Shimano Ultegra C50 Laufradsatz im Test: Aerodynamik, Gewicht und Performance

Der Shimano Ultegra WH-R8170-C50-TL Laufradsatz ist eine Synthese aus Aerodynamik und geringem Gewicht. Der Artikel beleuchtet die Eigenschaften und Performance dieses Laufradsatzes im Detail. Lange hat man darauf gewartet - nun wurden sie vorgestellt: Die neuen Versionen der beiden Top-Gruppen des japanischen Herstellers Shimano Dura-Ace und Ultegra.

Technische Details des Shimano Ultegra C50 Laufradsatzes

Der Shimano WH-R8170 Laufradsatz hat 50 mm hohe Carbonfelgen und ist die perfekte Ergänzung für Deine Ultegra R8100 Roadbike-Gruppe mit Center-Lock-Scheibenbremse. Das Modell punktet mit viel Aerodynamik, Tubeless-Kompatibilität und Steifigkeit bei angenehm niedrigem Gewicht.

Spezifikationen:

  • Einsatzbereich: Road, Triathlon & Time Trial
  • Laufradgröße: 28"
  • Reifentyp: Draht-/Faltreifen
  • Anzahl Speichen: 24
  • Bremssystem: Disc Center Lock
  • Tubeless-System: TL/UST

Technische Daten Felge:

  • Typ: D2
  • Felgenhorn: mit Haken
  • Dimension (ETRTO): 21-622
  • Felgenbreite innen: 21 mm
  • Felgenbreite außen: 28 mm
  • Felgenhöhe: 50 mm
  • Ventilloch (-durchmesser): SV (6,5 mm)
  • Material Felge: Carbon (CFRP)

Technische Daten Naben:

  • Einbaubreite VR: 12 x 100 mm Steckachse
  • Einbaubreite HR: 12 x 142 mm Steckachse
  • Lagerung: Konuslager
  • Material Nabenkörper: Aluminium
  • Material Freilaufkörper: Stahl
  • Freilaufsystem: Sperrklinken

Einspeichung:

  • Einspeichmuster VR: 2-fach gekreuzt
  • Einspeichmuster HR: OPTBAL (2:1)
  • Speichentyp/Bauart: Straightpull / konifiziert (2.0-1.6-2.0)
  • Material Speichen: Edelstahl
  • Material Nippel: Aluminium

Die Felgen haben eine Maulweite von 21 mm für bis zu 32 mm breite Reifen und weisen das im Windkanal erprobte D2-Design auf. Im Zentrum der Laufräder drehen sich 12-mm-Steckachsnaben mit E-Thru-Technologie für mehr Verwindungsresistenz. Konuslager sorgen für Langlebigkeit und eine erleichterte Wartung.

Technologien im Detail

D2-Felge

Die Form der Shimano D2-Felgen wurde im Hinblick auf sowohl Frontal- wie Seitenwinde optimiert. Umfangreiche Studien im Windkanal und auf der Straße haben gezeigt, dass ein breites Felgenprofil mit einem tiefen Felgenbett sowie Anströmwinkel von 0 bis 15 Grad den Luftwiderstand am meisten reduzieren.

Cup and Cone Lagerung

Schrägkugellager vom Typ Konuslager (Cup & Cone) sind gedichteten Industrielagern an Belastbarkeit überlegen, weil sie seitliche und vertikale Kräfte besser verteilen und so besonders geschmeidig laufen sowie lange halten.

E-Thru

E-Thru ist ein werkzeugloses Steckachssystem von Shimano, welches das Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht optimiert und über seinen verlässlichen internen Nockenmechanismus eine einfache Handhabung gewährleistet.

OPTBAL

Shimano OPTBAL ist ein asymmetrisches Hinterrad-Einspeichmuster, bei dem auf der Antriebsseite mehr Speichen zum Einsatz kommen als auf der Nicht-Antriebsseite. OPTBAL wirkt dem entgegen, gleicht die Speichenspannung aus und erhöht so die Steifigkeit, Stabilität und Haltbarkeit des Laufrads.

Fahreindrücke und Testberichte

Mit dem Ultegra C36-Laufradsatz folgt Fahrradgigant Shimano dem bewährten Trickle-Down-Prinzip: Produktinnovationen der teureren Dura-Ace-Geschwister zum günstigeren Ultegra-Preis.

Mit 36 Millimetern Felgenhöhe durchaus im moderaten Aero-Bereich unterwegs, fährt sich der Laufradsatz bei Seitenwind absolut stabil und berechenbar.

Die 30 Millimeter breiten Grand Prix 5000 S Tubeless Ready Reifen von Continental konnte ich am Hinterrad mit nur 3,5 bar Druck fahren. Man wähnt sich deshalb zunächst vielleicht langsam, ist aber schnell! Wenn ich jetzt noch anfange vom Grip der Rad-Reifen-Kombination auch auf rutschigen mallorquinischen Straßen im Frühjahr zu schwärmen … ganz ernsthaft: Das ist schon toll!

Zur Produktpräsentation hatte ich bereits die Gelegenheit, die große Dura-Ace-Schwester zu fahren und ich kann sagen, dass die Steifigkeit der Ultegra-Variante dem Highend-Laufrad in nichts nachsteht. Die Ultegra C36 sind damit auch leicht genug für das Intervalltraining auf mallorquinischen Serpentinen. Hier konnte ich das Rad gut beschleunigen.

Der Laufradsatz ist beeindruckend stabil und auch an der Windkante sehr gutmütig. Dank E-Thru-Steckachse geht der Ein- und Ausbau am Rennrad schnell und einfach von der Hand. Das Gewicht ist fair, der Preis auch. Das ist Shimano at its best.

Aero-Laufräder im Vergleich

Aero-Laufräder machen schneller - dies ist ein Fakt. Doch um wie viel und mit welchen Nachteilen? Die „goldene Mitte“ bilden hier in der Regel die Varianten mit Felgenhöhen zwischen 45 und 55 Millimetern. In diesem Aero-Laufräder-Test fokussierten wir uns deshalb auf Modelle mit Felgenhöhen zwischen 55 und 65 Millimetern. Alle getesteten Laufräder sind mit Carbonfelgen aufgebaut und für Scheibenbremsen ausgelegt.

Die Aerodynamik-Messungen nahmen wir im GST-Windkanal in Friedrichshafen vor. Die beiden Parameter, die im Mittelpunkt standen: Luftwiderstand und Seitenwind-Empfindlichkeit.

Bei der alleinigen Betrachtung der beiden Laufräder macht das Vorderrad rund 80 Prozent des gesamten Luftwiderstands aus - das Hinterrad dagegen nur 20 Prozent, da es sich im Windschatten des Sitzrohres dreht.

Mit dem Aero-Testsieger Swiss Side würde man nun mit 45,43 km/h statt der Basisgeschwindigkeit von 45 km/h fahren.

Seitenwind-Empfindlichkeit

Mit der Höhe der Felgen nimmt die Seitenwind-Empfindlichkeit zu - auch dies kann gemessen werden. Die GST-Auswertung weist hier noch einen „Lenkmoment-Beiwert“ für die Vorderräder aus: Je größer dieser Wert ist, desto stärker beeinflusst der Seitenwind das Lenkverhalten.

Ein wichtiges Ergebnis: Die 65-Mililimeter-Modelle weisen gegenüber den flacheren Felgen mit 50 bis 55 Millimetern Höhe einen rund doppelt so großen Lenkmomentbeiwert auf, was auf der Straße bei böigem Seitenwind sehr deutlich spürbar und bei Stürmen teils kaum noch beherrschbar ist.

Gewicht und Seitensteifigkeit

Leichte Laufräder beschleunigen besser und haben bei höhenmeterreichen Touren und Radmarathons Vorteile. Das Gewicht aller Laufräder wurde einschließlich der aufgezogenen Felgenbänder ermittelt - dies erklärt teilweise die Differenzen zu den Herstellerangaben.

Wir belasteten die Laufräder seitlich mit einem Gewicht von fünf Kilogramm beziehungsweise 50 Newton, maßen dabei die Nachgiebigkeit ergo Elastizität der Felge und verrechneten dies zur Seitensteifigkeit. Sie gibt an, welche Kraft in Newton nötig ist, um die Felge seitlich um einen Millimeter zu bewegen.

Reifenbreite und Komfort

Mit der Zunahme der Maulweite nimmt auch die effektive Reifenbreite zu und damit auch der Komfort. So baut ein nominell 25 Millimeter breiter Reifen auf einer Felge mit überdurchschnittlicher Maulweite um einige Zehntelmillimeter breiter auf.

Zulässiges Gewicht

Fast alle Hersteller geben für ihre Laufräder je ein maximal zugelassenes Gewicht an. Das Fahrergewicht ist selbsterklärend, das Systemgewicht beinhaltet Fahrer, Rennrad, Trinkflaschen und etwaiges Gepäck.

Testergebnisse im Überblick

Den einen ultimativen Testsieger kann es nicht geben. Ein Aero-Laufradsatz kann nicht in allen Technik-Disziplinen „der Beste“ sein. Deshalb unterteilen wir unsere Ergebnisse in mehrere Kategorien:

  • Klarer Aerodynamik-Sieger: Swiss Side
  • Leichtgewicht: Newmen-Räder
  • Preis-Leistung: Edvelo
  • Allround-Eigenschaften: Engage
  • Race: Specialized-Roval-Räder

Breitere Reifen erhöhen die angeströmte Stirnfläche, folglich nimmt der Luftwiderstand beziehungsweise die erforderliche Leistung für die gefahrene Geschwindigkeit zu. Aus rein aerodynamischer Sicht ist ein 25 Millimeter-Modell die beste Wahl.

Vergleich der getesteten Aero-Laufräder

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Eigenschaften der im Test verglichenen Aero-Laufräder zusammen:

Modell Felgenhöhe Gewicht (Satz) Aerodynamik Seitenwindstabilität Preis (ca.)
Bontrager Aeolus RSL 62 62 mm k.A. Sehr gut Gut 2.498 €
Campagnolo WTO Ultra 60 60 mm k.A. Gut Mittel 3.149 €
DT Swiss ARC 1100 Dicut DB 62 62 mm k.A. Sehr gut Mittel 2.389 €
Shimano Dura-Ace C60 60 mm k.A. Sehr gut Mittel 1.999 €
Vision Metron 60 60 mm k.A. Gut Mittel 2.058 €
ZIPP 454 NSW 55 mm k.A. Sehr gut Mittel 3.599 €

Die oberste hellblaue Kurve ist die des Referenz-Laufrades aus dem Testrad Canyon Endurace CF SL: DT Swiss E 1800 Spline mit einer Felgenhöhe von 23 Millimetern.

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