Wenn es nötig ist, an Ihrem Fahrrad die Shimano Kurbel auszutauschen oder Sie eventuell an das Innenlager gelangen möchten, und dafür vorab die vorhandene Kurbel demontieren müssen, können Sie sich mit einem passenden Fahrrad-Spezialwerkzeug eine große Erleichterung verschaffen: Ein Kurbelabzieher erleichtert diese kraftaufwändige Arbeit ungemein und kostet in der Anschaffung lediglich wenige Euro.
Somit macht sich diese Investition schnell bezahlt; vor allem, da Sie den Kurbelabzieher nicht nur einmal nutzen, sondern auch in Zukunft für weitere Reparaturen bzw. Als Zeitaufwand können Sie mit ca. Als erstes mit dem Schraubendreher die Staubschutzklappe aus der Shimano-Kurbel hebeln. Jetzt schrauben Sie fest im Uhrzeigersinn das Außengewinde des Kurbelabziehers in das Innengewinde der Kurbel.
Mit dem passenden Schlüssel wird nun die Innensechskantschraube am Kurbelabzieher rechts rum in das Lager gedreht. Dabei stößt diese dann an der Innenlagerwelle an und Sie können die Shimano Kurbel herausdrücken und abnehmen. Bei einem Kurbelabzieher handelt es sich um ein Spezialwerkzeug zur Demontage von Fahrradkurbeln von Shimano und besteht aus 2 beweglichen Teilen.
Der eine Teil des Kurbelabziehers wird in das Kurbelgewinde gedreht - so wird der Abzieher fest mit der Kurbel verbunden. Du kannst die Shimano Kurbelgarnitur von deinem Rennrad prima selber ersetzen. Das klingt vielleicht kompliziert, ist es aber wirklich nicht. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie es geht. Hier montieren wir übrigens den neuen Shimano Ultegra Stages doppelseitigen Powermeter. Die Schritte hierfür sind nämlich dieselben wie bei einer normalen Shimano Kurbelgarnitur.
Werkzeuge und Vorbereitung
Eine Shimano Kurbelgarnitur ersetzen? Du brauchst nicht viel Werkzeug, um deine Shimano Kurbelgarnitur zu ersetzen. Einen Drehmomentschlüssel brauchst du nicht unbedingt, aber er ist sehr praktisch. Du kannst auch einen normalen Inbusschlüssel verwenden, aber dann kannst du deine neue Kurbelgarnitur weniger präzise festdrehen.
Demontage der Kurbel
- Der erste Schritt ist das Entfernen deiner Pedale. Hierfür brauchst du den Inbus- oder Pedalschlüssel.
- Die Kurbeln sind immer an der linken Seite deines Fahrrads befestigt. Die zwei Schrauben in der Kurbel sorgen dafür, dass diese gut hält. Drehe also erst diese zwei Schrauben lose.
- Die Schraubenmutter aus Plastik hält die beiden Kurbelarme nun noch fest. Die Kurbelmutter sitzt eigentlich nie besonders fest und du kannst sie mit dem Kurbelschlüssel einfach lösen.
- Die linke Kurbel sitzt oft ziemlich fest. Jetzt kannst du die linke Kurbel vom Tretlager abnehmen. Dafür brauchst du vielleicht ein bisschen Kraft. Um die Kurbel zu lösen, kannst du ein wenig an ihr rütteln.
- Nun kannst du die Drive Side mit den Kettenblättern vom Tretlager abnehmen.
Reinigung und Vorbereitung für die Montage
Die Kurbelgarnitur nimmst du wahrscheinlich nicht oft ab. Mit einem sauberen Tuch kannst du den Schmutz so gut es geht abwischen. Mach das ordentlich! Auf Wasser solltest du jedoch besser verzichten, damit es nicht in deine Lager kommt. Fette deine neue Kurbel und auch die Innenseite vom Tretlager.
Montage der neuen Kurbel
- Jetzt kannst du die Drive Side wieder durch dein Tretlager stecken. Hol dir die Kette auf die richtige Seite, bevor du die Kurbel durch das Tretlager steckst. Wenn’s dir trotzdem passieren sollte, ist das natürlich auch keine Katastrophe. Mit einem Kettennieter und einem neuen Kettennietstift liegt deine Kette im Handumdrehen wieder auf der richtigen Seite. Während des Einschiebens kannst du die Kette auf das kleinste Blatt legen.
- Wenn die Fahrradkette an Ort und Stelle ist und dein rechter Kurbelarm gut sitzt, kannst du die linke Kurbel auf den sichtbaren Teil deines Tretlagers schieben. Achte auf die Position des Kurbelarms auf der Drive Side und wähle natürlich die gegenüberliegende Position. In unserem Beispiel montieren wir einen Stages Powermeter. Achte darauf, dass du die beiden Kurbelarme in einer horizontalen, einander gegenüber gestellten Linie montierst.
- Vergiss auch nicht, ein wenig Montagefett auf der Innenseite des Gewindes deiner neuen Kurbel aufzutragen. Jetzt kannst du händisch die Kurbelmutter wieder festdrehen. Rüttel ein kleines(!) bisschen mit dem Kurbelarm, während du die Kurbelmutter mit dem Kurbelschlüssel andrehst. Dadurch kannst du Spiel in der Kurbelgarnitur vorbeugen.
Anziehen der Kurbelschrauben
Hierbei musst du gut aufpassen. Das Anziehen der Kurbelschrauben muss gleichmäßig geschehen und mit der richtigen Dosis Kraft. Drehe nicht erst die eine und dann die andere Schraube fest. Drehe sie immer abwechselnd stets fester. Baue dabei den Druck so auf, dass die Kraft gleichmäßig verteilt wird. Du kannst sie in 4 Schritten festziehen. Ansonsten kann es sonst passieren, dass die eine Schraube vielleicht mit 12 Nm fest ist, die andere aber viel fester.
Abschlussarbeiten
- Wenn die Schrauben fest sind, kannst du dein Tretlager auf Spiel kontrollieren. Dazu hältst du mit der einen Hand dein Fahrrad fest und rüttelst mit der anderen am Kurbelarm.
- Gib deinem Kurbelarm einen tüchtigen Schubs. Wenn er nicht 1 ganze Runde flüssig herumdreht, sitzt deine Kurbelmutter zu fest. Dreht er mehr als nur eine Runde? Ist das der Fall?
- Wenn alles soweit gut montiert ist, kannst du jetzt auch die Pedale wieder befestigen. Achte darauf, welches das linke und welches das rechte Pedal ist. Wenn du das richtige Pedal hast, kann das Fahrrad die meiste Arbeit selbst erledigen. Zunächst jedoch mit Montagefett schmieren natürlich!
Jetzt darfst du auf dein Fahrrad hüpfen und prüfen, ob alles gut funktioniert. In diesem Fall merkst und hörst du nichts auffälliges. Wenn du eine normale Kurbelgarnitur montiert hast, bist du fertig! Fertig! Die alte Shimano Ultegra Kurbelgarnitur haben wir durch einen neue Ultegra Stages doppelseitigen Powermeter ersetzt.
Kettenblatt Verschleiß und Austausch
Fährst du schon mit einem einseitigen Powermeter von Stages? Dann musst du nur noch einen rechten Powermeter dazu kaufen. Die Kette hakt am Kettenblatt, der Gang ist bergauf zu dick oder bergab nicht dick genug? Möglicherweise ist es an der Zeit für ein neues Kettenblatt! Ein verschlissener Antrieb ist nicht nur nervig weil die Schaltung dann meistens nicht mehr sauber funktioniert, es kann sogar gefährlich werden.
Wartet man zu lange mit dem Tauschen der Antriebskomponenten, kann die Kette beim Antreten durchrutschen. Dann trittst Du ins Leere und gehst im schlimmsten Fall über den Lenker, ist mir selber schon passiert. Deshalb zeige ich Dir hier wie Du den Verschleiß Deiner Kettenblätter erkennst und sie wechselst.
Anzeichen für verschlissene Kettenblätter
Bevor Du jetzt anfängst Deine Kettenblätter zu tauschen, kannst Du Dich noch vergewissern, ob das Kettenblatt wirklich verschlissen ist. Den Verschleiß kannst Du an der Form der Zähne erkennen.
Im Bild sind drei Indikatoren für den Verschleiß angegeben:
- Durch die voranschreitende Abnutzung der Kettenblätter, werden auch die Grate auf den Zähnen immer größer.
- Die Zähne werden oben immer runder.
- Beim Treten wird die Kette vom Kettenblatt gezogen, deshalb wird der Zahn dieser Seite mehr abgenutzt.
Zum Vergleich: Die Zähne des oberen Kettenblattes sind neu. Oben ein neues und unten ein altes Kettenblatt.
Kette entfernen
Als Erstes solltest Du natürlich die Kette entfernen. Da man beim Kettenblattwechsel auch meistens die Kette tauscht, kannst Du diese mit einem Bolzenschneider durchschneiden. Das ist einfach und erspart Dir Zeit. Bevor Du die Kette durchknippst, schalte noch vorne und hinten auf die kleinsten Kettenblätter bzw. Ritzel, damit entspannst Du die Kette. Aber Vorsicht - die Kette steht immer noch unter Spannung, Du solltest sie also irgendwie fixieren.
Manche neueren Schaltwerke haben auch eine Lockfunktion. Bei diesen Schaltwerken kann man den Käfig des Schaltwerks nach vorne drücken und fixieren. So wird auch die Kette entspannt. Willst Du die Kette nach der Demontage doch nochmal verwenden, solltest Du sie natürlich aufnieten. Halte die Kette beim Cutten fest, damit sie Dir nicht Dein Bike verkratzt.
Tretlagerprüfung
Ist die Kette unten, kann die Kurbel frei drehen. Um zu prüfen, ob das Tretlager noch sauber läuft, drehst Du die Kurbel mit einem Finger. Merkst du irgendwelche Unregelmäßigkeiten, Knirschen oder lässt sich das Lager schwer drehen, solltest Du Dir das Lager, nach dem Ausbau der Kurbel, nochmal genauer angucken. Außerdem solltest Du die Kurbel ein paarmal ganz schnell drehen lassen. Während die Kurbel sich dreht, achtest Du auf die Lagergeräusche.
Ist das Laufgeräusch blechern, als würde Metall auf Metall laufen, ist das Lager noch in Ordnung, aber viel zu trocken und muss dringend gefettet werden. Drehe die Kurbel mit Gefühl und achte auf einen widerstandsfreien Lauf. Um zu prüfen, ob das Lager horizontal oder vertikal ausgeschlagen ist, packst Du das Ende des Kurbelarms, der Antriebsseite, und probierst die Kurbel nach links und rechts zu bewegen. Wenn Du kein Spiel merkst, dann ist alles in Ordnung.
Kannst Du den Kurbelarm bewegen, dann solltest Du das Lager wechseln. Hierbei gilt, je größer die Bewegungsfreiheit, desto verschlissener ist das Lager. Achte aber darauf, dass Du nicht um den Pedalkörper packst, sonst fühlst Du nur das Spiel in der Pedallagerung.
Ausbau der Kurbel
Um Die Kurbel auszubauen, musst Du als Erstes die Klemmschrauben, auf der antriebsabgewandten Seite des Kurbelarms, mit einem 5er Innensechskant lösen. Jetzt kann, mit dem Kurbelmontage-Werkzeug (Artikel-Nr.: 28705), die Kurbelschraube gelöst werden. Das Sicherungsblech im Klemmschlitz nicht vergessen. Jetzt kannst Du den Kurbelarm abnehmen. Pass aber auf, dass der Dichtungsring, der normalerweise mit ein wenig Fett im Kurbelarm sitzt, nicht verloren geht.
Nun kann die Antriebsseite der Kurbel rausgedrückt werden. Falls Du die Kurbel nicht mit der Hand durch das Tretlagergehäuse geschoben bekommst, kannst Du die Achse mit leichten Kunststoffhammer-Schlägen lösen. Danach kannst Du die Achse in Richtung Antriebsseite rausschieben.
Letzter Tretlagercheck
Ist die Kurbelgarnitur ausgebaut, kannst Du nochmal am Tretlager- Lager drehen. Achte dabei auf Widerstände oder Knirschen. Falls Du merkst, dass das Lager unsauber läuft, sollte es mal sauber gemacht werden oder es mal sauber machen.
Demontage der alten Kettenblätter
Jetzt kannst Du die verschlissenen Kettenblätter demontieren. Direct Mount Kettenblätter werden nicht auf einem Spider verschraubt, hier sitzt das Kettenblatt direkt auf der Kurbel. Es wird von einer Mehrfachverzahnung mitgenommen und mit Schrauben (je nach Standart unterschiedlich viele) von hinten fixiert. Schrauben zur Fixierung des Kettenblattes lösen.
Reinigung vor dem Einbau der Neuteile
Wenn die Kettenblätter demontiert sind, macht es Sinn, die Achse und die Kettenblattaufnahme gründlich zu säubern. Die Kurbel gründlich mit Bremsenreiniger sauber machen. Jetzt kannst Du noch die Kettenblattschrauben reinigen. Dazu legst Du sie einfach in den Bremsenreiniger-Deckel und spritzt sie mit Bremsenreiniger ab. Danach die Schrauben ein bisschen im Deckel mit Bremsenreiniger schwenken, abtrocknen, fertig.
Auch die Tretlagerdichtungsringe hinter den Kurbelarmen können oft eine Reinigung vertragen. Der Dichtungsring der Antriebsseite muss oft vorsichtig herausgehebelt werden. Achte auf das richtige Einsetzen der Dichtungen, sie haben 2 verschiedene Seiten, eine Gummi- und eine Metallseite. Die Gummiseite zeigt im montierten Zustand immer Richtung Tretlager.
Damit das dreckige Tretlager die sauberen Teile nicht wieder einsaut, solltest Du auch das sauber machen. Dazu nimmst Du Dir einfach etwas Küchenrolle und entfernst das alte Fett gründlich. Auf keinen Fall das Lager mit Bremsenreiniger besprühen, sonst wird das Fett im Inneren des Lagers ausgespült.
Montage der neuen Kettenblätter
Sieht alles wie neu aus?! Dann kannst Du jetzt die Kettenblätter montieren. Dabei fängst Du immer mit dem größten Kettenblatt an. Damit die Steighilfen am Kettenblatt richtig arbeiten können, muss das Kettenblatt in der richtigen Position am Spider festgeschraubt werden.
Wenn der nach außen stehende Bolzen am Kettenblatt direkt hinter der Kurbel sitzt, ist das Kettenblatt richtig positioniert und kann festgeschraubt werden. Auch bei der Montage der kleinen Kettenblätter musst Du auf die Positionierung achten. Im inneren Kreis des kleinen Kettenblatts ist auch eine Nase. Diese muss, genauso wie beim großen Kettenblatt, auch hinter dem Kurbelarm sitzen. In dieser Position kannst Du das Blatt festmachen.
Wie oben schon beschrieben, werden Direct Mount Kettenblätter, direkt auf der Kurbel montiert. Sie werden auf eine Mehrfachverzahnung geschoben und mit Schrauben fixiert. Achtet beim Anziehen der Schrauben auf das angegebene Drehmoment. Wie bei Kassetten, passt diese Verzahnung nur in einer Position, also achtet genau auf die Nasen und Nuten am Kettenblatt bzw. an der Kurbel. Aber Vorsicht, auch hier gibt es, je nach Hersteller, mehrere Standards, die nicht untereinander kompatibel sind.
Montage der Kurbel
Vor dem Einschieben solltest Du die Achse sorgfältig fetten, am saubersten geht das mit einem Pinsel in entsprechender Breite. Jetzt kannst Du die Achse wieder durch das Tretlager schieben. Bevor Du jetzt den anderen Kurbelarm aufschiebst, solltest Du die Achse auch auf dieser Seite nochmal kurz einfetten. Achte dabei aber auf den Dichtring im Kurbelarm; die Gummiseite des Rings zeigt immer Richtung Tretlager. Jetzt musst Du das Sicherungsblech im Klemmschlitz der Kurbel wieder hinunterdrücken.
Jetzt kannst Du die Kurbelschraube festziehen. Falls die Schraube fest ist, die Kurbel aber noch nicht richtig sitzt, kannst Du die Kurbel auch mit leichten Hammerschlägen weiter eintreiben. Wenn sich die Kurbel durch die Schläge noch setzt, musst Du danach die Kurbelschraube nochmal anziehen. Stelle sicher, dass die Kurbel richtig sitzt. Als Letztes musst Du die Kurbel noch mit der Innensechskantschraube klemmen. Nutze zum Festziehen der Schraube einen Drehmomentschlüssel und achte auf die angegebenen Werte. Oft steht das Drehmoment direkt neben dem Schraubenloch. Wenn jetzt der Drehmomentschlüssel klickt, bist Du fast fertig. Nur noch die Kette wieder montieren und go.
Werkzeugübersicht
Bei den meisten modernen Kurbelgarnituren gelingt die Demontage simpel und ohne spezielle Ausrüstung. An die Lager selbst sollte man allerdings nur mit Kenntnis und dem richtigen Werkzeug gehen.
- Innensechskante (links) oder Torx-Schlüssel: um die Bauteile zu demontieren und an die Lager zu kommen; auch die Einstellung des Lagerspiels erfolgt meist mit Inbusschlüsseln.
- Shimano-Kurbelwerkzeug: um Shimano-Kurbeln zu montieren. Hier die Profi-Version aus Metall, für gelegentliche Schrauber tut’s auch die preiswerte Version aus Kunststoff.
- Einpresswerkzeug: Gut sind universelle Varianten, die sich für verschiedene Lager eignen (linkes Werkzeug). Auch die Schalen klassischer, nicht integrierter Steuersätze können damit eingepresst werden. Für die gelegentliche Montage von gepressten Tretlagern, etwa Pressfit-Lagern, reichen einfachere Varianten (rechts).
- Ausschlagwerkzeug: je nach Lagergröße wichtig für die Demontage von gepressten Tretlagern. Die Werkzeuge schiebt man innen durch das Lager, das anschließend von der Gegenseite mit gezielten Hammerschlägen ausgetrieben wird.
- Nuss für geschraubte Tretlager: Gewindelager brauchen unbedingt das passende Werkzeug, es gibt hier viele Varianten. Wichtig: Das Werkzeug muss satt sitzen, sonst rutscht es ab.
- Hammer (links) und Schonhammer (rechts): Besonders die Kurbeln können bisweilen festsitzen, auch beim Ausbau von gepressten Lagern wird ein Hammer benötigt. Direkt auf den Bauteilen nur mit dem Schonhammer arbeiten!
Besonderheiten der Kurbelhersteller
- Shimano: Die Abdeckschraube in der linken Kurbel sichert lediglich die Position der Kurbel auf der Achse. Ziehen Sie die Schraube daher nur leicht mit 1 bis 2 Newtonmetern fest. Anschließend fixieren Sie die Kurbel mit den Inbusschrauben. Ziehen Sie diese abwechselnd und gleichmäßig an, damit sich die Kurbel nicht verkantet.
- SRAM: SRAM-Kurbeln werden mit einem integrierten Abzieher demontiert. Die Kurbel kann extrem festsitzen und die Demontage viel Kraft erfordern! Bei vielen SRAM-Lagern muss außerdem das Lagerspiel eingestellt werden. Das geschieht mit einem geschraubten Ring auf der linken Seite, der in der richtigen Einstellung mit einer kleinen Inbusschraube fixiert wird.
- Campagnolo: Bei hochwertigen Campagnolo-Kurbeln sind die beiden Achshälften mittig verschraubt, die Schraube erreichen Sie mit einem langen Inbusschlüssel. Achtung bei Super-Record-Kurbeln mit Titanachse: Hier hat die Schraube ein Linksgewinde! Diese Version erkennen Sie am aufgedruckten roten Ring um die Achse. Die Lager sind auf die Achshälften gepresst, für den Tausch werden spezielle Werkzeuge benötigt. Hier empfiehlt sich der Gang zum Händler.
Verschleiß am Tretlager erkennen
Weil Tretlager viel Last aufnehmen müssen und bei Regenfahrten Schmutz und Wasser ausgesetzt sind, sind Defekte nicht selten. Der Verschleiß kündigt sich oft mit unregelmäßigen Knackgeräuschen an. Hat die Kurbel bereits Spiel, dreht sich schwergängig, ruckelig oder erzeugt mahlende Geräusche, ist es höchste Zeit für einen Lagertausch. Knackende Geräusche können auch von verschlissenen Lagersitzen rühren, das Geräusch tritt im Betrieb dann meist am Punkt der höchsten Belastung auf (Kurbel waagerecht): Auch einwandfreie Lager oder Lagerschalen sitzen dann nicht mehr fest im Rahmen. Besonders Carbongehäuse sind dafür anfällig. Sie können versuchen, die Lager mit etwas Montagepaste einzuschmieren, meist ist das jedoch nur eine Übergangslösung. Bei schwierigen Fällen können spezielle Carbon-Reparaturbetriebe helfen.
Werkstatt-Tipps
Gewinde von geschraubten Lagern müssen gut gefettet werden. Vergewissern Sie sich, welcher Typ Tretlager in Ihrem Rahmen verbaut ist, und arbeiten Sie ausschließlich mit passendem Werkzeug: Klassische, in den Rahmen geschraubte Lager erkennen Sie an der außen liegenden Werkzeugaufnahme. Achten Sie auf die richtige Drehrichtung des Gewindes, sie ist häufig auf der Lagerschale vermerkt. Bei der Montage muss sich das Lager die ersten Gewindegänge leicht und von Hand einschrauben lassen. Den Lagerschlüssel nur zum Festziehen nutzen! Die Gefahr, dass die Gewinde (und damit der Rahmen) beschädigt werden, ist ansonsten groß.
Für in den Rahmen eingepresste Lager (Pressfit) nutzen Sie einen speziellen Ausschläger, damit sich die Lagerschalen nicht verkanten und die Sitze im Rahmen beschädigen. Das neue Lager sollte mit passendem Einpresswerkzeug montiert werden. Direkt in den Rahmen gepresste Lager ohne Lagerschalen (z.B. BB30) lassen sich kaum demontieren, ohne sie zu zerstören. Ein passendes Ausschlagwerkzeug ist dennoch wichtig, damit die Sitze im Rahmen nicht beschädigt werden.
Tretlager säubern und schmieren
Wichtig bei allen Lagertypen: Säubern Sie das Lagergehäuse gründlich! Schmutz kann die empfindlichen Gewindegänge beschädigen, bei gepressten Modellen können die Lager verkanten oder fluchten nicht perfekt. Geben Sie auf Gewinde oder Lagersitze etwas Fett, das erleichtert die Montage. Eine dünne Fettschicht auf dem äußeren Dichtring verhindert, dass Feuchtigkeit eindringt.
Profi-Tipps
Kurbel und Innenlager zu demontieren, erfordert oft sehr viel Kraft. Um Rahmen und Teile zu schonen, sollten Sie solche Arbeiten nicht im Montageständer erledigen. Stellen Sie das Rad besser auf den Boden und bitten Sie, wenn möglich, jemanden, den Rahmen oder das Werkzeug während der Demontage festzuhalten. Legen Sie vor der Demontage die Kette auf das große Kettenblatt, so verletzen Sie sich nicht so leicht an den scharfen Zähnen. Wurden Kurbeln länger nicht demontiert, können sie sehr fest auf der Welle sitzen. Sprühen Sie etwas Öl in den Bereich der Verschraubung und in den Spalt zwischen Kurbel und Rahmen. Das löst Korrosion und erleichtert das Aufschrauben.
Kurbelstandards
Welche Kurbel passt in welchen Rahmen - und für welchen Rahmen brauche ich welche Kurbel? Angesichts immer mehr unterschiedlicher Tretlagergehäuse und Bezeichnungen bringt einen diese Frage schnell an den Rand der Verzweiflung. Dabei ist die Sache eigentlich recht einfach: Es gibt (abgesehen von exotischen Sonderfällen) nur zwei gängige Kurbelsatz-Standards. Shimanos Hollowtech II (86,5 mm Abstand der Innenlageraußenkanten x 24 mm Wellendurchmesser) und BB30 (68 mm x 30 mm). Bei anderen Herstellern heißen die entsprechenden Kurbeln zwar anders, sie basieren aber auf den gleichen Maßen.
Der Abstand der Innenlageraußenkanten und der Innenlagerdurchmesser sind die beiden bindenden Maße, die der Kurbelsatz vorgibt. Da es nur diese beiden Kurbel-Typen gibt, müssen alle Rahmen so konstruiert werden, dass eines der beiden Kurbelmaße passt. Zwar gibt es auch hier wieder verschiedene Bezeichnungen oder unterschiedliche Bauweisen - zum Beispiel liegen beim klassischen BSA-System die Lager in zwei in den Rahmen eingeschraubten Schalen, bei BB86 oder BB90 ruhen die Lager direkt im Rahmen. Obendrein gibt es Abwandlungen wie BB386Evo oder BB30a, aber auch noch weitere Exoten.
Die Tabelle unten hilft dir bei der Suche nach der passenden Kurbel oder einem passenden Rahmen - sie nennt zudem Alternativen anderer Anbieter. Generell passen z.B. alle Hollowtech-II-Kurbeln (oder baugleiche anderer Hersteller) in jedes Tretlager - allerdings häufig nur mit Adaptern. Die Tabelle lässt sich von links lesen - also ausgehend vom Tretlagergehäuse. Oder von rechts - ausgehend von einem bestimmten Kurbelsatz.
Innenlager tauschen
Wenn's im Innenlager knackt oder knarzt, ist eine Reinigung oder gar ein Austausch fällig. ROADBIKE zeigt dir Schritt für Schritt wie's geht. Dafür musst du zunächst die Kurbel ausbauen (siehe oben). Checke dann, ob es sich bei deinem Innenlager um ein eingepresstes Innenlager (Pressfit) oder ein geschraubtes Innenlager (BSA) handelt.
Verwandte Beiträge:
- Shimano GRX Schaltwerk 11-fach: Test & Kaufberatung
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano XT Übersetzung: Die optimale Übersetzung finden
- Shimano EP8 App Einstellungen: Optimale Einstellungen für Deine E-Bike Tour
- Holzgarage für Motorrad: Bauanleitung, Kosten & Tipps
- Der ultimative Laufrad-Test: Entdecken Sie das beste Laufrad für Ihr Kind!
Kommentar schreiben