Shimano Ultegra 11-fach Schaltwerk Test: Eine detaillierte Analyse

Die Shimano Ultegra ist seit langem ein Bestseller unter den Rennradgruppen. Sie steht für Preis-Leistung und Vielseitigkeit. Optisch passt sie sowohl zu Top-Carbonrahmen als auch zu Einsteigermodellen aus Alu.

Evolution statt Revolution? Die neue Shimano Dura-Ace Di2 9200 und Ultegra Di2 8100

Unter dem Motto "For those who never compromise" präsentiert Shimano die neue Dura-Ace Di2 9200. Das Update des Flagschiffs bringt einige Neuerungen mit sich. Auch die Ultegra zieht mit der Di2 8100 nach und bietet viele der Top-Features der Dura-Ace.

Was noch vor wenigen Jahren als Sensation galt, ist nun Realität: Shimano setzt als letzter der großen Komponentenhersteller auf 12 Ritzel. Und ja, auch Funk ist bei der neuen Gruppe mit an Bord, zumindest teilweise. Im Fall der neuen Dura-Ace ist es die Vielzahl von Verbesserungen - Shimano nennt es "Science of Speed" -, die am Ende ein eindrucksvolles Bild ergeben, wie der erste Praxistest der neuen Top-Gruppe gezeigt hat.

Dura-Ace nur noch elektronisch

"For those who never compromise", lautet das Motto, unter dem die Gruppe in den Markt geht. Um diesem Ziel möglichst nahezukommen, wird es die R9200 nur noch als Di2 geben, die mechanische Dura-Ace ist Geschichte. Und kaum ein Bauteil blieb unangetastet: Antriebsstrang, Elektronik, Bremsen, Laufräder.

Auch die Ergonomie wurde weiter optimiert. Die Schalt-/Bremshebel zum Beispiel, die mit längerem Griffkörper und höheren Höckern großen Händen mehr Platz bieten und mehr Variationen beim Greifen ermöglichen. Die Hebel sind leicht nach außen gestellt, die Schalttasten fallen etwas größer aus, sind klarer voneinander abgesetzt - und treffsicherer bedienbar. Schaltbefehle werden vom STI-Hebel nun per Funk übertragen, wenn gewünscht.

Eine Knopfzelle (CR1632) in jedem Hebel liefert den Strom und soll bis zu zwei Jahre halten. Alternativ ist weiterhin eine Anbindung per Kabel möglich. Aber zumindest müssen Felgenbrems-Fans nicht komplett auf die neue Dura-Ace mit 12 Ritzeln verzichten.

Auch die bekannten Sprinter- oder Oberlenker-Schalttasten, die sich zusätzlich in das System einbinden lassen und deutlich kompakter ausfallen (sowie in kompatible Lenker nahezu unsichtbar zu integrieren sind), setzten weiterhin auf Kabel.

Die bekannten "Junctions", wo alle Kabel zusammenlau­fen, und auch das "D-Fly"-Funkmodul entfallen künftig, die "Intelligenz" samt Funksender (ANT+ und Bluetooth) sitzt im Schaltwerk, das nur noch in einer Käfiglänge zu haben ist und alle verfügbaren Kassetten (11-28, 11-30, 11-34) bedient.

Schneller Schalten trotz Funk

Umwerfer und Schaltwerk werden auch künftig von einem zentralen Akku mit Strom versorgt, kommen also nicht komplett kabellos. Shimano verspricht auch "absolute Zuverlässigkeit" sowie eine "massiv erhöhte Schaltgeschwindigkeit". In Zahlen: 58 % schnellere Gangwechsel am Schaltwerk, 45 % schneller am Umwerfer.

Dazu soll das proprietäre Funkprotokoll seinen Teil beitragen, das laut Hersteller deutlich stromsparender und schneller funktioniert als vergleichbare gängige Protokolle. Trotz Funk versprechen die Japaner eine vergleichbare Akku-Laufzeit wie beim Vorgänger, also "über 1000 Kilometer". Geladen wird der Akku nicht mehr über ein separates Ladegerät, sondern über ein USB-Kabel mit eigenem Anschluss - der gleiche, der auch den Akku der optional lieferbaren Powermeter-Kurbel der Dura-Ace mit Strom versorgt.

Wie gehabt erlaubt auch die R9200 die Anpassung typischer Di2-Features an eigene Vorlieben über die - ebenfalls überarbeitete - E-Tube-App, namentlich: Schaltgeschwindigkeit, Belegung der Schalttasten, Schaltmodi (Synchro- und Semi-Synchro-Shift mit automatisierter Umwerfer-Betätigung sowie Multi-Shift zum Durchschalten beliebig vieler Gänge mit einem Knopfdruck).

Neuer Freilaufkörper, aber mit 11-fach Freilauf kompatibel

Einen kundenfreundlichen Weg geht Shimano beim neuen 12-fach-Standard und setzt nicht auf ein kleines 9er- oder 10er-Ritzel, sondern hält am 11er fest. Heißt: Das neue 12-fach-Ritzelpaket passt auf alle Laufräder mit Shimano 11-fach-Freilaufkörper.

Wer teure Laufräder sein Eigen nennt, weiß das sicher zu schätzen. Zwar weist die neue Kassette eine engere Verzahnung auf (nicht identisch mit Microspline wie am MTB), um hohe Drehmomente besser zu verkraften, "alte" Laufräder lassen sich aber weiterhin verwenden. Umgekehrt klappt’s dagegen nicht: Auf Laufräder mit neuem 12-fach-Freilaufkörper passen keine 11-fach-Kassetten mehr.

Neue Übersetzungen

Dem Trend zu immer höheren Geschwindigkeiten im Profi­radsport begegnet Shimano mit einer neuen Kettenblattkombination: Die klassische "Heldenkurbel" 53/39 entfällt, 54/40 ist das neue Maß der Dinge. Semikompakt- (52/36) und Kompaktkurbel (50/34) bleiben im Programm. Ebenso wie die bereits erwähnten Felgenbremsen, was Traditionalisten freuen wird.

Innovativer gibt sich erwartungsgemäß die grundlegend überarbeitete Disc-Variante: Dank neuer Hebelübersetzung ("Servo Wave"-Technologie) packt die Bremse schneller kräftig zu, einteilige Bremskörper bringen mehr Steifigkeit bei minimalem Gewicht, 10 % mehr Abstand zwischen Belägen und Scheibe sollen für weniger Geräusche sorgen. Und "neue", aus dem MTB-Line-up übernommene Scheiben - wie gehabt in Alu-Stahl-Sandwichbauweise - sollen sich hitzebeständiger zeigen als die Vorgänger.

Dura-Ace Di2: Preise und Gewichte

Last but not least stellen die Japaner der neuen Gruppe auch neue Laufräder zur Seite: mit aero-optimierten Vollcarbon-Felgen (deshalb nur für Disc-Bremsen freigegeben) und neuem Freilauf, der 63 % schneller greifen soll als der Vorgänger.

Apropos zu haben: Die neue Dura-Ace soll ab Oktober im Handel und an den ersten Kompletträdern verfügbar sein. Preislich zwar etwas günstiger als der Vorgänger und trotz zwölftem Ritzel nur wenige Gramm schwerer, bleibt die Dura-Ace aber, was sie immer war: ein exklusives Vergnügen.

Die neue Shimano Dura-Ace Di2 im Praxistest

Die Ergonomie der Hebel: noch etwas besser als bei der alten Dura-Ace, große Hände haben mehr Platz, die höheren Hörnchen bieten mehr Möglichkeiten zu greifen. Die größeren Schalttasten mit definierterem Feedback: ebenfalls ein Schritt nach vorn. Die Geschwindigkeit beim Gangwechsel: spürbar schneller.

Vor allem der Umwerfer begeistert bei jedem Schaltvorgang: Unabhängig vom Pedaldruck und der Umlaufgeschwindigkeit - die Kette wechselt in atemberaubender Geschwindigkeit von einem Blatt aufs andere. Beeindruckend! Kein Kettenabwurf, kein Klemmer, egal unter welchen Umständen. Dieser Antrieb legt die Messlatte ein gutes Stück höher, so viel steht fest. Das Test-Set-up mit 52/36-Kurbel und 11-30er-Kassette bietet ausreichend Entfaltung und ein eng gestuftes Getriebe mit Eingang-Sprüngen vom 11er- bis zum 17er-Ritzel. Top!

Auch die Scheibenbremse präsentiert sich stabiler, glänzt mit toller Dosierbarkeit ohne große Handkräfte, dank "Servo Wave"-Übersetzung mit sanft ansteigendem Bremsdruck.

Dass sich der Akku-Ladestand und die Schaltmodi nun nicht mehr an der Junc­tion unterm Vorbau oder im Lenker­ende abfragen bzw. einstellen lassen, sondern direkt am Schaltwerk, mag dagegen mancher bedauern. Das cleanere Erscheinungsbild macht den Verlust teilweise wett wie auch die Tatsache, dass sich jede Di2 ab sofort ohne zusätzlichen Funksender per App individualisieren oder mit einem Radcomputer koppeln lässt.

Shimano Ultegra R8100

Parallel zur Dura-Ace präsentierte Shimano auch eine neue Ultegra. 12-fach. Mit Funk. Und allen wesentlichen Neuerungen des Top-Ensembles. Wermutstropfen: Eine mechanische Version der beliebten Nummer 2 im Shimano-Portfolio mit zwölf Ritzeln soll es nicht geben! Wer künftig auf Ultegra-Niveau mechanisch schalten möchte, muss mit der "alten" 11-fach-Variante Vorlieb nehmen, die noch eine Weile weiterlaufen soll.

Käufer der neuen R8100-Serie profitieren bis auf wenige Details von den technologischen Neuerungen der Top-Gruppe: Das 2 x 12-Getriebe wird per Funk angesteuert, soll genauso schnell schalten, die Discs genauso kraftvoll bremsen wie die der großen Schwester. Günstigere Materialien (keine Carbon-Hebel oder Titanritzel) und die etwas einfachere Verarbeitung (kein einteiliger Bremssattel, einfachere Nabentechnolgie bei den drei Laufradmodellen) sowie der Verzicht auf wenige Ausstattungsoptionen erlauben einen geringeren Preis (siehe Tabelle) bei rund 200 g Mehrgewicht für eine typische Konfiguration.

Da sich die Gruppe nicht primär an Profis richtet, entfallen die große 54/40-Kurbel, die 11-28-Kassette und die Laufräder mit Schlauchreifenfelgen. Dafür wird es auch von der R8100 eine Version mit mechanischer Felgenbremse geben und - erstmals - eine Ultegra-Kurbel mit integriertem Powermeter.

Rennrad-Schaltgruppen: Mehr als nur Funktion

Das Thema „Die Wahl der richtigen Gruppe für ein Rennrad“ ist für viele Radfahrer von großer Bedeutung. Neben Shimano sind auch Campagnolo und Sram wichtige Player auf dem Markt. Jede Marke hat ihre eigenen Innovationen und Stärken.

Shimano Ultegra Di2 6870

Die Shimano Ultegra Di2 6870 begeistert mit einer tollen Schaltperformance unter allen Bedingungen. Funktional und ergonomisch steht sie der elektronischen Top-Gruppe Dura Ace Di2 9070 in nichts nach. Die Ultegra 6870 ist leichter als ihr Vorgänger, die Ultegra 6770 und das, obwohl aus der 10-fach eine 11-fach Gruppe wurde.

Die neuen Hebel lassen nun in jeglicher Griffposition eine perfekte Bedienung zu. Auch wurden die Oberflächen der beiden Schalttasten kontrastreicher gestaltet, so dass man noch einfacher fühlt, auf welcher Taste der Finger ruht. Auch wenn die Tasten etwas größer ausfallen als in der Vorversion, braucht es dennoch ein wenig Gewöhnung, um auch in stressigen Rennsitiuationen den gewünschten Schaltvorgang einzuleiten.

Die Montage der Gruppe ist im Grundsatz kinderleicht. Stecker und Kabel zusammenstecken und „smmmt“ (elektronisches Surren)- die Schaltung funktioniert. Wenn da nicht das Kabelverlegen wäre! In allen Di2-fähigen Rahmen verlaufen die Kabel innenverlegt, was schlussendlich zu einem „cleanen“ Bike verhilft - erst recht mit dem integrierten Di2-Akku in der Sattelstütze.

Dieser „hält“ rund 5.500 Kilometer - und auch unter widrigsten Bedingungen. Während der Umwerfer seine Arbeit einstellt, hebt sich die Di2 genügend Strom auf, um am Schaltwerk weiterhin mehrere Schaltvorgänge vornehmen zu können, bis letztlich auch das Schaltwerk komplett seinen Dienst einstellt.

Shimano Ultegra R8000: Technische Details und Neuerungen

Ein Jahr nach der Top-Gruppe Dura-Ace hat Shimano die Ultegra R8000 grunderneuert. Technisch und optisch orientiert sie sich stark an der Dura-Ace R9100. Andere Materialien und Fertigungstechnologien stellen aber sicher, dass die Ultegra deutlich günstiger ist als die Dura-Ace und somit für breite Käuferschichten erschwinglich bleibt.

Die Schalt-/Bremshebel

Die Schalt-/Bremshebel zeigen sich nur moderat überarbeitet. Die inneren Schalthebel sind etwas größer als bisher und aus allen Griffpositionen perfekt zu erreichen. Wie bei der Dura-Ace weisen die Griffgummis eine Textur auf der Oberfläche auf und greifen sich auch ohne Handschuhe äußerst angenehm. Der Abstand der Bremshebel zum Lenker ist wie bisher stufenlos einstellbar.

Zumindest mit neuen Zügen sind die Bedienkräfte beim Schalten so frappierend niedrig, dass sich in Bezug auf die teure elektrische Di2-Schaltung fast die Sinnfrage stellt. Die am Gan RS verbauten polymerbeschichteten Züge mit der Typenbezeichnung OT-RS900 sind die gleichen, die auch bei der Dura-Ace-Gruppe zum Einsatz kommen.

Bei allem Bemühen um Leichtgängigkeit achteten die Entwickler darauf, dass beim Einrasten der Gänge ein deutliches Feedback zu spüren ist. Diese Gratwanderung beherrscht die neue Ultegra perfekt und steht damit keinen Deut hinter der Dura-Ace zurück.

Schaltwerk und Umwerfer

Formal folgt das Schaltwerk dem von den Mountainbike-Gruppen und der Dura-Ace R9100 bekannten Shadow-Design. Lieferbar ist das Schaltwerk in zwei Versionen: Als SS-Version mit kurzem Käfig für Kassetten von 11-25 bis 11-30 Zähnen und als GS-Version mit mittellangem Käfig für 11-28 bis 11-34 Zähnen. Die Leitrollen drehen sich um gedichtete Rillenkugellager.

Der vordere Umwerfer übernimmt die von der Dura-Ace bekannte kompakte Bauweise. Durch die veränderte Zugführung wurde die bisher recht komplizierte Einstellung deutlich vereinfacht. Die kompakte Form verringert auch das Risiko, dass der Umwerfer den breiteren Reifen von Crossrädern und Gravelbikes ins Gehege kommt.

Bremsen und Kurbel

Die Felgenbremsen der Ultegra profitieren spürbar von einer steiferen Konstruktion und sprechen noch knackiger an als ihre Vorgänger. Die leicht geänderte Form trägt auch dem Trend zu breiteren Reifen Rechnung. Die Felgenbremsen werden auch wie bisher als Direct-Mount-Variante angeboten.

Blickfang der Ultegra 8000 ist die markante vierarmige Kurbel, die wie bisher aus Aluminium gefertigt wird. Bei der Befestigung vertraut Shimano weiter der bewährten Hollowtech-2-Technologie mit durchgehender 24-Millimeter-Welle. Der Kurbelstern basiert auf dem Prinzip "One size fits all" und erlaubt die Montage aller gängigen Kettenblattkombinationen wie 50/34, 46/36, 52/36 und 53/39 Zähne.

Anders als bei der Dura-Ace-Kurbel wird das äußere Kettenblatt nicht komplett aus Aluminium gefertigt. Stattdessen setzt Shimano auf einen Verbund aus Leichtmetall und Kunststoff.

Nach eineinhalb Stunden intensiver Fahrt erschien der Unterschied zwischen neuer und alter Ultegra größer als der zwischen der aktuellen Dura-Ace und ihrer Vorgängerin. Auch wenn die Ultegra 8000, abgesehen von der größeren Schaltwerkskapazität, keine wirklichen Neuerungen bietet, beeindruckt doch die enorme Qualitätsanmutung und Präzision, mit der die Schalt- und Brems-Performance noch mal auf ein neues Niveau gehoben wird.

Shimano Ultegra 6800 11-fach: Die Details

Die neue Ultegra 6800 sieht gut aus und bietet viel. Die Gruppe ist komplett auf 11-fach ausgelegt und orientiert sich stark an der Dura-Ace 9000.

  • Schalt-/Bremshebel ST-6800: Ergonomischer als der Vorgänger, für 11 Ritzel und 2 Kettenblätter ausgelegt. Gewicht (Set): 425 g
  • Schaltwerk RD-6800 SS: Für elf Ritzel ausgelegt. Gewicht: 195 g
  • Schaltwerk Longcage RD-6800 (GS): Für große 11-fach-Kassetten ausgelegt - bis zu 32er-Ritzel sind damit schaltpar. gewicht: 207 g
  • Umwerfer FD-6800: Für 2 Kettenblätter ausgelegt. Gewicht: 89 g
  • Kassette CS-6800: Elf Ritzel, Ritzelpakete von 11-23 bis 11-32 erhältlich. Gewicht (11-23): 212 g
  • Kurbelsatz FC-6800: Alle Kettenblattgrößen passen, Kombinationen: 53/39; 52/36; 50/34 und 46/36. Gewicht (53*39 mit Innenlager): 765 g
  • Kette CN-6800: Für 11-fach optimiert, keine Laufrichtung. Gewicht (114 glieder): 212 g
  • Bremskörper BR-6800: Soll 10 Prozent mehr Leistung bringen. gewicht (Paar): 335 g

Passend zur neuen Shimano Ultegra 6800 11-fach bringen die japaner auch einen neuen laufradsatz. DR WH-6800 bietet 11-fach-Kassetten Platz.

Die Vielseitigkeit der Shimano Ultegra

Vielseitigkeit soll ihre große Stärke sein: Mit einem nie dagewesenen Variantenreichtum soll Shimanos jüngste Generation der Shimano Ultegra die Anforderungen aller Rennrad-Kategorien erfüllen. Von der Schaltgruppe gibt es allein vier Grundversionen: neben der mechanischen Schaltung auch eine elektronische Di2, und beide ­sowohl für Felgen- wie für hydraulische Scheibenbremsen. Dazu kommen spezielle Teile für Zeitfahrräder und ein erweitertes Spektrum an Übersetzungen, vor allem mit mehr leichteren Gängen.

Dass sich die Ultegra, traditionell die Nummer zwei in Shimanos Produkt-Hierarchie, technisch wie optisch stark an der aktuellen Top-Gruppe Dura-Ace orientiert, überrascht nicht. Sie übernimmt wesentliche Merkmale von der Nummer eins, etwa das Schaltwerks-Design, die Gestaltung der Kurbel und den kompakten Umwerfer.

Die erste echte Überraschung teilt das Display der Feinwaage mit: Kein Gramm leichter ist die neue Ultegra geworden. Die meisten Teile wiegen nur wenige Gramm mehr oder weniger als die alten.

Wirklich frappierend ist, um wie viel besser die neue Gruppe schaltet. Einen spürbaren Unterschied zwischen Ultegra und der viel teureren Dura-Ace hingegen gibt es nicht. Hier macht sich vor allem die veränderte Schaltwerksgeometrie bezahlt: Die von den Mountainbike-Gruppen übernommene Shadow-Technik verringert mit einem besser geführten Schaltzug die Reibung deutlich, die ohnehin schon leichtgängigen, teflon­beschichteten Shimano-Züge sind auch bei der neuen Ultegra Standard.

Auch der neue vordere Umwerfer überzeugt. Shimano ist vom vorherigen Design mit dem langen Arm an der Zugklemmung wieder abgerückt, der Umwerfer ist deutlich kompakter. Das schafft Platz, an Adventure- und Gravelbikes kann der Umwerfer dicken ­Reifen nicht mehr im Wege stehen. Das ist nun wieder einfacher geworden, zudem hat der neue Umwerfer auch eine Schraube, mit der man die Zugspannung verändern kann, ohne den Zug lösen zu müssen - ein Novum bei mechanischen Schaltungen. Beim Wechsel der Kette von Blatt zu Blatt sind Kräfte und Wege ebenfalls geringer, aber auch die Charakteristik des Umwerfers hat Shimano verändert.

Die Kurbel als Herzstück des Antriebs ist an das aktuelle Design angepasst, technisch hält sie das hohe Niveau der Vorgängerin. Shimano bleibt bei der bewährten Aluminium-­Bauweise und dem Hollowtech-II-Standard mit Stahlwelle für das Tretlager. Das zwei­teilige große Kettenblatt besteht auf der ­Innenseite aus Kunststoff und ist extrem steif, was eines der Geheimnisse der guten Schalteigenschaften ist. Die eingearbeiteten Steighilfen führen die Kette sauber und ohne große Geräusche zwischen den Ketten­blättern.

Auch die Felgenbremse hat Shimano ein ­weiteres Mal verbessert, obwohl mancher die im Vergleich zur Scheibenbremse vermeintlich antiquierte Technik schon auf dem Abstell­gleis sieht. Ein zusätzliches Blech ­zwischen den Bremsarmen macht die Zange noch ­steifer, was sich vor allem bei hohen Kräften bemerkbar macht: Aus hohem Tempo lässt sich die Bremse so besser dosieren. Auch die maximale Bremskraft erhöht sich leicht - wobei das in der Praxis kaum eine Rolle spielt.

Shimano Schaltgruppen im Überblick

Wer ein neues Rennrad kauft, muss neben dem Fahrrad selbst auch eine Schaltgruppe auswählen, die das gute Stück zieren darf. Und die Auswahl an verschiedenen Arten von Shimano Schaltgruppen für Rennräder ist riesig. Aber wie gut sind all diese Shimano Schaltgruppen und was sind die Unterschiede zwischen den Shimano Gruppen?

Viele Leute denken, dass wirklich nur das allerbeste gut genug für sie ist. Wer jetzt mit der preiswertesten Gruppe von Shimano fährt, fährt sozusagen mit einer Qualität, die mit der der Profis vor 10 oder 15 Jahren vergleichbar ist. Es ist ein Missverständnis zu glauben, dass du mit der billigsten Schaltgruppe keine Qualität erhältst. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Qualität der verwendeten Materialien und dem Gewicht der Schaltgruppe.

Hier eine Übersicht über die verschiedenen Shimano Schaltgruppen:

  • Shimano Tourney: Ideal für die ersten Kilometer und sportliche Fahrten in der Stadt.
  • Shimano Claris: Die erste echte Schaltgruppe für Rennräder, sehr gut für Einsteiger geeignet.
  • Shimano Sora: Die letzte der Einsteiger-Schaltgruppen, bietet einen sehr großen Schaltbereich.
  • Shimano Tiagra: Für erfahrene Rennradfahrer, mit größerer Kassette und bis zu 30 Gängen.
  • Shimano 105: Die beliebteste Schaltgruppe von Shimano, mit 11 Kränzen hinten und 2 Kettenblättern vorne.
  • Shimano Ultegra: Eine professionelle Schaltgruppe für dein Rennrad, aus leichten und sehr langlebigen Materialien gefertigt.
  • Shimano Dura Ace: Die beste Schaltgruppe von Shimano, optimiert für maximale Geschwindigkeit und präzise Schaltung.

Gewichte der Shimano Ultegra R8000 im Überblick

Hier eine Übersicht über die Gewichte der verschiedenen Varianten der Shimano Ultegra R8000 Gruppe:

Komponenten Mechanische Ultegra R8000 mit Felgenbremsen Ultegra R8000 Di2 mit Felgenbremsen Mechanische Ultegra R8000 mit Scheibenbremsen Ultegra R8000 Di2 mit Scheibenbremsen
STI-Brems-/Schalthebel 438 Gramm 295 Gramm 550 Gramm 360 Gramm
Schaltwerk 200 Gramm 242 Gramm 200 Gramm 242 Gramm
Umwerfer (für Sockel) 92 Gramm 132 Gramm 92 Gramm 132 Gramm
Kurbelsatz (52/36 Zähne) 681 Gramm 681 Gramm 681 Gramm 681 Gramm
Innenlager 63 Gramm 63 Gramm 63 Gramm 63 Gramm
Kassette 11-fach 11-30 Z. 269 Gramm 269 Gramm 269 Gramm 269 Gramm
Kette (114 Glieder) 257 Gramm 257 Gramm 257 Gramm 257 Gramm
Bremsen (v./h.) 360 Gramm 360 Gramm 280 Gramm N/A
Bremsscheiben (160 mm) N/A N/A 257 Gramm N/A
Gesamt 2.360 Gramm 2.299 Gramm 2.649 Gramm N/A

Hinweis: Die Tabelle ist unvollständig, da die Daten für die Ultegra R8000 Di2 mit Scheibenbremsen nicht vollständig vorliegen.

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