Shimanos E-Bike Antrieb STEPS kann ab sofort mit einem einfachen Softwareupdate mit einer vollautomatischen Schaltfunktion ausgerüstet werden. Eine Voraussetzung dafür ist jedoch die Kombination mit einer Shimano Di2 8-Gang Getriebenabe.
Firmware-Update für Shimano Steps
Für die aktuellen STEPS Antriebe (DU-E6001 und DU-E6010) ist ein Firmwareupdate erschienen. Nach der schnellen und unkomplizierten Installation durch den Fachhändler wird aus dem Antrieb in Kombination mit einer elektronischen Di2 Getriebenabe auf Wunsch eine Vollautomatik, die den Fahrern auch das Schalten abnimmt.
Das System analysiert Daten wie Trittfrequenz, Geschwindigkeit oder Tretleistung und wählt immer den effizientesten und schonendsten Gang. Natürlich ist man aber nicht hilflos der Automatik ausgeliefert: Nach wie vor lässt es sich auch wie gewohnt von Hand manuell schalten oder aber man greift während der Fahrt in den Automatikmodus ein, indem man einen Schaltvorgang auslöst. Betätigt man im Automatikmodus den Schalthebel, registriert dies das System und lernt so die Fahrgewohnheiten und -vorlieben.
Erste Erfahrungen mit dem Update
Einige Nutzer haben das Update bereits aufspielen lassen und sind begeistert. Es handelt sich um ein selbstlernendes System und wird wohl noch ein wenig Feintuning erfordern. Aber dennoch ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Die Funktion des manuellen Schaltens bleibt natürlich erhalten.
Einige Händler wussten noch nichts von der Möglichkeit des Updates, daher ist es eventuell notwendig, ein wenig nachzuhelfen. Nach der Kontaktaufnahme des Händlers mit Shimano wurde er von einem Hotline-Mitarbeiter durch die Programme und Einstellungen geführt (ca. 20min).
Es gibt aber auch Einschränkungen: Wer eine 11er Nabe hat, kann von der Automatik nicht profitieren, was sehr ärgerlich ist.
Shimano Steps E6100
Der Shimano Steps E6100 bildet eine perfekte Symbiose aus MTB-Segmenten und Trekking- /City-Eigenschaften. Ansprechen möchte der Hersteller in erster Linie sportliche City-Fahrer, Pendler und Trekkingfahrer. Der Motor knüpft diesbezüglich nahtlos an seinen Vorgänger, den E6000 an, bringt jedoch jede Menge technischer Neuerungen.
Der E6100 selbst passt nun in die Aufnahme des sportlichen E8000 und ist damit deutlich geschrumpft. Gespeist wird der Motor von neuen Akkus, die ebenfalls kompakter sind als ihre Vorgänger und entweder als 418 Wh oder 504 Wh Kapazität erhältlich sind.
Das Innenleben der Antriebseinheit sorgt für minimalen Widerstand bei ausgeschaltetem Motor und garantiert, gemeinsam mit der überarbeiteten und optimierten Charakteristik der Antriebsmodi, eine um 20 % verbesserte Antriebseffizienz. Im Zusammenspiel mit dem neuen Ladegerät schrumpfen die Ladezeiten erheblich.
Das vom E6000 bekannte Display hat ein Redesign erhalten, bleibt im Großen und Ganzen aber wie gehabt gut ablesbar und mit hohem Kontrast. Eine Neuerung ist die Bluetooth Smart ANT+ Schnittstelle.
Nexus Inter-5E Nabe
Im Zusammenhang mit der Produktvorstellung des Shimano Steps E6100 wurde auch die neue E-Bike Nabe Nexus Inter-5E vorgestellt. Diese bietet eine Bandbreite von 263 %, verteilt über fünf Gänge.
Velomotion hat die Di2 Version unter die Lupe genommen und schreibt dazu im Testbericht: „Fünf Gänge klingen im ersten Moment nach ziemlich wenig, durch die große Bandbreite decken diese jedoch die relevanten Bereiche ab - gerade auch, weil sich Shimano dazu entschied, die leichtesten Gänge auszulassen. Schließlich benötigt man diese dank des Motors ohnehin nicht.
Die Schaltautomatik funktioniert einfach zu gut: Per Knopfdruck aktiviert, wechselt diese abhängig von diversen Parametern wie Tretleistung und Geschwindigkeit automatisch in den passenden Gang.“
Shimano XT Di2
Die Fakten zur Shimano XT Di2:
- Reine E-MTB-Schaltung, die mit dem Motor kommuniziert
- Automatik-Schaltfunktion (Auto-Shift)
- Schalten im Rollen ohne Treten (Free-Shift)
- Nur mit EP 801 und EP6 kompatibel
- Kabelgebundenes System, Energieversorgung über E-Bike-Akku
- Einstellbar über Display-Menü und E-Tube-App
Grundvoraussetzung für die neuen Funktionen ist die Kommunikation zwischen Schaltung und Motor. Die neue Shimano Di2-Gruppen XT und Cues funktionieren daher ausschließlich mit der neuesten Generation der Shimano Motoren EP801 und dem EP6, die Shimano kurz vor der Eurobike 2022 vorgestellt hat.
Die Wahl von Kette und Kassette ist bei der elektronischen Di2 Schaltung entscheidend. Denn nur mit der robusten Linkglide funktioniert auch die Autoshift-Funktion beim Pedalieren unter Last. Mit XT Di2 und Hyperglide ist lediglich die Freeshift-Funktion (Schalten im Rollen ohne Last) freigegeben.
Mit den Ketten und Kassetten mit Linkglide-Technologie bringt Shimano robuste Komponenten, die explizit auf die höheren Belastungen an E-Bikes ausgelegt sind. Die robustere Konstruktion soll die Haltbarkeit drastisch erhöhen. Außerdem wurden die Schalthilfen der Ritzel so angepasst, dass die Gangwechsel schonender, aber dafür nicht mehr so zackig vonstatten gehen.
So fährt sich die neue Shimano XT Di2 Schaltung
Die Hebel sind sehr ähnlich platziert wie Mountainbiker es seit Jahren von mechanischen Schaltungen kennen. Einzig die Zwei-Wege-Bedienung mit dem Zeigefinger entfällt bei der Di2.
Der Druck mit dem Daumen auf den zwei Hebeln ist definiert und landet vom Charakter zwischen dem superdirekten, elektronischen Klick einer Sram AXS und dem mechanischen Gefühl der Vorgänger-Di2. Der gewählte Gang wird im Steps-Display angezeigt. Die Schaltvorgänge sind knackig, gehen aber eine Nuance langsamer über die Bühne als bei Srams alter AXS.
Di2 Schaltung mit Free-Shift: Schalten ohne Treten
Mit Free-Shift reicht ein Druck auf den Di2-Hebel, und der Motor lässt den Antriebsstrang auch ohne Pedalumdrehung rotieren. Solange das Bike rollt, ermöglicht das Gangwechsel, ohne zu treten.
Auto-Shift: Ghost-Shifting 2.0
Im ersten Schritt muss die gewünschte Trittfrequenz ausgewählt werden, an der sich die gesamte Regelung orientiert. Seit einem Update geht das auch unkompliziert am E-bike-Display und kann daher auch leicht bei einem kurzen Stopp während der Tour angepasst werden.
In Shimanos E-Tube-App können zwei Automatik-Modi vorprogrammiert werden. Durch den zusätzlichen Knopf am Schalthebel kann man auch während der Fahrt durch die zwei Automatik-Modi wechseln oder gleich ganz manuell die Kontrolle übernehmen.
In der Praxis fühlt sich Auto-Shift nur zuerst ungewohnt an. Die Gangwechsel laufen unvorbereitet ab, nicht immer passt die Trittfrequenz exakt zu den eigenen Vorstellungen. Doch lässt man sich auf die Automatik ein, erledigt sie auch im Gelände die Schaltvorgänge erstaunlich zuverlässig.
Echten Mehrwert liefert Auto-Shift dabei gerade auf flachen Trails oder in Downhills. Denn beim Abbremsen legt die Di2 im Rollen dank Free-Shift gleich den passenden Gang. So muss man sich beim Antreten nach Kurven oder in schnellen Abfahrten nie Gedanken über einen passenden Gang machen.
Shimano Di2 Autoshift ist keine Lösung für alle(s)
Auf Drehmomentänderungen und Antritte reagierte die Automatik in einigen Situationen ebenfalls unpassend. Die Schaltautomatik aber schaltet aufgrund des höheren Fahrerinputs in einen leichteren Gang. Über die Einstellung der Reaktionsfreudigkeit in der App kann man diesen Effekt beeinflussen, allerdings reagiert die Automatik dann auch in Fahrsituationen träger, in denen das nicht gewünscht ist.
In anspruchsvollen Uphills kann es besonders kniffelig werden. Hier nimmt Auto-Shift keine Rücksicht auf die Fahrsituation und schaltet zum Beispiel mitten im Antritt vor einer Stufe oder beim Pedalieren in Kurven. Das stört den Fahrfluss.
Tipp: In der App kann die Automatik so programmiert werden, dass die Di2 Schaltung im Rollen selbstständig agiert (Freeshift), im Pedalierbetrieb aber der Fahrer manuell schaltet.
Fazit zur Shimano XT Di2 mit Auto- und Free-Shift
Funktional kann die neue Di2 überzeugen, insbesondere die Ergonomie gefällt. Dass eine Automatikschaltung im Gelände funktionieren kann, konnten wir uns vorab kaum vorstellen. Doch Auto-Shift macht einen erstaunlich guten Job.
KI-gesteuerte Schaltung: Shimano Q’Auto
Shimano verspricht mit Q’Auto eine KI-gesteuerte Gangschaltung, mit der klassische Fahrräder ohne elektrische Unterstützung E-Bikes Konkurrenz machen sollen. Bei E-Bikes gibt es speziell bei hochpreisigen Modellen bereits seit längerem Automatikschaltungen.
Shimano EP801
Der EP801 schiebt im Boost-Modus schon bei gemäßigtem Tritt mit voller Leistung an. Dazu passt das kernige Drehmoment. Wer sich vom Motor mit geringem Kraftaufwand auf den Berg schieben lassen möchte, bekommt vom EP801 bereits maximalen Schub - mehr als von der Konkurrenz.
Auffällig: Schon bei geringem Fahrerinput von 110 Watt gibt der EP801 seine maximale Leistung ab. Das macht so drastisch kein anderer Antrieb im Test. Leistung und Drehmoment liegen in der Spitze auf Bosch-CX-Niveau.
Im Vergleich mit der Konkurrenz wird deutlich: Über weite Strecken verläuft die Leistungskurve des EP801 nahezu identisch mit Bosch CX und Pinion MGU. Doch bei sehr hoher Trittfrequenz bricht die Leistung ein, wo andere Motoren weiter durchziehen.
Die klassischen Steps-Displays (SC-EM800 und SC-EN600) sitzen kompakt und gut geschützt hinter dem Lenker. Die Ablesbarkeit ist gut, die Informationstiefe eher gering.
Shimano Steps Vollautomatik im Test
Die Ingenieure von Shimano haben das STEPS Automatik-System in verschiedensten Umgebungen, Geländeformen und Topografien auf Herz und Nieren getestet - von verkehrsreichen Innenstädten über Kopfstein-bepflasterte Dorfstraßen bis hin zu steilen Bergregionen.
Zum einen ist das System selbstlernend und damit tatsächlich intelligent: Überstimmt der Fahrer durch manuelle Schaltvorgänge die Automatik, „lernt“ das System diese Besonderheit und ändert das zugrunde liegende Programm entsprechend ab.
Pegasus Opero mit Shimano DI2 Automatik
Das Pegasus Opero schaltet automatisch und passt sich dabei der gewünschten Trittfrequenz des Fahrers an. Es ist eines der ersten 2016er Pedelecs, die in den Genuss der Shimano DI2-Automatik kommen. Kongenial ergänzt wird der Antrieb von Shimanos bewährter Alfine 8 Gang-Nabenschaltung.
In der Praxis sieht das so aus: Ich rolle auf dem gefederten Sattel des Opero bequem aufrecht sitzend durch die Stadt. Vor mir eine rote Ampel. Den Stopp erledigen die kräftigen Scheibenbremsen beruhigend sicher. Während ich auf Grün warte, schaltet die Automatik selbsttätig in einen passenden Anfahrgang. Dann das Aha-Erlebnis. Ich trete an, der Motor schiebt - und zum ersten Mal muss ich mich nicht mit dem Gangwechsel beeilen, um bei der schnellen Beschleunigung nicht ins Leere zu treten. Macht alles die Automatik.
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