Shimano Steps E6100 Test: Kompakter, Leichter und Effizienter E-Bike Motor

Nachdem Bosch im letzten Jahr die Active Line-Reihe neu aufgelegt hat, zogen die Japaner von Shimano nach und kündigten für den Herbst 2018 den E6100 an - eine Weiterentwicklung des beliebten E6000-Antriebs für Trekking und City e-Bikes.

Die Fakten zum Shimano Steps E6100

Der neue Shimano Steps E6100-Antrieb kommt mit 250 Watt Nennleistung und einer Spitzenleistung, die laut Shimano bei 500 Watt liegt. In Sachen Drehmoment soll der Motor, je nach Hersteller-Setting, bis zu 60 Newtonmeter liefern - und damit um 20% mehr als das Vorgängermodell E6000. Seine Kraft entfaltet der neue Shimano Steps E6100 dabei in Abhängigkeit vom Pedalierverhalten des Fahrers.

Shimano STEPS bietet den E6100 in zwei Versionen an. Damit der Motor optimal an die jeweiligen Anforderungen hinsichtlich Terrain und Fahrstil angepasst ist, stehen Kettenblätter mit 38 oder 44 Zähnen zur Auswahl. Dadurch ist auch der Einsatz eines Karbonriemens statt Stahlkette möglich. Für beide Antriebsvarianten beträgt die Kurbellänge 170 mm.

Wie bei allen my Boo Rädern sitzt der Akku (418 Wattstunden) extern auf dem Unterrohr.

E6100 in zwei Varianten für Trekking und City e-Bikes: Die Antriebseinheit wird ab Herbst 2018 in zwei 250 Watt-Versionen angeboten werden - für City und für Trekking e-Bikes. In der City-Variante bringt der Antrieb sogar einen vollintegrierten Kettenschutz mit und unterstreicht damit die komfortable und alltagstaugliche Ausrichtung, auf die Stadtradler in der Regel Wert legen.

Es stehen zwei Kettenblatt-Größen zur Verfügung - 38 oder 44 Zähne - womit sich die Antriebseinheit an unterschiedliche Fahrstile anpasst, ob man nun eher der gemütliche Cruiser mit City e-Bike ist, oder die eigene Abenteuerlust bei rasanteren Fahrten auf einem Trekking e-Bike ausleben möchte.

Zwei unterschiedliche Antriebseinheiten und zwei Akkuvarianten - das E6100-System wird mit 504 Wh und 418 Wh erhältlich sein, dabei gibt Shimano eine Reichweitensteigerung von 20 % (bei beiden Modellen) gegenüber den Lithium-Ionen-Akkus der E6000-Reihe an. Die neuen Unterrohrakkus sollen ebenfalls kompakter als ihre Vorgänger sein.

Der Shimano Steps E6100 bildet eine perfekte Symbiose aus MTB-Segmenten und Trekking- /City-Eigenschaften. Ansprechen möchte der Hersteller in erster Linie sportliche City-Fahrer, Pendler und Trekkingfahrer.

Der E6100 selbst passt nun in die Aufnahme des sportlichen E8000 und ist damit deutlich geschrumpft. Gespeist wird der Motor von neuen Akkus, die ebenfalls kompakter sind als ihre Vorgänger und entweder als 418 Wh oder 504 Wh Kapazität erhältlich sind.

Neben den Lenkerdisplays in unterschiedlichen Größen, ist der Antrieb auch per App ansteuerbar. Lädt man sich die E-TUBE RIDE App runter, dann kann auch das Smartphone die üblichen Daten wie Geschwindigkeit, verbleibende Reichweite, Unterstützungsstufe, Gang, etc. anzeigen. Alle Systemnachrichten lassen sich mithilfe der App auf externen Geräten darstellen.

Design und Bauweise

Bei der Entwicklung des E6100 stand ein ganz bestimmter Antrieb aus dem Hause Shimano Modell: der eMTB-Antrieb E8000, dessen Form und kompakte Bauweise sich nun auch im E6100 wiederfindet. Kleiner bedeutet in den meisten Fällen auch leichter und auch hier hat der E6100 im Vergleich zum E6000 die Nase vorn: Mit einem Gewicht von 2,88 Kilogramm ist er ganze 210 Gramm leichter.

Größter Vorteil ist die kompaktere und leichtere Bauart des Motors. So ist der neue E6100 Antrieb nur noch 2,88 kg schwer und damit 210 g leichter als der E6000. Durch die kompakte Form der Motoreinheit entsteht nicht nur eine höhere Steifigkeit. Durch den geringen Q-Faktor, also die Breite, passt sie sich besser in den Rahmen ein.

Die schmale Bauweise hat einen weiteren Vorteil. Dadurch sitzen die Tretkurbeln näher am Rad, was Rahmengeometrien wie bei herkömmlichen Fahrrädern ermöglicht.

Die beiden Versionen Trekking und City unterscheiden sich optisch durch den mit nachgebildeten Kühlrippen versehene Trekkingversion, die einen Hauch sportlicher erscheint im Vergleich zur glatten Oberfläche der City-Variante. Diese inkludiert einen vollintegrierten Kettenschutz.

Deutlich schlanker und eleganter ist die Formgebung des neuen Antriebs im Vergleich zur Kastenform des bisherigen 6000er Motors und lehnt sich damit an die Hülle des Erfolgsmodells E8000 an. Der Q-Faktor (Abstand der Pedale) konnte verschlankt werden und soll ein natürlicheres Fahrgefühl beim Radfahrer erzeugen.

Fahrgefühl und Leistung

Was kann der neue E6100 nun also? Er ist leichter und kompakter als sein Vorgänger, bietet eine höhere Steifigkeit und eine bessere Kraftübertragung und diese Eigenschaften wirken sich natürlich auch auf die Rahmenkonstruktion der e-Bikes aus. Weil der E6100 kleiner ist, können die Kurbelarme näher am e-Bike positioniert werden, wodurch das Fahrgefühl auf diesen Pedelecs wieder in Stückchen mehr in Richtung herkömmliches Fahrrad rutscht.

In Sachen Performance liefert der E6100 250 Watt Nennleistung, die Spitzenleistung soll bei 500 Watt liegen. Nicht verändert haben sich die drei Unterstützungsmodi Eco, Normal und High.

Die drei Unterstützungsstufen wurden leistungsmäßig an die Fahranforderungen angepasst. Der Ecomodus bietet ledigleich eine Grund-Unterstützung, damit können große Reichweiten erzielt werden. Der Normal-Modus balanciert zwischen dynamischer Unterstützung und geringstnötigem Energieverbrauch.

Während der Shimano-Motor (60 Newtonmeter) schwungvoll vom Start weg unterstützt, fällt schnell die kultivierte Abstimmung der Unterstützung auf, die sich angenehm an den eigenen Tretrhythmus anpasst.

Im Test wurde ein E-Bike mit der Inter5 Nabe gefahren und ein bereits im Vorfeld eingerichtetes Smartphone am Lenker, in Verbindung mit der Ride App, übernahm die Funktionen des Displays. Der Testfahrer entschied sich zu Beginn für den manuellen Schaltmodus und die niedrigste Unterstützungsstufe. Im Testbericht schreibt er: „Der Motor unterstützt deutlich spürbar, ohne jedoch unangenehm oder unnatürlich zu werden. Die Geräuschkulisse ist im Eco Modus selbst in kleinen Nebenstraßen ohne Verkehr kaum wahrnehmbar und ein deutlicher Fortschritt zum Vorgänger, der stets ein hörbares Summen von sich gegeben hatte.“

Zum Wechseln der Unterstützungsstufe schreibt Velomotion: „Das Wechseln der Unterstützungsstufe erfolgte am Test Rad durch einen kurzen Druck auf die Taste der Bedieneinheit. Die anderen Unterstützungsmodi beschleunigen das E-Bike ohne viel Mittreten schnell auf Geschwindigkeiten um 20 km/h. Mit Erreichen der magischen 25 km/h nimmt der Motor die Leistung recht abrupt heraus, hier hätte sich der Tester einen etwas sanfteren Übergang gewünscht. Doch dann überwiegt sofort die Begeisterung: „Hat sich der Motor jedoch erst einmal verabschiedet, geht das Treten spielend, da der komplette Antrieb vollständig entkoppelt und somit keinerlei Widerstand bietet.“ Sollte man sich mit der Reichweite des Akkus einmal versehen haben, ist es zumindest möglich, problemlos das E-Bike zur nächsten Auflade-Möglichkeit zu bewegen.

Shimano E6100 Displayoptionen und Bedienelemente

Eine Option, die nicht bei jedem Antrieb zur Verfügung steht, ist die Wahl aus unterschiedlichen Displayoptionen. Nachdem die Japaner dem neuen Antrieb auch neue Akkus spendiert haben, muss natürlich auch ein neues Display her, das SC-E6100.

Über eine Junction-Box kann das e-Bike auch mit einem Smartphone oder einem Drittanbietergerät (Z.B. Garmin oder SIGMA) gekoppelt werden. Über die E-Tube-Ride-App stehen dem Fahrer so alle wichtigen Informationen auf dem Smartphone parat ( Trittfrequenz, Unterstützungsmodus, Akkukapazität, Geschwindigkeit) und darüber hinaus kann die Anzeige nach den eigenen Vorlieben konfiguriert werden.

Alternativ können auch kompatible Fahrradcomputer von Drittanbietern oder das eigene Smartphone im Zusammenspiel mit der neuen E-Tube-Ride-App und der Wireless-Transmitter-Einheit EW-EN100 als Systemdisplay genutzt werden.

Mit dem Smartphone und der E-Tube-Ride-App lassen sich nicht nur alle wesentlichen Informationen zum System anzeigen, beispielsweise Geschwindigkeit, Trittfrequenz, verbleibende Akkukapazität, Unterstützungsmodus oder gewählter Gang, sondern die Anzeige lässt sich auch für die individuellen Vorlieben konfigurieren.

Darüber hinaus können Hinweis- oder Warnmeldungen des Shimano-Steps-Systems auf kompatiblen Displays von Drittanbietern ebenso angezeigt werden wie auf dem Smartphone - bei letzterem gar mit direkter Verlinkung zu einer Web-Adresse, unter der weitere Informationen oder Hilfe zu der entsprechenden Meldung abrufbar sind.

Wer wirklich auf jedes Gramm achtet oder ein besonders cleanes, puristisches Cockpit bevorzugt, kann auch gänzlich auf ein Anzeigedisplay verzichten und erhält dennoch Basisinformationen zum gewählten Unterstützungsmodus und der Akkureichweite über die LEDs der kabellosen Transmitter-Einheit EW-EN100.

Shimano Nexus Inter-5E

Speziell für E-Bikes entwickelt und einzigartig in der E6100-Serie ist die Shimano Inter-5 Nexus Nabenschaltung, die neben den gegebenen Vorteilen einer Nebenschaltung auch wesentlich höheren Trittkräften standhält, die in Pedelecs durch die Motor-Fahrer-Kombination auftreten (bis zu 60 Nm). Die Inter-5 Nexus bietet wie die anderen elektronischen Gangschaltungen aus dem Hause Shimano eine automatische Gangwahl aus einer Übersetzungsbandbreite von 263 % und eine Ganganpassung nach dem Anhalten.

Mit fünf Gängen und einem Übersetzungsumfang von 263% passt Shimano auch die neue Nexus Inter 5E den spezifischen Anforderungen ans Pedelec-Fahren an.

Im Gegensatz zu den bestehenden Nexus- und Alfine-Nabenschaltungen besitzt die neue Nexus Inter-5E lediglich fünf Gänge. Sie bietet laut Shimano eine Entfaltung von 263% und verzichtet dabei auf Gänge im untersetzten Bereich, die dank der Motorunterstützung ohnehin selten genutzt werden.

Die Shimano Nexus Inter-5E ist als V-Brake-, Rollenbremsen-, Scheibenbremsen- oder Rücktrittbremsen-Version erhältlich. Sie kommt sowohl in einer mechanischen als auch in einer elektronischen Di2-Ausführung.

In der Di2-Variante ermöglicht die Nexus Inter-5E eine vollautomatische Schaltfunktion. Dabei wählt das System in Abhängigkeit von bestimmten Daten wie der Trittfrequenz automatisch einen adäquaten Gang und schaltet beim Anhalten automatisch in einen fürs Wiederanfahren geeigneten Gang.

Die neue Shimano Nexus Inter-5E konnte Elektrobike-Redakteur Holger Schwarz ebenfalls testen. Unser Kollege fuhr die Nabenschaltung in der elektronischen Di2-Version und war angetan von der Schaltung. "Die elektronische Nexux Inter-5E ist die optimale Schaltung für die Stadt. Im Automatikmodus kann sich der Fahrer einfach aufs Rad setzen und losfahren. Das Schalten in den richtigen Gang übernimmt die Nexus Inter-5E ganz von allein", freute sich Schwarz über die Einfachheit der Bedienung.

An roten Ampeln und Stopp-Schildern schaltet die Nexus Inter-5E automatisch in den zuvor ausgewählten Anfahrgang. "Einfacher geht’s wirklich nicht", so unser Kollege.

Probleme und Herausforderungen

Einige Benutzer haben von Motor-Leistungseinbrüchen und Aussetzern berichtet, insbesondere bei längeren Berg-Etappen. Trotz Unterstützung von Händlern und Shimano-Technikern konnten diese Probleme nicht immer behoben werden.

Es gab auch Berichte über Fehlercodes, die auf Sensorfehler hinweisen, sowie über unerwartete Abschaltungen des Systems. Einige Benutzer haben diese Probleme durch Anpassungen an der Position des Magneten am Hinterrad oder durch Entfernen und Wiedereinsetzen des Akkus behoben.

Die Ernüchterung kam mit den Motor-Leistungseinbrüchen und Aussetzern bei den ersten längeren Berg-Etappen!

Auch ich habe Motor-Leistungseinbrüche bei Bergfahrten. Die Leistungsreduktion ist auf der Anzeige ersichtlich.

Fazit

Der Shimano Steps E6100 ist ein kompakter, leichter und effizienter E-Bike Motor, der sich sowohl für den Einsatz in der Stadt als auch für Trekking-Touren eignet. Mit seiner harmonischen Unterstützung, den vielfältigen Displayoptionen und der innovativen Nexus Inter-5E Nabenschaltung bietet er ein angenehmes und komfortables Fahrerlebnis.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0