Viele Radfahrer wissen, dass sie ihre Kette regelmäßig warten oder ersetzen müssen, vergessen dabei aber die Schaltungsrädchen.
Deine Schaltungsrädchen sind jedoch ebenfalls ein wichtiger Teil deines Antriebs. Sie verschleißen langsam, ohne dass du es merkst.
Unterschiede zwischen oberen und unteren Schaltröllchen
Beim Schaltwerk gibt es 2 Röllchen. Shimano macht unterschiedliche Rollen.
Das obere Röllchen hat dort normalerweise seitliches Spiel, das untere nicht. Das obere hat dort normalerweise seitliches Spiel, das untere nicht.
Das vermeintliche "Spiel" der oberen Spannrolle ist beabsichtigt und ermöglicht durch die seitliche Flexibilität leichtere, präzisere Schaltvorgänge, auch wenn die Rolle mal nicht exakt unter dem Ritzel stehen sollte.
Wenn das obere Röllchen seitlich etwas verschieblich ist, macht die Schaltung auch bei ungenauer Einstellung weniger Lärm, weil das Röllchen nach dem Schaltvorgang durch den Kettenzug von selber näher zur richtigen Stellung wandert.
Das untere Röllchen ist starr, da die Kette das Schaltwerk (relativ) gerade verlässt bzw.
Woran erkennt man verschlissene Schaltungsrädchen?
Woran kannst du erkennen, dass du deine Schaltungsrädchen austauschen solltest? Fangen sie an, spitzig zu werden? Dann sind sie verschlissen und müssen ersetzt werden.
Auf der untenstehenden Abbildung siehst du, dass das mittlere und rechte Schaltungsrädchen ersetzt werden muss.
Beispiel für verschlissene Schaltungsrädchen
| Zustand | Beschreibung |
|---|---|
| Neu | Scharfe, definierte Zähne |
| Verschlissen | Abgerundete oder spitzige Zähne |
Austauschen der Schaltungsrädchen
Anfänger können die Schaltungsrädchen am besten ohne Kette (de)montieren. Du kannst deine Schaltungsrädchen auch austauschen, während die Kette noch am Fahrrad sitzt. Das ist natürlich eine schnelle Methode, pass dann aber extra gut auf, wenn du dich an die Montage machst.
- Wenn du die Kette abgenommen hast, wird das Hinterrad abgebaut.
- Jetzt kannst du anfangen, die Schaltungsrädchen zu lösen. Drehe zunächst die Schraube des unteren Schaltungsrädchen los und nimm das Rädchen ab. Achte darauf, in welche Richtung du drehen musst. Das kannst du oft anhand von Pfeilen auf den Schaltungsrädchen erkennen. Bewahre die Schraube sorgfältig auf, denn die Schrauben vom oberen und unteren Schaltungsrädchen können verschieden sein.
- Anschließend kannst du auch beim oberen Schaltungsrädchen die Schraube herausdrehen.
- Vergiss nicht, dass Schaltwerk gründlich mit einem Fettlöser zu reinigen. Fett und Schmutz setzen sich nämlich in allen Spalten und Ritzen des Schaltwerks fest.
- Anschließend kannst du das obere Rädchen gemeinsam mit dem hinteren Teil des Schaltkäfigs befestigen. Achte darauf, dass du das richtige Schaltungsrädchen mit der passenden Schraube anschraubst. Je nach Hersteller werden obere und untere Schaltungsrädchen unterschiedlich bezeichnet. Achte auch auf die richtige Richtung, wenn du die Rädchen montierst. Ist auf den Schaltungsrädchen nichts angegeben? Gib ruhig erst noch ein wenig Montagefett auf die Schraube, bevor du die Schaltungsrädchen wieder festziehst.
- Sobald du das untere Schaltungsrädchen fest montiert hast, kannst du auch deine Kette wieder aufziehen. Achte hierbei darauf, dass du die Kette über Kassette und Schaltwerk legst. Nun schließt du den Missing Link mit der Kettenschlosszange und kannst anschließend auch das Rad wieder einbauen.
- Kontrolliere danach, ob alles gut schaltet.
Weitere Tipps zur Schaltungswartung
Es gibt nichts, was einen Mountainbiker, Rennradler oder Tourenbiker mehr zur Weißglut bringt als eine Kette, die sich nicht entscheiden kann, auf welchem Ritzel und welchem Kettenblatt sie zum Liegen kommt. Die Lösung: Schaltung einstellen.
Wichtige Aspekte für eine gut funktionierende Schaltung:
- Sauberkeit: Das Fahrrad - speziell Kette, Schaltwerk, Umwerfer, Kassette und Kettenblätter - sollte nicht allzu dreckig sein. Am besten Du reinigst Dein Bike zuvor mit einem Reiniger, wie dem Muc Off Bike Cleaner.
- Kette: Die Kette sollte nicht zu stark verschlissen sein. Das lässt sich leicht mit einer Verschleißlehre (zum Beispiel von Rohloff) überprüfen.
- Schaltzüge und Schalthüllen: Auf die Schaltzüge und Schaltaußenhüllen sollte man besonderes Augenmerk legen. Die Hüllen dürfen nicht beschädigt oder gar geknickt sein. Auch der Zugverlauf sollte keine zu engen Kurven aufweisen.
Einstellung des Schaltwerks
- Zunächst schaltest Du auf das große Kettenblatt vorne und das kleinste Ritzel hinten. Anschließend löst -Du den Schaltzug mit einem Inbusschlüssel. Jetzt sollten die Schaltwerksröllchen exakt parallel in einer Linie mit dem kleinsten Ritzel stehen. Mit den mit H und L gekennzeichneten Schrauben lassen sich die Endanschläge verstellen.
- Um den oberen Endanschlag einstellen zu können, schaltest Du zunächst vorne auf das kleinste Kettenblatt. Da das Schaltseil zum Schaltwerk noch locker ist und Du deshalb hinten nicht schalten kannst, musst Du das Schaltwerk mit den Fingern in Richtung großes Ritzel drücken.
- Zur Winkeleinstellung verbleibt die Kette auf dem kleinsten Kettenblatt und auf dem größten Ritzel. Mit der B-Schraube (sie ist bei neueren Schaltwerken i.d.R. markiert) verstellst Du die Feder in der Schaltwerksaufhängung und somit die Höhe des oberen Schaltröllchens.
Materialien und Lagerung der Schaltröllchen
Die "Lager" die Du meinst sind Ceramic/Alu-Rollen, die benötigen keine Schmierung oder Dichtung wie sie bei Kugellagern nötig wäre.
Fett ist nicht zwingend notwendig, die Rollen sind für fettfreien Lauf ausgelegt und laufen auch mit eingedrungenem Schmutz besser als wie mit einem dicken Dreck-Fett-Gemisch. Öl und Fett ziehen Dreck an und binden ihn.
Aluröllchen verschleissen schneller, Kunststoff ist da besser.
Bei den besseren Schaltwerken ist die obere Leitrolle mit einem verschleissfesten Ceramic Röllchen ausgestattet.
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