. Oftmals kann es schwierig sein, herauszufinden, wo genau das Knacken seinen Ursprung hat. Manche Quellen sind schnell gefunden, bei komplizierteren Fällen kann es hilfreich sein, z.B. solange Teile vom Rad abzubauen, bis das Geräusch verschwunden ist, z.B. Es gibt verschiedene Gründe, warum es an Deinem Fahrrad zu Knackgeräuschen kommen kann.

Jetzt, da Du die möglichen Gründe für das Knackgeräusch kennst, möchten wir uns auf die häufigsten und einfachsten Lösungen konzentrieren, nämlich zu wenig Drehmoment und Schmutz zwischen den Bauteilen.

Häufige Ursachen und Lösungen

  1. Innenlager: Etwa 80% aller Knackgeräusche am Fahrrad stammen vom Innenlager. Oft wurden die Lagerschalen beim Hersteller trocken oder mit zu wenig Fett montiert. In diesem Fall ist es ratsam, die Kurbel zu entfernen, die Lagerschalen auszubauen, gründlich zu reinigen, gut zu fetten und sie dann mit dem richtigen Drehmoment (35 bis 50 Nm) wieder einzubauen. Die Kurbelschraube kannst Du mit einem Shimano TL-FC16 o.Ä. Rechte Kurbel aus dem Innenlager ziehen. Ggf. Jetzt siehst Du die Lagerschalen. Danach baust Du das Innenlager wieder ein und zieht es mit dem korrekten Drehmoment (35 bis 50 Nm) an. Beachtet, dass ein BSA Lager links ein Rechtsgewinde und rechts ein Linksgewinde hat! Die Welle der Kurbel fettet bitte ebenfalls. Von rechts schiebst Du dann die Kurbel wieder in’s Innenlager und steckt die linke Kurbel wieder auf. Dann schraubst Du die Kurbelschraube wieder ein und zieht sie nur Handfest an.
  2. Pedale: Eine sehr häufige Geräuschquelle sind auch falsch montierte Pedale (z.B. ohne Fett). Pedale am Fahrrad haben je ein Links- und ein Rechtsgewinde. Dankenswerterweise sind diese analog zur Seite auf denen montiert wird (im Gegensatz zu den Innenlagerschalen bei BSA). Bei den Pedalen, die Du montierst, achtet darauf, dass das Gewinde sauber ist (bei neuen Pedalen natürlich unproblematisch). Sonst mit einem Tuch und Reiniger vom Dreck befreien. Wenn sie sauber sind, mit geeignetem Trennmittel behandeln, damit die Pedale nicht festbacken, wenn sie länger am Rad sind. Falls vorhanden, die Unterlegscheiben mit montieren. Bei einfachen Pedalen ohne runde Auflagefläche der Achse an der Kurbel bitte ebenfalls U-Scheiben montieren. Dann schraubst Du die Pedale locker von Hand ein. Geht das schwer, ist das Pedal evtl. Jetzt noch mit dem entsprechenden Drehmoment anziehen (ca. 30 bis 35Nm oder Herstellerspezifisch).
  3. Lenker und Vorbau: Auch bei einer Kombination aus Aluminium Lenker und Aluminium Vorbau oder am Gabelschaft empfehlen wir Carbomontagepaste, da diese die Reibung erhöht, statt sie zu verringern wie es beispielsweise bei Fett der Fall wäre. An diesen Bauteilen hast Du recht viel Hebelkraft. So verhinderst Du ein unbeabsichtigtes Verdrehen der Teile zueinander im Fahrbetrieb.

Mit diesen Maßnahmen solltest Du in der Lage sein, die meisten Knackgeräusche an Deinem Fahrrad erfolgreich zu beseitigen. Mangelnde Maßhaltigkeit ist schon schwieriger zu ermitteln. Wenn Du die knackenden Bauteile identifiziert hast, kannst Du im Internet die Maße ermitteln und mit einem Messschieber nachprüfen. Es gibt zwar immer irgendwelche Workarounds, aber das wollen wir Dir nicht empfehlen.

Weitere mögliche Ursachen

Beschädigungen an Bauteile können eventuell ganz einfach oder fast unmöglich zu identifizieren sein. Du kannst das Bauteil optisch inspizieren und Risse, Quetschungen oder Brüche suchen, wenn Du gute Augen hast - evt. auch mit einer Lupe. Auch ausgeschlagene Lager oder lose Pedalachsen im Pedal kannst Du durch einfaches Wackeln am Pedal feststellen. Ob und wie das Pedal repariert werden kann, hängt jedoch stark vom Hersteller und der Konstruktion ab.

Wenn bisher keine Erfolge erzielt wurden, empfehlen wir einen Belastungstest. Bei Carbonbauteilen kann man Beschädigungen möglicherweise nicht von außen erkennen. Wenn es um den Lenker geht, nimm alle Armaturen ab, lege den Lenker auf eine feste Unterlage, so dass die Enden überstehen (z.B., die Ecke einer Werkbank oder eines Tisches) und belaste ihn mit Deinem Körpergewicht.

Fallbeispiele und Problemlösungen aus der Community

Viele Radfahrer haben ähnliche Probleme mit knackenden Pedalen erlebt. Hier sind einige Tipps und Lösungen aus der Community:

  • Reinigung und Schmierung: Die Pedale zur Wartung und Pflege zerlegen, reinigen und neu schmieren.
  • Überprüfung des Tretlagers: Auch das Tretlager, die Verschaubung der Kettenblätter, das Gewinde des Pedals und die über die Kette verbundenen Teile, das Schaltwerk, das Schaltauge und die Befestigung der hinteren Nabe können knacken, wenn man in die Pedale tritt.
  • Test mit anderen Pedalen: Der einfachste Weg, das zu testen, ist: Andere Pedale dranschrauben.
  • Überprüfung der Ausfallenden: Die verschiebbaren Ausfallenden können ebenfalls eine Ursache sein.
  • Spielprüfung: Hat denn das Pedal in montiertem Zustand bei spielfreier Montage des eigentlichen Konuslagers trotzdem Spiel.
  • Anziehen der Kurbeln: Was verbindet die Kurbeln mit der Tretlagerwelle? Wenn Vierkante, dann zieh die mal nach. Insbesondere die linke Seite kann sich wegen der dauernden Lastwechsel doch mal leicht lockern und die Folge sind unangenehme Knarzgeräusche.

Allgemeine Tipps zur Fahrradwartung

Je besser Du Dein Rad pflegst, desto weniger Geräusche wird es machen und die Komponenten werden es Dir mit längerer Lebensdauer danken. Das heißt also: regelmäßig putzen, fetten und Schrauben kontrollieren, denn: DEIN BIKE BRAUCHT DAS!

Ursachensuche: Was knackt denn da?

Du kannst die Ursache des Geräuschs eingrenzen, wenn Du auf den Rhythmus achtest und darauf, wann es auftritt. Hier ein paar zentrale Fragen:

  • Knackt es im Rhythmus der Umdrehung der Räder oder der Kurbelgarnitur?
  • Ist das Geräusch noch da, wenn Du aufhörst zu treten?
  • Kommt es nur bei starkem Antritt?
  • Tritt das Geräusch nur auf, wenn Du dich auf den Sattel setzt? Oder wenn Du aufstehst? Oder beides?
  • Knackt es immer noch, wenn Du in den Wiegetritt gehst?
  • Hört es auf, wenn Du freihändig pedalierst?

So wirst Du grundsätzlich herausfinden, wo Du genauer suchen musst: im Antrieb (Tretlager, Kurbelgarnitur, Pedale, Kette, Schaltung), am Cockpit (Steuersatz, Lenker, Vorbau, Gabel) oder am Sattel bzw. der Sattelstütze.

Wichtige Hinweise

  • Schraube nur an Deinem Rad, wenn Du Dir sicher bist, was Du tust. Bei Unsicherheiten kontaktiere gern unser Service-Team.
  • Das richtige Werkzeug ist Voraussetzung. Verwende einen Drehmomentschlüssel für alle Komponenten, die eine Drehmomentangabe haben (entweder aufgedruckt oder in der Anleitung des Herstellers zu finden).
  • Alle Gewinde sollten mit Montagepaste versehen werden. Bei Schrauben, die weniger als 5Nm Drehmoment bekommen, kannst Du stattdessen zur Sicherheit auch Schraubensicherung verwenden.
  • Nimm für Schraubgewinde kein Fett! Die stark schmierende Wirkung reduziert die Reibung im Gewinde und am Schraubenkopf derart, dass das Drehmoment verfälscht wird. Im Extremfall kann eine gefettete Schraube vor Erreichen des Soll-Drehmoments abreißen.
  • Da Carbonteile mit relativ geringen Kräften geklemmt werden, empfehlen wir die Verwendung von Carbon-Montagepaste an den Kontaktflächen. Sie hat die Eigenschaft, die Reibung zwischen 2 Flächen zu erhöhen, statt wie Fett zu verringern.
  • Sieh Dir alle Teile, die Du demontierst, genau an! Deformationen oder Beschädigungen können die Passform beeinträchtigen und gehören natürlich ausgetauscht.

Checkliste zur Fehlersuche

Hier ist eine Checkliste, um die häufigsten Ursachen für Knackgeräusche systematisch zu überprüfen:

  1. Cockpit: Vorbau und Lenker reinigen und neu montieren. Gabelschaftklemmung überprüfen. Steuersatzlager prüfen.
  2. Sattelstütze und Sattel: Klemmung reinigen und fetten. Sattelstreben und Klemmkopf überprüfen.
  3. Pedale: Gewinde reinigen und mit Montagepaste versehen. Cleats auf festen Sitz prüfen.
  4. Kettenblätter: Schrauben festziehen und Gewinde reinigen.
  5. Tretlager: Kurbel ausbauen und Lagerschalen prüfen.
  6. Kassette: Sitz und Drehmoment prüfen. Freilauf fetten.
  7. Laufräder: Speichenspannung prüfen. Achsen und Naben auf Spiel überprüfen.

Zusätzliche Tipps

  • Überschüssiges Fett, das nach der Montage an den Rändern eines Schraubenkopfes hervorquillt, sollte immer gut abgewischt werden. Es ist sonst ein wahrer Staub- und Dreck-Magnet und sorgt wiederum für erneute Verschmutzungen.
  • Pedale demontieren und ihre Achse zwischen den Fingern drehen. Wenn diese sich smooth drehen lässt, ohne Ruckeln, liegt das Problem nicht beim Pedal.
  • Pedale, deren Tritt-Stege nicht ein Stück mit dem Pedalkärper sind, neigen zum Knacken, wenn sich die Schrauben an den Tritt-Stegen lösen.
  • Pedale, deren Achse nicht mit einer durchgehenden Kreisring-Fläche an der Kurbel aufliegt, sondern von den Schlüsselflächen unterbrochen wird, lockern sich notorisch und knacken meistens dann, wenn es für eine Rettung der Kurbel bereits zu spät ist.

Mit der Zeit kommt auch die Erfahrung und Du kannst mit einem guten Gehör und Gespür die unterschiedliches Geräusche voneinander differenzieren und so leichter lokalisieren. Wenn Du noch Fragen hast oder Dein Knarz-Problem partout nicht in den Griff bekommst, melde dich gern bei uns im Service.

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