Die Shimano Ultegra R8000 Serie ist ein Klassiker im neuen Gewand. Shimano hat aus der Ultegra noch etwas herauskitzeln können und sie an den entscheidenden Stellen in Sachen Design und Funktion noch besser gemacht. Die Einstellungsmöglichkeiten zur individuellen Anpassung sind größer denn je - genau das ist Shimanos neuer Anspruch. Auch die Qualität und die Präzision hat Shimano auf ein neues Niveau heben können, das gleiche gilt für die Schaltwerkskapazität: Auch sie ist größer denn je und erweitert ihre Einsatzmöglichkeiten. Ganz zu schweigen vom neuen schicken Design!
Die Rangordnung der Shimano Schaltgruppen
Genau wie im Mountainbike Bereich gibt es auch bei den Rennrädern, Cyclocrossern und Gravelbikes diverse Qualitätsunterschiede zwischen den Schaltgruppen, die an den Bikes verwendet werden. Auch für Rennräder werden sehr günstige Schaltgruppen angeboten. Aufgrund des rein sportlichen Einsatzbereiches von Rennrädern empfehlen wir allerdings nicht unter einer Shimano Tiagra einzusteigen und gehen deshalb auch nicht genauer auf die Gruppen darunter ein. Der Einsteiger Bereich startet bei der Tiagra Gruppe und die hochwertigste Gruppe, Shimano Dura Ace, wird von den besten Teams der Welt bei den härtesten Rennen gefahren. Egal ob von der gemütlichen Wochenendausfahrt oder den anspruchsvollsten Einsatz, von Shimano gibt es eine passende Gruppe für jeden Bedarf. Der Name gibt also die Information über die Qualitätsstufe der Gruppe. Die Nummer hinter dem Namen indexiert die Generation der Gruppe. Beispielsweise ist die 105 R7000 die neueste Iteration der 105er und ihr Vorgänger war die R5700.
Von Gruppe zu Gruppe werden hochwertigeren Materialien und genauere Fertigungstoleranzen verwendet. Das bedeutet, dass die hochwertigen Gruppen aufwändiger zu fertigen sind und die hochwertigen Materialien zusammen mit dem größeren Herstellungsaufwand einen höheren Preis, allerdings auch eine genauere Schaltperformance und geringeres Gewicht erzeugen. Beispielsweise wiegt eine 11-28 Zähne Kassette der Dura Ace Gruppe 193g und eine 105er Kassette mit gleicher Abstufung 284g. Dieser Gewichtsvorteil wird durch einen Carbon Ritzelträger und Titanritzel erzielt. Die 105er Kassette ist damit also knapp 50% schwerer als die Dura Ace Kassette, allerdings auch ca. 80% günstiger.
Überblick über die Shimano Rennrad Schaltgruppen
Wer ein neues Rennrad kauft, muss neben dem Fahrrad selbst auch eine Schaltgruppe auswählen, die das gute Stück zieren darf. Und die Auswahl an verschiedenen Arten von Shimano Schaltgruppen für Rennräder ist riesig; die Shimano Tiagra-, Shimano 105- und Shimano Ultegra-Gruppe sind nur einige Beispiele. Aber wie gut sind all diese Shimano Schaltgruppen und was sind die Unterschiede zwischen den Shimano Gruppen? Zunächst ist es hilfreich zu wissen, welche Teile deines Rennrads eigentlich Teil einer Schaltgruppe sind. Das ist nicht so kompliziert. Dies sind natürlich in erster Linie die Schalthebel und deine Umwerfer. Alles, was zum Antrieb deines Rennrads gehört, ist in der Schaltgruppe enthalten. Und schlussendlich gehören auch deine Bremsen zur Gruppe. Aber überraschenderweise gehören Scheibenbremsen an Disc-Rennrädern nicht zur Gruppe selbst. Bei den Herstellern der Gruppen werden glücklicherweise die gleichen Namen ziemlich konsequent für die eigenen Schaltgruppen verwendet. Dieses BMC Bike mit der Shimano Dura Ace Di2 12-fach-Schaltgruppe ist eines der echten Top-Modelle. Viele Leute denken, dass wirklich nur das allerbeste gut genug für sie ist. Wer jetzt mit der preiswertesten Gruppe von Shimano fährt, fährt sozusagen mit einer Qualität, die mit der der Profis vor 10 oder 15 Jahren vergleichbar ist. Es ist ein Missverständnis zu glauben, dass du mit der billigsten Schaltgruppe keine Qualität erhältst. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Qualität der verwendeten Materialien und dem Gewicht der Schaltgruppe.
- Shimano Tourney: Eine ideale Schaltgruppe für die ersten Kilometer. Laut Shimano ist diese Schaltgruppe ideal für sportliche Fahrten oder den Einsatz in der Stadt.
- Shimano Claris: Die erste echte Schaltgruppe für Rennräder. Rennräder mit einer Shimano Claris-Schaltgruppe sind sehr gut für Einsteiger geeignet. Die Shimano Claris-Gruppe ist bei den Einsteigerrennrädern häufig zu sehen. Und das macht Sinn. Es ist eine relativ preiswerte Gruppe, die dennoch sehr langlebig und gut schaltbar ist.
- Shimano Sora: Die letzte der Einsteiger-Schaltgruppen. Dank dem 9-Gang Dreifach- oder Zweifachschaltwerk kannst du dich für einen sehr großen Schaltbereich entscheiden.
- Shimano Tiagra: Mit der Shimano Tiagra-Gruppe kommst du zu den Schaltgruppen für die erfahreneren Rennradfahrer. Du kannst hier eine größere Kassette mit bis zu 10 Kränzen montieren. Du siehst Shimano Tiagra viel auf den teureren Rennrädern des mittleren Segments. Dies ist auch die letzte Schaltgruppe, in der du noch die Auswahl zwischen einem Zweifach- oder Dreifachschaltwerk hast, sodass du entweder 20 oder 30 Gänge haben kannst.
- Shimano 105: Die beliebteste Schaltgruppe von Shimano. Eine Shimano 105-Gruppe kann hinten 11 Kränze haben und vorne bekommt man zwei Kettenblätter. Also insgesamt 22 Gänge. Darüber hinaus wurde die Shimano 105-Gruppe 2018 umfassend überarbeitet. Jetzt kannst du dich auch für hydraulische Scheibenbremsen entscheiden.
- Shimano Ultegra: Mit der Shimano Ultegra-Schaltgruppe erhältst du eine echt professionelle Schaltgruppe für dein Rennrad. Alles ist aus leichten und sehr langlebigen Materialien gefertigt. Das Schalten funktioniert wie es sich gehört, leise und praktisch reibungslos. Hier kannst du auch kein Dreifachschaltwerk mehr nehmen. Natürlich gibt es bei Shimano Ultegra auch eine Variante mit hydraulischen Scheibenbremsen.
- Shimano Dura Ace: Shimano Dura Ace ist die beste Schaltgruppe von Shimano. Hier bekommst du wirklich das Beste vom Besten. Die gesamte Dura Ace-Gruppe ist so optimiert, dass du wirklich jedes bisschen Kraft, das du in sie steckst, in Geschwindigkeit umwandelst. Und natürlich ist die Schaltung sehr präzise und super zuverlässig. Entscheidest du dich für die Version mit hydraulischen Scheibenbremsen? Hole dir dann auch sofort die Dura Ace-Bremsscheiben.
Detaillierte Betrachtung der Shimano Ultegra R8000
Ein Jahr nach der Top-Gruppe Dura-Ace hat der japanische Komponentenriese nun die Nummer zwei unter seinen Rennradgruppen grunderneuert. Technisch und optisch orientiert sich die neue Ultegra R8000 stark an der Dura-Ace R9100. Andere Materialien und Fertigungstechnologien stellen aber sicher, dass die Ultegra deutlich günstiger ist als die Dura-Ace und somit für breite Käuferschichten erschwinglich bleibt.
Jetzt kommen zum ersten mal in der Gruppenreihenfolge Leichtbaukomponenten und besonders hochwertige Materialien zum Einsatz. Das bedeutet zum einen Gewichtsersparnis und etwas genauere Schaltvorgänge sowie ein präziseres Schaltgefühl. Sowohl die Kette als auch die Kassette bekommen eine spezielle Beschichtung, die für schnellere Schaltvorgänge sorgt. Insgesamt sorgen viele Anpassungen im Detail für ein spürbar besseres Schaltverhalten und geringeres Gewicht gegenüber der 105er Gruppe.
Schalt-/Bremshebel
Die Schalt-/Bremshebel zeigen sich nur moderat überarbeitet. Die inneren Schalthebel sind etwas größer als bisher und aus allen Griffpositionen perfekt zu erreichen. Wie bei der Dura-Ace weisen die Griffgummis eine Textur auf der Oberfläche auf und greifen sich auch ohne Handschuhe äußerst angenehm. Der Abstand der Bremshebel zum Lenker ist wie bisher stufenlos einstellbar. Zumindest mit neuen Zügen sind die Bedienkräfte beim Schalten so frappierend niedrig, dass sich in Bezug auf die teure elektrische Di2-Schaltung fast die Sinnfrage stellt.
Die am Gan RS verbauten polymerbeschichteten Züge mit der Typenbezeichnung OT-RS900 sind die gleichen, die auch bei der Dura-Ace-Gruppe zum Einsatz kommen. Dass die Bedienkräfte dennoch subjektiv deutlich niedriger erscheinen als bei der alten Ultegra, könnte aber auch an der direkteren Zuganlenkung des Schaltwerks liegen, die den bisher üblichen 180-Grad-Bogen des Außenzuges ersetzt.
Schaltwerk
Formal folgt das Schaltwerk dem von den Mountainbike-Gruppen und der Dura-Ace R9100 bekannten Shadow-Design. Die Schaltwerksaufhängung sitzt nun im Windschatten des Parallelogramms. Dadurch ragt der Kettenwechsler weniger weit nach außen und ist besser gegen Beschädigungen geschützt. Lieferbar ist das Schaltwerk in zwei Versionen: Als SS-Version mit kurzem Käfig für Kassetten von 11-25 bis 11-30 Zähnen und als GS-Version mit mittellangem Käfig für 11-28 bis 11-34 Zähnen. Die lange Version des alten Ultegra-Schaltwerks schaffte nur Ritzel bis 32 Zähne, beim ausschließlich mit kurzem Käfig lieferbaren aktuellen Dura-Ace-Schaltwerk ist offiziell schon bei 30 Zähnen Schluss. Die Leitrollen drehen sich um gedichtete Rillenkugellager. Bei allem Bemühen um Leichtgängigkeit achteten die Entwickler darauf, dass beim Einrasten der Gänge ein deutliches Feedback zu spüren ist. Diese Gratwanderung beherrscht die neue Ultegra perfekt und steht damit keinen Deut hinter der Dura-Ace zurück.
Umwerfer
Der vordere Umwerfer übernimmt die von der Dura-Ace bekannte kompakte Bauweise. Durch die veränderte Zugführung wurde die bisher recht komplizierte Einstellung deutlich vereinfacht. Die kompakte Form verringert auch das Risiko, dass der Umwerfer den breiteren Reifen von Crossrädern und Gravelbikes ins Gehege kommt.
Bremsen
Ähnlich beeindruckend wie das Schaltsystem funktionieren die neuen Bremsen. Die Zangen profitieren spürbar von einer steiferen Konstruktion und sprechen noch knackiger an als ihre Vorgänger. Die leicht geänderte Form trägt auch dem Trend zu breiteren Reifen Rechnung. Zwar waren am Testrad nur 25-Millimeter-Reifen montiert. Der Platz unter den Bremsen hätte jedoch locker für 28er-Pneus gereicht. Unverändert blieben die schon bei der alten Ultegra verwendeten SP41-Züge mit Silikonschmierung und die bewährten Bremsbeläge vom Typ R55C4. Die Felgenbremsen werden auch wie bisher als Direct-Mount-Variante angeboten.
Kurbel und Kette
Blickfang der Ultegra 8000 ist die markante vierarmige Kurbel, die wie bisher aus Aluminium gefertigt wird. Mit tiefgrau eloxierter Oberfläche wirkt die Antriebseinheit edel und hochwertig. Bei der Befestigung vertraut Shimano weiter der bewährten Hollowtech-2-Technologie mit durchgehender 24-Millimeter-Welle. Der Kurbelstern basiert auf dem Prinzip "One size fits all" und erlaubt die Montage aller gängigen Kettenblattkombinationen wie 50/34, 46/36, 52/36 und 53/39 Zähne. Die früher übliche Trennung zwischen Standard- und Kompaktkurbeln hatte Shimano schon bei der alten Ultegra aufgegeben. Anders als bei der Dura-Ace-Kurbel wird das äußere Kettenblatt nicht komplett aus Aluminium gefertigt. Stattdessen setzt Shimano auf einen Verbund aus Leichtmetall und Kunststoff. Über eine von innen an das Blatt geklebte Kunststofframpe wechselt die Kette ohne nennenswerten Widerstand zwischen den Blättern. Die Elffach-Kette der Ultegra ist künftig in zwei Varianten mit herkömmlichem Verschluss-Niet oder mit einem praktischen Kettenschloss erhältlich. Letzteres ist zwar nur einmal verwendbar, erfordert aber kein Spezialwerkzeug.
Kassetten
Bei den 11-fach-Kassetten stehen gar sechs Versionen zur Verfügung, sodass in Kombination mit den unterschiedlichen Kurbeln tatsächlich für jeden Fahrertyp, für jedes Gelände und für jedes Einsatzszenario die passende Übersetzung gewählt werden kann. Die CS-R8000 Kassetten sind mit 11-25 Z, 11-28 Z, 11-30 Z, 11-32 Z, 12-25 Z und 14-28 Z verfügbar.
Di2 Funktionalität
Für das Di2-System bietet die erst kürzlich neu eingeführte Voll- oder Semi-Synchro-Shift Funktionalität die Möglichkeit, dass das System in Abhängigkeit vom hinten gewählten Gang vorne automatisch schaltet (Voll-Synchro-Shift) beziehungsweise bei manuellem Schalten vorne hinten automatisch die nötigen Ausgleichsschaltungen vornimmt, um die Trittfrequenzsprünge möglichst gering zu halten (Semi-Synchro-Shift). Darüber hinaus zeichnen sich die Di2-Schaltflächen durch ein noch besser definiertes Klick-Feedback aus, sodass der Fahrer auch mit dickeren Handschuhen jederzeit beste Kontrolle über das System hat. Wie bei der DURA-ACE besitzen auch die ULTEGRA Di2-Schalt-/Bremshebel (ST-R8070/ST-R8050) je einen „geheimen“ Schalter, nämlich direkt auf der Oberseite der Hörnchen, unter der Gummiabdeckung.
Zudem verfügen alle Schalter über die Multi-Shift-Funktionalität, die, wie alle anderen Di2-Funktionen über das E-TUBE System per PC-Verbindung oder via Bluetooth per Smartphone und Tablet frei programmierbar ist. Darüber hinaus bieten die E-TUBE Applikationen zahlreiche weitere Features, beispielsweise die Möglichkeit, Firmware-Updates einzuspielen und so jede einzelne Komponente stets auf dem neuesten Stand zu halten. Neu entwickelte Funktionen oder Features lassen sich dadurch unter Umständen ohne Hardwaretausch auch für ältere Systeme „nachrüsten“.
Um die bereits erwähnten Voll- und Semi-Synchro-Shift Funktionen zu ermöglichen, kommunizieren die Di2-Schaltwerke und -Umwerfer über die E-TUBE Verkabelung miteinander, sodass sich der Fahrer voll und ganz auf die Straße oder die Rennsituation konzentrieren kann.
Hydraulische Scheibenbremsen
Mit der R8000 erhält zum ersten Mal eine ULTEGRA ein komplett gruppenintegriertes hydraulisches Bremssystem. Neben den bereits erwähnten STI-Hebeln (ST-R8020/ST-R8070) kommen dabei die Direct-Mount-Bremssättel BR-R8070 zum Einsatz und garantieren beste Verzögerungsleistung bei zugleich hervorragender Kontrollierbarkeit und einem schlanken, rennradspezifischen Design. Die Bremsscheiben verfügen über integrierte Kühlrippen, die die entstehende Wärme noch effizienter abführen und die Leistungs- und Standfähigkeit der Bremse weiter erhöhen. Auch auf der Waage halten sich die neuen hydraulischen Scheibenbremsen angenehm zurück. Ein Paar BR-R8070 Bremssättel wiegt gerade einmal 280 g, die Bremsscheibe weitere 212 g, im Vergleich zu den 360 g der mechanischen ULTEGRA Bremsen (BR-R8000) also ein durchaus vertretbarer Gewichtsnachteil.
Noch einmal deutlich verbessert und weiterentwickelt, zeigen sich auch die mechanischen Bremsen im Hinblick auf die Performance auf einem ganz neuen Niveau. Neben den klassischen Dual-Pivot-Bremsen sind die Bremsen auch als Direct-Mount-Modelle verfügbar. Alle Felgenbremsen sind mit bis zu 28C-Reifen kompatibel und haben durch einen verringerten Abstand zwischen den Bremsarmen auch optisch noch einmal zugelegt.
Die STI-Hebel für hydraulische Scheibenbremsen (Di2: ST-R8070, mechanisch ST-R8020) zeichnen sich durch einen noch größeren Einstellbereich für Griffweite und Leerweg aus und sind mit 360 g beziehungsweise 550 g nur um 65 g bzw.
Weitere Merkmale und Technologien
- Center Lock: Durch die Befestigung einer Bremsscheibe per Sicherungsring gehen Montage und Demontage schneller von der Hand. Das spart einerseits bei der Fahrradwerkstatt Servicekosten und andererseits wertvolle Freizeit, wenn man selbst Hand anlegt. Weil die Bremsscheibe sicher auf dem Vielzahnprofil sitzt, werden Genauigkeit und Festigkeit verbessert, was die Effektivität der Bremse steigert.
- Dual Control Lever (DCL): Diese Hebel dienen sowohl zum Schalten als auch zum Bremsen. Dank des ergonomischen Designs bieten sie dabei viel Komfort. Da die Bedienung des Schalthebels äußerst mühelos vonstatten geht, reicht ein Finger, um die Gänge zu wechseln - egal ob an der Kassette oder an der Kurbel. Die Schalt-Bremshebel von Dura-Ace, Ultegra und 105 wurden weiter verbessert, etwa durch ein leichteres Gelenk sowie die Integrierung des Schaltzugs, sodass man leichter lenken kann. Aus dem Zusammenwirken all der kleinen und besonders exakt hergestellten Komponenten resultieren äußerst genaue und schnelle Gangwechsel.
- E-Tube: Mit der E-Tube-App wird es dem Sportler ermöglicht, das Fahrrad kabellos an die eigenen Wünsche und Bedürfnisse anzupassen, und die Firmware zu aktualisieren. Verbindet man das Fahrrad mit einem Kabel, kann man mit der V4-Anwendung für Windows sogar einen detaillierten Diagnose-Bericht erstellen. So wird die Wartung und Einstellung der Komponenten vereinfacht.
- Hollowglide: Das große Kettenblatt ist hohl, wodurch ordentlich Gewicht gespart wird. Da die Hohlstruktur eine enorme Steifigkeit aufweist, geht das nicht zulasten der Widerstandsfähigkeit. Daraus ergibt sich eine optimierte Kraftübertagung, überdies gehen die Gangwechsel exakter und rascher vonstatten.
- Hollowtech II: Fahrradkurbeln mit Hollowtech-II-Technologie werden mit der 2-Piece-Bauart gefertigt. Das bedeutet, dass die Kurbelgarnitur nur aus zwei Teilen besteht: dem linken und dem rechte Kurbelarm, an dem die Kettenblätter und die Achse angebracht sind. Dadurch ist eine schnelle und einfache Montage möglich. Die Achse ist hohl und durch spezielle Schmiedetechniken fest mit dem Kurbelarm verbunden. Dadurch wird viel Gewicht eingespart, dennoch wird die Stabilität und Steifigkeit dadurch erhöht. Die Lagerschalen des Innenlagers liegen bei dieser Bauform außerhalb des Tretlagergehäuses. Das erhöht ebenfalls die Steifigkeit, wodurch eine ideale Kraftübertragung gewährleistet wird. Zudem kommen bei Hollowtech-II-Innenlagern Präzisionsdichtungen höchster Qualität zum Einsatz, um die Rotationseffizienz dauerhaft zu gewährleisten und die Lebensdauer zu verlängern.
- Hyperglide+ (HG+): Diese Technologie ermöglicht dem Fahrer, auch während die Kette belastet wird, schnelle und präzise Schaltvorgänge. Der Hersteller erreicht dies, indem er die Zähne der Kassette mit einem speziellen Profil versieht, welches der Kette das Überspringen auf ein anderes Ritzel erleichtert. Dennoch wird dafür gesorgt, dass die Kette den festen Griff auf die Kassette nicht verliert. Zudem wird es dadurch ermöglicht, schnell und einfach über mehrere Ritzel nach oben oder unten zu schalten.
- Ice Technologies Freeza: Diese Bremsscheiben wurden entwickelt, um das Fading zu vermeiden. Darunter versteht man das Nachlassen der Bremskraft, das auftritt, wenn das Bremssystem durch die Reibung zwischen Scheibe und Belag sich stark erhitzt. Daher werden die Ice Technologies Rotoren in einem 3-lagen Sandwichverfahren hergestellt, denn durch diesen Aufbau wird Wärme hervorragend abgeleitet. Der Kern besteht aus Aluminium und ist auf beiden Seiten von einer Schicht aus Edelstahl eingefasst. Zudem sorgt die Freeza Form dafür, dass der Rotor durch den Fahrtwind gekühlt wird. Denn der Kern aus Aluminium ist nach Innen etwas größer, wie die Außenwände aus Edelstahl. Durch diese Maßnahmen wird die Wärmeentwicklung erheblich reduziert. Dadurch wird sowohl für eine gleichbleibende Performance als auch für äußert leise und verschleißarme Bremsvorgänge gesorgt.
- Reach Adjust: Die Griffweite des Bremshebels ist mit der Reach Adjust einstellbar. So kann der Fahrer den Griff an die Größe der Hand, den Fahrstil oder persönliche Vorlieben anpassen.
- Servowave Action: Bei einem Bremshebel, der die Servowave-Technologie verwendet, muss man anfangs nur wenig ziehen, bis die Bremsbeläge an die Bremsscheibe wandern. Liegen die Beläge an der Scheibe an steigt der Kraftübersetzungsfaktor schnell. Somit kann man den Großteil des Hebelwegs noch nutzen, um wohldosiert zu bremsen.
- Shadow RD: Aufgrund seiner ausgereiften Technik ist ein Shadow-Schaltwerk sehr robust und eignet sich ideal für eine aggressive Fahrweise. Das flache Design, der Ketten-Stabilisator und die hohe Kettenspannung bringen einige Vorteile mit sich.
Gewichte der Shimano Ultegra R8000 Komponenten
Die folgende Tabelle zeigt die Gewichte der verschiedenen Konfigurationen der Shimano Ultegra R8000 Gruppe:
| Komponenten | Mechanische Ultegra R8000 mit Felgenbremsen | Ultegra R8000 Di2 mit Felgenbremsen | Mechanische Ultegra R8000 mit Scheibenbremsen | Ultegra R8000 Di2 mit Scheibenbremsen |
|---|---|---|---|---|
| STI-Brems-/Schalthebel | 438 Gramm | 295 Gramm | 550 Gramm | 360 Gramm |
| Schaltwerk | 200 Gramm | 242 Gramm | 200 Gramm | 242 Gramm |
| Umwerfer (für Sockel) | 92 Gramm | 132 Gramm | 92 Gramm | 132 Gramm |
| Kurbelsatz (52/36 Zähne) | 681 Gramm | 681 Gramm | 681 Gramm | 681 Gramm |
| Innenlager | 63 Gramm | 63 Gramm | 63 Gramm | 63 Gramm |
| Kassette 11-fach 11-30 Z. | 269 Gramm | 269 Gramm | 269 Gramm | 269 Gramm |
| Kette (114 Glieder) | 257 Gramm | 257 Gramm | 257 Gramm | 257 Gramm |
| Bremsen (v./h.) | 360 Gramm | 360 Gramm | 280 Gramm | - |
| Bremsscheiben (160 mm) | - | - | 257 Gramm | - |
| Gesamt | 2.360 Gramm | 2.299 Gramm | 2.649 Gramm | - |
Die neuen ULTEGRA SPD-SL Carbon-Pedale bieten mit ihrer nochmals um 0,7 mm verringerten Aufstandshöhe ebenfalls einen im Profizirkus bewährten Perfomance-Vorteil. Dadurch erhöht sich die Hebelwirkung der Kurbel nochmals und entsprechend mehr Beinkraft kann direkt aufs Rad übertragen werden. Zudem sparen die neuen Pedale nochmals 12 g beim Gewicht ein, das nun bei 248 g liegt.
Fazit
Nach eineinhalb Stunden intensiver Fahrt erschien uns der Unterschied zwischen neuer und alter Ultegra größer als der zwischen der aktuellen Dura-Ace und ihrer Vorgängerin. Auch wenn die Ultegra 8000, abgesehen von der größeren Schaltwerkskapazität, keine wirklichen Neuerungen bietet, beeindruckt doch die enorme Qualitätsanmutung und Präzision, mit der die Schalt- und Brems-Performance noch mal auf ein neues Niveau gehoben wird. Viel besser als die neue Ultegra kann eine mechanische Rennradgruppe nach menschlichem Ermessen kaum noch werden.
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