Shimano Ultegra Brems-Schalthebel 10 Fach Test: Eine umfassende Analyse

Es gab Zeiten, lange vor XT, Ultegra oder Cues, da waren Fahrradritzel flach wie Pizzastücke und der Bowdenzug war noch nicht einmal erfunden. Mit zwei Metallstangen mussten die frühen Helden der Tour de France sprichwörtlich im Getriebe rühren. Da flog im Eifer des Gefechts schonmal die Kette von den Ritzeln!

Die ersten modernen Seilzug-Schaltungen waren da die reinste Revolution, doch auch eine andere Innovation verdient nicht weniger Aufmerksamkeit. Fürs Schalten nämlich nicht minder wichtig: Bessere Kassetten mit definierten Steighilfen und Schaltgassen. Die gibt es erst seit den späten 80ern. Hyperglide nennt Shimano bis heute diese Technik. Und wer sich immer schon gefragt hat, warum die Zähne eigentlich so krumm und schief auf den Ritzeln stehen: Weicheres, sichereres und schnelleres Schalten, auch unter Last. Das ist der Grund!

Vor einigen Jahren folgte dann mit der Linkglide die nächste Evolutions-Stufe.

Linkglide und Cues: Shimano räumt auf im Portfolio

Mit der Linkglide-Technik (hier die Neuvorstellung) reagierte Shimano auf die zunehmend höheren Belastungen von E-Bikes. Mehr Material und ein Gang weniger sollen eine bessere Zuverlässigkeit bringen. Das ist löblich. Und: Auch Alltagsbiker ohne E profitieren von der größeren Langlebigkeit der neuen Ketten und Kassetten.

Die neue Technik war für Shimano außerdem DIE Gelegenheit, endlich im Portfolio aufzuräumen. Statt Sora, Altus, Claris, Alivio und Acera wird es in Zukunft nur noch eine einzige Produktfamilie geben. Die Cues.

Mit den besonders stabilen Linkglide-Kassetten will Shimano die Haltbarkeit und das Schalten unter Last von Kettenschaltungen verbessern. Gerade am E-Bike ein Thema.

Infos zur neuen Gruppe kamen am Anfang nur spärlich, doch seit dem Launch auf der Pandemie-Eurobike 2022 ist endlich vieles klarer geworden. Mit dem Fokus auf Langlebigkeit und leichter Bedienbarkeit soll die Cues alle Anwendungen vom E-Bike über Trekkingräder bis hin zu günstigen Mountainbikes und neuerdings sogar günstigen Rennrädern abdecken. Ob das gelingt? Wir konnten die Cues in verschiedenen Ausführungen schon ausgiebig fahren.

Cues ist nicht gleich Cues

Also alles ganz einfach? Spezial-Schaltungen für High-End-Räder und darunter für alle nur noch Shimano Cues? Ganz so simpel ist es leider nicht. Denn auch die Cues gibt es in mindestens drei verschiedenen Ausführungen mit teils extrem unterschiedlicher Wertigkeit. Wer sich für ein Bike mit der neuen Allround-Schaltung interessiert, muss hier also genau hinschauen.

So ist das Topgruppe Cues U8000 mehr als doppelt so teuer, wie die Einstiegsgruppe Cues U4000. Leider macht es Shimano Bikern nicht gerade leicht, die verschieden wertigen Schaltungen voneinander zu unterscheiden. Ob Premium-Klasse oder Einsteiger-Ware wird nur an den etwas kryptischen Zahlenkombinationen in der Modellbezeichnung ersichtlich - U4000, U6000, U8000. Und selbst innerhalb der Gruppen gibt es noch Unterschiede.

Zehn oder elf Gänge, mit oder ohne Shadow Plus, das sorgt gerade bei der Cues U6000 für Verwirrung. Die Cues gibt es gleich in einer ganzen Reihe von verschiedenen Ausführungen. Genau hinschauen lohnt sich!

Das offensichtlichste Unterscheidungsmerkmal der drei Schaltgruppen ist trotzdem erstmal die Anzahl der Gänge. Die Einsteigergruppe Cues U4000 schaltet nur neun Ritzel am Hinterrad. Die Mittelklasse Cues U6000 hat schon zehn oder sogar elf Ritzel hinten. Die Topgruppe Cues U8000 schaltet immer elf Gänge im Heck und ist sogar als Di2-Variante mit elektronischer Ansteuerung verfügbar.

Für Experten: Die Zahlenlogik der Cues folgt ungefähr den Mountainbike-Schaltungen. Die 6000er entspricht in etwa dem Deore-Zwölffach-Niveau, die 8000er der XT. Die 4000er liegt darunter.

So fährt sich die Shimano Cues Gangschaltung

Vorneweg muss man sagen: Alle modernen Shimano-Schaltungen abseits der allergünstigsten Varianten liegen funktional auf einem sehr hohen Niveau. Das gilt auch für alle Varianten der Cues. Sauber eingestellt wechseln sie die Gänge schnell und zuverlässig. Ist das nicht der Fall, liegt’s fast immer an verschlissener oder falsch eingestellter Hardware - da kann die Schaltung selbst nicht viel dafür.

Fakt ist schlicht: Die Technologien der einstigen Top-Gruppen sind längst auch im Einsteigermarkt angekommen.

Wir konnten die Cues schon ausführlich fahren. Gerade die teureren Versionen machen auch am E-Mountainbike eine gute Figur. Konzipiert ist die Cues für den Allround-Einsatz von E-Mountainbike bis Gravel. Verbaut wird sie aktuell aber am meisten an Trekking- und Alltagsrädern.

Shimano Cues U4000 - Die Einsteigergruppe

Mit neun Gängen am E-Bike ist die 4000er Cues von Shimano eindeutig im Einsteigersegment unterwegs. Die UVP für das Schaltwerk liegt nur knapp über 50 Euro. Das größte Manko der “kleinen” Cues ist die wenig feine Gangabstufung. Um mit nun neun Gängen eine große Bandbreite zu erreichen, muss man gerade am E-Bike zur Kassette mit 11 bis 46 Zähnen greifen. Die Gangsprünge fallen hier bei den kleinen Gängen recht groß aus. Am Berg fehlt dadurch manchmal der passende Gang für die ideale Trittfrequenz.

Ansonsten funktioniert auch die günstig Cues zuverlässig und kann Alltagsnutzer durchaus glücklich machen. Typisch für Schaltungen mit der Linkglide-Technik: Die Schaltvorgänge sind sehr weich aber nicht so schnell wie man es von den klassischen Modellen mit Hyperglide-Technik gewohnt ist. Außerhalb vom Racing-Kontext dürfte das kaum stören, für den Alltag ist die Schaltgeschwindigkeit locker ausreichend.

Die niedrigen Preise merkt man der 4000er Cues aber an anderer Stelle an. Die Kurbel ist nicht hohlgeschmiedet und schwer, die Hebel wirken lieblos und billig. Auf rauem Untergrund klappert die Kette deutlich. Anders als bei den günstigen Deore-Schaltungen verzichtet die günstige Cues nämlich auf die Geländeoptimierte Schaltwerksdämpfung Shadow Plus. Am (E-)Mountainbike würden wir die Cues 4000 daher nicht empfehlen.

Shimano Cues U6000 - Solide Mittelklasse

Optisch wie haptisch ist die Shimano Cues 6000 ein Upgrade. Gerade die etwas teurere Elffach-Variante bietet deutlich definiertere Gangwechsel, als die 4000er Cues. Mit zehn beziehungsweise elf Gängen lassen sich auch mit Einfach-Kurbel vorne relativ homogene Gangsprünge bei großer Bandbreite realisieren. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Nur die teureren Varianten der Cues 6000 kommen ab Werk mit Shimanos Shadow-Technologie gegen Kettenklappern.

Erkennbar ist das an dem kleinen On-Off-Hebel für die zusätzliche Dämpfung am Schaltwerk. Diese Varianten können wir auch anspruchsvollen Nutzern und Trail-Fans klar empfehlen. Die günstigeren 6000er Cues ohne Schaltwerksdämpfung passen eher zu Trekking- und Alltagsrädern. Die besseren Versionen der 6000er Cues kommen mit großer Bandbreite, schicken Kassetten in titangrau und der Shadow-Plus-Technik vom MTB.

Die günstigere Version der Cues U6000 ohne Shadow-Plus-Technik als 2 x 10 Version an einem klassischen Trekkingbike.

Shimano Cues 8000 - Seltene High-End-Option

Von der Wertigkeit und vom Schaltgefühl liegt die Cues 8000 sehr nah an der beliebten XT-Gruppe. Allerdings gilt das auch für den Preis. Die teure Cues wird daher nur sehr selten verbaut. Lieber greifen die Hersteller im Zweifel zum XT-Label. Der “Haben-Wollen”-Faktor ist hier einfach größer.

Wie die günstigeren Cues-Schaltungen setzt auch die Cues 8000 auf die haltbaren Linkglide-Kassetten. Die Schaltgeschwindigkeit ist daher etwas gedrosselt. Dafür sollen die Linkglide-Gruppen nicht so anfällig sein. Selbstverständlich kommt die 8000er Cues standardmäßig mit dem starken Shadow-Plus-Dämpfer gegen Kettenklappern.

Im Cues-Portfolio gibt’s übrigens auch Bremsen. Hier zum Beispiel die Vierkolben-Version mit Sattel in XT-Optik und auch entsprechend satter Power.

Shimano Cues, Deore, GRX, XT: Welche Gangschaltung ist besser für wen?

Eigentlich wollte Shimano mit der Cues das Portfolio aufräumen. Das gelingt bislang noch nicht ganz. Erstens stiften die vielen verschiedenen Cues-Varianten neue Verwirrung. Und zweitens gibt es aktuell noch einige offensichtliche Überschneidungen im Portfolio, wenn man rein auf die Wertigkeit der verschiedenen Antriebe schaut.

Welche also nehmen?

Trekking- und Alltagsradler können bei der Cues mit Linkglide-Kassetten bedenkenlos zuschlagen. Die Cues 4000 bietet hier eine angenehm günstige Option. Die Cues 6000 ist solide Mittelklasse.

E-Mountainbikern würden wir auch zu Linkglide-Schaltungen raten. Dann aber mindestens zur 6000er Cues mit der Shadow-Plus-Schaltwerksdämpfung. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift gleich zu Deore Linkglide und XT Linkglide. Beide Schaltungen bieten ohne Ganganzeige mehr Platz am Lenker und eine bessere Haptik mit knackigerem Schaltgefühl.

Highend für E-Mountainbikes: Die Deore XT Di2 Linkglide verbindet elektronisches Schalten mit maximaler Langlebigkeit. 11 Gänge reichen am E-MTB völlig aus, die Bedienung ist knackig und definiert. Eine echte Top-Gruppe.

In Sachen Preis-Leistung kaum zu schlagen: Die Hyperglide Deore Zwölffach, technisch M6100, liegt funktional fast auf dem Niveau der legendären XT. Unsere Empfehlung für Geländebiker ohne Motor.

Sportliche Biker ohne Motor sind nach wie vor mit den Hyperglide-Gruppen am besten aufgehoben. Sie sind etwas leichter als die Linkglide-Pendants und bieten mehr Gänge und damit eine feinere Gang-Abstufung über die Bandbreite hinweg. Gerade die Deore-Zwölffach sticht hier mit guter Funktion und günstigem Preis positiv heraus.

Vorsicht beim Nachrüsten: Wegen unterschiedlicher Kettenlinien sind nicht alle Gruppen miteinander kompatibel. Speziell bei MTB-Gruppen und Cues erstmal checken, ob der Rahmen mit dem jeweils anderen System kompatibel ist.

BIKE-Fazit zur Shimano Cues Gangschaltung

Günstig und gut? Die Shimano Cues liefert eine solide Funktion. Gerade auch die günstigeren Gruppen sind aus unserer Sicht ein Fortschritt gegenüber Acera und Altus. Der Linkglide-Ansatz für mehr Haltbarkeit passt gut zum Rad als Fortbewegungsmittel für Sport und Alltag. Kann man bedenkenlos kaufen!

Schade, dass das Portfolio so verwirrend ist. Speziell die besseren Modelle mit Shadow-Plus-Hebel können auch anspruchsvolle Biker überzeugen. Ob so ein Modell verbaut ist, wird aus dem Datenblatt allein leider häufig nicht ersichtlich.

Vergleich von Rennrad Schaltgruppen: Shimano vs. SRAM

Die Schaltung ist das Herzstück deines Rennrads. Sie bestimmt, wie effizient du deine Kraft aufs Pedal bringst, wie leicht du Anstiege bewältigst und wie präzise du schalten kannst. In diesem Artikel vergleichen wir die besten Rennrad Schaltgruppen von Shimano und SRAM.

Überblick über Rennrad Schaltgruppen

Eine Rennrad Schaltgruppe besteht aus mehreren Komponenten, die zusammenarbeiten, um die Kraftübertragung effizient und präzise zu gestalten.

Komponenten einer Rennrad Schaltgruppe

  • Schaltgruppe/Modell
  • Ganganzahl
  • Typ
  • Einsatzbereich
  • Besonderheiten

Shimano Schaltgruppen

  • Claris: 8-fach, mechanisch, Einsteigerklasse, robust, einfach zu bedienen, kostengünstig.
  • Sora: 9-fach, mechanisch, Freizeit und Fitness, ideal für längere Touren, Einsteigerklasse, erschwinglich, zuverlässig, für Freizeitfahrer.
  • Tiagra: 10-fach, mechanisch, Tourenfahrer und Training, präzisere Schaltvorgänge, Mittelklasse, robust, ideal für Training und Touren.
  • 105: 11- oder 12-fach, mechanisch/elektronisch, Mittelklasse, mechanisch oder Di2 (12-fach), vielseitig, präzise, ideal für Hobbyfahrer.
  • Ultegra: 12-fach, mechanisch/elektronisch, Fortgeschrittene und Rennen, leicht, präzise, mechanisch oder Di2 verfügbar.

SRAM setzt auf kabellose Technologie und fortschrittliche Schaltmechanismen. Bietet größere Übersetzungsbereiche mit feineren Gangsprüngen.

Funktionsweise

  • Elektronische vs. mechanische Schaltungen sind präzise, leise und modern.
  • Schaltwerk: Justiere die H- und L-Schrauben, um den Schwenkbereich zu begrenzen.
  • Schaltwerk: Bei mechanischen Modellen ähnlich wie bei Shimano vorgehen.

Ganganzahl und Abstufung

  • Mehr Gänge (z. B.
  • Mittlere Gänge (z. B.
  • Moderne Gänge (z. B.
  • Weniger Gänge (z. B.

Detaillierte Betrachtung der Shimano Sora

Die Shimano Sora gehört zu den beliebtesten Rennrad Schaltgruppen für Einsteiger. Mit 9 Gängen und mechanischer Bedienung bietet sie genug Flexibilität für flaches Terrain und leichte Anstiege. Die Schaltqualität ist solide, auch wenn sie nicht so präzise wie bei höherklassigen Gruppen ist. Sora zeichnet sich durch ihre Robustheit und ihr attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis aus, benötigt jedoch etwas mehr Wartung.

Shimano Tiagra

Die Shimano Tiagra ist der Einstieg in die sportlicheren Rennrad Schaltgruppen. Mit ihrer 10-fach-Schaltung ermöglicht sie präzisere Gangabstufungen als die Sora. Sie ist perfekt für Tourenfahrer, die ein zuverlässiges System mit höherer Performance suchen, ohne zu tief in die Tasche greifen zu müssen.

Shimano 105

Die Shimano 105 ist eine der beliebtesten Rennrad Schaltgruppen im Mittelklasse-Segment. Sie bietet sowohl mechanische (R7000) als auch elektronische (Di2 R7100) Varianten. Die 11- oder 12-fach-Schaltung sorgt für präzise Gangwechsel, selbst unter Last. Das moderne Design kombiniert Leichtigkeit mit Langlebigkeit.

Shimano Ultegra

Die Shimano Ultegra richtet sich an fortgeschrittene Fahrer und Rennsportler. Diese Rennrad Schaltgruppe ist sowohl mechanisch (R8000) als auch elektronisch (Di2 R8150) erhältlich. Mit ihrer 12-fach-Schaltung, ihrer herausragenden Schaltgeschwindigkeit und den leistungsstarken hydraulischen Scheibenbremsen bietet sie eine hervorragende Balance zwischen Gewicht, Präzision und Preis.

Shimano Dura-Ace

Die Shimano Dura-Ace ist die Spitzenklasse unter den Rennrad Schaltgruppen. Mit ihrer 12-fach-Schaltung und ausschließlich elektronischen Di2-Technologie bietet sie höchste Präzision und Geschwindigkeit. Ultraleichte Materialien wie Carbon machen sie zur Wahl vieler Profi-Rennfahrer.

SRAM Rival eTap AXS

Die SRAM Rival eTap AXS bietet als Mittelklassemodell kabellose Technologie und ist damit eine der innovativsten Rennrad Schaltgruppen in diesem Segment. Die 12-fach-Schaltung mit X-Range-Technologie ermöglicht feinere Gangsprünge und einen breiteren Übersetzungsbereich.

SRAM Force eTap AXS

Die SRAM Force eTap AXS ist eine leichte und präzise Rennrad Schaltgruppe, die fortgeschrittene Fahrer und Gravel-Enthusiasten begeistert. Mit ihrer kabellosen 12-fach-Schaltung und hochwertigen Carbon-Komponenten bietet sie maximale Zuverlässigkeit und Kontrolle.

SRAM Red eTap AXS

Die SRAM Red eTap AXS ist das Flaggschiff unter den Rennrad Schaltgruppen. Sie bietet kabellose 12-fach-Schalttechnologie, die durch Präzision, Innovation und Leichtigkeit überzeugt. Dank ultraleichter Carbon-Komponenten ist sie die perfekte Wahl für Profis, die Wert auf maximale Leistung legen.

Ob mechanisch oder elektronisch, Shimano oder SRAM - die Wahl der richtigen Rennrad Schaltgruppe ist entscheidend für deine Performance und den Fahrspaß. Rennräder sind mit einer Vielzahl von Schaltgruppen ausgestattet, die auf unterschiedliche Anforderungen abgestimmt sind.

Von der soliden Shimano Sora bis zur High-End SRAM Red eTap AXS bieten moderne Rennräder für jeden Fahrstil und jedes Budget die passende Lösung. Genau wie im Mountainbike Bereich gibt es auch bei den Rennrädern, Cyclocrossern und Gravelbikes diverse Qualitätsunterschiede zwischen den Schaltgruppen, die an den Bikes verwendet werden.

Die Rangordnung der Gruppen

Der Einsteiger Bereich startet bei der Tiagra Gruppe und die hochwertigste Gruppe, Shimano Dura Ace, wird von den besten Teams der Welt bei den härtesten Rennen gefahren. Egal ob von der gemütlichen Wochenendausfahrt oder den anspruchsvollsten Einsatz, von Shimano gibt es eine passende Gruppe für jeden Bedarf. Der Name gibt also die Information über die Qualitätsstufe der Gruppe. Die Nummer hinter dem Namen indexiert die Generation der Gruppe.

Die generellen Unterschiede zwischen den Schaltgruppen

Von Gruppe zu Gruppe werden hochwertigeren Materialien und genauere Fertigungstoleranzen verwendet. Das bedeutet, dass die hochwertigen Gruppen aufwändiger zu fertigen sind und die hochwertigen Materialien zusammen mit dem größeren Herstellungsaufwand einen höheren Preis, allerdings auch eine genauere Schaltperformance und geringeres Gewicht erzeugen. Beispielsweise wiegt eine 11-28 Zähne Kassette der Dura Ace Gruppe 193g und eine 105er Kassette mit gleicher Abstufung 284g.

Dieser Gewichtsvorteil wird durch einen Carbon Ritzelträger und Titanritzel erzielt. Die 105er Kassette ist damit also knapp 50% schwerer als die Dura Ace Kassette, allerdings auch ca. 80% günstiger.

Tiagra R4700

Wie oben bereits erwähnt, ist die Tiagra Gruppe an Einsteiger gerichtet und bietet einen günstigen Preis mit guter Funktionalität, allerdings leichten Abstrichen in puncto Gangauswahl und Ergonomie. Tiagra verfügt über eine Kurbel mit zwei oder drei Kettenblättern, obwohl eine dreifach Kurbel im Rennrad Bereich recht selten anzutreffen ist, und einer 10-Fach Kassette.

Seit der 4700er Serie ist die Tiagra auch mit hydraulischen Scheibenbremsen erhältlich. Die Brems-Schalthebel sind in ihrer Form sehr ähnlich zur aktuellen 105er und Ultegra. Die Felgenbremshebel unterscheiden sich hingegen stark von der Ergonomie der neuesten Hebel.

105 R7000

Bei jeder neuen Generation der 105er schreiben die Fachzeitschriften “die 105er ist näher an Ultegra als je zuvor” und es stimmt. Die R7000 Ist fast identisch zur Ultegra was die Ergonomie und Übersetzungen angeht. Die Brems-Schaltgriffe gibt es sogar in einer kleineren Version für Fahrer*innen mit kleinen Händen.

Ultegra R8000

Jetzt kommen zum ersten mal in der Gruppenreihenfolge Leichtbaukomponenten und besonders hochwertige Materialien zum Einsatz. Das bedeutet zum einen Gewichtsersparnis und etwas genauere Schaltvorgänge sowie ein präziseres Schaltgefühl. Sowohl die Kette als auch die Kassette bekommen eine spezielle Beschichtung, die für schnellere Schaltvorgänge sorgt. Insgesamt sorgen viele Anpassungen im Detail für ein spürbar besseres Schaltverhalten und geringeres Gewicht gegenüber der 105er Gruppe.

Dura Ace R9100

Carbon, Titan und ein unvergleichliches Finish. Die Dura Ace ist als Top Gruppe bis ins letzte Detail entwickelt und definitiv an die Rennfahrer und absoluten Enthusiasten gerichtet. Hier geht es darum, die letzten Gramm Gewichtsersparnis herauszukitzeln und weniger um eine Verbesserung der hervorragenden Schaltperformance der Ultegra.

Di2 Ultegra 8100 und Dura Ace 9200

Mit dem 12. Ritzel, neuen Schaltungstechnologien und verbesserter Bremsperformance sitzen die Ultegra und Dura Ace Di2 Gruppen an der Spitze der Rennrad Gruppen von Shimano. Das zusätzliche Ritzel an der Kassette wurde schlau integriert und sorgt für eine besonders feine Abstufung bei fast jeder Geschwindigkeit. Die Hyperglide+ Technologie aus den neuesten MTB Gruppen wurde in die neuesten Di2 Gruppen adaptiert und macht Schaltvorgänge geschmeidiger und schneller.

Fazit

Bis auf Tiagra sind die aktuellen Rennrad Schaltgruppen alle mit zweifach Kurbeln und 11-fach Kasetten ausgestattet. Die großen Unterschiede liegen in der Verarbeitungsqualität, den Fertigungstoleranzen und verwendeten Materialien.

Ultegra im Detail

Ein Blick aufs Rad des Ahnungslosen offenbart dann meistens eine Shimano Ultegra. Sie ist der Bestseller unter den Rennradgruppen. Keine Gruppe wandert so oft über die Ladentheke wie die Ultegra. Sei es am Komplettrad oder als Zubehörteil, der Name Ultegra steht für Preis-Leistung - und für eine große Stückzahl.

Im edlen eisgrauen Finish kommt die Ultegra daher und passt optisch sowohl zu Top-Carbonrahmen als auch zu Einsteigermodellen aus Alu. Vielseitigkeit ist hier das Zauberwort, damit besticht Shimanos Topseller. Ein Schaltwerk mit langem Käfig erlaubt sogar diese Bergübersetzung.

Campagnolo Chorus EPS

Die elektronische Gruppe des italienischen Traditionsherstellers konnte im Dauertest durchaus überzeugen. Die Elektroversion der Gruppe ist ebenso wie die mechanische von der Wertigkeit und Performance her zwischen der Athena und der Record angesiedelt. Die Montage gestaltete sich nicht zu kompliziert, nahm jedoch auch eine gewisse Zeit in Anspruch.

In der Power Unit, wie Campa den EPS-Akku nennt, ist mehr als die Batterie enthalten. Im Inneren befindet sich die gesamte Elektronik des Antriebssystems. Die zylindrische Form ist aerodynamisch günstig, weshalb der Akku auch gut am Rahmen montiert werden kann. Das Gehäuse ist ultraschallgeschweißt, was für eine 100-prozentige Wasserdichtigkeit sorgt.

Microshift Arsis im Test

Ist die Schaltung also schon bald ein ernstzunehmender Konkurrent für die großen Drei? Um das herauszufinden, haben wir die Microshift-Top-Gruppe “Arsis” einmal genauer unter die Lupe genommen. Diese kommt als Shimano-kompatible Zehnfach-Schaltung mit Bremshebeln und äußerer Schaltwerksplatte aus Carbon.

Auf den ersten Blick lassen sich die Hebel kaum von Shimano-Hebeln der gerade auslaufenden Generation unterscheiden: Die charakteristische Form mit dem ausgeprägten Höcker und die seitlich austretenden Schaltzüge rufen unweigerlich den Gedanken an ein Plagiat hervor.

Der Parcours durch unser Prüflabor meistern die Microshift-Komponenten recht ordentlich. Die Einzelgewichte von 379 Gramm für das Hebelpaar und 194 bzw. 99 Gramm für Schaltwerk und Umwerfer lassen immerhin Shimanos Mittelklasse-Ensembles “105” und “Ultegra” hinter sich.

Shimano GRX: Gravelgruppe im Praxis-Test

Shimano kombiniert unter dem Label GRX bewährte Rennrad- und Mountainbike-Technologien zu spezifischen Gravelkomponenten. Erhältlich sind gleich mehrere Versionen: Die neue Shimano GRX kommt wahlweise als elektronische oder mechanische Ausführung, mit 1- oder 2-fach Kurbeln und 10- und 11-fach Schaltwerken.

Shimano GRX Kurbel und Umwerfer für mehr Reifenfreiheit

Die Shimano GRX Kurbeln sind speziell für den Gravel-Einsatz konzipiert. Die Kurbel sind etwas breiter und die Kettenlinie wandert um 2,5mm nach außen, um für mehr Reifenfreiheit am Hinterrad zu sorgen. Bis zu 42mm Reifenbreite sind möglich.

Shimano GRX Schaltwerk mit verschiedenen Käfiglängen

Um auch hinten an der Kassette möglichst viele Übersetzungen abzudecken, gibt es die elektronischen und mechanischen GRX-Schaltwerke in zwei Käfiglängen. Bis 34 Zähne gibt es ein Schaltwerk mit kurzem Käfig. Wer bis zu 42 Zähne auf dem größten Ritzel nutzen möchte, sollte das GRX Schaltwerk mit langem Käfig wählen.

Shimano GRX Schalthebel

Auch die Schalthebel unterscheiden sich in einigen Details von den Brems-Schalthebeln der Rennrad-Gruppen. Um für mehr Bremskraft auf Schotterabfahrten zu sorgen, wurde der Drehpunkt der Bremshebel nach oben versetzt. So erhöht sich die Hebelkraft des Bremshebels.

Shimano GRX Bremsen und Laufräder

Die GRX Gruppe gibt es nur mit hydraulischen Scheibenbremsen geben. Wie alle anderen Rennrad-Scheibenbremsen von Shimano werden diese per Flatmount-Standard montiert.

Komplettiert wird das Shimano GRX-Sortiment mit zwei Alu-Laufradsätzen. Die GRX-Laufräder sind Tubeless ready, kommen mit 21,6mm Maulweite und in den Größen 28 Zoll und 650B.

Die mechanische Shimano GRX im Praxistest

Im Fahreindruck überzeugte die mechanische Gruppe: Im Praxistest gab es kein Kettenschlagen, keine -abwürfe, -klemmer oder anderen Probleme. Im Gegenteil: Der Antrieb arbeitete präzise, geräuscharm - und schaltete etwas knackiger als die gewohnten Straßenkomponenten.

FAZIT

Braucht es eine spezifische Rennradgruppe nur fürs Gravelbike? Warum nicht, könnte man fragen. Der Sektor boomt, kaum ein Radhersteller, der nicht mindestens einen Offroad-Renner im Programm hätte. Da liegt es nahe, auch entsprechende Antriebskomponenten auf den Markt zu haben - zumal, wenn sie so gut funktionieren wie Shimanos GRX.

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