Die Shimano Technium Invisitec ist eine beliebte Wahl unter Anglern, die eine zuverlässige und leistungsstarke Hauptschnur suchen. In diesem Testbericht erfahren Sie, wie sich die Shimano Technium Schnur in der Praxis schlägt und ob sie den hohen Erwartungen gerecht wird.
Neue Schnur braucht das Land
Manchmal kommt es anders als geplant. Wenn der Lieblingshersteller plötzlich verschwindet, muss man sich nach Alternativen umsehen. So erging es auch mir, als meine bevorzugte Browning Gold Mono nach zwei Jahren intensiver Nutzung ersetzt werden musste. Eine abriebfeste und dehnungsarme Schnur zum Feedern an verschiedenen Gewässern, insbesondere an der Elbe, war gefragt.
Anstelle der Shimano Technium Schnur für einen Test landete allerdings zuerst die Daiwa Sensor Mono im Warenkorb. Mir sind an der Daiwa Sensor innerhalb von einer Stunde gleich zwei Futterkörbe durch Schnurbruch stiften gegangen. Mit Shimano’s Technium Schnur in 0.305mm und einer weitaus höheren Tragkraft (8,5kg) sollte nun aber alles besser werden.
Shimano Technium Schnur Unboxing und Features
Ausgeliefert wurde die Technium Schnur von Shimano im bläulich silbernem Discokarton mit einem transparenten Sichtfenster, worin sich die gut einsehbare 1100m Großspule im 0.305mm Durchmesser befand. Es gibt auch kleinere oder größere Verkaufseinheiten, wahlweise von 150m bis 5000m. Auf der Rückseite des Zauberwürfels aus Pappe und Plastik sind die Schnureigenschaften festgehalten.
Es sind erstmal nur Richtwerte, aber ich kann dir jetzt schon verraten, das dass alles gefühlsmäßig so stimmt und die Shimano Technium Schnur im Test jene Eigenschaften widerspiegelte. Solche Herstellerangaben sind meiner Erfahrung nach auch recht zutreffend, denn alles andere wäre schön blöd und würde die Kundschaft irgendwann verprellen.
Was die Schnur verspricht:
| Eigenschaften | Shimano Bewertung |
|---|---|
| Abriebfestigkeit | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Geringe Dehnung | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Knotenfestigkeit | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
| Weichheit | ⭐⭐⭐⭐ |
| Geringer Memoryeffekt | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
Shimano hat die Technium Schnur auf der Großspule mit einer Schutzkappe versehen. Plastikringe kannte ich bisher nur von spontanen Las Vegas Hochzeiten und dort halten sie in der Regel auch nur bis zur Scheidung am nächsten Tag. Ausgepackt wirkt Shimano’s Technium Schnur wie vom Hersteller beschrieben dunkelgräulich. Insgesamt gefällt sie mir optisch außerordentlich.
Shimano hat der Technium eine dunkelgraue Farbe verpasst.
Gesamte Range im Überblick
Shimano hat die Technium Schnur breit gefächert aufgestellt und deckt damit viele Einsatzgebiete für Friedfisch, Raubfisch und Karpfenangler ab. Aufgrund der geringen Dehnung und der hohen Abriebsfestigkeit sind Grundangelmethoden besonders vorteilhaft bedient. Eben dort, wo Steine, Krebse oder Muscheln rumturnen und auch auf mittleren Distanzen noch eine gute Bissanzeige gegeben sein muss.
Dank der gestaffelten Durchmesser von 0.165mm bis 0.405mm und der jeweiligen Tragkraftwucht hat sich in mir der Gedanke bereits gefestigt, die Shimano Technium Schnur nach diesem Test auch beim Method Feedern, Feedern an Stillgewässern und für Aal, Quappe, Zander oder Hecht einzusetzen.
| Durchmesser | Tragkraft |
|---|---|
| 0.165mm | 2.6kg |
| 0.185mm | 3.2kg |
| 0.205mm | 3.8kg |
| 0.225mm | 5kg |
| 0.255mm | 6.1kg |
| 0.285mm | 7.5kg |
| 0.305mm | 8.5kg |
| 0.355mm | 11.5kg |
| 0.405mm | 14.5kg |
Shimano Technium Schnur Test: Ersteindruck und Feeling
Aufgespult wurde die Shimano Technium im heimischen Waschbecken mit einer witzigen Eigenkonstruktion. Bereits beim Aufspulen fiel mir jedenfalls eine wonnige Steifigkeit auf, die ich sonst nur kenne, wenn ich morgens aus dem Bett falle. Einer monofilen Schnur gebe ich danach immer zwei Tage Zeit, damit sie sich dem Spulkopf anschmiegen kann und sozusagen einspeichert. Dann springt garantiert nichts mehr von der Spule.
Shimano’s Technium Schnur lag sattelfest auf der Feederrolle. Die bereits erwähnte Schnursteifigkeit begegnete mir das erste mal bei meinen Recherchen und war auch einer meiner Kaufgründe, warum ich die Shimano Technium für einen Test ins Auge fasste. Feedermontagen aller Art, besonders Seitenarmmontagen, werden meistens aus der Hauptschnur gebunden und eine steife Schnur verhält sich immer wesentlich Verwicklungsresistenter.
Der Unterschied kann sogar gewaltig sein, gerade beim schnellen Angeln, vielen Würfen, starker Strömung und großen Entfernungen. Shimano’s Technium Schnur fühlt sich aber nicht wie Besenborsten an und sie ist weich genug, um Knoten perfekt zu binden. Verwicklungen, geschweige denn Drall, erlebte ich an meinen Testtagen überhaupt nicht.
Montage aus der Shimano Technium Schnur gebunden beim Feedern an der Elbe.
Shimano Technium Schnur Test in der Praxis
Ein Schnurtest ohne Praxisbezug ist wie über Sex zu philosophieren, aber noch Jungfrau zu sein. Ich bin mit der Shimano Technium im Schlepptau deshalb an die Elbe gepilgert, wofür ich die Schnur auch gekauft hatte, um entlang der Strömungskante bis einige Meter weit in den Fluss hinein mit Futterkörben bis 80g zu fischen. Wurftechnisch war ich von der Shimano Technium sofort begeistert.
Sie verschaffte mir bereits beim Futterplatzaufbau mit 60g bis 80g Futterkörben vertrauen und kotzte sich nicht bei jedem Wurf die Seele aus dem Leib (Daiwa Sensor Hust). Die Wurfentfernung lag bei meinen Testansitzen, insgesamt waren es vier solcher, auf 30m bis 50m. Eine zusätzliche Schnurummantelung sorgt ebenfalls dafür, das sich die Wurfeigenschaften nochmals verbessern. Einstecken und Austeilen kann sie jedenfalls definitiv, wie es sich mit der Abriebsfestigkeit verhält, ist final allerdings noch nicht beurteilbar.
Die Bissanzeige, beim Feedern maßgeblich von der Dehnung bestimmt, hinterließ einen super Gesamteindruck. So waren selbst feinste Zupfer von kleinsten Rotaugen an der 3 Unzen Karbonspitze gut erkennbar und ein gutes Indiz dafür, das es sich bei der Shimano Technium tatsächlich um eine dehnungsarme Schnur handelt.
Wenn von der Köderaufnahme bis zur Bisswiedergabe an der Spitze weniger Zeit vergeht, dann fallen die Reaktionszeiten kürzer, Anhiebe schneller und die Tagesausbeute besser aus. Eine monofile Schnur wird dennoch immer etwas Dehnung besitzen (gut so), in diesem Punkt hatte mich die Shimano Technium im Test aber vom Hocker gehauen. Das war schon Champions League und ein pervers geiles Mischverhältnis.
Drilltastische Feederschnur
Im Drill zeigte die Shimano Technium Schnur ebenso ihre Qualitäten und ich verlor nur zwei Fische durch pennerhaftes Konzentrationsvermögen kurz vor dem Kescherkopf. Die Shimano Technium mag zwar dehnungsarm sein, die Dehnung ist aber ausreichend genug, um größere Fische druckvoll über das Packwerk zu führen.
Davon konnte ich mich nach fetten Elbbrassen bis 60cm, vielen großen Rotaugen, einige davon an die 40cm und drillintensiven Alanden, welche die Wasseroberfläche mit Saltos durchbrachen, ziemlich schnell überzeugen. Wobei das gesamte Setup, Drillgefühl und die Erfahrung eines Anglers das Endergebnis ebenfalls beeinflussen. Serienmäßige Aussteiger gab es jedenfalls mit dieser Schnur nicht, die gibt es ab sofort nur noch an Busbahnhöfen!
Große Strombrassen landeten kompromisslos und zielsicher im ostelbischen Kescherkopf.
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