In den letzten Jahren hat Shimano viel unternommen, um hydraulische Scheibenbremsen im Rennradbereich zu etablieren. Dies umfasste kleine Bremsscheiben in komplizierter Sandwich-Bauweise und Bremsbeläge mit Kühlrippen.
Viele Hersteller und Radsportler erwarteten die neuen Scheibenbremsen der Ultegra R8000-Rennrad-Gruppe mit Spannung, in der Hoffnung, dass Kinderkrankheiten beseitigt sind. Es gab jedoch Lieferprobleme. Die für das Frühjahr 2017 angekündigte Dura-Ace R9100 verzögerte sich um Monate, und viele Radhersteller konnten ihre Top-Modelle nicht liefern. Auch die Ultegra verzögerte sich bereits, obwohl sie für Juni angekündigt war.
Technische Details der Ultegra Bremsscheibe
Die Hebelform ähnelt der von Felgenbremsen, aber die Griffkörper sind durch die integrierte Hydraulik etwas dicker und höher. Die Bremsleistung ist vergleichbar mit der bisherigen Hydraulikbremse BR-RS805. Um die hitzeempfindlichen Sandwich-Scheiben nicht an ihre Grenzen zu bringen, sind großflächige Kühlbleche aus Aluminium integriert, die möglichst viel Hitze an den Fahrtwind abgeben sollen.
Während die Kühlbleche bei den Dura-Ace-Scheiben schwarz lackiert sind, glänzen sie bei den Ultegra-Scheiben silberfarben. Tests haben gezeigt, dass die neue Bremse standfester ist. Für ein Systemgewicht von etwa 100 Kilogramm gelten die Scheiben mit 160 Millimetern Durchmesser auch auf steilen Abfahrten als betriebssicher.
Probleme mit der Hitze
Bei hoher Belastung zeigt das System dennoch Schwächen. Ab einer Temperatur von etwa 200 Grad Celsius kann ein ausgeprägtes Fading einsetzen, wodurch die Bremse etwa 30 Prozent an Leistung verliert. Dies ist ein bekanntes Phänomen, das vermieden werden könnte, wenn die Bremsen bereits vom Hersteller eingebremst oder hitzebehandelt würden.
Test-Fazit zur Ultegra-Scheibenbremse
Die neue Ultegra-Bremse der R8000-Gruppe ist deutlich hitzeresistenter und damit vergleichbar sicher wie die Scheiben der Konkurrenz aus Vollstahl. Im Vergleich zur Felgenbremse bleiben als Nachteile das höhere Gewicht (rund 200 Gramm mit gefüllten Hydraulikleitungen) sowie die kompliziertere Montage und Wartung.
Tests haben gezeigt, dass auch ein weiteres Problem bestehen bleibt: Eine der Bremsen quietschte schon bei schwachen Bremsungen extrem laut, und das Geräusch ließ sich nicht abstellen. Es bleibt also noch Raum für Verbesserungen, um die Vorteile der Scheibenbremse nicht durch neue Nachteile zu konterkarieren.
So testet TOUR Rennrad-Scheibenbremsen
Im TOUR-Testlabor werden die Bremsen auf einem Bremsenprüfstand getestet. Gemessen werden die Bremskräfte bei Trockenheit und Nässe. Zusätzlich wird ermittelt, ob die Bremsen bei Erwärmung zum Fading neigen.
Weitere Details zur Ultegra R8000-Gruppe
Die neuen Kurbeln übernehmen das Vier-Arm-Design der Dura-Ace R9100 und sind leichter geworden. Die Kettenblattabstände wurden überarbeitet, insbesondere im Hinblick auf die steigende Zahl von Rennrädern mit Scheibenbremsen. Es stehen sechs Versionen der 11-fach-Kassetten zur Verfügung.
Für das Di2-System bietet die Voll- oder Semi-Synchro-Shift-Funktionalität die Möglichkeit, dass das System in Abhängigkeit vom hinten gewählten Gang vorne automatisch schaltet. Die Di2-Schaltflächen zeichnen sich durch ein noch besser definiertes Klick-Feedback aus. Wie bei der Dura-Ace besitzen auch die Ultegra Di2-Schalt-/Bremshebel je einen "geheimen" Schalter auf der Oberseite der Hörnchen. Alle Schalter verfügen über die Multi-Shift-Funktionalität, die über das E-Tube-System frei programmierbar ist.
Die STI-Hebel für hydraulische Scheibenbremsen zeichnen sich durch einen noch größeren Einstellbereich für Griffweite und Leerweg aus. Die Schaltwerke weisen das Low-Profile-Design eines Shimano Shadow RD Schaltwerks auf. Die Bremsscheiben verfügen über integrierte Kühlrippen. Ein Paar BR-R8070 Bremssättel wiegt etwa 280 g, die Bremsscheibe weitere 212 g.
Alternativen und Probleme mit Materialknappheit
Aufgrund von Materialknappheit kann es schwierig sein, passende Bremsbeläge zu finden. Es gibt jedoch Alternativen für die Originalbeläge, wobei auf die Herkunft geachtet werden sollte. Spezialisierte Hersteller können sogar bessere als die Originalbeläge bieten. Die Bremsscheiben unterscheiden sich hauptsächlich im Preis sowie im Gewicht und damit in der Standfestigkeit.
Interview mit Dipl.-Ing. Dirk Zedler über Bremsbeläge und Bremsscheiben von Fremdherstellern
Dirk Zedler, Sachverständiger und Experte für Fahrradsicherheit am Zedler-Institut, erklärt, dass Garantieansprüche bei Verwendung von Fremdherstellern erlöschen können. Es muss jedoch ein kausaler Zusammenhang zwischen dem Mangel an der Bremse und der Modifikation bestehen.
Shimano 105 Niveau
Mit den neuen hydraulischen Scheibenbremsen auf Shimano 105 Niveau kommen zukünftig noch mehr Rennrad-Enthusiasten in den Genuss der Bremsperformance. Die Bremsleitungen der neuen Bremsen sind an der Innenseite des Bremssattels angeschlossen und garantieren damit eine effiziente Leitungsführung. Die neuen Flat-Mount-Bremssättel bieten aerodynamische Vorteile und ein schlankeres Design. Die Ice-Tech-Technologie garantiert optimale Wärmeableitung und Fading-Resistenz.
Shimano Ultegra 2500 HG FC im Test
Die Generation FC der Ultegra-Serie ist seit 2022 auf dem Markt. Die Shimano Ultegra 2500 HG FC zeichnet sich durch ein leichtes Gewicht, Langlebigkeit, gute Laufeigenschaften und Bremsqualität aus. Sie verfügt über eine Bremskraft von bis zu 9kg und ist durch Gummidichtungen vor Wasser und Schmutz geschützt.
Shimano-Bremsscheibe Vergleich 2025
Ein Vergleich verschiedener Shimano-Bremsscheiben zeigt unterschiedliche Modelle mit verschiedenen Eigenschaften. Einige Modelle wie die Shimano IRTMT800SI RT-MT800 überzeugen durch ihre Kombination von Edelstahl und Aluminium, während andere wie die Shimano SMRT70L durch ihre Leichtigkeit und starke Bremsleistung hervorstechen.
Tabelle: Vergleich ausgewählter Shimano-Bremsscheiben
| Modell | Befestigung | Bremswirkung | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|---|
| Shimano IRTMT800SI RT-MT800 | Centerlock | Sehr gut | Edelstahl, Innenverzahnung, für Kunstharz- und Metallbeläge, leicht | Keine besonders gute Bremswirkung |
| Shimano SMRT70L | Centerlock | Besonders gut | Leicht, starke Bremsleistung, Wärmeabstrahlung, für Kunstharz- und Metallbeläge | Laufen bei sehr hoher Belastung an |
| Shimano SM-RT86M2 | 6-Loch | Sehr gut | Edelstahl, für Kunstharz- und Metallbeläge, leicht | Kein Centerlock, keine besonders gute Bremswirkung |
ROADBIKE-Test: Shimano Ultegra, Sram Force, Campa Chorus
ROADBIKE hat die wichtigsten Scheibenbremsanlagen von Shimano, Sram und Campagnolo getestet. Die Bremsanlagen wurden auf einem Scheibenbremsenprüfstand getestet, wobei Bremskraft, Bremsweg und Hitzeresistenz ermittelt wurden.
Ergebnisse des ROADBIKE-Tests
- Bremskraft im Trockenen: Alle drei Systeme überzeugen. Shimano liefert bei geringer Handkraft die größte Bremskraft, Sram baut diese stärker weiter auf, Campagnolo liegt dazwischen.
- Bremskraft bei Nässe: Shimano bietet bei geringen Handkräften die höchste Bremsleistung. Campagnolo verlangt zum Verzögern im Nassen deutlich mehr Handkraft.
- Bremsweg: Campagnolo und Sram bremsen auch bei zunehmender Hitze verlässlich. Shimano bremst unmittelbar am stärksten, verlangt aber zwischen starken Bremsungen am meisten Zeit zum Abkühlen.
- Belastungstests: Sram verkraftet die Belastungstests am besten. Shimanos IceTech-Scheibe zeigte hitzebedingte Schäden.
- Belagverschleiß: Shimanos organische Resin-Beläge verschleißen schneller als die der Konkurrenz.
Mechanische Scheibenbremsen als Alternative
Mechanische Scheibenbremsen sind eine günstigere Alternative zu hydraulischen Bremsen und lassen sich einfacher montieren und warten. Beliebte Modelle sind die Avid BB7 und die TRP Spyre. Hybrid-Bremsen wie die TRP HY RD kombinieren mechanische und hydraulischeTechnik.
Bremsscheiben: Ein wesentlicher Bestandteil der Bremsanlage
Die Bremsscheibe überträgt die Bremskraft vom Kolben auf das Laufrad. Es gibt verschiedene Befestigungssysteme wie 6-Loch und Center-Lock.
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