Seit einigen Jahren ist der Shimano Steps E8000 Mittelmotor auf dem Markt und wurde speziell für den Einsatz im Mountainbike entwickelt und freigegeben. Viele große Hersteller wie Scott, Ghost und Focus setzten sofort auf das neue Antriebssystem und statteten ihre Mountainbikes damit aus. Mittlerweile hat der Steps E8000 Einzug bei unzähligen Bike-Herstellern gehalten.
Ziel von Shimano war es, ein Antriebssystem auf den Markt zu bringen, mit dem die natürlichen Fahreigenschaften von Mountainbikes erhalten bleiben. So war eine kompakte Bauweise wichtig, um bewährte Rahmengeometrien umzusetzen; ein schmaler Q-Faktor dagegen, um den Pedalabstand eines gewöhnlichen Mountainbikes beibehalten zu können. Des Weiteren galt es, das Gewicht möglichst gering zu halten, was mit unter drei Kilogramm definitiv erreicht wurde. Einfache Bedienung und ein dynamisches Fahrgefühl waren weitere Zielvorgaben.
Akkus und Reichweite des Shimano Steps E8000
Shimano bietet zwei externe Akkus mit 418 Wh und 504 Wh sowie zwei interne mit jeweils 504 Wh an. Letztere unterscheiden sich vor allem im Gewicht, in der Form und Größe voneinander.
Mit dem BT-E8036 schließt Shimano die Lücke zum großen Konkurrenten Bosch. 630 Wattstunden, schlank im Unterrohr integriert. Damit liegt der neue Intube-Akku für das Steps-System in puncto Abmessungen und Kapazität wieder auf Augenhöhe mit Boschs 625er-Powertube. Außerdem wird es mit dem BT-E8035-L noch einen kleinen Bruder des Neulings geben. Er hat exakt die gleichen Abmessungen, fällt mit 504 Wattstunden aber leichter aus. So eignet er sich besser als Zweitakku im Rucksack.
Die 630er-Variante soll 3,7 Kilo wiegen, die 504er 3,1 Kilo. Zum Vergleich: Der aktuelle, kleinere Akku mit 504 Wattstunden (BT-E8035) lag knapp unter der Drei-Kilo-Marke.
Mit dem BT-E8016 bieten die Japaner auch einen größeren externen Akku an - ebenfalls mit 630 Wattsunden. Shimano hat also mit Batterien, die extern am Rahmen montiert sind, noch nicht abgeschlossen.
Kompatibilität der neuen Shimano Steps-Akkus
Die Akku-Aufnahme beim integrierten System bleibt zwar identisch, in der Praxis wird für die längeren Akkus aber in nahezu keinem bestehenden Unterrohr Platz sein. Für den externen 630er ist gar eine neue Aufnahme nötig.
Unterstützungsmodi und Fahrverhalten
Neben dem Eco- und Boost-Modus gibt es den sogenannten Trail-Modus, der prinzipiell dem neuen E-MTB-Mode von Bosch ähnelt. Die Unterstützungsleistung ist variabel und abhängig vom eingehenden Pedaldruck durch den Fahrer.
Der Steps E8000 zeigt sich im steilen und technischen Gelände absolut durchzugsstark und kraftvoll. Er ist in dieser Hinsicht vergleichbar mit einem Bosch, Brose Drive S Mag oder Yamaha PW-X Antrieb. Die technisch schwierigen Anstiege lassen wir ohne weiteres hinter uns. Im Flacheren lässt uns der Motor flott auf die Höchstgeschwindigkeit von 25 km/h beschleunigen.
Der sogenannte Trail-Unterstützungsmodus sorgt für ein dynamischeres Fahrverhalten, indem er nicht immer volle Unterstützung beisteuert. Das Prinzip ist einfach: Wenig reintreten gleich wenig Unterstützung, bzw. stärker reintreten gleich mehr Unterstützung. Im Fahrbetrieb zählt der Shimano zu den leiseren Antrieben.
Auf dem Trail bietet der Shimano STEPS E8000 drei Unterstützungsstufen: Eco, Trail und Boost, wobei die dynamisch-progressive Stufe Trail die Unterstützung sehr feinfühlig über den gesamten Leistungsbereich regelt. Unter den Allroundern ist der Shimano auch im Boost-Modus mit 300 % Unterstützung der schwächste Motor im Test und muss sich - FAZUA und Specialized SL1.1 ausgenommen - an steilen Rampen der Konkurrenz geschlagen geben.
An der maximalen Motorpower merkt man dem STEPS E8000 sein Alter ebenso an wie am leichten Tretwiderstand über der 25-km/h-Schwelle. Die ist vor allem in der Ebene deutlich spürbar, da der Motor seine Leistung sehr abrupt drosselt und im Gegensatz zu Bosch oder Brose über der Schwelle im rechtlich erlaubten Toleranzbereich bis 27,5 km/h auch nicht mehr leicht nachschiebt.
Trotz weniger Power lässt sich der Boost-Modus weniger gut kontrollieren als beispielsweise der Turbo-Modus des Bosch-Motors. Hier gibt sich der Shimano giftiger und prescht oftmals ungewollt stark nach vorn, wodurch das Vorderrad steigen oder das Hinterrad durchdrehen kann. Bei niedriger Trittfrequenz geht ihm hingegen oftmals die Puste aus. Die einzelnen Stufen lassen sich mit der E-TUBE-App noch jeweils in drei Stufen fein tunen. So genau und individuell wie z. B. beim Specialized-Motor ist es aber nicht möglich.
Individualisierung mit der E-Tube-App
Mit der seit heute verfügbaren neuen Firmware Version 3.4.3 lässt sich bei SHIMANO STEPS E-MTB Systemen (E8000 und E7000) neben dem Boost und Trail Modus nun auch der Eco-Modus auf „High“, „Medium“ oder „Low“ einstellen.
- Dynamic ist die Werkseinstellung, bei der der Boost Modus auf „High“, der Trail Modus auf „Low“ und der Eco Modus wiederum auf „High“ eingestellt ist.
- In der Explorer Einstellung sind sowohl der Boost als auch der Trail Modus auf „Medium“ gesetzt.
- Die Custom Einstellung schließlich ermöglicht es, Boost, Trail und Eco Modus individuell zu konfigurieren und für jeden dieser Modi zwischen „High“, „Medium“ und „Low“ zu wählen.
Die Auswahl und Konfiguration der Modi und Einstellungen ist denkbar einfach: Sie kann bequem per Kabelverbindung zum PC oder seit heute auch kabellos via Bluetooth per Tablet- oder Smartphone App (E-TUBE PROJECT) vorgenommen werden.
Fazit
Der Shimano STEPS E8000 überzeugt vor allem durch sein modulares Cockpit, bei dem Hersteller und Kunden zwischen tollen Optionen wählen können. Auch die Integration ins Bike ist dank kompakter Maße und freier Akkuwahl vorbildlich. Der progressive Trail-Modus macht richtig Laune.
Der Shimano STEPS E8000 MTB gilt aktuell als einer der besten Motoren, die derzeit auf dem Markt zu bekommen sind. Power, Effizienz, Fahrverhalten - alles perfekt.
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