Shimano Steps E6100 Mittelmotor: Ein umfassender Test

Bereits im Vorfeld der diesjährigen Eurobike kündigte der japanische Komponentenriese Shimano mit dem Steps E6100 einen neuen E-Bike Antrieb an. Der Shimano Steps E6100 bildet eine perfekte Symbiose aus MTB-Segmenten und Trekking- /City-Eigenschaften. Ansprechen möchte der Hersteller in erster Linie sportliche City-Fahrer, Pendler und Trekkingfahrer. Dieser ordnet sich zwischen dem ebenfalls neuen E5000 und den MTB-Antrieben ein. Man möchte folglich sportliche City-Fahrer, Pendler und Trekkingfahrer damit ansprechen.

Technische Details des Shimano Steps E6100

Der neue Shimano Steps E6100-Antrieb kommt mit 250 Watt Nennleistung und einer Spitzenleistung, die laut Shimano bei 500 Watt liegt. In Sachen Drehmoment soll der Motor, je nach Hersteller-Setting, bis zu 60 Newtonmeter liefern - und damit um 20% mehr als das Vorgängermodell E6000. Seine Kraft entfaltet der neue Shimano Steps E6100 dabei in Abhängigkeit vom Pedalierverhalten des Fahrers.

Der Motor selbst passt nun in die Aufnahme des sportlichen E8000 und ist damit deutlich geschrumpft. Das macht sich auch beim Gewicht bemerkbar: Lediglich 2,8kg bringt der neue Shimano-Sprössling auf die Waage. Die Antriebseinheit soll 2,8 Kilogramm auf die Waage bringen und damit 210 Gramm leichter sein als das Vorgängermodell. Gespeist wird der Motor von neuen Akkus, die ebenfalls kompakter sind als ihre Vorgänger und entweder als 418 Wh oder 504 Wh Kapazität erhältlich sind. Seine Power erhält der neue Shimano Steps E6100-Antrieb von einer Auswahl an externen und internen Akkus mit wahlweise 504 oder 418 Wattstunden. Im Zusammenspiel mit dem neuen Ladegerät schrumpfen die Ladezeiten erheblich.

Das Design des neuen E6100-Antriebs ist an Shimanos E-MTB-Motor E8000-Motor angelehnt. So hat der E6100 die gleichen Aufnahmepunkte wie der E8000, was für eine steife Verbindung zwischen Anrieb und Rahmen und damit für eine effiziente Kraftübertragung sorgen soll. Der E6100 selbst passt nun in die Aufnahme des sportlichen E8000 und ist damit deutlich geschrumpft.

Beim Überschreiten der 25 km/h-Grenze soll der Motor sanft ausklingen und bei höheren Geschwindigkeiten einen nur minimalen Widerstand bieten. Letzteres gilt laut Shimano auch für die Fahrt mit ausgeschaltetem Motor. Der neue Steps E6100 soll so auf eine 20% höhere Antriebseffizienz und eine 20% höhere Reichweite kommen. Außerdem soll der Motor deutlich leiser sein als der Vorgänger.

Unterstützungsmodi und Software

Der neue E6100-Antrieb besitzt, Shimano-typisch, drei Unterstützungsmodi: Eco, Normal und High. Die Charakteristika dieser Modi lassen sich über Shimanos E-Tube-Software in zwei Betriebsarten einstellen. So ist einmal eine sehr komfortable bzw. eine sportlichere Einstellung wählbar. Die drei Unterstützungsstufen wurden leistungsmäßig an die Fahranforderungen angepasst. Der Ecomodus bietet ledigleich eine Grund-Unterstützung, damit können große Reichweiten erzielt werden. Der Normal-Modus balanciert zwischen dynamischer Unterstützung und geringstnötigem Energieverbrauch.

Trekking- und City-Variante

Der Shimano Steps E6100-Antrieb ist in zwei Versionen erhältlich - eine für Trekking- und eine für City-E-Bikes. Die City-Version bringt unter anderem einen vollintegrierten Kettenschutz mit.

Für beide Varianten stehen unterschiedliche Kurbeloptionen zur Verfügung, darunter 170-mm-Kurbelarme für optimierte Bodenfreiheit und wahlweise 38- oder 44-Zähne-Kettenblätter, die auch mit Gates-Riemenantrieben kompatibel sind. Ein enger Abstand der Kubelarme soll für ein natürliches Fahrgefühl sorgen, ähnlich dem auf einem herkömmlichen Fahrrad.

Als Schaltsysteme kommen entweder Getriebenaben oder Schaltwerke zum Einsatz, jeweils wahlweise in mechanischer oder elektronischer Di2-Ausführung.

Display-Optionen und Konnektivität

Neues gibt es auch bei den Themen Display und Konnektivität. Das bereits vom E6000 bekannte Display hat ein kleines Redesign erhalten, bleibt im Großen und Ganzen jedoch wie gehabt gut ablesbar, hoher Kontrast. Eine Neuerung ist die Bluetooth Smart ANT+ Schnittstelle.

Zur Anzeige der wichtigen Systeminformationen stehen dem E-Biker bei Shimanos neuem Steps E6100-Antrieb grundsätzlich vier Möglichkeiten zur Verfügung.

Die erste Wahl ist sicherlich das Standard Shimano-Steps-Display. Es ist, wie beim E8000 und beim Di2-Antrieb, mit einer Bluetooth-Schnittstelle ausgestattet, sodass mithilfe der E-Tube-App von Shimano per Smartphone oder Tablet direkt Firmware-Updates durchgeführt oder gewisse Systemeinstellungen wie Schalterbelegungen individuell angepasst werden können.

Alternativ können auch kompatible Fahrradcomputer von Drittanbietern oder das eigene Smartphone im Zusammenspiel mit der neuen E-Tube-Ride-App und der Wireless-Transmitter-Einheit EW-EN100 als Systemdisplay genutzt werden.

Mit dem Smartphone und der E-Tube-Ride-App lassen sich nicht nur alle wesentlichen Informationen zum System anzeigen, beispielsweise Geschwindigkeit, Trittfrequenz, verbleibende Akkukapazität, Unterstützungsmodus oder gewählter Gang, sondern die Anzeige lässt sich auch für die individuellen Vorlieben konfigurieren.

Darüber hinaus können Hinweis- oder Warnmeldungen des Shimano-Steps-Systems auf kompatiblen Displays von Drittanbietern ebenso angezeigt werden wie auf dem Smartphone - bei letzterem gar mit direkter Verlinkung zu einer Web-Adresse, unter der weitere Informationen oder Hilfe zu der entsprechenden Meldung abrufbar sind.

Wer wirklich auf jedes Gramm achtet oder ein besonders cleanes, puristisches Cockpit bevorzugt, kann auch gänzlich auf ein Anzeigedisplay verzichten und erhält dennoch Basisinformationen zum gewählten Unterstützungsmodus und der Akkureichweite über die LEDs der kabellosen Transmitter-Einheit EW-EN100.

Shimano Nexus Inter-5E: Die neue E-Bike Schaltung

Im Zuge der E61oo Präsentation lüfteten die Japaner auch den Vorhang vor der Inter5-E, der ersten echten E-Bike Schaltnabe aus dem Hause Shimano. Speziell für E-Bikes bringt Shimano die neue Nabenschaltung Nexus Inter-5E. Diese ist auf die höheren Kräfte des neuen Steps E6100-Antriebs mit Drehmomenten bis 60 Newtonmeter ausgelegt. Diese bietet eine Bandbreite von 263% verteilt über fünf Gänge. Im Zusammenhang mit der Produktvorstellung des Shimano Steps E6100 wurde auch die neue E-Bike Nabe Nexus Inter-5E vorgestellt. Diese bietet eine Bandbreite von 263 %, verteilt über fünf Gänge.

Im Gegensatz zu den bestehenden Nexus- und Alfine-Nabenschaltungen besitzt die neue Nexus Inter-5E lediglich fünf Gänge. Sie bietet laut Shimano eine Entfaltung von 263% und verzichtet dabei auf Gänge im untersetzten Bereich, die dank der Motorunterstützung ohnehin selten genutzt werden. Fünf Gänge reichen in der Regel für den vortriebsrelevanten Bereich am E-Bike aus, so die Erfahrung von Shimano.

Die Shimano Nexus Inter-5E ist als V-Brake-, Rollenbremsen-, Scheibenbremsen- oder Rücktrittbremsen-Version erhältlich. Sie kommt sowohl in einer mechanischen als auch in einer elektronischen Di2-Ausführung.

In der Di2-Variante ermöglicht die Nexus Inter-5E eine vollautomatische Schaltfunktion. Dabei wählt das System in Abhängigkeit von bestimmten Daten wie der Trittfrequenz automatisch einen adäquaten Gang und schaltet beim Anhalten automatisch in einen fürs Wiederanfahren geeigneten Gang.

Praxistest des Shimano Steps E6100 und der Nexus Inter-5E

Technische Details sind schön und gut, aber am Ende kommt es dann trotzdem immer darauf an, wie sich der Antrieb in der Praxis schlägt. Hierfür hatte Shimano nach Berlin eingeladen, um im Praxisalltag eine Testflotte mit neuem E6100 Motor ausgiebig probefahren zu können.

Neugierig wie ich bin, hatte ich mir gleich zu Beginn eines der Räder ausgesucht an dem nicht nur der neue Motor für die Unterstützung verantwortlich war, sondern ebenso mit der neuen Inter-5 Nabe bestückt war. Zu Beginn entschied ich mich für den manuellen Schaltmodus und die niedrigste Unterstützungsstufe: Für die belebten Straßen Friedrichsains eine gute Wahl. Der Motor unterstützt deutlich spürbar, ohne jedoch unangenehm oder unnatürlich zu werden. Die Geräuschkulisse ist im Eco Modus selbst in kleinen Nebenstraßen ohne Verkehr kaum wahrnehmbar und ein deutlicher Fortschritt zum Vorgänger, der stets ein hörbares Summen von sich gegeben hatte.

Das Wechseln der Unterstützungsstufe erfolgte an meinem Testrad durch einen kurzen Druck auf die Taste an der Bedieneinheit. Klein und unscheinbar hing diese im Kabel vor dem Vorbau und ist so für einigermaßen geübte Fahrer auch während der Fahrt problemlos erreich- und bedienbar. Die beiden anderen Unterstützungsmodi machen deutlich mehr Betrieb und beschleunigen das Rad auch ohne viel Mittreten schnell auf Geschwindigkeiten um 20km/h. Erreicht man die magische 25km/h, nimmt der Motor leider recht abrupt die Leistung heraus - hier hätte ich mir einen etwas sanfteren Übergang gewünscht. Hat sich der Motor jedoch erst einmal verabschiedet, geht das Treten spielend, da der komplette Antrieb vollständig entkoppelt und somit keinerlei Widerstand bietet.

Schon nach wenigen Metern wandte ich mich außerdem der neuen Schaltnabe zu. Fünf Gänge klingen im ersten Moment nach ziemlich wenig, durch die große Bandbreite decken diese jedoch die relevanten Bereiche ab - gerade auch, weil sich Shimano dazu entschied, die leichten Gänge auszulassen. Schließlich benötigt man diese dank des Motors ohnehin nicht. Nicht ganz überzeugen konnte mich der bereits bekannte Schalthebel: Der Druckpunkt der beiden Tasten dürfte hier gerne ein wenig definierter sein.

Umso besser, dass man diese meiner Ansicht nach im urbanen Einsatz aber gar nicht braucht: Die Schaltautomatik funktioniert einfach zu gut. Per kurzem Knopfdruck aktiviert, wechselt diese abhängig von diversen Parametern wie Tretleistung und Geschwindigkeit automatisch in den passenden Gang. Der Clou dabei: Der Schalthebel bleibt aktiv und man kann jederzeit von selbst den Gang wechseln, ohne die Automatik zu deaktivieren.

Die dritte Neuerung prangte direkt am Lenker: Statt des Displays wurden sämtliche Infos vom Antrieb auf einem Smartphone dargestellt. Dafür verantwortlich zeigte sich eine Beta Version der Ride App, die bis auf einige kleine Schönheitsfehler schon problemlos funktionierte.

Erfahrungen von Holger Schwarz im Test

Elektrobike-Redakteur Holger Schwarz testet den Shimano Steps E6100. Ihm gefiel vor allem die harmonische Unterstützung des Motors. "Er setzt beim Treten ohne Verzögerung ein, arbeitet sehr gleichmäßig und hört sofort auf zu unterstützen, sobald man mit dem Pedalieren stoppt - wie es sein soll", so unser Kollege.

Dabei unterstützt der Steps E6100 angenehm leise, auch bei kräftigem Treten und in Bergauf-Passagen ist er nicht übermäßig laut. Die Kraft, die der Antrieb bei der Testfahrt lieferte, war beim eingestellten Setup optimal für den Einsatz in der City geeignet. Auch kleinere Anstiege waren mit dem neuen Shimano-Antrieb kein Problem. Bei ausgeschaltetem Motor und bei Geschwindigkeiten über 25 km/h ließ sich der Antrieb ebenfalls gut fahren. "Fast wie auf einem Fahrrad ohne Motor", freute sich Kollege Schwarz.

Auf dem Standard-Display des Shimano Steps werden alle wichtigen Informationen wie die aktuelle Geschwindigkeit, die gewählte Unterstützungsstufe und der Akkuladestand übersichtlich in Schwarz-Weiß-Optik dargestellt. Zusätzlich hat der Fahrer die Möglichkeit, sich weitere Infos wie beispielsweise die Restreichweite des Akkus oder die Gesamtkilometer anzeigen zu lassen.

Noch mehr Möglichkeiten hat der Biker, wenn er statt des Standard-Displays die Ride-App von Shimano auf seinem Smartphone installiert und dieses als Display für den E6100 benutzt. Hier kann er individuell wählen, welche Info als zentrales, großes Element in seinem Display erscheint und welche weiteren Daten zusätzlich dargestellt werden. Außerdem erhält er über die Ride App zum Beispiel die Info, wie stark sein aktueller Kraftaufwand ist und wieviel Unterstützung der Motor dazu gibt.

Einziger Kritikpunkt bei der ersten Testfahrt mit dem Steps E6100 waren die Tasten zur Wahl der Unterstützungsstufe. "Sie könnten ein wenig bisschen sein, damit man nicht die falsche Taste drückt", fand unser Kollege am Ende der Testfahrt durch Berlin.

Shimano Nexus Inter-5E im Test

Die neue Shimano Nexus Inter-5E konnte Elektrobike-Redakteur Holger Schwarz ebenfalls testen. Unser Kollege fuhr die Nabenschaltung in der elektronischen Di2-Version und war angetan von der Schaltung. "Die elektronische Nexux Inter-5E ist die optimale Schaltung für die Stadt. Im Automatikmodus kann sich der Fahrer einfach aufs Rad setzen und losfahren. Das Schalten in den richtigen Gang übernimmt die Nexus Inter-5E ganz von allein", freute sich Schwarz über die Einfachheit der Bedienung.

An roten Ampeln und Stopp-Schildern schaltet die Nexus Inter-5E automatisch in den zuvor ausgewählten Anfahrgang. "Einfacher geht’s wirklich nicht", so unser Kollege. Das perfekte Fortbewegungsmittel für Stadtbewohner!

Shimano Steps E6100 im Vergleich zu anderen Motoren

Den E6100 hat Shimano 2018 als neuen Antrieb für City e-Bikes und für Trekking e-Bikes vorgestellt. Typisch für Shimano sind die drei verschiedenen Unterstützungsstufen ECO, NORMAL und HIGH. Mit einem Gewicht von lediglich 2,8 kg darf sich der Shimano Steps E6100 zu den leichtesten e-Bike Motoren zählen. Der Motor unterstützt den Fahrer bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h und klingt beim Überschreiten dieser Grenze sanft aus.

Der E6100 selbst passt nun in die Aufnahme des sportlichen E8000 und ist damit deutlich geschrumpft. Die beiden Versionen Trekking und City unterscheiden sich optisch durch den mit nachgebildeten Kühlrippen versehene Trekkingversion, die einen Hauch sportlicher erscheint im Vergleich zur glatten Oberfläche der City-Variante. Diese inkludiert einen vollintegrierten Kettenschutz.

my Boo my Todzie E6100: Ein besonderes City-E-Bike

Das my Todzie E6100 ergänzt die Produktreihe der Kieler um ein City-E-Bike mit sportlicher Optik und modernsten Komponenten. Während der Shimano-Motor (60 Newtonmeter) schwungvoll vom Start weg unterstützt, fällt schnell die kultivierte Abstimmung der Unterstützung auf, die sich angenehm an den eigenen Tretrhythmus anpasst. Zwischen den drei Unterstützungsstufen ausgewählt wird auf dem kompakten Shimano Steps E5000-Display am linken Griff, das seinen Teil zu einem aufgeräumten Cockpit beiträgt.

Tabelle: Shimano Steps E6100 - Fakten im Überblick

Merkmal Details
Nennleistung 250 Watt
Spitzenleistung 500 Watt
Drehmoment Bis zu 60 Nm
Gewicht 2,8 kg
Akkukapazität 418 Wh oder 504 Wh
Unterstützungsmodi Eco, Normal, High
Schaltoptionen Getriebenaben oder Schaltwerke (mechanisch oder Di2)

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