Shimano Tourney Gangschaltung Einstellen: Eine Anleitung

Rasselnde Ketten und springende Gänge müssen nicht sein! Eine korrekt eingestellte Schaltung sorgt nicht nur für flüssiges und geräuschloses Schalten - sie verlängert auch die Lebensdauer deiner Kette und Kassette. Für die Eiligen zeigen wir genauso einfach wie kompetent im Video, wie Sie Ihre MTB-Schaltung von Shimano perfekt einstellen. Das Prinzip gleicht sich, egal ob bei einer 3-fach-, 2-fach- oder modernen 1-fach-Gangschaltung.

Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Einstellen von mechanischen Shimano-Schaltungen am Fahrrad. Shimano hat eine ganze Reihe von Ketten- und Nabenschaltungen im Portfolio, für die unterschiedlichsten Fahrräder. Grundsätzlich macht es einen Unterschied, ob man eine Kettenschaltung, wie die Shimano Deore XT Schaltung einstellen will, oder ob man eine Nabenschaltung wie die Shimano Nexave Schaltung einstellen will. Das Prinzip ist innerhalb der Schaltungstypen aber gleich, ob man eine Shimano Nexus-7-Gang Schaltung einstellen will, eine Shimano Nexus-8-Gang Schaltung einstellen, oder ob man eine Shimano Nexave Schaltung einstellen muss.

Bei den Kettenschaltungen macht es kaum einen Unterschied, ob man eine Shimano XT MTB-Schaltung einstellen muss, oder ob man eine Shimano 105 Schaltung für das Rennrad einstellen will. Das gilt auch für Schaltungen, die oft an Trekkingrädern oder Citybikes genutzt werden: wer etwa eine Shimano Tourney einstellen will, kann genauso vorgehen. Die einzelnen Schritte unterscheiden sich nicht, ob man nun eine Shimano Deore 9 Gang Schaltung einstellen will, eine Shimano 10 Gang Schaltung, eine Shimano 11 fach Schaltung oder eine Shimano 12 fach Schaltung. Selbst das Einstellen einer älteren Shimano 6 Gang Schaltung funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wenn es sich um eine Kettenschaltung handelt.

Werkzeuge und Vorbereitung

Du benötigst für das Einstellen der meisten Schaltungen nur minimales Werkzeug. In der Regel reicht ein Kreuzschlitz-Schraubenzieher oder ein Inbusschlüssel - je nach Modell deines Fahrrads. Für Shimano- und SRAM-Schaltungen ist das Standard-Setup oft identisch.

  • Kette und Ritzel reinigen - Schmutz beeinflusst die Schaltvorgänge negativ.
  • Fahrrad in einen stabilen Zustand bringen - entweder mit einem Montageständer oder seitlich aufgestellt.
  • Kette auf das mittlere Ritzel legen - das ist der neutralste Startpunkt.
  • Ganghebel durchschalten - prüfe, wie die Kette reagiert. Bleibt sie hängen? Springt sie?

Die Begrenzungsschrauben (H und L)

Zwei kleine Schrauben haben eine große Wirkung: Die sogenannte H-Schraube (High) und L-Schraube (Low) begrenzen die äußersten Positionen des Schaltwerks. Damit verhindern sie, dass die Kette über das kleinste bzw. größte Ritzel hinausspringt - das schützt sowohl das Material als auch deine Sicherheit.

  • Die H-Schraube regelt den unteren Anschlag (kleinstes Ritzel)
  • Die L-Schraube regelt den oberen Anschlag (größtes Ritzel)

Ein falsch eingestellter Anschlag führt oft dazu, dass Gänge gar nicht erreichbar sind oder die Kette abspringt.

Einstellen der Begrenzungsschrauben

Wichtig: Vor dem Einstellen solltest du die Zugspannung (also die Spannung des Schaltzugs) komplett rausnehmen, indem du die Stellschraube am Schalthebel ganz hineindrehst.

  1. Begrenzung am kleinsten Ritzel (H-Schraube = High): Schalte ganz nach unten auf das kleinste Ritzel (höchster Gang). Wenn die Kette nicht richtig auf dem kleinsten Ritzel liegt oder nicht dorthin wechselt, ist die H-Schraube möglicherweise zu stark angezogen. In diesem Fall: etwas lösen (gegen den Uhrzeigersinn). Wenn die Kette über das kleinste Ritzel hinausspringt, dann ist die H-Schraube zu locker.
  2. Begrenzung am größten Ritzel (L-Schraube = Low): Schalte auf das größte Ritzel (niedrigster Gang). Läuft die Kette nicht sauber drauf? Dann ist die L-Schraube zu stark angezogen → etwas lösen (gegen den Uhrzeigersinn). Springt sie über das größte Ritzel hinweg in die Speichen? Dann musst du die L-Schraube anziehen (im Uhrzeigersinn).

Tipp: Immer in kleinen Schritten arbeiten - Viertelumdrehungen sind ideal - und nach jeder Änderung eine Probefahrt der Kette mit der Handkurbel machen.

Die Zugspannung

Hast du die Begrenzungsschrauben richtig eingestellt, aber deine Schaltung zickt immer noch rum? Dann ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die Zugspannung nicht optimal. Das bedeutet: Der Schaltzug, der vom Schalthebel zum Schaltwerk führt, hat entweder zu wenig oder zu viel Spannung - und dadurch trifft die Kette nicht punktgenau auf das gewünschte Ritzel.

Woran erkennst du falsche Zugspannung?

  • Die Kette wechselt nicht sauber in den nächsten Gang: Meist zu wenig Spannung.
  • Die Kette springt über das gewünschte Ritzel hinaus: Meist zu viel Spannung.
  • Zwischen den Gängen ist kein klarer Übergang, sondern es schleift oder rattert: Die Spannung ist unklar oder instabil.

Ein häufiger Fehler ist auch, dass sich die Stellschraube (Barrel Adjuster) am Schalthebel oder am Schaltwerk verstellt hat - unbemerkt durch Transport oder Erschütterung.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einstellen der Zugspannung

  1. Stellschraube ganz hineindrehen, um von null anzufangen.
  2. Schalte auf das mittlere Ritzel, um neutral zu starten.
  3. Drehe die Kurbel von Hand und wechsle in den nächsthöheren Gang.
  4. Reagiert die Schaltung träge? Dann drehe die Stellschraube gegen den Uhrzeigersinn, um die Spannung zu erhöhen.
  5. Springt sie zu weit? Dann drehe im Uhrzeigersinn, um die Spannung zu reduzieren.
  6. Wiederhole das Spiel, bis jeder Gangwechsel sauber, knackig und leise funktioniert.

Wichtig: Achte darauf, dass du dich immer nur in kleinen Schritten bewegst - 1/8 bis 1/4 Umdrehung - und nach jedem Schritt testest. Pro-Tipp: Bei E Bikes ist die Zugspannung noch kritischer, weil sie durch die Elektronik „verstärkt“ wird. Hier sind kleine Fehlspannungen deutlich spürbarer.

Weitere Ursachen für Schaltprobleme

Du hast die Begrenzungsschrauben korrekt eingestellt, die Zugspannung feinjustiert - aber irgendwie läuft’s immer noch nicht rund? Hier sind einige weitere Ursachen, die du überprüfen solltest:

Verbogenes Schaltauge

Das sogenannte Schaltauge ist der kleine Halter, an dem das Schaltwerk am Rahmen befestigt ist. Es ist aus gutem Grund oft aus weichem Aluminium gefertigt - denn im Falle eines Sturzes oder Transports soll sich lieber das Schaltauge verbiegen als der Rahmen oder das teure Schaltwerk.

Symptome eines verbogenen Schaltauges:

  • Die Kette springt unregelmäßig
  • Die Schaltung reagiert verspätet oder überspringt Gänge
  • Gänge lassen sich gar nicht mehr sauber durchschalten

Lösung:

Ein verbogenes Schaltauge lässt sich manchmal mit einer Zange vorsichtig richten - allerdings nur, wenn du weißt, was du tust. Andernfalls: ab in die Werkstatt!

Abstand zwischen Schaltröllchen und Ritzel

Ein weiteres Detail ist der Abstand zwischen oberem Schaltröllchen und Ritzel. Ist dieser Abstand zu gering, kann die Kette nicht sauber über die Ritzel springen.

  • Drehen gegen den Uhrzeigersinn: Schaltwerk näher ans Ritzel
  • Optimaler Abstand: ca. 1 bis 1,5 cm zwischen oberem Leitrollen-Zahn und dem Zahnkranz.

Verschlissene Komponenten

Auch abgenutzte Komponenten können der Grund sein, warum sich deine Schaltung nicht mehr sauber einstellen lässt. Besonders bei häufiger Nutzung, schlechter Schmierung oder dreckigen Antrieben verschleißt Material schneller als gedacht.

  • Ist die Kette stark gedehnt? In diesen Fällen hilft kein Einstellen mehr - da muss getauscht werden.

Umwerfer Einstellen (Vordere Schaltung)

Tun sie es nicht, sind weitere Schritte erforderlich, um nicht nur die Shimano Schaltung hinten einzustellen, sondern auch den Shimano Umwerfer vorne korrekt einzustellen. Dabei kann es sich um eine 2x12-Schaltung handeln, aber auch um eine 21 Gang Shimano Schaltung, die eingestellt werden soll.

Schritt 1: Leitblech kontrollieren

Bevor Sie den Umwerfer einstellen, sollten Sie überprüfen, ob das äußere Leitblech des Umwerfers parallel zum großen Kettenblatt steht.

Schritt 2: Abstand Leitblech zum Kettenblatt messen

Der Abstand zwischen der Unterkante des äußeren Leitblechs und den Zähnen des großen Kettenblatts, sollte 1-3 Millimeter betragen.

Schritt 3: Modus-Wandler anpassen

An der Unterseite aktueller Shimano-Schalthebel befindet sich der sogenannte Modus-Wandler. Je nach Art der Kurbel sollte er auf 2- oder 3-fach eingestellt sein.

Schritt 4: Einstellen der unteren Begrenzung

Schalten Sie zur Einstellung der unteren Begrenzung aufs kleine Kettenblatt und größtes Ritzel. Dann stellen Sie mit der L-Schraube das innere Leitblech so ein, dass es die Kette gerade nicht berührt.

Schritt 5: Einstellen der oberen Begrenzung

Schalten Sie aufs große Kettenblatt und kleinstes Ritzel. Justieren Sie nun mit der H-Schraube die äußere Begrenzung des Umwerfers. Die Kette soll einen minimalen Abstand zum äußeren Leitblech aufweisen.

Schritt 6: Zugspannung einstellen

Als letztes stellen Sie die Zugspannung an der entsprechenden Schraube am Schalthebel ein. Drehen Sie hierfür die Zugspannungsschraube so weit, dass die Kette das Außenleitblech gerade nicht berührt.

Umwerfer-Standards von Shimano

Allein bei Shimanos Dauerbrenner XT gibt es 18 verschiedene Varianten. Darauf müssen Sie achten:

Top Swing/Low Clamp

Diese Variante wird kurz oberhalb des Innenlagers geklemmt und verlangt ebenfalls ein klassisch rundes Sitzrohr. Den Durchmesser gleichen bei Shimano Spacer aus.

Down Swing/High Clamp

Diese Version ist für die Montage an runden Sitzrohren geeignet. Bei Shimano werden verschiedene Rohrdurchmesser durch die beiliegenden Spacer ausgeglichen.

E-Type

Der E-Type-Umwerfer wird über eine Montage-Platte auf das Innenlager geschraubt. Dafür fällt ein Distanzring auf der Montage-Seite weg. Vor allem bei ungewöhnlichen Rahmenformen, aber nur bei BSA Lagern geeignet.

Direct Mount Low/Top Swing

Dieser Shimano-Umwerfer wird ohne Schelle direkt am Rahmen montiert. Die Umwerfer sind an verschiedene Kettenblattabstufungen (36, 38, 39, 42 Zähne) angepasst.

Direct Mount High/Down Swing

Diese Umwerfer-Variante wird ohne Schelle am Rahmen montiert, jedoch schwenkt der Schaltkäfig nach unten. Die Klemmung verfügt über einen kleinen Verstellbereich. Achten Sie aber beim Kauf auf die Kapazität beim großen Zahnkranz.

Nabenschaltungen Einstellen

Aktuell gibt es bei Shimano zwei Nabenschaltungen, die jeweils mit einer unterschiedlichen Anzahl Gänge angeboten werden. Bei einem neueren Rad kann es irgendwann erforderlich sein, dessen Shimano Nexus Schaltung oder Shimano Alfine Schaltung einzustellen. Bei älteren Rädern kann auch das Einstellen der Shimano Nexave Schaltung nötig werden. Diese Schaltung findet man durchaus noch an Rädern, Shimano bietet sie aber nicht mehr an. Die Shimano Nexus gibt es mit drei, sieben und acht Gängen (in Japan zusätzlich mit fünf Gängen), die Alfine mit acht und elf Gängen.

In der mechanischen Variante wird die Schaltnabe über einen Seilzug angesteuert, am Lenker ist wahlweise ein Drehgriff oder ein „Rapidfire“-Hebel montiert, mit dem man schaltet. Am Schalthebel gibt es eine Rändelschraube, mit der man die Spannung des Schaltzugs ändern kann.

Shimano Nexus 8-Gang Schaltung einstellen

Um die Shimano Nexus 8-Gang Schaltung einzustellen, legt man zunächst den vierten Gang ein. Dann sucht man die beiden gelben Markierungen an der Schalteinheit der Nabe (ein Montageständer erleichtert die Arbeit), die genau in Flucht stehen müssen. Tun sie es nicht, ändert man die Zugspannung durch Drehen der Rändelschraube am Schalthebel.

Will man eine Shimano Nexus 7-Gang Schaltung einstellen, funktioniert das genauso. Bei einer Shimano Nexus 3-Gang Schaltung legt man den zweiten Gang ein, die gelbe Markierung muss hier zwischen zwei weißen Begrenzungslinien positioniert sein. Die Einstellung der Shimano Alfine-Naben funktioniert gleichermaßen. Bei der 11-Gang-Ausführung muss der sechste Gang eingelegt werden, bei der Alfine 8-Gang der vierte Gang. Wieder müssen jeweils die gelben Markierungen in der Flucht stehen und gegebenenfalls die Spannung des Schaltzugs verändert werden.

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