Shimano Ultegra Hinterradnabe im Test: Eine umfassende Analyse

Die Wahl der richtigen Hinterradnabe ist entscheidend für die Performance und Zuverlässigkeit eines Fahrrads. Besonders im Bereich der Rennräder und E-Bikes gibt es eine Vielzahl von Optionen, die unterschiedliche Anforderungen erfüllen sollen. In diesem Artikel werden wir uns eingehend mit der Shimano Ultegra Hinterradnabe beschäftigen, ihre Vor- und Nachteile beleuchten und sie mit anderen Naben auf dem Markt vergleichen.

Nabenschaltungen im Fokus

Nabenschaltungen erfreuen sich seit Langem großer Beliebtheit, besonders bei E-Bikes. Die NEXUS INTER-5E Getriebenabe (Modell SG-C7050-5) ist speziell auf die Bedürfnisse von E-Bikern abgestimmt. Entwickelt mit fünf Gängen, kann diese E-Bike-Nabe mit Motor-Drehmomenten bis zu 85 Nm eingesetzt werden und hält hohe Drehmomente von Antrieb und Muskelkraft aus.

Allerdings gibt es auch Nachteile. Diese Vorteile werden mit geringerer Abstufung, geringerem Übersetzungsbereich und geringerer Effizienz im Sinne eines höheren Widerstands erkauft. Eine gute, gepflegte oder neue hochwertige Kettenschaltung brilliert mit einem Wirkungsgrad von ca.

Die Nachteile von Nabenschaltungen spielen bei Pedelecs keine Rolle. Da schiebt der Motor fleißig an und egal, ob in der Ebene oder bergauf, man wählt die passende Unterstützungsstufe und pedaliert dahin - aus Freude am Fahren.

Nicht viel anders ist das Prozedere mit der beliebten SHIMANO Alfine Achtgangnabe, die besonders in der elektronisch schaltenden Version (Di2) angenehmen Fahrkomfort bietet.

Die NEXUS INTER-5E Getriebenabe (Modell SG-C7050-5) zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie mit den Motor-Drehmomenten bis zu 60 Nm eingesetzt werden kann und die hohen Drehmomente von Antrieb und Muskelkraft aushält. Damit sollen beim Schaltvorgang deutlich größere Lasten toleriert werden können, sodass diese Nabe als spezifische E-Bike-Nabe spürbare Vorteile bringen soll. So die Theorie laut SHIMANO. Kann die Nabe das Versprechen in der Praxis halten?

Bei der diesjährigen Eurobike konnten die Besucher ein Test-Bike mit dem speziell für City- und Trekkingradfahrer konzipierten neuen Antrieb SHIMANO STEPS E6100 in Kombination mit der elektronisch gesteuerten E-Bike-Nabe fahren.

Zügig schaltet die Automatik hoch, dritter, vierter Gang, schnell sind die 25 km/h erreicht, die ich im extra lang übersetzten fünften Gang dahin cruise. Wie gesagt, Entspannung pur. Die Gangwechsel erfolgen schnell und geschmeidig.

Ich fahre im höchsten Unterstützungsmodus „High“ an einer Steigung an und beschleunige volle Pulle bergauf. Was passiert? Nichts Besonderes! Klasse, die Elektronik macht’s möglich.

Weniger Gänge, mehr Effizienz

Nur fünf Gänge? Ja, weniger ist mehr! Die NEXUS INTER-5E Getriebenabe ist gezielt auf die Anforderungen bei einem E-Bike abgestimmt. Da die leichten Gänge wegen des höheren Drehmoments weniger genutzt werden, beschränken sich die fünf Gänge der Inter-5E auf den vortriebsrelevanten Bereich der mittleren und höheren Gänge. Der fünfte Gang ist dabei besonders lang übersetzt, für entspanntes Pedalieren bei höheren Geschwindigkeiten. Die E-Bike-Nabe mit „nur“ fünf Gängen ist nach meiner Einschätzung ein großer Wurf.

Die Suche nach der idealen Hinterradnabe

Viele Radfahrer stehen vor der Herausforderung, die passende Hinterradnabe für ihre Bedürfnisse zu finden. Ein Beispiel ist die Suche nach einer Nabe mit folgenden Eigenschaften:

  • 135mm Einbauweite
  • 36 Speichenlöcher
  • Keine Bremsscheibenbefestigung
  • Für Shimano 10-fach-Kassette
  • Farbe schwarz bevorzugt
  • Mit Rillenkugellagern
  • Gute Dichtung

Es stellt sich heraus, dass es schwierig sein kann, eine Nabe zu finden, die all diese Anforderungen erfüllt. Richtig hochwertige Naben finden sich nur noch bei Rennrädern (130 mm Einbauweite) oder bei MTB (mit Bremsscheibenaufnahme). Und dann eher mit 32 Loch oder weniger. 36 Loch mit Rillenkugellager und für Felgenbremse ist echt verdammt selten und teuer.

Alternativen und Kompromisse

Wenn sich nichts besseres findet, läuft es wohl auf eine Deore XT hinaus (leider mit Konuslagern). Die XT ist überhaupt keine schlechte Nabe. Aber wenn schon, dann nimm lieber die LX. Die hat mehr Stahl und weniger Alu verbaut.

Und es findet sich selbstverständlich besseres. Aber nicht zum Preis einer Shimano-Nabe, sondern im dreistelligen Euro-Bereich.

Einige Alternativen sind:

  • Novatec Trekking - leider nur 32 Loch
  • DT Swiss 370 - gibt bzw. gab es in allen Varianten: 130 mm, 135 mm, für Felgenbremse, für Scheibenbremse. Allerdings scheint die kaum noch jemand zu haben. Preis war bei Rose früher mal um die 100 €. Aber: nur 32 Loch.
  • DT Swiss 350: auch nur 32 Loch
  • Hope Mono RS: erfüllt ALLE Anforderungen für 180 €
  • White Industries MI5: für 340 €
  • Chris King Classic Cross: stolze 450 €

Am meisten einschränkend ist die Lochzahl von 36. Was spricht gegen eine LX-Nabe für weniger als 30 €? So eine versieht bei mir am Reiserad schon seit Jahren klaglos und zuverlässig ihren Dienst. Obendrein ist Ersatz mit dem gleichen Flanschdurchmesser eigentlich immer zu beschaffen. Dann kannst du bei der Reparatur in der Pampa die Speichen weiter benutzen.

Klar, ein Zahnscheibenfreilauf macht schon was her. Mein Randonneur hat eine Hinterradnabe Campagnolo Mirage, die ordentlich knattert. Aber: 130 mm und 32 Loch.

Eine weitere Option ist die Novatec. Allerdings gibt es Bedenken hinsichtlich des Alufreilaufs, in den sich die Stahlritzel reinfressen können.

Konuslager vs. Rillenkugellager

Die Diskussion um Konuslager versus Rillenkugellager ist ein Dauerbrenner. Ich will ja keine Lagerdiskussion vom Zaun brechen, aber bist du mal 2 solcher Naben im Vergleich gefahren und hast sie selbst gewartet?

Meine Shimanonaben bekommen so alle 15000Km einen Check, die können leicht komplett zerlegt werden, das geht auch am Wegesrad, im Notfall tausch man Konen und Kugeln.

Sauber konstruierte Rillenkugellagernaben verkraften die Pressung durch den Spannstab deutlich besser - und habe ich schonmal geschrieben, dass ich seit der Einführung von allerdings aufwändigen Naben (aus Tübingen und Kassel, ich weiß, jetzt kriegen die »echten Kerle« noch viel größere Pickel) so um 2000 überhaupt keine Arbeiten an den Lagern mehr hatte?

Entscheidend dürfte sein, keinen Murks mit unzulässiger axialer Belastung einzubauen. Dazu muss es noch nichtmal eine Fest-/Loslageranordnung geben, ein Stützrohr zwischen den Lagerinnenringen reicht schon. Das Gebastel bei Festlagern ohne innere Abstützung mit Beilagescheiben ist genau das, Gebastel an einer mangelhaften Konstruktion.

Ich hatte und habe seit etwa 40 Jahren in meinen diversen Rädern sowohl Naben mit Konuslagern als auch mit Rillenkugellagern. Von den Naben mit Konuslagern aus den 80igern und 90ern habe ich immer noch einige (Campa und Shimano) in Gebrauch. Die mit Rillenkugellagern musste ich immer nach wenigen Jahren entsorgen.

Mit den neueren XT und XTR-Naben habe ich auch keine Probleme. Eine XTR-Hinterradnabe mit noch leichteren Teilen als die XT habe ich seit 2011 auf meiner Nordamerikadurchquerung (gut 80000 km) erstmals bei Radreisen eingesetzt, danach auch auf vielen Trainingstouren und Mehrtagetouren in Schweden und zuletzt diesen Sommer auf meiner Norwegenreise.

Persönliche Erfahrungen und Tipps

Die Praxis sieht manchmal anders aus. Keine Lagerprobleme seit etwa 2000 habe ich allerdings ganz praktisch und das letzte Mal, dass ich unterwegs eine Nabe zerlegen musste, war 2001 in der Alpujarra granadiense, genauer auf dem Markt von Pitres. Damals war allerdings der Sperrklinkenträger gebrochen und es bedeutete gleichzeitig das Ende des Betriebes mit Orbit-Naben.

Hier kann schlußendlich nur jeder von seinen persönlichen Erfahrungen berichten, viel mehr geht nicht. Und die werden nicht unwahr, weil jemand andere gemacht hat.

Ein Vorteil für Reiseradler ist noch, dass man die "Dichtigkeit" der Nabe bei Shimano quasi (mittels Fettpackung) selber bestimmen kann (sehr interessant bei Furten ) und selbst wenn das Fett unterwegs rausgewaschen worden sein sollte: Da reicht mitunter der Besuch bei einem Bagger...

Novatec hatte ich mir auch angesehen, aber für den Langstreckentourer verworfen. Die Qualität der Dichtungen galt zumindest in der Vergangenheit als zweifelhaft. Recht hohe Toleranzen machen es wohl zur Glücksache, ob die Lager ewig halten oder oder durch schlechte Ausrichtung schnell verschleißen.

Gegen Shimano spricht direkt nur, dass ich keine Lager einstellen will. Shimano hält einfach an Konuslagern fest, weil die Massenproduktion billiger ist. Funktionieren tun sie natürlich auch.

Inzwischen gibt es eine Flut an billigen Naben in schönsten Farben mit Rikulas. Alunabengehäuse herstellen, Lager einpressen, fertig ist die Billignabe aus China.

Allerdings muss man bei Industrielagern Abstriche machen, sie sind nicht besser als richtig eingebaute Industrielager.

Abgesehen von einigen Freaks stellt auch niemand bei Shimano-Naben irgendwelche Lager ein. Wozu auch, selbst die billigeren halten ohne jedes Einstellen oder irgendeine Wartung zigtausende Kilometer.

Das stimmt schon, für das Szenario einer Panne am Ende der Welt ist Shimano wahrscheinlich erste Wahl. Kompatible Teile gibt es eigentlich überall.

Es gab auch gute Naben damit, die hatten ihren Preis. Genauso wie Konusgelagerte.

Revolutionäre Alternativen: Classified Cycling

Das belgische Unternehmen Classified präsentiert eine 2-fach-Getriebenabe und sagt dem Umwerfer den Kampf an. Mit der gleichen Übersetzung und Bandbreite herkömmlicher Systeme soll die Getriebenabe den Radsport revolutionieren und das schwächste Glied des Kettenantriebs ins Jenseits verbannen.

Das Ergebnis dürfte dem Herrn Umwerfer weniger gefallen: Er wurde schlicht und einfach wegrationalisiert. Ausgelöscht und für immer in die Antiquitätenkammer verbannt, wo er in trauriger Gesellschaft von 3-fach-Kurbeln und Felgenbremsen ein Schattendasein fristen wird.

Der Ersatz ist aber keinesfalls ein weiteres 1×11-, 1×12-, 1×13- oder gar ein 1×14-System, sondern etwas komplett Neues und nie Dagewesenes: 1×22!

Die Idee ist so simpel wie genial zugleich: Man verlagert die Funktion des oft hakeligen, dem breiten Hinterreifen immer wieder in den Weg kommenden und optisch wenig ansprechenden Umwerfers nach hinten und versteckt sie geschützt vor Umwelteinflüssen in der Hinterradnabe. Classified hat dafür ein elektronisch gesteuertes Getriebe in die Nabe integriert, das identisch zum Umwerfer zwischen einer 1:1- und einer 0,7:1-Übersetzung hoch- und runterschaltet und vom Lenker aus bedient wird.

Kommt das Classified-System zum Einsatz, bleibt die Kettenschaltung als solche bestehen und nur das laut dem belgischen Unternehmen schwächste Glied, der Umwerfer, wird verbannt - nie wieder Kettenabfaller und zerkratzte Kettenstreben.

Die Getriebenabe enthält Classifieds Kerntechnologie: ein elektronisch gesteuertes Planetengetriebe mit zwei Getriebeübersetzungen, das aus einer Vielzahl von Zahnrädern besteht.

Im direkten Gang, also der 1:1-Übersetzung, werden die Zahnräder des Getriebes fest gekoppelt, was dazu führt, dass sich Kassette und Nabe gleich schnell drehen und auf eine Nabenumdrehung eine volle Kassettenumdrehung erfolgt. In der 0,7:1-Untersetzung müssen die Kräfte über die Planetenzahnräder abgewälzt werden, was zur Folge hat, dass sich bei einer Kassettenumdrehung die Nabe bzw. das Rad nur 0,682 mal dreht und man im „kleineren“ Gang fährt.

Die Energie für den Schaltvorgang kommt von der Classified Smart Thru Axle-Steckachse, die Nabe selbst enthält keine Batterie. Das soll laut Hersteller schnelle und unkomplizierte Laufradwechsel ermöglichen. Logischerweise ist die Power Shift-Nabe auch nur mit der Smart Thru Axle und keinen anderen Steckachsen kompatibel.

Aufgrund der Bauweise des Systems und dem Platz, den das Planetengetriebe benötigt, kann auf die Classified-Nabe keine herkömmliche Kassette geschraubt werden. Die eigens entwickelte 11-fach Classified-Kassette ist in vier Abstufungen erhältlich: 11-27, 11-30, 11-32 und 11-34. Dadurch sollte es vom ambitionierten Rennradfahren bis hin zum entspannten Gravel-Touren vielen Fahrertypen möglich sein, das für sie passende Setup zu finden. In Kombination mit der Power Shift-Nabe kommt man so auf ein Übersetzungsverhältnis von bis zu 451 %.

Die Lenker-Einheit besteht aus einem drahtlosen Sender, der in einem Shimano Di2-kompatiblen Lenker verschwindet, der ein Loch für die Verkabelung am Lenkerende bietet. Der Sender kann entweder per Shimano Di2-Schalthebel oder per Satellitenschalter bedient werden. Dadurch ist es möglich, das Classified-System auch mit SRAM-, Campagnolo- und auch mit mechanischen Schaltgruppen zu fahren. Eine 12-fach-Kassette ist aktuell in der Entwicklung und wird in Zukunft für eine Kompatibilität mit 12-fach-Schaltgruppen erhältlich sein.

Die Smart Thru Axle ist Classifieds proprietäre Steckachse und empfängt das drahtlose Schaltsignal der Lenker-Einheit. Sie treibt den elektronischen Schaltvorgang in der Nabe mittels kontaktloser Energieübertragung über eine Induktionsspule an.

Das Nabengehäuse lässt sich ohne viel Mühe von der Power Shift-Nabe trennen, sodass mehrere Laufradsätze in Kombination mit nur einer Power Shift-Nabe genutzt werden können. Einfach den gewählten Laufradsatz, der mit einem Classified-Nabengehäuse ausgestattet ist, über die Power Shift-Nabe schieben und sich dadurch an das jeweilige Terrain anpassen - so einfach kann es sein.

Schaltgruppe Sowohl elektronisch, als auch mechanisch. Kurbel Beliebig wählbar und mit allen Kurbel- oder Pedal-basierten Powermetern kompatibel. Bremse Disc bzw.

Im Gegensatz zu anderen Getriebenaben wird dem Bike laut Hersteller kein Extragewicht hinzugefügt, es soll genauso leicht oder sogar leichter als ein traditionelles Bike mit elektronischem 2×11-fach Antrieb sein; als Referenznabe gibt Classified die DT Swiss 350-Nabe an.

Erste Eindrücke und Erfahrungen

Beim ersten Blick auf das Bike, ein Ridley Kanzo Fast-Gravel-Bike, ist das Classified-System kaum zu enttarnen. Die Shimano Di2-Schalthebel befinden sich ohne Modifikationen im Originalzustand und auch das Hinterrad bzw. die Nabe ist kaum von einem herkömmlichen Modell zu unterscheiden. Einzig der Empfänger der Steckachse auf der Nicht-Antriebsseite verrät, dass es sich um kein gewöhnliches Bike mit 1×11-fach Schaltgruppe handelt.

Die ersten Schaltvorgänge mit der Classified-Nabe sind wirklich verblüffend und ein völlig neues Gefühl des Schaltens. Nahezu geräuschlos und nur einen Wimpernschlag nach dem Betätigen des Schalthebels wird hoch- oder runtergeschaltet. Auch unter Last verrichtet das System ohne Meckern seinen Dienst, egal ob in einem niedrigen Gang am Anstieg oder einem hohen Gang in der Beschleunigungsphase.

Einzig das Runterschalten unter hoher Last hat systembedingt ein leichtes Krachen zur Folge, wie wir es auch beim klassischen Umwerfer gewohnt sind. Ansonsten hat das Schalten nichts mehr mit dem eines Umwerfers gemeinsam!

Das sofortige und größtenteils geräuschlose Schalten aufs „virtuelle“ kleine bzw. große Kettenblatt ist nach vielen Jahren mit dem Umwerfer und noch mehr Kettenabwürfen revolutionär!

Wenn man ohne Druck aufs Pedal schaltet, bekommt man vom Schaltvorgang überhaupt nichts mit. Auch ein Schalten im Stand - beispielsweise an einer Ampel - ist ohne Probleme möglich.

Die Classified-Kassette überzeugt mit einer tollen Schalt-Performance und steht ihrem japanischen Pendant aus dem Hause Shimano in nichts nach. Die Kette wird flüssig hoch- und runtertransportiert und im Gegensatz zu anderen Fremdhersteller-Varianten kann die Classified-Kassette vollends überzeugen.

Passend zum leisen Betrieb der Nabe passt auch das fehlende Geräusch des Freilaufs. Es ist kein Surren zu hören und ihr könnt euch ohne Nebengeräusche voll auf die Natur konzentrieren.

In puncto Effizienz verspricht der Hersteller Werte nahe der 100%-Grenze. Unsere Tester, die regelmäßig die feinsten Schaltgruppen fahren, die man sich derzeit für Geld kaufen kann, konnten im Vergleich keine Unterschiede feststellen. Auch konnten wir während unserer Testdauer keinen nennenswerten Verschleiß feststellen.

Die Classified-Nabe hat uns jedoch während und nach unserem ausführlichen Test nachhaltig vom Hocker gehauen und bringt das Potenzial mit, den Umwerfer im Performance-Bereich komplett zu verbannen. Das Hoch- und Runterschalten gelingt fast ohne Zeitverzögerung und schneller als mit dem Umwerfer, funktioniert auch unter Last tadellos und das mit einer bedeutend geringeren Geräuschkulisse als mit einem Umwerfer.

Shimano Ultegra C36 Carbon-Laufradsatz im Detail

Jonas hat den Shimano Ultegra C36 Carbon-Laufradsatz auf seinem Specialized Tarmac im Trainingslager auf Mallorca getestet. Seine Fahreindrücke sind sehr positiv.

Mit dem Ultegra C36-Laufradsatz folgt Fahrradgigant Shimano dem bewährten Trickle-Down-Prinzip: Produktinnovationen der teureren Dura-Ace-Geschwister zum günstigeren Ultegra-Preis.

Eins vorneweg: Sein Fahrstil ist „Turbodiesel“ - viel Punch und Langstreckentauglichkeit mit einer gewissen Anlaufzeit also. Deshalb müssen für ihn Aero-Laufradsätze leicht sein. Sonst macht es in den Bergen einfach keinen Spaß.

Neun Tage, 1.100 Kilometer, keine Probleme oder Defekte, aber viele gute Eindrücke. „C“ steht übrigens für „Carbon“, „36“ für die Felgenhöhe in Millimeter. Kudos, Shimano, für die klare Nomenklatur.

Der Shimano Ultegra C36-Laufradsatz ist ein leichter, aerodynamisch-optimierter Allrounder für Rennräder. Jonas, Category Manager bei bc, hat den Laufradsatz im Trainingslager auf Mallorca ausgiebig getestet.

Eckdaten zum Laufradsatz

  • Leistungsstarker Allrounder
  • Gewicht: 1.488 g (Satz, VR 12x100 + HR 12x142, Herstellerangabe)
  • Tubeless-kompatibel
  • Für Elf- und Zwölffach-Antriebe
  • 21 mm breite (Maulweite) Carbonfelge: Empfohlene Reifendimension 25-622 bis 32-622
  • 36 mm Felgenhöhe, aerodynamisches Profil
  • E-Thru-Steckachse
  • Jeweils 24 Straightpull-Speichen, Hinterrad mit 2:1-Einspeichung für gleichmäßigere Speichenspannung
  • Für Scheibenbremsen mit Center-Lock-Aufnahme

Highlight Features

Dank 36 mm Felgenhöhe bleibt der C36 auch bei dem windigen Wetter auf Mallorca stabil und berechenbar. Die E-Thru-Steckachsen ermöglichen einen einfachen und schnellen Ein- und Ausbau der Laufräder.

Beim Hinterrad setzt Shimano auf 2:1-Einspeichung für eine gleichmäßige Speichenspannung. Weiteres Plus: Im Gegensatz zu den Dura-Ace Laufrädern sind die Ultegra Laufräder 11- und 12-fach kompatibel.

Fahreindrücke

Wie viele Shimano-Produkte, die ich im Laufe der Jahre kennengelernt habe, sind auch die Ultegra C36 Laufräder auffällig unauffällig. Und das meine ich uneingeschränkt positiv! Gute Produkte erlauben mir, mich aufs Fahren zu konzentrieren und nicht über die Technik nachzudenken. So auch hier.

Mit 36 Millimetern Felgenhöhe durchaus im moderaten Aero-Bereich unterwegs, fährt sich der Laufradsatz bei Seitenwind absolut stabil und berechenbar. Und windige Tage gab es zwischen Mittelmeer und Massanella einige.

Breite Tubeless-Reifen am Rennrad

Die Ultegra C36 bin ich das erste Mal überhaupt konsequent schlauchlos gefahren und bin restlos geläutert. Die 30 Millimeter breiten Grand Prix 5000 S Tubeless Ready Reifen von Continental konnte ich am Hinterrad mit nur 3,5 bar Druck fahren.

Der zusätzliche Komfort fühlt sich am Anfang fast komisch an, so ungewohnt ist es, nicht mehr jeden Schlag im Rückenmark zu spüren. Man wähnt sich deshalb zunächst vielleicht langsam, ist aber schnell!

Durch die breite Felge sitzt der Reifen auch bei geringem Druck sicher auf dem Laufrad. „Viel Druck hilft viel“ war gestern. Dank dem Tubelesssystem des C36 kann der Reifendruck deutlich reduziert werden. Die 3,5 bar Reifendruck rollen hervorragend und erhöhen den Komfort auf holprigen Straßen.

Steifigkeit und Gewicht

Zur Produktpräsentation hatte ich bereits die Gelegenheit, die große Dura-Ace-Schwester zu fahren und ich kann sagen, dass die Steifigkeit der Ultegra-Variante dem Highend-Laufrad in nichts nachsteht. Mit 84 Kilogramm Körpergewicht ist das ein wichtiger Faktor für einen Allround-Laufradsatz, der mit unter 1.500 Gramm Gewicht immer noch leicht, wenn auch nicht ultraleicht ist.

Tabelle: Vergleich verschiedener Hinterradnaben

Nabe Einbauweite Speichenlöcher Bremsscheibenaufnahme Lagerart Preis (ca.)
Shimano Deore XT 135mm 32/36 Ja/Nein Konuslager 30-50€
Shimano Ultegra 130/135mm 32/36 Ja Konuslager 70-100€
DT Swiss 350 130/135mm 28/32 Ja/Nein Rillenkugellager 150-200€
Hope Mono RS 130/135mm 32/36 Nein Rillenkugellager 180€
Chris King Classic 130/135mm 32/36 Ja/Nein Rillenkugellager 450€

Wartung und Instandhaltung

Die gedichteten Konuslager laufen absolut geschmeidig und sind handelsüblichen Industrielagern in Sachen Belastbarkeit sogar überlegen, weil sie auftretende Querkräfte besser gleichmäßig verteilen.

Weitere Überlegungen und Erfahrungen

Felgenwahl und Reifendimensionen

Ultegra + CXP33 sind unproblematisch, solange du auf eher schmalen Reifen unterwegs bist UND mit Shimano/SRAM-Kassetten auskommst.

36 Löcher sind bei ausgesprochenen Flachprofilfelgen nötig, also sowas wie Rigida Chrina. Höhere Felgen kommen mit 32loch aus. Die Mavic CXP33 ist teuer und sehr schmal. Was willst du denn für Reifen fahren?

Die CXP33 ist aus heutigen Gesichtspunkten einfach veraltet. Sie stammt aus einer Zeit als extrem schmale Reifen als das Seeligmachende galten. Der Markt bietet deutlich bessere Alternativen: H-Son TB14 für eine sehr klassische edle Optik H-Son Archtype CXP33 Optik nur edler und deutlich stabiler KinLin XC279 die hohe sehr stabile aber trotzdem leichte, die man ohne Weiteres mit weniger als 32 Speichen aufbauen könnte (allerdings wird es dann problematisch, günstige haltbare Naben zu finden) DT Swiss R460 Die Budgetvariante.

Campagnolo-Kompatibilität

Da du Campa fährst. Nimm einfach die Record Naben. Preis-Leistung ist bei den Naben hervorragend. Das sind die Dura Ace Naben von Campa nur zu einem sehr viel günstigeren Preis. Mit richtiger Einstellung rollen die weit über 50.000 km. Es sollte dafür alle Ersatzteile inklusive der inneren Lagerschalen geben. Dann brauchst du nicht mit Novatec Naben mit stark schwankender Qualität anfangen.

Ein paar Bemerkungen dazu:Da du offenbar Campagnolo-Bresmsschaltgriffe 9fach fährst, wirst du vermutlich eine 9fach-Kassette von Campagnolo verbauen. Dafür brauchst du eine Nabe mit Campagnolo-Rotor brauchen. Die Campa-Kassetten passen nicht auf den Shimano/SRAM-Rotor.

Weitere Tipps und Tricks

Die Naben FH-T610 passt, und die gibt es noch. Bei Rose noch günstiger. Ich habe mir sowas auf Halde gelegt. Ja es stimmt, Naben ohne Bremsscheibenaufnahme werden immer seltener. Aber du kannst natürlich problemlos auch eine Nabe mit Bremsscheibenaufnahme benutzen. Dann ginge auch die FH-M525.

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