Shimano Ultegra 6700 Bremsen im Test: Ein umfassender Überblick

Die Shimano Ultegra 6700 Gruppe erfreut sich grosser Beliebtheit unter Rennradfahrern. Ein Radrennen über die Alpen mit 882 Kilometern und 18.300 Höhenmetern ist nicht nur eine harte Prüfung für Mensch und Material: In Form der JEANTEX-TOUR-Transalp ist das für viele Sportler ein Highlight ihrer Hobbysport-Karriere.

Ultegra im Renneinsatz

Normalerweise sollte man bei einem so wichtigen Wettkampf keine Experimente mit neuem Material unternehmen. Wir haben’s trotzdem riskiert - mit Absicht, im Dienste der Erkenntnisfindung: Kurz vor der Transalp montierten wir Shimanos praktisch noch fabrikwarme Ultegra-Teile an den neuen Scott-Rahmen und schoben komplett neue Räder an den Start. Und eines vorweg: Wir haben es nicht bereut. Als die neue Ultegra aus ihrer Verpackung ploppte, waren wir von der Ähnlichkeit zur fast doppelt so teuren Profigruppe Dura-Ace überrascht.

Die Komponenten sind mattsilbern statt dunkelgrau, die Form ist jedoch weitgehend identisch, auch und vor allem bei Kurbelsatz und Bremsen, die sich bislang deutlich unterschieden. Erst die Kurbelrückseite offenbart die Unterschiede, die der Fertigungsaufwand zeitigt. Die Ultegra ist weniger fein bearbeitet, die Übergänge am hohlen Kettenblatt deutlicher.

Das Schaltverhalten war tadellos, obwohl wir die Schaltung aufgrund täglicher Laufradwechsel ständig neu einstellen mussten. Der Umwerfer arbeitet präzise und schnell und bietet auf dem kleinen wie dem großen Kettenblatt eine Trimmfunktion zur Feinjustierung der Kettenlinie. Der Umwerferkäfig ist aber so gestaltet, dass selbst starker Schräglauf die Kette nicht streifen lässt. Dazu trägt auch die neue Kette bei, die nach dem Vorbild der Dura-Ace asymmetrisch konstruiert ist; die Innenlaschen sind gelocht, auf der Innenseite zusätzlich die Außenlaschen.

Vergleich mit Dura-Ace

Dura Ace und Ultegra unterscheiden sich in Optik und Oberflächen und im Gewicht. Die funktioniert eigentlich gleich gut wie die Dura Ace, größter unterschied ist das Gewicht.

Alternativen und Ergänzungen

Ich habe neulich von meinem Fahrrad-Guru des Vertrauens den Tipp bekommen, für meinen geplanten Randonneur (mit STIs) die TRP CX8.4 Mini V-Brakes zu nehmen. Diese seien im Gegensatz zu herkömmlichen V-Brakes sehr gut zu dosieren. Da ich noch nie richtig warm geworden bin mit V-Brakes und noch nie etwas von Mini V-Brakes gehört habe, wollte ich einfach mal fragen, ob sich der Invest von den 160 Euronen für diese Bremsen lohnen.

Ich persönlich bin damit sehr zufrieden und empfinde die Bremsleistung als ausreichend und gut dosierbar. Einziger wirklich unbefriedigender Punkt ist das Ansprechen bei NASSEN Felgen. Da passiert erst mal wenig bis gar nichts, bis der Wasserfilm verdrängt ist und die Gummis greifen. Dann aber bremst es auch wieder kräftig. Die von dir erwähnte TRP CX 8.4 würde ich wählen, wenn eine hohe Bremskraft notwendig ist bzw. lange Abfahrten anstehen, weil mit ihr die Handkräfte geringer sein werden.

Mini V-Brakes

Ich fahre die Campagnolo Veloce Mini-V am Randonneur. Sie bremsen auf jeden Fall besser als Cantilieverbremsen. Es gibt von Tektro Modelle mit 70 mm oder mit 75 mm langen Schenkeln. Fazit war wohl, dass die mit 70 etwas besser dosierbar sind, die mit 75 etwas mehr Kraft entfalten. Wichtig: Kaufe moglichst ein Modell, dass die gleichen Bremsschuhe hat wie "große" V-Brakes.

Einziger wirklich unbefriedigender Punkt ist das Ansprechen bei NASSEN Felgen. Da passiert erst mal wenig bis gar nichts, bis der Wasserfilm verdrängt ist und die Gummis greifen. Dann aber bremst es auch wieder kräftig.

Bremsleistung und Dosierbarkeit

Ist eine hervorragende Bremse, jedoch entscheidet auch der Hebel maßgeblich über die Dosierbarkeit mit. Mit einem Cane Creek SCR-5C war die Dosierbarkeit nicht so gut wie mit dem TRP-Hebel, wobei der TRP auch mit Abstand der genialste Hebel ist, den ich je in der Hand hatte. Zudem sind bei der 8.4 gleich die kurzen Rennradbremsschuhe verbaut, die gefühlvolleres Bremsen durch den besseren Druckpunkt ermöglichen.

Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass eine Mini-V in Sachen Bremspower und auch Dosierbarkeit, locker mit einer mech. Disc mithalten kann. Hier ist es jedoch sehr wichtig, dass Die Beläge richtig eingestellt sind und zur Felge passen. Die Vorteile der Hydraulik sehe ich nur bei der Dosierbarkeit und den Bedienkräften, nicht bei der Bremskraft.

Empfehlungen für Zubehör

Um einen guten Druckpunkt zu haben, wähle auf jeden Fall druckfeste Hüllen, die neben der Spiralkonstrunktion auch Längsdrähte haben. Für die hintere Bremse mit höherer Zugreibung, lohnt sich ein Shimano Zug mit Polymerbeschichtung (nicht PTFE/Teflon ... da die Beschichtung zu empfindlich ist) zu verwenden.

Probleme und Lösungen

Inzwischen hatte ich mich ja (fast) dran gewöhnt. Da mein RR aber immernoch mit Rahmenbruch darniederliegt, fahre ich gerade leihweise ein RRmit 105er-Ausstattung (5700). Die Bremsen verzögern mit meinenLaufrädern erstens besser und haben dabei zweitens auch noch dendeutlich knackigeren Druckpunkt - und das obwohl die Bremsen nochwesentlich weniger abgenutzt sind.

Mögliche Ursachen

  • Andere Zughüllen?
  • Bremsgriffe?

Das Ende am Bremskörper habe ich mir an beiden Rädern angesehen. Könnte tatsächlich schöner sein, sieht aber eher am Rad mit der 105erschlechter aus.

Behebung von Problemen

Durch tauschen der Bremskörper und direkten Vergleich und genauesHinsehen bin ich mir nun aber sicher, dass die Schwammigkeit praktischvollständig auf der bescheuerten Belagnachstellung der Ultegra amBremskörper beruht: Vollständig aus Plastik und bewegt sich zur Seiteund wird zusammengestaucht. An der 105er ist ein Metallschräubchen,welches sich seitlich nicht bewegt und natürlich auch nicht sichtbargestaucht wird. Leider sind die Nachstelleinrichtungen nicht zwischenbeiden Bremsen tauschbar, sonst hätte ich das um ganz sicher zu gehenauch noch probiert.

Die neue Shimano Ultegra 6800 11-fach

Shimanos Ultegra steht unter den Rennrad-Gruppen wie kaum ein anderes Produkt für die anspruchsvolle Mittelklasse. Funktional, hochwertig und zuverlässig, aber auch nicht großspurig teuer - und deshalb massenhaft gekauft. Die neue Formensprache der Dura-Ace wurde in ein weniger exaltiertes Finish verpackt; statt auf Spiegelglanz polierte silberne und schwarze Flächen changieren hier rauchgrauer Glanz und rauchgrau matte Flächen.

Mit dem Wechsel von Ultegra 6700 zu 6800 spart man dieses Mal aber quasi kein Gramm. Kompatibel ist die Schaltung deshalb nur mit geeignetem Freilaufkörper, Shimano erneuert im Zuge des Generationswechsels deshalb auch seine komplette Laufradpalette. Laufräder von Mavic sind kompatibel, deren Rotor ist breit genug und musste bislang mit einer Distanzscheibe aufgefüttert werden, die jetzt entfällt; manch anderes Laufrad lässt sich mit einem Freilaufwechsel auf den aktuellen Stand bringen.

Definierter Klick

Auf dem Rad offenbaren sich die wahren Stärken der neuen Ultegra - etwa 500 Kilometer sind wir mit der Gruppe durch die Südtiroler Berge gefahren, zusätzlich zum üblichen Labortest. Die neuen STI-Hebel sind schlanker und handlicher geworden, ein ergonomischer Fortschritt zu den vielfach kritisierten, dicken Griffkörpern der 6700. Auch der Bremshebel ist organischer geformt und liegt besser in der Hand. Kurze Hebelwege, geringe Bedienkräfte, und dennoch ein wohldefinierter Klick bei jedem Gangwechsel.

Auch die neue Bremsmechanik bestätigt den überragenden Eindruck, den wir schon bei der Dura-Ace erfahren haben. Die Bedienkräfte sind erneut gesunken, die sehr steifen Zangen lassen sich hervorragend dosieren.

Bei Montage und Einstellung der neuen Gruppe zeigt sich, dass die Technik immer ausgefeilter und damit auch komplizierter wird - was aber nicht nur für Shimano gilt. Augenfälliges Beispiel ist der neue Ultegra-Umwerfer.

Komponenten der Ultegra 6800 Gruppe

Komponente Gewicht
Schalt-/Bremshebel ST-6800 (Set) 425 g
Schaltwerk RD-6800 SS 195 g
Schaltwerk Longcage RD-6800 (GS) 207 g
Umwerfer FD-6800 89 g
Kassette CS-6800 (11-23) 212 g
Kurbelsatz FC-6800 (53*39 mit Innenlager) 765 g
Kette CN-6800 (114 glieder) 212 g
Bremskörper BR-6800 (Paar) 335 g
Aero-Bremse BR-6810-F 168 g
Bremse BR-6810 165 g

Die Bremsen der neuen Shimano Ultegra 6800 11-fach sollen 10 Prozent mehr Leistung bringen.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0