Shimano SPD-SL Cleats richtig einstellen: Eine umfassende Anleitung

Klickpedale sind bei Mountainbikes und Rennrädern beliebte technische Hilfsmittel, die die Kraftübertragung beim Treten in die Pedale effektiver gestalten. Damit alles reibungslos funktioniert, ist es wichtig, die Cleats optimal zu positionieren und korrekt an den Fahrradschuhen zu montieren. Dieser Artikel bietet eine detaillierte Anleitung, um sicherzustellen, dass Ihre Cleats richtig eingestellt sind.

Warum Klickpedale verwenden?

Klickpedale sorgen dafür, dass Ihre Füße optimalen Halt auf den Pedalen haben und Sie drücken bzw. ziehen können, ohne dass sich die Füße bewegen. Dadurch wird Ihr Tritt flüssiger und effizienter. Da Ihre gesamte Kraft auf die Pedale übertragen wird, werden Sie schneller und haben mehr Energie übrig.

Werkzeuge für die Montage

Für die Montage der Cleats benötigen Sie folgendes Werkzeug:

  • Einen 3-4 mm großen Innensechskantschlüssel oder ein Multitool
  • Einen Satz Cleats
  • Einen Filzstift
  • Ein Klebeband
  • Ein Tuch

Montage der Cleats: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Hier sind die Schritte zur Montage Ihrer Cleats:

  1. Ziehen Sie Ihre Schuhe an.
  2. Kleben Sie einen Streifen Klebeband horizontal an der Sohle entlang im vorderen Bereich auf die Innenseite des Schuhs.
  3. Zeichnen Sie auf dem Klebeband mit einem Filzstift auf Höhe des Knochens des großen Zehs ("des sogenannten ersten Mittelfußknochens") eine Markierung.
  4. Ziehen Sie Ihre Schuhe wieder aus und platzieren Sie Ihre Cleats auf den Sohlen.
  5. Fügen Sie die drei Platten hinzu, die als Zwischenstück zwischen Cleat und Schraube dienen.
  6. Drehen Sie die Schrauben, ohne sie ganz festzuziehen. Sie müssen die Cleats noch bewegen können.
  7. Richten Sie die Achse der Cleats so aus, dass sie mit der Markierung übereinstimmt (erstes Zehenglied).
  8. Ziehen Sie die Schrauben zum Abschluss fest.

Austausch der Cleats: So geht's

Wenn es an der Zeit ist, Ihre Cleats zu wechseln, folgen Sie diesen Schritten, um die gleiche Position wie zuvor beizubehalten:

  1. Nehmen Sie ein Blatt Papier sowie einen Stift oder einen Filzstift zur Hand.
  2. Zeichnen Sie sorgfältig die Konturen Ihrer Cleats unter den Sohlen Ihrer Schuhe nach.
  3. Lösen Sie die Schrauben und entfernen Sie Ihre Cleats.
  4. Reinigen Sie Ihre Sohlen mit einem Lappen und entfernen Sie Verschmutzungen aus den Löchern.
  5. Bringen Sie Ihre neuen Cleats auf Ihren Schuhen in Position.
  6. Platzieren Sie sie entsprechend den Konturen, die Sie nachgezeichnet haben.
  7. Ziehen Sie schließlich die Schrauben wieder fest.

Hinweise: Achten Sie bei Schuhen mit Carbonsohlen darauf, die Schrauben nicht zu fest anzuziehen, um Beschädigungen zu vermeiden. Nach der Montage empfehlen wir eine kurze Testfahrt, um zu prüfen, ob Schmerzen auftreten. Vergessen Sie nicht, Ihr Multitool mitzunehmen, falls Sie die Cleats noch einmal verstellen müssen. Prüfen Sie monatlich den Sitz der Schrauben.

Rennradschuhe und Cleats erkennen

Cleats und Fahrradschuhe für Rennräder sind daran zu erkennen, dass sowohl die Schuhsohlen als auch die Cleats mit drei Löchern versehen sind. Diese dienen zur Befestigung der Cleats mithilfe der mitgelieferten Schrauben.

Die unterschiedlichen Gradangaben der Cleats

Bei der Auswahl der passenden Rennradausrüstung gibt es verschiedene Marken mit unterschiedlichen Farbcodierungen. Die Farben entsprechen jeweils einem bestimmten Winkel zwischen Pedal und Cleat, der die Bewegungsfreiheit des Fußes im Pedal bestimmt. Hier eine Übersicht:

  • Look
    • Starr: Schwarz (0°)
    • Etwas Bewegungsfreiheit: Grau (4,5°)
    • Viel Bewegungsfreiheit: Rot (9°)
  • Shimano
    • Fest verbunden: Rot (0°)
    • Etwas Bewegungsfreiheit: Blau (2°)
    • Viel Bewegungsfreiheit: Gelb (6°)
  • BBB
    • Fest verbunden: Grau (0°)
    • Etwas Bewegungsfreiheit: Rot und Schwarz (6°)
    • Viel Bewegungsfreiheit: Rot (9°)
  • Time & Speedplay
    • Keine farbliche Markierung, Gradangabe direkt auf den Cleats (0° bis 15°)

Welche Gradangabe ist geeignet?

  • Starre Cleats: Empfohlen für Radprofis und Sportler mit einem gewissen Niveau für optimale Kraftübertragung.
  • Cleats mit etwas Bewegungsfreiheit (2-6 Grad): Geeignet für erfahrene Fahrer oder solche, die keine starren Cleats fahren können.
  • Cleats mit viel Bewegungsfreiheit (6-9 Grad): Empfohlen für Einsteiger, da sie den Gelenken mehr Freiheit bieten.

Woran erkennt man richtig eingestellte Cleats?

Gut eingestellte Cleats verbinden Komfort mit guter Kraftübertragung. Sie sollten keine Schmerzen verursachen und kein Verletzungsrisiko darstellen. Falsch eingestellte Cleats können zu Schmerzen und Beschwerden führen:

  • Schmerzen an den Knieaußenseiten: Cleats leicht nach außen drehen.
  • Schmerzen an den Knieninnenseiten: Cleats leicht nach innen verstellen.
  • Schmerzen im Bereich der Achillesferse: Fuß weiter nach vorne bringen, indem Sie die Pedalplatte nach hinten schieben.

Bei anhaltenden Schmerzen empfehlen wir, auf Cleats mit mehr Bewegungsfreiheit umzusteigen.

Die Bedeutung der Fußstellung und Rotation

Für die Einstellung der Rotation ist eine kleine Analyse der Fußstellung wichtig. Gehen Sie ein paar Meter und lassen Sie sich von einer zweiten Person beobachten. Ihre AnalystIn kann Ihnen dann sagen, wie sich Ihre Füße stellen/rotieren, wenn Sie in Bewegung sind. Das wird wichtig für die Rotationseinstellung. Einfach gesagt geht es darum zu erkennen, ob Ihre Zehen parallel zueinanderstehen oder nach innen bzw. außen rotieren.

Die Grundposition der Cleats sollte dem natürlichen Gangbild bzw. der natürlichen Fußstellung nachempfunden sein. Wenn man z.B. außenrotierte Füße und eine gerade Einstellung der Cleats hat, dann führt das zu Scherkräften im Knie, weil der Fuß in seine natürliche Haltung will, auf dem Pedal dreht und somit das Knie verdreht.

Montage: Positionierung des Großzehengelenks

Orientieren Sie sich an Ihrer Markierung und positionieren Sie das Großzehengelenk 1,5 - 2 cm vor der Pedalachse. Damit gleichen Sie den diagonalen Verlauf der Zehen aus und nutzen die ganze Fläche des Fußes. Wenn man keine Schablone hat, dann kann man die Position zur Pedalachse auch an den Cleats ablesen. Die Pedalplatten haben an den Seiten eine kleine Markierung, die die Pedalachse simulieren soll.

Anatomie Exkurs

Vom großen Zeh zum kleinen Zeh haben wir einen diagonalen Verlauf, der möglichst ausgeglichen werden muss. Die Grundgelenke des Fußes sind für den Druck auf das Pedal zuständig. Dabei sollten alle Grundgelenke über der Pedalachse stehen, um somit eine optimale Druckverteilung zu haben.

Bei der Position der Cleats zur Pedalachse kommt es gerne zu Fehlern, weil das Großzehgelenk oft exakt über die Pedalachse gesetzt wird. Das führt aber dazu, dass sich der Druck eher am großen Zeh sammelt und die Außenkante des Fußes gereizt wird.

Hilfsmittel für die Einstellung

Es gibt Schablonen von Ergon, die für die Einstellung sehr hilfreich sind und das Montieren zum Kinderspiel machen. Die Schablonen gibt es für die Cleats von Shimano (SPD, SPD SL), Look Keo, Speedplay, Crankbrothers.

Feinjustierung und Anpassung

Die exakt mittige Positionierung kann im Nachhinein in Grenzen an persönliche Bedürfnisse angepasst werden und muss rechts und links nicht identisch sein. Sportliche Radfahrer können das Cleat etwas weiter außen auf der eingezeichneten Linie montieren, damit die Füße für einen kleineren, effizienten Q-Faktor nah an die Kurbel rutschen. Kräftig gebaute Biker können für etwas mehr Platz zwischen Rahmen und Schenkeln die Platten zwei, drei Millimeter weiter einwärts verschieben.

Die Bedeutung der Längsposition

In Längsrichtung spielen Trittfrequenz, Untergrund und die Kraft in den Waden eine Rolle, das Cleat zwei Millimeter vor der eingezeichneten Linie bedarf mehr Ausdauer im Unterschenkel, dafür fällt es vielen so leichter, flüssig und explosiv zu treten. Mehr als zwei Millimeter Richtung Ferse versetzt spart man etwas Energie, neigt aber eher zu stampfendem Pedalieren.

Überblick über verschiedene Pedalplatten-Systeme

Drei Pedalbauarten stehen zur Wahl, die jeweils andere Pedalplatten erfordern. Die Schuhplatten sind Teil des Bindungssystems, werden mit dem Schuh verschraubt und rasten ins Pedal ein; eine Drehung der Ferse gibt den Fuß frei. Die meisten Rennradschuhe sind nur für eines der drei Bindungssysteme ausgelegt. Mit Adaptern sind Anpassungen möglich, erfordern aber Kompromisse.

Drei-Loch-Schuhplatten

Diese Befestigung ist bei Rennradschuhen am weitesten verbreitet. Typische Pedale, deren Platten auf die drei Bohrungen in der Schuhsohle passen, kommen von Shimano (SPD SL) und Look (Kéo). Die besten Schuhplatten baut Shimano: Sie verschleißen am wenigsten, sind am leichtesten zu montieren, und man kann im Vergleich mit den anderen Systemen am besten damit gehen. Alle Hersteller bieten Pedalplatten an, welche den Fuß entweder starr auf dem Pedal fixieren oder seitliche Bewegungsfreiheit erlauben.

Speedplay (Vier-Loch-System)

Speedplay baut besonders leichte und minimalistische Pedale mit sehr leichtgängiger, einstellbarer Drehfreiheit. Für minimalen Fußabstand zur Pedalachse sind allerdings spezielle Sohlen mit vier Gewindebuchsen notwendig. Per Adapter gelingt auch der Anschluss an Drei-Loch-Sohlen. Der Mechanismus zum Verriegeln sitzt in der Schuhplatte. Nachteil: Ein Tritt in den Dreck, und das System kann streiken. Auch der Gehkomfort der Schuhplatten ist schlecht; aufsteckbare Gummikappen helfen, den Landgang zu verbessern.

SPD-MTB-System (Zwei-Loch-System)

Shimano und diverse Nachahmer bauen Mountainbike-Pedale, die ebenso für Gravelbikes und Rennräder geeignet sind. Eine kleine, verschleißfeste Stahlplatte, die vertieft zwischen den Profilblöcken der Sohle montiert wird, rastet ins Pedal ein. Dadurch stören die Pedalplatten kaum beim Gehen und sind weitgehend unempfindlich gegen Verschmutzung. Nachteil: Man steht etwas kippeliger auf dem Pedal als bei den anderen Systemen - abhängig vom Verschleiß des Schuhprofils.

Zusammenfassung

Die korrekte Einstellung der Shimano SPD-SL Cleats ist entscheidend für Komfort, Leistung und die Vermeidung von Verletzungen beim Radfahren. Indem Sie die in diesem Artikel beschriebenen Schritte befolgen und auf die individuellen Bedürfnisse Ihres Körpers achten, können Sie sicherstellen, dass Ihre Cleats optimal positioniert sind und Ihnen ein angenehmes und effizientes Fahrerlebnis ermöglichen.

Tabelle: Übersicht über die verschiedenen Cleat-Systeme und ihre Eigenschaften

System Anzahl Löcher Kompatibilität Besonderheiten
Drei-Loch (z.B. Shimano SPD-SL, Look Kéo) 3 Rennradschuhe Weit verbreitet, beste Geh-Eigenschaften (Shimano), verschiedene Freiheitsgrade
Speedplay (Vier-Loch) 4 Spezielle Speedplay-Sohlen, Adapter für Drei-Loch Leicht, minimalistisch, sehr leichtgängige Drehfreiheit, schlechter Gehkomfort
SPD-MTB (Zwei-Loch) 2 MTB-, Gravel-, Rennradschuhe Robust, unempfindlich gegen Verschmutzung, guter Gehkomfort, etwas kippeliger Stand

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