Rennrad-Schaltgruppen sind mehr als reine Funktion. Das Thema „Die Wahl der richtigen Gruppe für ein Rennrad“ bewegt viele Radfahrer. Am Marktführer Shimano führt ohnehin kein Weg vorbei. Der Komponentenriese aus Japan ist mit gleich drei Gruppen im Testfeld vertreten: der elektronischen Ultegra Di2 und den beiden mechanischen Top-Gruppen Dura Ace und Ultegra.
Ein Blick aufs Rad des Ahnungslosen offenbart dann meistens eine Shimano Ultegra. Stellt man beim Sonntags-Radtreff die Frage nach der Schaltgruppe, kommt oft die Antwort: „Keine Ahnung, aber sie geht.“ Sie ist der Bestseller unter den Rennradgruppen. Keine Gruppe wandert so oft über die Ladentheke wie die Ultegra. Sei es am Komplettrad oder als Zubehörteil, der Name Ultegra steht für Preis-Leistung - und für eine große Stückzahl.
Im edlen eisgrauen Finish kommt die Ultegra daher und passt optisch sowohl zu Top-Carbonrahmen als auch zu Einsteigermodellen aus Alu. Vielseitigkeit ist hier das Zauberwort, damit besticht Shimanos Topseller.
Noch nie zuvor war das Ultegra Ensemble funktionell so nah an der Topgruppe Dura Ace wie in der aktuellen Generation. Vom Fahrgefühl steht die Ultegra der ungleich teureren Dura Ace in nichts nach. Leise Laufgeräusche des Antriebsstrangs, weiche Schaltvorgänge, beschichtete Züge - was früher noch der Topgruppe vorbehalten war, bekommt der preisbewusste Radfahrer nun auch bei der Ultegra serviert.
Die Ergonomie der Griffhöcker wurde im Vergleich zu den klobigen alten 10-fach-Modellen deutlich verbessert, wenngleich kein so schlanker Hebel wie bei der Di2 erreicht werden konnte. Bei Wartung und Pflege ist die Ultegra sehr sparsam und beansprucht wenig Zeit. Einmal eingestellt surrte die Kette ohne Nachjustieren bis zum Austausch nach 5.500 Kilometern. Gerade bei Hobbyfahrern mit wenig Freizeit ein großes Plus. Einziger Wermutstropfen bleibt das hohe Gewicht der Gruppe.
Details der Shimano Ultegra 6800
Schalt-/Bremshebel ST-6800
Der Brems-/Schalthebel ST-6800 der neuen Shimano Ultegra 6800 ist ergonomischer als sein Vorgänger, seine Mechanik ist für 11 Ritzel und 2 Kettenblätter ausgelegt. Gewicht (Set): 425 g
Schaltwerk RD-6800 SS
Das Standard-Schaltwerk der neuen Shimano Ultegra 6800 ist für elf Ritzel ausgelegt. Gewicht: 195 g
Schaltwerk Longcage RD-6800 (GS)
Das Schaltwerk mit langem Käfig der neuen Shimano Ultegra 6800 ist für große 11-fach-Kassetten ausgelegt - bis zu 32er-Ritzel sind damit schaltbar. gewicht: 207 g
Umwerfer FD-6800
Der Umwerfer der neuen Shimano Ultegra 6800 ist für 2 Kettenblätter ausgelegt. Gewicht: 89 g (Das Modell mit Befestigungs-Schelle soll 104 g wiegen).
Kassette CS-6800
Die Kassette CS-6800 der Shimano Ultegra 6800 hat elf Ritzel - das ist der neue Standard bei Rennrad-Schaltungen. Es werden für die neue Ultegra 6800 Ritzelpakte von 11-23 bis 11-32 Erhältlich sein. Gewicht (11-23): 212 g
Kurbelsatz FC-6800
Auf den Kurbelsatz der neuen Shimano Ultegra 6800 passen alle Kettenblattgrößen. Für die neue Ultegra 6800 werden folgende Kombinationen erhältlich sein: 53/39; 52/36; 50/34 und 46/36. Gewicht (53*39 mit Innenlager): 765 g
Kette CN-6800
Die Kette der neuen Shimano Ultegra 6800 ist für 11-fach optimiert, sie hat keine Laufrichtung. Gewicht (114 glieder): 212 g
Bremskörper BR-6800
Die Bremsen der neuen Shimano Ultegra 6800 11-fach sollen 10 Prozent mehr Leistung bringen. gewicht (Paar): 335 g
Aero-Bremse BR-6810-F
Für die neue Shimano Ultegra 6800 11-fach ist auch eine Bremse zur Direktmontage an Aero-Gabeln erhältlich. Gewicht: 168 g
Der spezielle Bremskörper der Shimano Ultegra 6800 passt per Direct-Mount an die Kettenstreben von Aero-Rennern. Gewicht: 165 g
Nabe FH-6800
Der hintere Nabenkörper der neuen Shimano Ultegra 6800 wurde komplett neu konstruiert, damit die 11-fach-Kassetten auf den breiteren Freilaufkörper passen. Mit Adapter-Ring passen aber auch weiterhin alle 10-fach-Kassetten auf die 11-fach-Naben.
Laufradsatz WH-6800
Passend zur neuen Shimano Ultegra 6800 11-fach bringen die japaner auch einen neuen laufradsatz. DR WH-6800 bietet 11-fach-Kassetten Platz.
Die Ultegra 6800 im Vergleich
Srams Force 22 ist das Pendant zu Shimanos Ultegra 6800. Beide Gruppen übernehmen einige der Funktionen der Top-Gruppen von Srams Red und Shimanos Dura Ace 9000, jedoch zu einem deutlich günstigeren Preis. Die Sram Force 22 ist zwar auf der einen Seite leichter als die Ultegra 6800 Gruppe, jedoch kostet sie dafür auch geringfügig mehr. Grundsätzlich ist die Gruppe farblich in schwarz-grau mit weißen Details sehr dezent gehalten. Hierdurch passt sie sich jeder Farbkombination der übrigen Bauteile und des Rahmens an.
Die Shimano Ultegra Di2 6870 begeistert mit einer tollen Schaltperformance unter allen Bedingungen. Funktional und ergonomisch steht sie der elektronischen Top-Gruppe Dura Ace Di2 9070 in nichts nach. Den Gewichtsvorteil der Dura Ace lässt sich Shimano teuer bezahlen. Die Ultegra 6870 ist leichter als ihr Vorgänger, die Ultegra 6770 und das, obwohl aus der 10-fach eine 11-fach Gruppe wurde. Das Gewicht ließ sich vor allen Dingen an Schaltwerk und Umwerfer einsparen, welche nun optisch nicht mehr so massiv wirken wie zuvor.
Besonderheiten der Ultegra 6800
Die Ultegra 6800 ist deutlich von der Shimano Dura-Ace 9000 beeinflusst. Das fällt vor allem beim neuen 4-Arm-Kurbelsatz auf. Die klassische 53-39 Kombination ist auf Rennen ausgelegt. Die 52-36 wurde auf sportliche Fahrer zugeschnitten und die kompakte 50-34 für den Tourenmarkt. Die 46-36-Ausführung steht für Cyclo-Cross bereit.
Die Oberfläche wurde mit einer Technologie namens Sil-Tec behandelt. Die gleiche Technologie kommt auch bei der Dura-Ace 9000 zum Einsatz um den Kettenabrieb zu reduzieren. Dank des geänderten Designs, ist das Schalten nun leichter und der Hebelweg deutlich kürzer als beim Vorgänger. Außerdem sorgt der Carbonbremshebel für optimale Kraftübertragung.
Montage und Einstellung
Der Anbau der Gruppe an den Testrahmen gestaltete sich leicht, bis auf die Einstellung des Umwerfers. Bei Montage und Einstellung der neuen Gruppe zeigt sich, dass die Technik immer ausgefeilter und damit auch komplizierter wird - was aber nicht nur für Shimano gilt. Augenfälliges Beispiel ist der neue Ultegra-Umwerfer. Er ist deutlich komplizierter zu montieren und einzustellen als bisher.
Zudem verzichtet Shimano darauf, ausführliche Montageanleitungen beizulegen - was man als dezenten Hinweis deuten könnte, das doch lieber den Händler machen zu lassen. Sogar unsere erfahrenen Labormechaniker hatten damit ihre Probleme. Tipp für versierte Selbstschrauber: unter si.shimano.com gibt es die Händler-Bedienungsanleitungen für alle modernen Gruppen zum Download.
Fahrgefühl und Performance
Auf dem Rad offenbaren sich die wahren Stärken der neuen Ultegra. Die neuen STI-Hebel sind schlanker und handlicher geworden, ein ergonomischer Fortschritt zu den vielfach kritisierten, dicken Griffkörpern der 6700. Auch der Bremshebel ist organischer geformt und liegt besser in der Hand. Das Schaltverhalten bestätigt die Detailarbeit, die Shimano in die neue Generation investiert hat. Kurze Hebelwege, geringe Bedienkräfte, und dennoch ein wohldefinierter Klick bei jedem Gangwechsel. Die neuen Züge tragen viel zur Leichtgängigkeit von Schaltung und Bremsen bei und sind ein Tuning-Tipp für ältere Schaltgruppen.
Geänderte Hebelverhältnisse ermöglichen den blitzschnellen Wechsel, der traumwandlerisch sicher funktioniert. Ein Plastikschoner dämpft außerdem die Schleifgeräusche am Leitblech beim Schalten. Auch die neue Bremsmechanik bestätigt den überragenden Eindruck, den wir schon bei der Dura-Ace erfahren haben. Die Bedienkräfte sind erneut gesunken, die sehr steifen Zangen lassen sich hervorragend dosieren.
Haltbarkeit
Die Haltbarkeit des neuen Elffach-Antriebes dürfte nach unserer Einschätzung keine Enttäuschungen bergen. Das Material der beteiligten Zahnräder ist messbar hart, die Breite von Ritzeln und Kettenblättern - und damit die Größe der Flächen für die Kraftübertragung - bleibt gleich. Unsere Testgruppe der Elffach-Dura-Ace hat seit März bereits 5.000 Kilometer unter den widrigen Bedingungen dieses Frühjahrs zurückgelegt. Viel Leistung für eine Kette, die nun austauschreif ist. Kettenblätter und Ritzel jedoch zeigen sich davon bisher unbeeindruckt, Verschleiß ist kaum sichtbar. Auch die Züge und Bremsbeläge sind noch weit von der Notwendigkeit des Wechsels entfernt.
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