Shimano Tiagra vs. 105: Ein Vergleich der Rennrad-Schaltgruppen

Die Schaltgruppen von Shimano sind zahlreich, aber zumindest nach etwas Einlesen halbwegs übersichtlich. Ein paar Gruppen sind über die Jahre entfallen (wie z.B. die früher zwischen 105 und DuraAce angesiedelte 600er) und es gibt immer mal wieder temporär Sonderlocken, im Großen und Ganzen ist das Lineup aber seit vielen Jahren stabil.

Die Spitzengruppen werden kontinuierlich weiterentwickelt und wenn die neue Version auf den Markt kommt wandern die Features der Vorversion eine Stufe runter in der Hierarchie und so werden auch die billigeren Gruppen Stück für Stück verbessert. Das führt dazu, dass schon die recht preiswerten Versionen zwar vielleicht nicht bleeding Edge sind, aber dennoch sehr tauglich.

So furchtbar kompliziert ist das also nicht - aber inzwischen doch ganz schön komplex geworden: Felgenbremsen, Scheibenbremsen in mechanisch und hydraulisch, 7,8,9,10,11,12 Gänge, 1-fach, 2-fach oder 3-fach, mechanische und elektronische Schaltung, Schalthebel für Flatbar oder Brifters für Rennlenker - und seit einigen Jahren nicht nur sehr limitierte Kompatibilität zwischen Road und MTB Linie sondern inzwischen auch innerhalb der Hierarchie einer Linie: Am Ende ist es doch ein schwer durchschaubarer Mess.

Und das ganze noch in x Versionen über die Baujahre. Dazu kommen jetzt noch die motorisierten Antriebe. Erhältlich als einfach oder zweifach (keine dreifach) und bislang nur mit Flatbar-Shiftern. Brifter sollen demnächst erscheinen. Alle Varianten nutzen 11-fach-Ketten und sollen weitgehend untereinander kompatibel sein.

Ein besonderes Goodie der Shimano 105 ist die attraktive Optik mit zwei unterschiedlichen Farben.

In der Fahrradtechnik werden sämtliche Teile der Schaltung und der Bremsen an einem Fahrrad als „Komponenten“ bezeichnet. Alle Komponenten zusammen stellen die Gruppe. Die Shimano 105 umfasst natürlich auch sämtliche Komponenten.

Bewegt man sich innerhalb der gleichen Schalttechnik, sind diese Komponenten mit allen weiteren Shimano-Gruppen kompatibel.

Die Shimano 105er Rennradgruppe existiert bereits seit den frühen 80er-Jahren, wird regelmäßig erneuert und bewegt sich heute in der gehobenen Mittelklasse. Hier ist sie die unerreichbare Königin ihrer Preisklasse.

Dank hochwertiger Materialien verspricht die Shimano 105er Gruppe erstklassigen Fahrspaß und ein optimales Fahrverhalten. Sie übernimmt meistens alle Innovationen ihrer etwas hochwertigeren “Schwester-Gruppen” Ultegra und Dura-Ace - so bekommst du eine Profi-Ausrüstung zum Anfänger-Preis.

Sie eignet sich gleichermaßen für Einsteiger, Amateure wie auch für Profis, die ihr Rad erst nach und nach mit höherpreisigen Komponenten ausstatten möchten.

Die Shimano 105er Gruppe eignet sich besonders für den Sport- und Fitnessbereich. Sie ist relativ robust und zuverlässig. Sie gilt als eine der ersten wirklich brauchbaren Rennradgruppen und ist definitiv wettbewerbsfähig.

Als “Schlechtwetter-Schaltung” ist sie inzwischen definitiv zu schade. Vielmehr ist sie die Allzweckwaffe für ein moderates Budget. Die Shimano 105 wird mit einem kleinen zeitlichen Versatz zu ihren “Schwester-Gruppen”, der Ultegra und der Dura-Ace, ständig up to date gehalten und punktet trotzdem mit einem günstigeren Preis.

Shimano ist und bleibt Marktführer im Bereich der Rennrad-Gruppen. Der japanische Hersteller punktet nicht nur durch Innovationen, sondern auch durch Kompatibilität. Wer also sein Fahrrad mit einer Shimano-Gruppe ausstatten möchte, hat bei jeder Komponente die freie Auswahl. Allerdings muss darauf geachtet werden, dass diese für die gleiche Gangzahl sind.

Die Shimano 105er Schaltgruppe ist die Königin der Mittelklasse!

Alternativ greifen Hobby- und AmateurfahrerInnen auch gerne auf die Tiagra, auch aus dem Hause Shimano, zurück. Über der Shimano 105 liegt dann schon die Ultegra - möchte man bei dem japanischen Hersteller bleiben. Diese zählt bereits zu den Topmodellen.

Die Shimano Tiagra-Gruppe kommst du zu den Schaltgruppen für die erfahreneren Rennradfahrer. Du kannst hier eine größere Kassette mit bis zu 10 Kränzen montieren. Du siehst Shimano Tiagra viel auf den teureren Rennrädern des mittleren Segments.

Dies ist auch die letzte Schaltgruppe, in der du noch die Auswahl zwischen einem Zweifach- oder Dreifachschaltwerk hast, sodass du entweder 20 oder 30 Gänge haben kannst. Die Shimano 105-Gruppe ist die beliebteste Schaltgruppe von Shimano. Eine Shimano 105-Gruppe kann hinten 11 Kränze haben und vorne bekommt man zwei Kettenblätter. Also insgesamt 22 Gänge.

Darüber hinaus wurde die Shimano 105-Gruppe 2018 umfassend überarbeitet. Jetzt kannst du dich auch für hydraulische Scheibenbremsen entscheiden.

Komponenten der Shimano 105

  • Umwerfer: Die vordere Schaltvorrichtung.
  • Tretkurbel oder Innenlager: Dank hohler Innenräume besonders leicht.
  • Innenlager: Besteht bei der 105er Gruppe aus Aluminium. Sie sind besonders effizient in der Kraftübertragung.
  • Kette: Überträgt die Tretkraft des Fahrers bis zu 98 % auf das Antriebsrad. Besonders geschmeidig und schmutzabweisend.
  • Bremsen: Bei Shimano 105 hat man die Wahl zwischen einer hydraulischen Scheibenbremse oder einer mechanischen Felgenbremse.
  • Naben: Zentrum des Rades.

Shimano 105 Di2: Die Revolution im Mittelklasse-Segment

Endlich ist es soweit! Nachdem im Jahr 2021 die beiden Highclass-Gruppen Ultegra und Dura-Ace mit der innovativen Di2-Technologie ausgestattet wurden, hat Shimano nun endlich auch die 105er Gruppe damit erweitert. So soll die drahtlose Schalttechnologie auch einer breiteren Zielgruppe und zu einem erschwinglichen Preis zur Verfügung stehen.

Seit die revolutionäre Di2-Technologie (steht für: Digital Integrated Intelligence) im Jahr 2009 eingeführt wurde, hat sie sich stetig weiterentwickelt, sodass diese jüngste Version sogar auf ein 12-fach-System erweitert wurde. So kommt die neue 105 Di2 mit 12 Ritzen am Hinterrad. Dank dieses zusätzlichen Ritzels kann auf jede Fahrsituation individuell eingegangen werden, da nun die Gangabstufungen der Kassette noch enger sind.

Für vorne gibt es die Auswahl zwischen zwei Kurbelngarnituren - die kompakte Variante mit 50-34 sowie die semi-kompakte mit 52-36 Zähnen. So können steile Aufstiege ebenso wie schnelle Abfahrten optimal überwunden werden. Die neuen 12-fach Kassetten lassen sich problemlos mit den aktuellen 11-fach Freiläufen kombinieren.

Dank der E-TUBE App, die bereits für die großen Schwestern Ultegra und Dura-Ace entwickelt wurde, lässt sich das Schaltsystem ganz individuell an die Anforderungen und Bedürfnisse des Fahrers anpassen.

Zum ersten Mal bringt Shimano im gehobenen Mittelpreis-Segment auch zwei neue Carbon-Laufräder auf den Markt. Das C32 wurde extra dazu entwickelt, steile Auffahrten zu meistern, während das C46 einen Allrounder darstellt. Ebenso wie die Modelle bei Dura-Ace und Ultegra, zeichnen sie sich durch ein geringes Gewicht sowie perfekte Aerodynamik aus.

Um auf die speziellen Bedürfnisse von Rennradfahrern einzugehen, hat sich Shimano bei der Entwicklung der Brems- und Schalthebel das Feedback zahlreicher Profi-Rennfahrer zu Herzen genommen und setzt hier auf eine innovative Ergonomie. Um die volle Kontrolle in sämtlichen Fahrpositionen zu behalten, wurde die Hebelform angepasst und die Hörnchen höher gezogen.

Der von Shimano selbst entwickelte Schaltkreis garantiert eine schnelle und sichere Signalübertragung bei minimalstem Energiebedarf. Für mehr Sicherheit wurde die Shimano 105er Gruppe, ebenso wie ihre Verwandten, die Dura-Ace und die Ultegra, mit einem optimierten Bremssystem ausgestattet.

Bremsvorgänge sind jetzt noch kraftvoller und kontrollierbarer. Die Bremsen reagieren zuverlässig und direkt, obwohl der Belagabstand in der Ruheposition größer ist. Der Entlüftungsprozess wurde ebenfalls vereinfacht, der Bremssattel muss nicht mehr wie bisher vom Rahmen entfernt werden.

Die Anpassung der Shimano 105 Di2 über die E-TUBE App ermöglicht es dem Nutzer, das Schaltsystem individuell an seine Bedürfnisse und Vorlieben anzupassen. Die App, die bereits für die höheren Gruppen Ultegra und Dura-Ace entwickelt wurde, bietet verschiedene Optionen zur Personalisierung des Schaltverhaltens.

Nutzer können beispielsweise festlegen, wie viele Gänge bei langem Drücken der Schalttaste durchgeschaltet werden, die Schaltgeschwindigkeit anpassen oder die Synchro-Shift-Funktionalität einrichten, welche automatisch den vorderen Umwerfer betätigt, um einen optimalen Gangübergang zu gewährleisten.

Die Shimano 105 Di2 ist mit vielen Fahrradcomputern von Drittherstellern wie Wahoo oder Garmin kompatibel. Diese Kompatibilität ermöglicht es den Nutzern, wichtige Informationen über das Schaltsystem direkt auf ihrem Fahrradcomputer anzuzeigen und teilweise sogar Einstellungen am Schaltsystem über den Fahrradcomputer vorzunehmen.

Die genaue Implementierung und die verfügbaren Funktionen können jedoch je nach Modell und Hersteller des Fahrradcomputers variieren.

Bei der Entwicklung der Brems- und Schalthebel der Shimano 105 Di2 hat Shimano das Feedback von Profi-Rennfahrern berücksichtigt, um eine optimale Ergonomie zu gewährleisten. Die speziellen Anforderungen und Bedürfnisse von Rennradfahrern, die adressiert wurden, umfassen eine verbesserte Kontrolle in verschiedenen Fahrpositionen, eine angepasste Hebelform und eine erhöhte Position der Hörnchen für eine effizientere Handhabung.

Darüber hinaus wurde der Kontrollbereich erweitert, und die Bremshebel wurden so konzipiert, dass sie leichtgängiger funktionieren.

Weitere Shimano Schaltgruppen

Neben der Tiagra und der 105 bietet Shimano eine breite Palette an Schaltgruppen für unterschiedliche Ansprüche und Budgets. Hier ein kurzer Überblick:

  • Shimano Claris: Die Einsteiger-Gruppe, ideal für Rennrad-Anfänger und Freizeitfahrer.
  • Shimano Sora: Eine solide Gruppe für den ambitionierten Einsteiger, mit etwas mehr Performance als die Claris.
  • Shimano Ultegra: Die Gruppe für ambitionierte Hobbysportler, mit Top-Funktionalität und geringem Gewicht.
  • Shimano Dura-Ace: Die Referenzklasse von Shimano, für Profis und absolute Enthusiasten.

Die Wahl der richtigen Schaltgruppe

Die Wahl der passenden Schaltgruppe hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B.:

  • Budget: Die Preise der Schaltgruppen variieren stark.
  • Einsatzbereich: Für welchen Zweck wird das Rennrad hauptsächlich genutzt?
  • Anspruch: Welche Performance-Anforderungen werden an die Schaltgruppe gestellt?

Einsteiger und Freizeitfahrer sind mit der Shimano Tiagra oder 105 gut beraten. Ambitionierte Hobbysportler und Profis greifen eher zur Ultegra oder Dura-Ace.

Unabhängig von der gewählten Schaltgruppe ist es wichtig, dass sie regelmäßig gewartet wird, um eine optimale Performance und lange Lebensdauer zu gewährleisten.

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