Shimano Stecker für Nabendynamo Belegung: Eine umfassende Anleitung

Der Anschluss eines Nabendynamos an die Fahrradbeleuchtung und zusätzliche Geräte wie Ladegeräte kann komplex sein. Dieser Artikel behandelt die korrekte Verkabelung von Shimano Nabendynamos, insbesondere im Zusammenhang mit dem Anschluss von Ladegeräten wie dem Kemo M172N. Es werden verschiedene Anschlussmöglichkeiten, Vor- und Nachteile sowie alternative Lösungen wie der Forumslader diskutiert.

Grundlagen der Nabendynamo-Verkabelung

Zuerst möchten wir auf die Verkabelung im Allgemeinen eingehen. Es gibt zwei Verfahren: die Eindraht- und die Zweidrahtverkabelung (Doppelkabel mit zwei Adern). Bei der Zweidrahtverkabelung gibt es das "stromführende Kabel" und den "Masseanschluss". Bei der Eindrahtverkabelung fällt das Kabel für den Masseleiter weg. Hier läuft die "Masse" über den leitenden Fahrradrahmen. Die Eindrahtmethode kommt allerdings immer weniger zum Einsatz.

So mancher Fahrradrahmen kommt schon nicht mehr komplett in leitendem Metall daher. Kunststoffe oder nichtleitende Werkstoffe werden bei hochwertigen Fahrrädern immer öfter verbaut. Außerdem ist die Eindrahtmethode fehleranfälliger, da die Kontaktstellen am Rahmen rosten, also korrodieren können und dieses dann zu Unterbrechungen beim Stromfluss führen kann. Wir gehen aus diesem Grund hier nur auf die Zweidrahtverkabelung ein.

Ein doppeladriges Lichtkabel hat in der Regel eine schwarz-weiße und eine schwarze Ader. Die schwarz-weiße Ader wird für den Masseanschluss verwendet. An allen Komponenten der Fahrradbeleuchtung, wie Nabendynamo, Scheinwerfer und Rücklicht finden Sie an den Anschlüssen Symbole für "Plus" und "Minus", also stromführende Ader und Masseleiter. Achten Sie bei der Montage also darauf, die Anschlüsse nicht zu vertauschen/verkehrt herum zu polen, da sonst das Licht nicht leuchten kann. Der Pluspol wird in der Regel mit einem + Zeichen versehen. Die Masse wird uneinheitlich mit verschiedenen Symbolen gekennzeichnet.

Anschluss des Kemo M172N Ladereglers

Der Kemo M172N ist ein Laderegler, der es ermöglicht, Geräte über den Nabendynamo zu laden. Viele Nutzer haben jedoch Schwierigkeiten beim korrekten Anschluss. Ein häufiges Problem ist, dass der Ladevorgang nur startet, wenn das Licht gleichzeitig aktiviert ist.

Mögliche Lösungen:

  • Parallelschaltung: Der Kemo kann direkt am Nabendynamo parallel zum Scheinwerfer angeschlossen werden. Dazu werden sowohl das Kabel des Scheinwerfers als auch das Kabel des Kemo in den Nady-Stecker geklemmt.
  • Getrennte Verkabelung: Es kann ein zweites Dynamokabel mit Stecker verwendet werden, an dem nur der Kemo befestigt ist. Dies ermöglicht ein Wechseln zwischen Licht und Stromversorgung, je nach Bedarf.

Achtung: Das häufige Wechseln der Shimano-Stecker kann zu Verschleiß führen. Ein Stecker ist kein Schalter!

Anschlussvarianten und ihre Vor- und Nachteile

Es gibt zwei Hauptmöglichkeiten, den Kemo anzuschließen, jede mit ihren spezifischen Vor- und Nachteilen:

  1. Paralleler Anschluss:
    • Vorteil: Laden und Licht können gleichzeitig genutzt werden.
    • Nachteil: Bei eingeschaltetem Licht wird die Ladeleistung reduziert, und das Licht leuchtet möglicherweise nicht mit voller Kraft.
  2. Serieller Anschluss:
    • Vorteil: Volle Ladeleistung bei ausgeschaltetem Licht und volle Leuchtkraft des Lichts bei Bedarf.
    • Nachteil: Laden und Licht können nicht gleichzeitig genutzt werden. Der Kemo hat 3 Anschlüsse jeweils mit 1 Kabel. Einmal für die Lampe einmal für den Dynamo und einmal für den Frame (Masse), das soll der Rahmen sein.

Alternative Lösungen

Einige Nutzer sind auf den Forumslader umgestiegen, der deutliche Vorteile bietet, wie z.B. die Möglichkeit der Abkoppelung und eine bessere Ladeleistung.

Eine weitere Alternative ist das E-Werk mit Pufferakku, das in Kombination mit dem Licht am Nabendynamo betrieben werden kann. Bei ausgeschaltetem Licht steht die volle Ladeleistung zur Verfügung.

Probleme und Lösungen

Ein häufiges Problem ist ein verbogener Kontakt am Dynamo. In diesem Fall kann versucht werden, den Dynamo ohne den Stecker anzuschließen. Ein Pol liegt auf der Achse des Dynamos, der andere Pol läuft isoliert in der Mittelachse zu den Steckkontakten.

Verkabelungshinweise

  • Polung beachten: Achten Sie bei der gesamten Verkabelung der Fahrradbeleuchtung auf die richtige Polung. Alle doppeladrigen Lichtkabel weisen eine schwarze und ein schwarz-weiße Ader auf. Das schwarz-weiße Kabel dient immer dem Masseanschluss.
  • Kabelführung: Das Verbindungskabel von der Frontlampe zur Rücklampe sollte gut geschützt am Rahmen angebracht werden. Der sichere Weg ist die Verkabelung unter dem Tretlager entlang.
  • Steckverbindungen: Um das Lichtkabel mit seinen blanken Enden an den Kontakten der Rücklampe zu befestigen, sollten Sie die beiden Adern des Kabels mit sogenannten Flachsteckerhülsen versehen und diese dann auf die beiden Flachstecker der Rückleuchte stecken.

Auswahl geeigneter Steckverbinder

Die Wahl der richtigen Steckverbinder ist entscheidend für eine zuverlässige Verbindung. Hier sind einige Optionen:

  • Flachstecker: Sind weit verbreitet, aber nicht für regelmäßige Steckvorgänge gedacht.
  • Rundsteckverbinder (z. B. Binder 709/719): Bieten einen guten Schutz der Anschlüsse.
  • Superseal-Stecker: Wasserdicht und mechanisch verriegelt.
  • JST-RCY-Stecker: Kompakte Stecker, jedoch ohne Zugentlastung.
  • Goldkontakt-Stecker: Bieten eine gute elektrische Leitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit.

Tabelle: Vergleich verschiedener Steckverbinder

Steckertyp Vorteile Nachteile Anwendung
Flachstecker Weit verbreitet, einfach zu installieren Nicht für häufige Steckvorgänge geeignet, Qualität variiert Standard Fahrradbeleuchtung
Rundsteckverbinder (Binder) Guter Schutz der Anschlüsse, robust Aufwendigere Installation Hochwertige Beleuchtungssysteme
Superseal-Stecker Wasserdicht, mechanische Verriegelung Größer, erfordert spezielles Werkzeug Anspruchsvolle Umgebungen
JST-RCY-Stecker Kompakt Keine Zugentlastung Leichte Anwendungen
Goldkontakt-Stecker Hohe Leitfähigkeit, korrosionsbeständig Teurer Leistungskritische Anwendungen

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