Als Shimano 2016 den E8000-Motor vorstellte, war dieser quasi das "Missing Link" zur Entwicklung moderner E-MTBs. Bis dato waren die Motoren von Bosch & Co. nämlich solche "dicken Brocken", dass den Produktmanagern nichts anderes übrigblieb, als die Hinterbaufederungen und Geometrien mühsam um diese herum zu bauen. Dabei kamen nicht selten Kettenstrebenlängen von bis zu 490 mm heraus - viel zu lang. Ein nichtmotorisiertes MTB besitzt beispielsweise Kettenstreben um 435 mm Länge. Die Eckdaten des E8000 - klein und leicht - bewogen viele BikeHersteller damals, darunter auch Merida, voll auf die Shimano-Karte zu setzen. Mit Erfolg!
Mit dem Shimano Steps E8000 Antriebssystem an Bord, kannst du dein e-Mountainbike Erlebnis in vollen Zügen auskosten. Dieser Elektromotor, mit allem was dazu gehört, wurde für den extremen Offroad-Einsatz geschaffen und zeigt genau hier, was er alles draufhat. Der Shimano Steps E8000 ist ein waschechter e-Mountainbike-Motor, der in allen Einsatzzwecken dieses Pedelec-Typs seine Stärken auszuspielen weiß. Allmountain-, Enduro- und Downhill e-Mountainbikes werden von Marken wie Focus, Husqvarna oder Cannondale mit dem Shimano Steps E8000 veredelt. Hindernisse überwinden, rasante Abfahrten unternehmen, steile Berge erklimmen - alles mit einer Menge Spaß möglich, wenn man als Support das Shimano Steps E8000 Antriebssystem für e-Mountainbikes hat.
Technische Details und Fahreigenschaften
Durch die kompakte und leichte Bauweise dieses Antriebs ist es möglich, die Rahmengeometrie eines herkömmlichen Mountainbikes mit kurzen Kettenstreben zu erhalten, somit ein natürliches Fahrgefühl zu schaffen und dennoch von der Power des Elektromotors mit einem maximalen Drehmoment von 70 Nm zu profitieren. Da das Ziel dieses e-Mountainbike Antriebs war, ihn möglichst so zu entwickeln, als hätte man keinen Elektromotor mit auf dem Bike, ist er besonders kompakt und leicht gebaut. Das geringe Volumen schafft die Möglichkeit kurze Kettenstreben und einen Q-Faktor von 177 mm am e-Mountainbike einzusetzen und es auf diese Weise an ein reguläres Bike heran zu rücken. Da der Elektromotor allein lediglich 2,8 kg auf die Waage bringt und mittig über dem Tretlager positioniert ist, fühlt sich der Schwerpunkt des e-Mountainbikes ebenfalls natürlich an.
Erreicht man einen steilen Streckenabschnitt oder kommt gerade aus einer Kurve, sind das Momente, in denen man sich besonders an der verzögerungsfreien Leistungsentfaltung des Shimano Steps E8000 e-MTB Antriebs erfreut. Eine feine Sensorik sorgt dafür, dass du ab dem ersten Tritt in die Pedale tatkräftig begleitet wirst, Auch in hohen Trittfrequenzen arbeitet der Elektromotor noch harmonisch und zugkräftig. Mit der Unterstützung deiner eigenen Tretleistung bis hin zu 300%, kann dir kein Berg so schnell einen Schrecken einjagen.
Das besondere an der „Trail“-Stufe des Shimano Steps E8000 ist die Leistungsentfaltung, die sich dynamisch nach dem eigenen Tretverhalten richtet. Je mehr Druck du auf die Pedale ausübst, desto mehr Unterstützung liefert dir der Antrieb. Das System erkennt dank der Sensorik, wenn die Anstrengung eine höhere Leistungsentfaltung des Elektromotors erfordert. Im „Trail“-Modus kannst du also jeden möglichen Unterstützungsgrad des Shimano Steps E8000 abrufen.
Konfiguration und Individualisierung
Wie zuvor bereits mehrfach angedeutet, ist es beim Shimano Steps E8000 e-Mountainbike Antriebssystem möglich, die Unterstützungsstufen „Trail“ und „Boost“ für deinen persönlichen Bedarf anzupassen. Von den drei Fahrmodi, oder auch Betriebsarten, die die Kraftentwicklung des Elektromotors bestimmen sind mit „Dynamic“ und „Explorer“ zwei bereits von Werk aus festgelegt. Sind die Voreinstellungen der Unterstützungsstufen nicht das, was man sich darunter vorstellt, so kann man im Zuge des Updates 2018 im dritten Modus „Custom“ selbst bestimmen, wie sich der Elektromotor je nach Unterstützungsstufe verhält.
Nach Verbindung von SC-E8000 Display und deinem Smartphone kannst du in der simpel gehaltenen E-Tube App deine Feinabstimmung des „Custom“-Modus vornehmen. Über die Anpassung der Unterstützungsstufen hinaus, kann über die Verbindung mit der App die Belegung der Schalthebel geändert werden, wenn du über eine elektronische Gangschaltung an deinem e-Mountainbike verfügst. Ebenfalls kann bestimmt werden, wie sich der Multi-Shift-Modus eben dieser Gangschaltung verhält: Ob du die Möglichkeit des Schaltens mehrerer Gänge auf einmal überhaupt nutzen möchtest, wie schnell, bzw. langsam der Gangwechsel von statten geht, ob du ein Limit der in Folge schaltbaren Gänge festlegen möchtest.
Das Display zum Shimano Steps E8000
Bei einem e-Bike, das ein Elektromotor von Shimano schmückt, genießt du nicht nur dessen überzeugende Leistung, sondern profitierst auch von einem Antriebssystem, dessen gesamte Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt sind. Wer sein e-Mountainbike auf extremen Fahrten nutzt, der hat keine Zeit und auch kein Auge für ein großes, komplexes Display. Dieser Umstand wurde von Shimano bedacht. Das LCD Farbdisplay SC-E8000 hat nur 4 cm Durchmesser und eine angenehm aufgeräumte Anzeige. Die gegenwärtige Unterstützungsstufe ist farblich codiert und somit schon aus dem Augenwinkel zu erkennen. Weitere Funktionen umfassen wesentliche Informationen wie den Akkuladestand, die Gesamtkilometer, die Geschwindigkeit, den derzeitigen Gang und natürlich die Möglichkeit zur Verbindung mit der E-Tube App zur Individualisierung deines e-Mountainbike Erlebnisses.
Shimano Steps E8000 im Vergleich
Der Shimano STEPS E8000 gehört zu den am weitesten verbreiteten E-Mountainbike-Motoren. Obwohl er jetzt schon vier Jahre auf dem Buckel hat, werden noch immer neue Bike-Modelle auf Basis des kompakten Motors entwickelt. Die Hardware des 70 Nm starken Shimano STEPS E8000-Motors ist seit seiner Vorstellung 2016 weitestgehend unverändert. Doch das macht ihn nicht zwangsläufig schlechter. Denn bei seiner Einführung war er einer der modernsten und innovativsten Motoren auf dem Markt. Dank kontinuierlicher Softwareupdates, verbesserter Connectivity, neuer Akkus, Display- und Remote-Optionen wurde das Shimano STEPS E8000-System immer wieder modernisiert.
Als einer der ersten Motorenhersteller hat Shimano einen Geschwindigkeitssensor entwickelt, der sich problemlos ins Ausfallende integrieren lässt und mit einem Magneten an der hinteren Bremsscheibe funktioniert. Shimano bietet zwei externe Akkus mit 418 Wh und 504 Wh sowie zwei interne mit jeweils 504 Wh an. Letztere unterscheiden sich vor allem im Gewicht, in der Form und Größe voneinander.
Auf dem Trail bietet der Shimano STEPS E8000 drei Unterstützungsstufen: Eco, Trail und Boost, wobei die dynamisch-progressive Stufe Trail die Unterstützung sehr feinfühlig über den gesamten Leistungsbereich regelt. Unter den Allroundern ist der Shimano auch im Boost-Modus mit 300 % Unterstützung der schwächste Motor im Test und muss sich - FAZUA und Specialized SL1.1 ausgenommen - an steilen Rampen der Konkurrenz geschlagen geben. An der maximalen Motorpower merkt man dem STEPS E8000 sein Alter ebenso an wie am leichten Tretwiderstand über der 25-km/h-Schwelle. Die ist vor allem in der Ebene deutlich spürbar, da der Motor seine Leistung sehr abrupt drosselt und im Gegensatz zu Bosch oder Brose über der Schwelle im rechtlich erlaubten Toleranzbereich bis 27,5 km/h auch nicht mehr leicht nachschiebt.
Trotz weniger Power lässt sich der Boost-Modus weniger gut kontrollieren als beispielsweise der Turbo-Modus des Bosch-Motors. Hier gibt sich der Shimano giftiger und prescht oftmals ungewollt stark nach vorn, wodurch das Vorderrad steigen oder das Hinterrad durchdrehen kann. Bei niedriger Trittfrequenz geht ihm hingegen oftmals die Puste aus. Die einzelnen Stufen lassen sich mit der E-TUBE-App noch jeweils in drei Stufen fein tunen. So genau und individuell wie z. B. beim Specialized-Motor ist es aber nicht möglich.
Der Shimano STEPS E8000 überzeugt vor allem durch sein modulares Cockpit, bei dem Hersteller und Kunden zwischen tollen Optionen wählen können. Auch die Integration ins Bike ist dank kompakter Maße und freier Akkuwahl vorbildlich. Der progressive Trail-Modus macht richtig Laune.
Vergleich mit dem Shimano EP8
Nun kommt die nächste Evolutionsstufe auf den Markt - EP8 heißt der offizielle Nachfolger des E8000. Im direkten Vergleich zum E8000 hat der EP8 einige Vorteile:
- 2 dB leiser
- 36 % weniger Tretwiderstand ab 25 km/h
- verbessertes Hitzemanagement
- mehr Leistung bei niedriger Trittfrequenz
War schon der alte Motor, verglichen zum (damaligen) Bosch, sehr leicht, hat der neue nun noch mal deutlich abgespeckt: 300 g weniger bringt er auf die Waage und wiegt damit nur noch 2,6 Kilo. Statt der 70 Newtonmeter Maximalleistung des E8000 dreht der EP8 bis auf 85 Nm auf, und er soll dank eines verbesserten Hitzemanagements später und weniger stark abregeln. Reduzierte der alte die Leistung bei starker Temperaturentwicklung noch bis auf 40 Nm, soll der neue lediglich auf 70 Nm abregeln. Verbessert wurde auch die Geräuschentwicklung, der EP8 soll nun zwei Dezibel leiser sein. Zudem hat Shimano laut Eigenaussage den Tretwiderstand ab 25 km/h um satte 36 Prozent reduziert.
Dafür beeindruckt auf Anhieb das direkte Einsetzen der vollen Leistung. Schon bei niedrigen Trittfrequenzen zieht der neue Motor viel stärker durch - ohne dabei übertrieben zu beschleunigen oder gar undosierbar zu wirken. Der E8000-Motor braucht hier deutlich mehr Trittfrequenz (um 70 U/min), um auf Touren zu kommen.
Die volle Kraftzugabe bei niedrigen Kadenzen erlaubt es, wesentlich ruhiger im Sattel zu sitzen. Vor allem in technischen Uphills macht sich das als Vorteil bemerkbar, da man das Bike besser unter Kontrolle hat und aus dem Stillstand heraus mit der vollen Motorleistung rechnen kann. Den alten Motor muss man hingegen stets auf Drehzahl halten, sodass das schnelle Treten Unruhe ins Fahren bringt - auch wenn viele (E-)Biker den E8000 gerade deswegen schätzen, weil sich das Treten mit hoher Frequenz "natürlicher", mehr nach einem unmotorisierten MTB anfühlt.
So oder so: Der neue Shimano-Motor ist in der stärksten Unterstützungsstufe ("Boost") sensibler geworden und agiert nicht mehr so digital wie der alte. Zudem bietet der progressive "Trail"-Mode jetzt ebenfalls bei entsprechender Kraftzugabe des Fahrers die maximale Leistungszugabe. Somit muss man beim EP8 wesentlich weniger zwischen den Modi wechseln und dank der niedrigeren Trittfrequenzen auch weniger schalten.
Praktisch: Shimano bietet zum neuen Motor eine neue App an. Diese lässt es zu, zwei Benutzerprofile anzulegen und Parameter wie Fahrcharakteristik und Drehmoment zu beeinflussen. So kann ein sparsames Pendler-Profil und ein sportliches für die flotte Trail-Runde angelegt werden. Ach so: Auch ohne Motor-Unterstützung ist der neue EP8 eine Verbesserung, der Tretwiderstand oberhalb der 25-km/h-Grenze ist spürbar viel geringer.
Leistungsabgabe im Direktvergleich
Das Diagramm zeigt, wie sich die Leistungsabgabe des neuen EP8-Motors im Vergleich zum alten E8000 verhält. Der Leistungsabfall setzt - auch bei Hitzeentwicklung - deutlich später ein.
Im Detail lassen sich zahlreiche Verbesserungen in der Charakteristik des Motors feststellen: Egal in welchem Fahrszenario arbeitet der EP8 natürlicher und bringt, falls gewünscht, mehr Motorleistung geschmeidiger auf den Trail. Besonders deutlich wird das im Trail-Modus. Wie auch beim alten Motor erkennt der EP8 die Fahrsituation und regelt das Level an Unterstützung je nach App-Setup in den Grenzen von Eco bis Boost. Das Besondere: Durch eine Reduktion der „Fahrcharakteristik“ bei vollem Drehmoment lässt lässt sich der Trail-Modus noch progressiver einstellen.
Besonders an steilen Rampen und in technisch herausfordernden Passagen bergauf zeigen die beiden Motoren sehr große Unterschiede in ihrer Power. Vor allem das um 15 Nm gesteigerte Drehmoment lässt den EP8 beim Beschleunigen, unter großer Last oder bei niedrigen Trittfrequenzen - z. B. bei falscher Gangwahl - am alten Motor vorbeiziehen. Im Boost-Modus gibt sich der STEPS E8000 giftiger und schwerer zu beherrschen als der neue EP8. Der alte prescht oftmals ungewollt stark nach vorn, wodurch das Vorderrad steigen oder das Hinterrad durchdrehen kann. Mit dem neuen Motor lässt sich die Motorpower viel intuitiver und gefühlvoller dosieren, egal ob beim Anfahren oder auf besonders rutschigem Untergrund.
Während der Boost-Modus beim alten Shimano-Motor nur auf der Forststraße sinnvoll ist, bietet der Modus jetzt auch für technisch besonders schwere und steile Trails eine kraftvolle Unterstützungsstufe.
Auch wenn der neue EP8 den alten Motor auf dem Trail weit hinter sich lässt, muss er sich doch in der Disziplin „Geräuschkulisse“ geschlagen geben. Fast alle Hersteller versuchen fieberhaft, E-Mountainbikes leiser zu machen, wofür sie auf allerhand Tricks zurückgreifen: Vom speziell geformten Kettenstrebenschutz aus besonders weichem Kunststoff über spezielle Klemmungen und Führungen für die Züge im Rahmen bis hin zu speziellem Schaumstoff, der Resonanzkörper verkleinern soll - es kommen zahlreiche Methoden zum Einsatz. Doch all diese Mühen bringen nichts, wenn ein Motor nicht nur im Downhill, sondern auch an Bordsteinkanten oder auf Kopfsteinpflaster mitunter laut klappert. Und genau das tut der neue Shimano EP8. Schuld ist das neu gestaltete Getriebe. Es reduziert zwar den Tretwiderstand so weit, dass man ihn oberhalb der 25-km/h-Grenze nicht mehr wahrnimmt, reagiert aber mit lauten Geräuschen auf Erschütterungen und Kettenkräfte. Dieser Punkt geht also ganz klar an den alten Motor.
Der neue Shimano EP8-Motor ist in fast jeder Hinsicht besser als der alte STEPS E8000. Er vereint vermeintliche Gegensätze miteinander und ist sowohl kraftvoller als auch gefühlvoller. Sein natürlicher, sportlicher Charakter erreicht jetzt auch den starken Boost-Modus, wodurch technische Trails zum Spielplatz werden.
Weitere Shimano Steps Systeme
Neben dem E8000 und dem EP8 bietet Shimano noch weitere Steps Systeme an:
- Shimano Steps E5000: Speziell für komfortables Fahren in der Stadt ausgelegt.
- Shimano Steps E6000: Perfekt für Stadtfahrer und Tourenliebhaber.
- Shimano Steps E6100: Weiterentwicklung des E6000, in Varianten für City- und Trekking-E-Bikes erhältlich.
- Shimano Steps E7000: Eher für Freizeit-E-Mountainbiker geeignet und weniger für den Extremsport konstruiert.
Jedes dieser Systeme ist auf die spezifischen Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe zugeschnitten und bietet eine Vielzahl von Funktionen und Konfigurationsmöglichkeiten.
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