Shimano vs. Tektro Bremsen: Ein Vergleich

Beim Kauf eines Fahrrads stellt sich oft die Frage nach den verbauten Bremsen. Häufig fallen dabei die Namen Shimano und Tektro. Dieser Artikel beleuchtet die Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser beiden Hersteller, um eine Entscheidungshilfe zu bieten.

Tektro: Eine günstige Alternative?

Tektro ist ein in China ansässiger Hersteller, der besonders im Bereich günstiger Bremsen für Fahrräder präsent ist. Viele Fahrradhändler sehen Tektro in diesem Segment gleichauf mit Shimano. Die Marke ist vor allem in Asien verbreitet, während Shimano im Highend-Bereich klar die Nase vorn hat. Tektro ist an Fertigrädern eher im günstigen Segment vertreten.

Im Web wurde ein Test der Auriga Comp gefunden, die im Vergleich zu anderen Kandidaten als "extrem günstig" beschrieben wird und sehr gut abgeschnitten hat.

Viele Teile von Tektro sind mit Shimano kompatibel, einschließlich Bremsbeläge und Leitungen mit Zubehör. Je nach Modell können Tektro-Bremsen eine ordentliche Bremsleistung bieten. So hat ein Nutzer berichtet, dass er Sinterbeläge seiner Tektro HD-M290 gegen Semimetallische getauscht hat und seitdem kein Rattern oder Quietschen mehr auftritt, während ein Stoppie mit zwei Fingern problemlos möglich ist.

Shimano: Der Platzhirsch im Highend-Bereich

Shimano ist ein etablierter Name im Fahrradkomponentenbereich und besonders für seine Highend-Bremsen bekannt. Diese bieten oft eine höhere Leistung und Zuverlässigkeit als günstigere Alternativen. Die XT 8020 (4 Kolben) beispielsweise ist technisch identisch mit der halb so teuren BR-MT520. Die XT hat zusätzlich den überflüssigen Freestroke und werkzeuglose Griffweiteneinstellung.

Ersatzteilversorgung: Ein wichtiger Aspekt

Ein wichtiger Punkt bei der Wahl der Bremsen ist die Ersatzteilversorgung. Während einige behaupten, dass weder von Shimano noch von Tektro Ersatzteile erhältlich sind, ist dies nicht ganz richtig. Von Shimano sind Einzelteile erhältlich, nicht nur komplette Einheiten. Diese findet man teilweise auch auf den Seiten der üblichen verdächtigen Onlinehändler. Das ist korrekt. Unter Ersatzteilen verstehe ich die angesprochenen Teile und weitere, die es mir erlauben die Bremse zu reparieren. Dazu gehören auf jeden Fall auch Geber- und Nehmerkolben, Quadringe und dergleichen.

Paul Lange hatte früher mal die TechDocs auf seiner Seite, heute nur noch einen Link auf die Shimano Seite. War da eben mal drauf.

Die Beschaffung für die Bremse an meinem Rad ist mittlerweile nicht mehr so einfach.

TRP: Eine Marke von Tektro für den Performance-Bereich

TRP (Tektro Racing Products) ist die Performance-Marke von Tektro. Sie bietet eine breite Palette an Bremssystemen sowie Schaltgruppen für verschiedene Fahrradtypen. Die Marke ist zwar noch nicht so bekannt, wird aber von einigen Worldcup-Stars genutzt. Wir haben die Trail EVO getestet, die nach der DH-R EVO, die ebenfalls im Test ist, die kraftvollste Bremse im Lineup ist.

TRP Trail EVO im Detail

Die TRP Trail EVO kostet etwa 400 € und ist damit günstiger als die DH-R EVO. Sie verfügt über vier Kolben und organische Bremsbeläge, die auf eine 2,3 mm dicke Bremsscheibe zugreifen. Die Hebelweite lässt sich werkzeuglos verstellen, eine Druckpunkteinstellung ist jedoch nicht möglich. Die Schelle ist kompatibel mit Shimano- und SRAM-Schaltungen. Das Entlüften der Bremse ist einfach, da sie mit Mineralöl befüllt ist.

Im Labortest zeigte die TRP Trail EVO jedoch die geringste Bremsleistung. Auch Bremsbelag-Tuning brachte hier keine wesentliche Verbesserung. Auf langen oder steilen Abfahrten kann dies zu schnell ermüdenden Händen führen. Sie lässt sich zwar gut dosieren und hat ein ähnliches Brems-Feeling wie ihr großer Bruder, die DH-R EVO.

TRP DH-R Evo im Detail

Die TRP DH-R Evo überzeugt mit ihrer Power und Standfestigkeit. Sie wurde unter anderem zusammen mit Downhill-Legende Aaron Gwin entwickelt. Die Bremse ist ideal vorbereitet für den Ein- und Anbau. Die von TRP empfohlenen Scheiben sind mit 2,30 mm Dicke die massigsten im Vergleich. Geber und Nehmer sind im Verbund ebenso die gewichtigsten. Im zweiteiligen Schmiedesattel stecken vier Kolben mit jeweils 16 mm Durchmesser. Die Bremskraft und Dosierbarkeit ernten viel Lob.

Weitere Aspekte beim Bremsenvergleich

Neben den genannten Herstellern gibt es noch weitere wichtige Aspekte, die bei einem Bremsenvergleich berücksichtigt werden sollten:

  • Bremsmedium: Mineralöl oder DOT-Bremsflüssigkeit. Mineralöl ist nicht gesundheitsschädlich und greift den Lack nicht an, während DOT-Bremsflüssigkeit hygroskopisch ist und regelmäßig getauscht werden sollte.
  • Bremsbeläge: Metallisch oder organisch. Metallische Beläge bieten oft eine höhere Bremsleistung, können aber auch lauter sein.
  • Bremsscheiben: Die Dicke und das Material der Bremsscheiben beeinflussen die Wärmeableitung und somit die Standfestigkeit der Bremse.

Testkriterien für MTB-Scheibenbremsen

Um die beste MTB-Scheibenbremse zu ermitteln, werden verschiedene Kriterien berücksichtigt:

  • Labor: Verzögerungsmessungen und Bremskraft beiStandard- und Sinter-Bremsbelägen.
  • Telemetrie: Aufzeichnung von Brems-Events, Bremsleistung und Kraftverteilung mit BrakeAce.
  • Praxistest: Bewertung von Bremskraft, Standfestigkeit, Modulation, Hebelgefühl und Ergonomie auf dem Trail.

Fazit

Die Wahl der richtigen Bremsen hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Einsatzzweck des Fahrrads, das Budget und die persönlichen Vorlieben. Shimano bietet im Highend-Bereich oft die beste Leistung, während Tektro eine günstige Alternative darstellt. TRP bietet als Performance-Marke von Tektro interessante Optionen für anspruchsvolle Fahrer.

Tabelle: Vergleich von Bremsenkomponenten

Komponente Shimano Tektro TRP
Positionierung Highend Günstig bis Mittelklasse Performance-orientiert
Ersatzteilversorgung Gut Mittelmäßig Mittelmäßig
Bremsmedium Mineralöl Mineralöl Mineralöl
Besondere Merkmale ICE-TECH Bremsscheiben Günstige Preise DH-R Evo für hohe Ansprüche

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