Insbesondere bei Vielfahrern und Sportfahrern können perfekt aufeinander abgestimmte Fahrradteile den Unterschied ausmachen. Wer die Dinge an seinem Fahrrad selbst in die Hand nehmen möchte, der braucht dafür zunächst das richtige Werkzeug. Hier ist eine detaillierte Anleitung, wie Sie Ihren Shimano Ultegra Triple Umwerfer optimal einstellen.
Werkzeuge und Hilfsmittel
- Innensechskant-Schlüssel
- Drehmoment-Schlüssel mit Bits
- Schlitz- oder Kreuzschlitzschraubendreher
- Carbon-Montagepaste
Vorbereitung
Die beste Schaltung am Rennrad nützt nicht viel, wenn naheliegende Komponenten nicht in einem einwandfreien Zustand sind. Prüfen Sie also zunächst, ob zum Beispiel alle Züge und Hüllen noch intakt sind. Da Du beim Justieren immer wieder Schalten musst und sich das Hinterrad dafür frei drehen können muss, empfehlen wir Dir, Dein Bike in einen Montageständer zu hängen. Ein Ständer, der nur das Hinterrad anhebt, tut es natürlich auch.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einstellung des Shimano Ultegra Umwerfers
1. Position Kontrollieren
Schritt 1: Leitblech kontrollieren
Bevor Sie den Umwerfer einstellen, sollten Sie überprüfen, ob das äußere Leitblech des Umwerfers parallel zum großen Kettenblatt steht.
- Schalten Sie aufs größte Ritzel und aufs kleinste Kettenblatt.
- Die Unterkante des Umwerfer-Leitblechs sollte gleichmäßig etwa zwei Millimeter über dem großen Kettenblatt verlaufen. Moderne Kettenblätter haben teils unterschiedlich geformte Zähne - die höchsten sind der Maßstab für den Abstand!
- Schauen Sie von oben, vorne und hinten auf Umwerfer und Kettenblatt. Das äußere Leitblech muss parallel zu den Kettenblättern stehen. Fällt Ihnen die Einschätzung schwer, drücken Sie den Schalthebel leicht, damit das Leitblech direkt über den Zahnspitzen steht.
2. Umwerfer Justieren
- Ist eine dieser beiden Bedingungen nicht erfüllt, entspannen Sie den Schaltzug, indem Sie aufs kleine Kettenblatt schalten.
- Lösen Sie die Befestigungsschraube des Umwerfers an der Rahmenbefestigung oder an der Klemmschelle am Rahmen, indem Sie sie ein bis zwei Umdrehungen gegen den Uhrzeigersinn bewegen.
- Justieren Sie den Umwerfer und halten Sie ihn in der richtigen Position fest. Drehen Sie die Schraube wieder gemäß Herstellerempfehlung fest (bei Sockelbefestigung meistens 5 bis 7 Newtonmeter).
- Schellen an Carbonrahmen müssen Sie umsichtig festschrauben. Beginnen Sie mit 2,5 Newtonmeter und steigern Sie in Schritten von 0,5 Newtonmeter, bis die Schelle verdrehsicher sitzt.
- Hält der Umwerfer bei 3,5 Newtonmeter noch nicht, tragen Sie an der Schellen-Innenseite Carbonmontagepaste auf. Kontrollieren Sie dann erneut, ob das Leitblech nun richtig ausgerichtet ist.
3. Unterer Anschlag (L-Schraube)
Zum Einstellen des unteren Anschlags des Rennrad-Umwerfers benötigen Sie die sogenannte L-Schraube (= low). Schalten Sie hierfür zunächst auf das kleinste Kettenblatt und hinten auf das größte Ritzel. Der untere Anschlag ist optimal eingestellt, wenn das innere Leitblech maximal 1 mm von der Fahrradkette entfernt ist. Wird die L-Schraube nach rechts gedreht, wandert der Umwerfer nach außen, also vom Fahrradrahmen weg.
- Kontrollieren Sie den Abstand des inneren Leitblechs zur Kette bei entspanntem Zug (Kette auf dem kleinen Blatt). Drehen Sie dazu die Kurbel - die Kette darf nicht streifen, der Abstand muss jedoch so klein wie möglich sein. Mehr als ein halber Millimeter Abstand kann dazu führen, dass die Kette beim Schalten abgeworfen wird. Stellen Sie den Abstand mit der innen liegenden Endanschlagschraube ein.
- Diese Schraube lässt sich meist nur schwer drehen, weil der Umwerfer mit hoher Federkraft aufliegt; entlasten Sie die Schraube, indem Sie den Werferkäfig von Hand etwas nach außen schwenken. Drehen Sie die innere Schraube in Viertelumdrehungen im Uhrzeigersinn ein, bis die Stellung des Umwerfers stimmt.
4. Oberer Anschlag (H-Schraube)
Um den oberen Anschlag des Umwerfers vom Rennrad korrekt einzustellen, benötigen Sie die H-Schraube (=high). Dieser ist korrekt eingestellt, wenn das äußere Leitblech maximal 1 mm von der Fahrradkette entfernt ist. Schalten Sie zunächst vorne auf das größte Kettenblatt und hinten auf das kleinste Ritzel. Durch das Drehen der H-Schraube nach rechts bewegt sich der Umwerfer zum Fahrradrahmen hin. Möchten Sie den Umwerfer zur anderen Seite korrigieren, drehen Sie die H-Schraube nach links. Gehen Sie bei den Korrekturen möglichst feinfühlig und Schritt für Schritt vor.
- Lassen Sie die Kette auf dem großen Blatt, schalten Sie aufs kleinste Ritzel. Der Umwerfer muss möglichst eng an die Kette justiert werden, damit diese nicht nach außen abgeworfen wird. Schalten Sie aufs kleine Kettenblatt. Drehen Sie die äußere Endanschlagschraube eine Viertelumdrehung ein. Schalten Sie wieder hoch. Wiederholen Sie das so oft, bis die Einstellung stimmt.
5. Zugspannung Einstellen
- Überprüfen Sie die Zugspannung: Dazu muss die Spannschraube des Umwerferschaltzuges am Unter- oder Steuerrohr ganz hineingedreht und der Schaltgriff entspannt sein (Kette auf dem kleinen Kettenblatt). Ziehen Sie den Zug probeweise vom Unterrohr weg - der Umwerfer sollte sich dann möglichst unmittelbar bewegen.
- Ist dies nicht der Fall, drehen Sie die Spannschraube an der Klemmschelle eine Umdrehung heraus. Straffen Sie den Zug, indem Sie ihn festhalten, die Zugklemmschraube ein bis zwei Umdrehungen öffnen, den Zug straffziehen und wieder klemmen (Drehmoment 5 bis 7 Newtonmeter). Schalten Sie auf ein mittleres Ritzel und aufs große Kettenblatt.
- Klettert die Kette nicht, ist die Zugspannung noch zu gering. Spannen Sie den Zug mit der Spannschraube an Steuerrohr oder Unterrohr um eine halbe Umdrehung entgegen den Uhrzeigersinn. Versuchen Sie erneut, auf das große Blatt zu schalten. Straffen Sie den Zug so lange, bis das problemlos klappt.
- Sind Probleme beim Sprung vom größeren auf ein kleineres Kettenblatt vorhanden, muss die Zugspannung gelockert werden. Beim Rennrad verwenden Sie zum Einstellen der Spannung den Schaltzugeinsteller.
6. Modus-Wandler Anpassen (falls vorhanden)
An der Unterseite aktueller Shimano-Schalthebel befindet sich der sogenannte Modus-Wandler. Je nach Art der Kurbel sollte er auf 2- oder 3-fach eingestellt sein.
7. Probefahrt und Kontrolle
Überprüfen Sie alle Einstellungen Ihres Rennrads bei einer Probefahrt. Schalten Sie intensiv rauf und runter. Wenn Sie noch weitere Korrekturen vornehmen müssen, gehen Sie am besten sehr feinfühlig und in kleinen Schritten vor. Testen Sie die Schaltungseinstellung vor der Fahrt gründlich! Während das Rad im Montageständer hängt, schalten Sie bei wechselnder Kurbeldrehzahl mehrmals schwungvoll vom großen aufs kleine Blatt, wenn hinten das größte Ritzel aufliegt. Wiederholen Sie die Prüfung mit der Kette auf dem kleinsten Ritzel.
- Machen Sie nach der Einstellung eine Testfahrt abseits des Straßenverkehrs und schalten Sie nochmals alle Gänge durch.
- Kontrollieren Sie die Schrauben der Zugbefestigungen und die Befestigung von Schaltwerk und Umwerfer mit einem Drehmomentschlüssel gemäß den Angaben Ihres Schaltungsherstellers nach 100 bis 300 Kilometern Fahrt, danach alle 2.000 Kilometer.
8. Gegenkontrolle (Shimano-Umwerfer)
Bei Shimano-Umwerfern prüfen Sie die richtige Zugspannung, indem Sie aufs größte Kettenblatt und größte Ritzel schalten. Bei entspannter Trimmstufe (sofern vorhanden) darf der Umwerfer zur Kette einen Abstand von maximal 0,5 Millimetern haben.
Zusammenfassung der Schritte
Die Kette klettert nur dann schnell und reibungslos von einem Kettenblatt aufs nächste, wenn der Umwerfer präzise eingestellt ist. Zur perfekten Einstellung sind nur wenige Schritte nötig:
- Leitblech kontrollieren
- Abstand Leitblech zum Kettenblatt messen
- Modus-Wandler anpassen
- Einstellen der unteren Begrenzung
- Einstellen der oberen Begrenzung
- Zugspannung einstellen
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