Shimano Tourney Brems-Schalthebel im Test: Ein umfassender Überblick

Beim Kauf eines neuen Rennrads steht man vor der wichtigen Entscheidung, welche Schaltgruppe das Rad zieren soll. Die Auswahl an Shimano Schaltgruppen für Rennräder ist dabei enorm. Shimano bietet eine breite Palette an Optionen, von Einsteigergruppen wie Tourney bis hin zu High-End-Gruppen wie Dura Ace. Doch wie gut sind all diese Shimano Schaltgruppen wirklich, und wo liegen die Unterschiede?

Was gehört zur Schaltgruppe?

Zunächst ist es hilfreich zu wissen, welche Teile deines Rennrads eigentlich Teil einer Schaltgruppe sind. Das ist nicht so kompliziert. Dies sind natürlich in erster Linie die Schalthebel und deine Umwerfer.

Alles, was zum Antrieb deines Rennrads gehört, ist in der Schaltgruppe enthalten. Und schlussendlich gehören auch deine Bremsen zur Gruppe.

Aber überraschenderweise gehören Scheibenbremsen an Disc-Rennrädern nicht zur Gruppe selbst.

Bei den Herstellern der Gruppen werden glücklicherweise die gleichen Namen ziemlich konsequent für die eigenen Schaltgruppen verwendet.

Viele Leute denken, dass wirklich nur das allerbeste gut genug für sie ist. Wer jetzt mit der preiswertesten Gruppe von Shimano fährt, fährt sozusagen mit einer Qualität, die mit der der Profis vor 10 oder 15 Jahren vergleichbar ist.

Es ist ein Missverständnis zu glauben, dass du mit der billigsten Schaltgruppe keine Qualität erhältst. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Qualität der verwendeten Materialien und dem Gewicht der Schaltgruppe.

Die Shimano Schaltgruppen im Überblick

Shimano bietet eine breite Palette an Schaltgruppen für unterschiedliche Ansprüche und Budgets. Hier ein Überblick über die gängigsten Gruppen:

  • Shimano Tourney: Ideal für die ersten Kilometer und sportliche Fahrten in der Stadt.
  • Shimano Claris: Die erste echte Schaltgruppe für Rennräder und gut geeignet für Einsteiger.
  • Shimano Sora: Die letzte der Einsteiger-Schaltgruppen mit großem Schaltbereich dank 9-Gang-Schaltwerk.
  • Shimano Tiagra: Für erfahrene Rennradfahrer mit bis zu 10 Kränzen und Wahl zwischen Zweifach- oder Dreifachschaltwerk.
  • Shimano 105: Die beliebteste Schaltgruppe von Shimano mit 11 Kränzen hinten und optionalen hydraulischen Scheibenbremsen.
  • Shimano Ultegra: Eine professionelle Schaltgruppe aus leichten und langlebigen Materialien mit optionaler elektronischer Schaltung (Di2) und hydraulischen Scheibenbremsen.
  • Shimano Dura Ace: Die beste Schaltgruppe von Shimano, optimiert für maximale Kraftübertragung und Präzision, ebenfalls mit Di2-Option und hydraulischen Scheibenbremsen erhältlich.

Klar ist, je teurer eine Schaltgruppe ist, desto besser und leichter ist sie auch.

Shimano Tourney im Detail

Die Shimano Tourney ist für den Einsatz auf Einsteiger- und Freizeit-Fahrrädern konzipiert. Sie bietet eine einfache Schaltung mit ausreichend Gängen und ist in der Regel preisgünstiger als andere Schaltgruppen von Shimano.

Die Schaltung ist robust und zuverlässig, aber nicht ganz so leistungsstark und präzise wie höherwertige Schaltgruppen.

Die Shimano Tourney-Gruppe ist eine ideale Schaltgruppe für die ersten Kilometer. Laut Shimano ist diese Schaltgruppe ideal für sportliche Fahrten oder den Einsatz in der Stadt.

Alternativen zur Shimano Tourney

Wer auf der Suche nach einer Alternative zur Shimano Tourney ist, findet in den höheren Gruppen von Shimano oder bei anderen Herstellern wie SRAM oder Campagnolo interessante Optionen:

  • Shimano Altus/Acera/Alivio: Bieten eine solide Leistung zu einem erschwinglichen Preis und sind für Alltagsfahrten und leichtes Gelände geeignet.
  • Shimano Deore/SLX/XT/XTR: Hochwertige Schaltgruppen für den Einsatz im Gelände und für Mountainbike-Touren, die sich durch Robustheit, Zuverlässigkeit und präzise Schaltvorgänge auszeichnen.
  • Shimano 105/Ultegra/Dura Ace: Rennradgruppen für unterschiedliche Ansprüche und Budgets, die sich durch geringes Gewicht, präzise Schaltvorgänge und hohe Leistung auszeichnen.

Die Shimano 105er Schaltgruppe - Die Königin der Mittelklasse

Die Shimano 105er Rennradgruppe existiert bereits seit den frühen 80er-Jahren, wird regelmäßig erneuert und bewegt sich heute in der gehobenen Mittelklasse. Hier ist sie die unerreichbare Königin ihrer Preisklasse.

Dank hochwertiger Materialien verspricht die Shimano 105er Gruppe erstklassigen Fahrspaß und ein optimales Fahrverhalten.

Sie übernimmt meistens alle Innovationen ihrer etwas hochwertigeren “Schwester-Gruppen” Ultegra und Dura-Ace - so bekommst du eine Profi-Ausrüstung zum Anfänger-Preis.

Sie eignet sich gleichermaßen für Einsteiger, Amateure wie auch für Profis, die ihr Rad erst nach und nach mit höherpreisigen Komponenten ausstatten möchten.

In der Fahrradtechnik werden sämtliche Teile der Schaltung und der Bremsen an einem Fahrrad als „Komponenten“ bezeichnet.

Alle Komponenten zusammen stellen die Gruppe. Die Shimano 105 umfasst natürlich auch sämtliche Komponenten, die nachfolgend kurz vorgestellt werden.

Bewegt man sich innerhalb der gleichen Schalttechnik, sind diese Komponenten mit allen weiteren Shimano-Gruppen kompatibel.

Ein besonderes Goodie der Shimano 105 ist die attraktive Optik mit zwei unterschiedlichen Farben.

Die Shimano 105 wird mit einem kleinen zeitlichen Versatz zu ihren “Schwester-Gruppen”, der Ultegra und der Dura-Ace, ständig up to date gehalten und punktet trotzdem mit einem günstigeren Preis.

Die Shimano 105er Schaltgruppe ist die Königin der Mittelklasse! Alternativ greifen Hobby- und AmateurfahrerInnen auch gerne auf die Tiagra, auch aus dem Hause Shimano, zurück.

Über der Shimano 105 liegt dann schon die Ultegra - möchte man bei dem japanischen Hersteller bleiben.

Diese zählt bereits zu den Topmodellen.

Ein weiterer Hersteller ist SRAM. Dieser kommt mit seinen Gruppen Apex und Rival auch nah an Shimano heran.

Auch die Italiener mischen in dieser gehobenen Mittelklasse mit.

Campagnolo ist mit seinen Gruppen Centaur und Veloce ebenfalls ein ernst zu nehmender Hersteller von hochwertigen Mittelklasse-Gruppen, ist allerdings auch etwas teurer.

Letztendlich ist die Wahl der passenden Schaltgruppe aber auch eine Glaubensfrage.

Shimano 105 Di2 - Die Revolution in der Mittelklasse

Nachdem im Jahr 2021 die beiden Highclass-Gruppen Ultegra und Dura-Ace mit der innovativen Di2-Technologie ausgestattet wurden, hat Shimano nun endlich auch die 105er Gruppe damit erweitert. So soll die drahtlose Schalttechnologie auch einer breiteren Zielgruppe und zu einem erschwinglichen Preis zur Verfügung stehen.

Seit die revolutionäre Di2-Technologie (steht für: Digital Integrated Intelligence) im Jahr 2009 eingeführt wurde, hat sie sich stetig weiterentwickelt, sodass diese jüngste Version sogar auf ein 12-fach-System erweitert wurde.

So kommt die neue 105 Di2 mit 12 Ritzen am Hinterrad. Dank dieses zusätzlichen Ritzels kann auf jede Fahrsituation individuell eingegangen werden, da nun die Gangabstufungen der Kassette noch enger sind.

Für vorne gibt es die Auswahl zwischen zwei Kurbelngarnituren - die kompakte Variante mit 50-34 sowie die semi-kompakte mit 52-36 Zähnen. So können steile Aufstiege ebenso wie schnelle Abfahrten optimal überwunden werden.

Die neuen 12-fach Kassetten lassen sich problemlos mit den aktuellen 11-fach Freiläufen kombinieren.

Dank der E-TUBE App, die bereits für die großen Schwestern Ultegra und Dura-Ace entwickelt wurde, lässt sich das Schaltsystem ganz individuell an die Anforderungen und Bedürfnisse des Fahrers anpassen.

Zum ersten Mal bringt Shimano im gehobenen Mittelpreis-Segment auch zwei neue Carbon-Laufräder auf den Markt.

Das C32 wurde extra dazu entwickelt, steile Auffahrten zu meistern, während das C46 einen Allrounder darstellt.

Ebenso wie die Modelle bei Dura-Ace und Ultegra, zeichnen sie sich durch ein geringes Gewicht sowie perfekte Aerodynamik aus.

Um auf die speziellen Bedürfnisse von Rennradfahrern einzugehen, hat sich Shimano bei der Entwicklung der Brems- und Schalthebel das Feedback zahlreicher Profi-Rennfahrer zu Herzen genommen und setzt hier auf eine innovative Ergonomie.

Um die volle Kontrolle in sämtlichen Fahrpositionen zu behalten, wurde die Hebelform angepasst und die Hörnchen höher gezogen.

Der von Shimano selbst entwickelte Schaltkreis garantiert eine schnelle und sichere Signalübertragung bei minimalstem Energiebedarf.

Für mehr Sicherheit wurde die Shimano 105er Gruppe, ebenso wie ihre Verwandten, die Dura-Ace und die Ultegra, mit einem optimierten Bremssystem ausgestattet.

Bremsvorgänge sind jetzt noch kraftvoller und kontrollierbarer. Die Bremsen reagieren zuverlässig und direkt, obwohl der Belagabstand in der Ruheposition größer ist.

Der Entlüftungsprozess wurde ebenfalls vereinfacht, der Bremssattel muss nicht mehr wie bisher vom Rahmen entfernt werden.

Die Anpassung der Shimano 105 Di2 über die E-TUBE App ermöglicht es dem Nutzer, das Schaltsystem individuell an seine Bedürfnisse und Vorlieben anzupassen.

Die App, die bereits für die höheren Gruppen Ultegra und Dura-Ace entwickelt wurde, bietet verschiedene Optionen zur Personalisierung des Schaltverhaltens.

Nutzer können beispielsweise festlegen, wie viele Gänge bei langem Drücken der Schalttaste durchgeschaltet werden, die Schaltgeschwindigkeit anpassen oder die Synchro-Shift-Funktionalität einrichten, welche automatisch den vorderen Umwerfer betätigt, um einen optimalen Gangübergang zu gewährleisten.

Die Shimano 105 Di2 ist mit vielen Fahrradcomputern von Drittherstellern wie Wahoo oder Garmin kompatibel. Diese Kompatibilität ermöglicht es den Nutzern, wichtige Informationen über das Schaltsystem direkt auf ihrem Fahrradcomputer anzuzeigen und teilweise sogar Einstellungen am Schaltsystem über den Fahrradcomputer vorzunehmen. Die genaue Implementierung und die verfügbaren Funktionen können jedoch je nach Modell und Hersteller des Fahrradcomputers variieren.

Bei der Entwicklung der Brems- und Schalthebel der Shimano 105 Di2 hat Shimano das Feedback von Profi-Rennfahrern berücksichtigt, um eine optimale Ergonomie zu gewährleisten. Die speziellen Anforderungen und Bedürfnisse von Rennradfahrern, die adressiert wurden, umfassen eine verbesserte Kontrolle in verschiedenen Fahrpositionen, eine angepasste Hebelform und eine erhöhte Position der Hörnchen für eine effizientere Handhabung. Darüber hinaus wurde der Kontrollbereich erweitert, und die Bremshebel wurden so konzipiert, dass sie leichtgängiger funktionieren.

Mechanisch, elektrisch oder hydraulisch schalten?

Der grundlegende Unterschied zwischen diesen Systemen besteht in der Übertragung des Schaltimpulses an Schaltwerk und Umwerfer. Folgende drei Möglichkeiten bestehen:

  • Mechanisch: über ein System von Schaltzügen
  • Elektronisch: über Kabel oder Funk
  • Hydraulisch: durch Hydraulikflüssigkeit in speziellen Hydraulikleitungen

Vor- und Nachteile mechanischer Rennradschaltungen:

  • + Gewicht
  • - Verschleiß der Züge
  • + Leichte Reparatur unterwegs (z.B. bei gerissenen Zügen)
  • - Schwergängig bei ungünstiger Verlegung der Züge
  • + (relativ) preiswert

Vor- und Nachteile elektronischer Rennradschaltungen:

  • + Stets optimale Funktion
  • - Abhängigkeit von Stromquelle
  • + Relativ unempfindlich gegen Schmutz
  • - Reparatur unterwegs kaum möglich
  • - Meist höheres Gewicht als mechanische Schaltungen

Vor- und Nachteile hydraulischer Rennradschaltungen:

  • + Stets optimale Funktion
  • - Reparatur unterwegs kaum möglich
  • + Tausch oder Nachstellen von Zügen nicht nötig
  • - Höheres Gewicht als mechanische Schaltungen
  • + Weniger anfällig, schwergängiger in der Funktion als mechanische Schaltungen

Felgenbremse oder Disc?

Auch in Sachen Bremsen hat es in den letzten Jahren interessante Entwicklungen am Rennrad gegeben. Lange Zeit war die (mechanische) Felgenbremse am Rennrad alternativlos. Seit ungefähr fünf Jahren werden immer mehr Rennräder mit (hydraulischen) Scheibenbremsen angeboten, sodass nun zwischen zwei Systemen mit ihren Vor- und Nachteilen gewählt werden kann:

  • Felgenbremse
  • Scheibenbremsen

Vor- und Nachteile von Felgenbremsen:

  • + geringes Gewicht
  • - Geringe Bremskraft bei nassen Verhältnissen
  • + leichte Wartung
  • - Verschleiß von Felgen

Vor- und Nachteile Scheibenbremsen:

  • + hohe, zuverlässige Bremskraft bei allen Wetterverhältnissen
  • - Schwerer als mechanische Felgenbremsen
  • + kein Verschleiß der Felgen
  • - Neigen unter nassen Bediengungen gelegentlich zum quietschen
  • - Unterwegs kaum zu reparieren

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