Die Shimano Ultegra 6700 Komplettgruppe hat sich als eine der beliebtesten Optionen für Rennradfahrer etabliert. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser Gruppe, von der Technologie bis zur Leistung im realen Einsatz.
Technologie und Design
Als die neue Ultegra aus ihrer Verpackung ploppte, waren wir von der Ähnlichkeit zur fast doppelt so teuren Profigruppe Dura-Ace überrascht.
Die Komponenten sind mattsilbern statt dunkelgrau, die Form ist jedoch weitgehend identisch, auch und vor allem bei Kurbelsatz und Bremsen, die sich bislang deutlich unterschieden.
Erst die Kurbelrückseite offenbart die Unterschiede, die der Fertigungsaufwand zeitigt.
Die Ultegra ist weniger fein bearbeitet, die Übergänge am hohlen Kettenblatt deutlicher.
Die Kettenführungsrolle am Schaltwerk dreht sich um Keramikgleit- statt Rillenkugellager, die vier großen Ritzel sind aus Stahl statt aus Titan.
Frappierend ähnlich: Die Ultegra-Kurbel ist der Dura-Ace wie aus dem Gesicht geschnitten, neben der Farbe machen vor allem die polierten Flächen den Unterschied.
Dazu trägt auch die neue Kette bei, die nach dem Vorbild der Dura-Ace asymmetrisch konstruiert ist; die Innenlaschen sind gelocht, auf der Innenseite zusätzlich die Außenlaschen.
Hyperglide Technologie
Die Ultegra CS-6700 ist mit der Hyperglide Technologie ausgestattet, die für unglaublich geschmeidige und präzise Schaltvorgänge sorgt.
So gleitest du fast geräuschlos durch die Gänge und kannst dich voll und ganz auf deine Fahrt konzentrieren.
Optimierte Abstufungen
Egal ob steile Anstiege oder schnelle Abfahrten - mit der Ultegra CS-6700 findest du immer die richtige Übersetzung.
Die fein abgestimmten Gangsprünge ermöglichen dir eine optimale Trittfrequenz und maximale Effizienz.
Performance im Test
Ob sie auch technisch in die Nähe der Nummer eins kommt, musste die neue Ultegra im Labortest und in der Rennpraxis (am Scott CR1 Pro) bei der JEANTEX-TOUR-Transalp beweisen.
Ein Radrennen über die Alpen mit 882 Kilometern und 18.300 Höhenmetern ist nicht nur eine harte Prüfung für Mensch und Material: In Form der JEANTEX-TOUR-Transalp ist das für viele Sportler ein Highlight ihrer Hobbysport-Karriere.
Normalerweise sollte man bei einem so wichtigen Wettkampf keine Experimente mit neuem Material unternehmen.
Wir haben’s trotzdem riskiert - mit Absicht, im Dienste der Erkenntnisfindung: Kurz vor der Transalp montierten wir Shimanos praktisch noch fabrikwarme Ultegra-Teile an den neuen Scott-Rahmen und schoben komplett neue Räder an den Start.
Und eines vorweg: Wir haben es nicht bereut.
Auf der Transalp überzeugte das neue „CR1“ als sehr ausgewogenes Konzept, das die Belange der meisten Rennradler trifft.
Faire 2.800 Euro wird das Komplettrad mit Shimanos Ultegra in etwa kosten.
Schaltverhalten
Das Schaltverhalten war tadellos, obwohl wir die Schaltung aufgrund täglicher Laufradwechsel ständig neu einstellen mussten.
Der Umwerfer arbeitet präzise und schnell und bietet auf dem kleinen wie dem großen Kettenblatt eine Trimmfunktion zur Feinjustierung der Kettenlinie.
Der Umwerferkäfig ist aber so gestaltet, dass selbst starker Schräglauf die Kette nicht streifen lässt.
Bremsleistung
An Bremspower mangelt es Shimanos Bremsen ohnehin nicht.
Im Transalp-Alltag überzeugte auch die schnelle und einfache Einstellbarkeit.
Einstellen einfach, Bremsen schwierig: Die Hinterrad-Bremse der neuen Ultegra ist feinfühlig dosierbar und packt kräftig zu - aber Bremsflanken aus Carbon bleiben auch für eine Top-Bremse ein schwieriger Partner.
Vergleich mit anderen Gruppen
Dura Ace und Ultegra unterscheiden sich in Optik und Oberflächen und im Gewicht.
Sollte die drei Dinge für dich nicht relevant sein, dann lohnt es nicht.
Die funktioniert eigentlich gleich gut wie die Dura Ace, größter unterschied ist das Gewicht.
Langlebigkeit und Zuverlässigkeit
Shimano ist bekannt für seine langlebigen und zuverlässigen Komponenten.
Die Ultegra CS-6700 Kassette ist aus hochwertigen Materialien gefertigt und nickelbeschichtet, um Korrosion zu vermeiden.
Alternativen und Ergänzungen
- Kassette/Ritzel: Hier kann man 105er nehmen. Die Ultegra sind von den Schaltgassenfräsungen her vllt etwas akurater, aber für normales radeln sollte das kaum einen unterschied machen. Die Ultegra könnte etwas leichter sein.
- Schalt-/Bremszüge /-hüllen: Hier liegt der Fahrspass im detail. Der unterschied zwischen nem nicht-ptfe-zug und und nem teflon gelinerten ist schon deutlich spürbar. Das reduziert die kräfte auf die hebel und erhöht die lebensdauer.
- Umwerfer: Durch die 4 positionen des umwerfers (groß/klein sowie die trim-positionen) ist es spannend wie gut man den da einrichten kann. Es muss kein Ultegra sein.
- Schaltwerk: Beides tut was es soll. Die buchsen bei der Ultegra sind evtl. nicht so wackelig wie die der 105er.
Fazit
KURZ & KNAPP Die neue Ultegra, Nummer zwei bei Shimano, besticht mit Funktion auf absolutem Top-Niveau und leichter Einstellbarkeit. Die Konkurrenz ist teilweise zwar etwas leichter, die verlässliche Technik, insbesondere die Schaltperformance, macht das aber locker wett. Sollte die neue Ultegra wie angekündigt nur wenig teurer sein als die bisherige Version, ergäbe das ein überragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
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