Als Shimano die neue Schaltung und Scheibenbremse der Ultegra zusammen mit der Top-Rennrad-Gruppe Dura-Ace vorstellte, war das ein Novum. Beim jüngsten Generationswechsel ging die Shimano Ultegra im Rummel um die neue Dura-Ace jedoch beinahe unter. Die meisten Interessenten kennen die neuen Shimano-Komponenten zum Start in die Rennradsaison nur von Bildern. Weil die teure Dura-Ace Priorität hatte, blieb die Ultegra zunächst eine Ankündigung.
Die neue 12fach-Ultegra R8100
Ein halbes Jahr nach der Vorstellung der Shimano Ultegra R8100 tröpfelt die Gruppe nun sehr langsam in die Läden - zunächst wohl nur an Kompletträdern. Im ersten ausführlichen Labor- und Praxistest musste die neue Ultegra-Generation mit dem Kürzel 8100 sogleich beweisen, was sie kann.
Design und Verarbeitung
Wie immer ist das Design an die Top-Gruppe angelehnt und unterscheidet sich hauptsächlich in der Anmutung der Oberflächen. Umwerfer und Schaltwerk wurden deutlich schlanker, die Kurbel greift das neue Design der Dura-Ace auf. Doch während die Dura-Ace an den meisten Teilen Klavierlack-ähnlichen Glanz zur Schau stellt, wirken die mattschwarzen Ultegra-Teile zurückhaltender und weniger edel. Am auffälligsten ist der Unterschied an der Kurbel, die auch etwas schlichter geformt ist. Ihre Oberfläche ist dafür weniger empfindlich für Schleifspuren als die Hochglanz-Beschichtung der Dura-Ace.Shimano setzt weiterhin auf die bewährte Hollowtech-II-Konstruktion, die hohlen Kurbelarme bestehen aus je zwei verklebten Aluminiumschalen. Der Kurbelsatz der Ultegra wurde um 35 Gramm schwerer, eine ähnliche Gewichtszunahme fiel auch schon bei der Dura-Ace auf. Möglicherweise ist das eine Reaktion auf eine Anzahl versagender Dura-Ace- und Ultegra-Kurbeln der vorangegangenen Generation, bei denen sich nach langer Nutzung die Verklebung der Kurbelarme löste. Auch bei den Bremshebeln sieht und spürt man einen Unterschied - sie bestehen wieder aus Alu statt Carbon, was sie etwas schwerer macht und das Griffgefühl metallisch-kalt. An anderen Teilen wurde geringfügig gespart, insgesamt wiegt die Zwölffach-Ultegra fast aufs Gramm genau so viel wie ihre Vorgängerin.
Schaltperformance und Bremsen
Der erste Eindruck auf dem Rad stimmt positiv: Shimano bleibt seiner Linie treu und überträgt den technischen Fortschritt der Top-Gruppe uneingeschränkt auf die Nummer zwei. Das spürt man beim Schalten wie beim Bremsen, auch wenn die Verbesserungen auf den ersten Kilometern eher subtil wirken. Die Schaltknöpfe sind minimal größer und besser zu unterscheiden, ihr „Klick“ ist definierter als bisher. Schaltvorgänge gehen tadellos und geschmeidig, die Bremsen packen kräftig zu und lassen sich vor allem bei hoher Bremsleistung spürbar besser dosieren. Mit dem zwölften Ritzel am Hinterrad schließt die Ultegra zum derzeitigen Stand der Technik auf. Fortan gibt es nur noch zwei Ritzelpakete, was die Konfiguration deutlich erleichtert. Fahrer der 11-30-Kassette können sich über eine enge Ein-Zahn-Abstufung bis zum 17er-Ritzel freuen, die der 11-34 über einen echten Berggang ohne große Einbußen bei der Abstufung. Auch bei der Kurbel gibt es nur noch zwei Varianten: kompakt mit 50/34 Zähnen und eine sportlichere 52/36-Abstufung - die für Profis gedachte 53/39-Variante bietet nur noch die Dura-Ace.
Schnelle Signale
Wichtigste Neuerung neben dem zwölften Ritzel ist die Signalübertragung via Funk von den Griffen zum Schaltwerk. Die Ultegra-Schaltkomponenten selbst sind weiterhin verkabelt und werden von einem zentralen Akku mit Energie versorgt. Das Schaltwerk fungiert als Kommandozentrale, verarbeitet die Befehle und dirigiert auch den vorderen Umwerfer. Dass die Schaltvorgänge dennoch schneller sein sollen als bisher, klingt zunächst erstaunlich. Unsere Messungen zeigen immerhin, dass die Schaltung auf der Funkstrecke kaum Zeit verliert: Nicht einmal vier Hundertstel Sekunden vergehen vom Druck auf den Schaltknopf, bis der Umwerfer zuckt. Mit den altbekannten Kabeln reduziert sich die Reaktionszeit aber noch einmal um die Hälfte. Ausschlaggebend dafür dürften schnellere Stellmotoren und optimierte Kettenwechsel sein, was sich allerdings schwer messen lässt und nach unserem Eindruck sicher nicht rennentscheidend ist. In der Praxis hört man den Unterschied jedenfalls mehr, als dass man ihn spürt: Das Motorgeräusch des Umwerfers fällt deutlich kürzer aus als bisher.
Wieviel Saft braucht der Funk?
Trotz gleich gebliebener Akku-Kapazität (500 Milliamperestunden) packt das Schaltwerk mit einer Akku-Ladung 32.000 Gangwechsel und kommt damit ähnlich weit wie das bisherige verkabelte. Noch mehr beeindruckt der neue Umwerfer. Seinen Verbrauch konnte Shimano radikal senken, obwohl er nicht weniger kraftvoll zu Werke geht: Mit bis zu elf Kilo Kraft drückt der Käfig beim Schalten gegen die Kette, und das mit mehr Speed. Mit 25.200 Schaltvorgängen ist er dabei ausdauernder als der Vorgänger (17.200 Wechsel). Mit der weiterhin möglichen Verkabelung lässt sich sogar noch mehr Reichweite rausholen. Um die Knopfzellen in den Griffen braucht man sich wenig zu sorgen: Während unseres Dauertests, der den Hauptakku viermal komplett entleerte, mussten wir sie nicht wechseln. Die von Shimano angegebene Lebensdauer von bis zu zwei Jahren erscheint plausibel. Doch es lohnt sich vorzusorgen: R1632-Knopfzellen sind nicht an jeder Ecke erhältlich. Wechseln lassen sie sich relativ leicht.
Vorbildlich resistent
Bei der Mechanik geben sich die Japaner keine Blöße. Trotz zusätzlichem Ritzel und schmalerer Kette zeigt sich die Ultegra vorbildlich resistent gegen Verschleiß. Die von der MTB-Gruppe XT entliehene Kette ist enorm verschleißfest - ähnlich wie die sehr haltbaren Elffach-Ketten. Auch die Ritzel sind vergleichbar hart wie die Vorgänger. Nur an den Kettenblättern messen wir eine etwas weichere Legierung - doch der Unterschied ist gering; zudem hielten Shimano-Blätter in der Vergangenheit überaus lange.
Maßstäbe setzt Shimano mit den Scheibenbremsen
Die Servo-Wave-Technologie, bisher nur von Mountain- und Gravelbikebremsen bekannt, leitet die Bremskraft vom Hebel nicht mehr linear weiter. Stattdessen wird die Bremse mit zunehmendem Hebelweg immer stärker. Das ist gerade dann spürbar, wenn es brenzlig wird, zum Beispiel bei Vollbremsungen auf steilen Abfahrten: Die neue Shimano-Bremse ist hier die kraftvollste Rennradbremse bisher und mit geringem Krafteinsatz bestens dosierbar. Angenehmer Nebeneffekt: Weil die Beläge anfangs mehr Weg zurücklegen, lassen sie im „Ruhezustand“ mehr Abstand zur Scheibe. Das ist pro Seite nur ein Zehntel Millimeter, doch das allgegenwärtige Schleifen nach starken Bremsungen konnten wir nicht mehr feststellen. Dazu beitragen dürften auch die steiferen MTB-Scheiben (XTR bei Dura-Ace, XT bei der Ultegra). Ein Schwachpunkt bleibt die hitzeempfindliche Sandwich-Konstruktion mit Alu-Kern: Schwere Fahrer können die Bremse in Extremsituationen immer noch zum Ausfall bringen und sollten in den Bergen lieber Vollstahl-Scheiben verwenden.
Gewichte der Shimano Ultegra R8100 im Vergleich zur Dura-Ace
Die Unterschiede zwischen den Einzelkomponenten sind gering, sie summieren sich aber zu gut 300 Gramm.
Fluch des Fortschritts
Trotz Neuerungen und Anleihen bei der Top-Gruppe Dura-Ace dürfte Shimano nervös auf ein Feedback des Marktes zur neuen 12fach-Ultegra warten. Denn dass sie so gut beim Publikum ankommt wie frühere Ultegra-Generationen, ist keineswegs ausgemacht. Zwar waren Scheibenbremsen und elektronisches Schalten schon zuvor teurer, zudem sind die Zeiten günstiger Online-Preise vorbei. Der Listenpreis der neuen Ultegra R8100 liegt sogar etwas unter dem der Vorgängergruppe und bliebe gegenüber der fast 4.000 Euro teuren Dura-Ace vergleichsweise günstig. Trotzdem verteuern die neuen Komponenten auch die Rennrad-Kompletträder für 2022. Dass die mechanische Ultegra mit „alter“ Elffach-Technik weitergebaut wird, mag ein Trost sein - man kann es aber auch als Abstellgleis für mechanische Rennrad-Komponenten verstehen.
Enorme Reichweite
Trotz Funkbetrieb hält das Schaltwerk ähnlich lange durch wie bei der Vorgänger-Di2 (32.000 Schaltvorgänge). Der Umwerfer schafft mit einer Akku-Ladung nun fast 50 Prozent mehr Wechsel (25.200 statt bisher 17.200). Eine Verkabelung der Griffe erhöht die Reichweite, dann schafft der Umwerfer knapp 30.000 Wechsel, also etwa 17 Prozent mehr.
Die Wahl der richtigen Gruppe für ein Rennrad
Am Marktführer Shimano führt ohnehin kein Weg vorbei. Shimano ist mit gleich drei Gruppen im Testfeld vertreten: der elektronischen Ultegra Di2 und den beiden mechanischen Top-Gruppen Dura Ace und Ultegra. Die Sram Force 22 ist zwar auf der einen Seite leichter als die Ultegra 6800 Gruppe, jedoch kostet sie dafür auch geringfügig mehr. Für die korrekte Positionierung des Umwerfers erfolgt die Montage nicht mehr über die Stellung des Käfigs über dem kleinen Kettenblatt, sondern mittels Stellung über dem großen Kettenblatt. Ergebnis der umgekehrten Montageweise: Tatsächlich lassen sich alle elf Ritzel auf dem großen und kleinen Blatt fahren ohne Kettenschleifen oder Trimmen am Umwerfer. Mit der Force 22 bekommt nun auch das Force-Ensemble die neue Form der Bremshebel, welche ergonomische Vorteile gegenüber den Vorgängern aufweisen.
Shimano Ultegra - Der Bestseller
Stellt man beim Sonntags-Radtreff die Frage nach der Schaltgruppe, kommt oft die Antwort: „Keine Ahnung, aber sie geht.“ Ein Blick aufs Rad des Ahnungslosen offenbart dann meistens eine Shimano Ultegra. Sie ist der Bestseller unter den Rennradgruppen. Sei es am Komplettrad oder als Zubehörteil, der Name Ultegra steht für Preis-Leistung - und für eine große Stückzahl. Vom Fahrgefühl steht die Ultegra der ungleich teureren Dura Ace in nichts nach. Noch nie zuvor war das Ultegra Ensemble funktionell so nah an der Topgruppe Dura Ace wie in der aktuellen Generation. Leise Laufgeräusche des Antriebsstrangs, weiche Schaltvorgänge, beschichtete Züge - was früher noch der Topgruppe vorbehalten war, bekommt der preisbewusste Radfahrer nun auch bei der Ultegra serviert. Die Ergonomie der Griffhöcker wurde im Vergleich zu den klobigen alten 10-fach-Modellen deutlich verbessert, wenngleich kein so schlanker Hebel wie bei der Di2 erreicht werden konnte.
Shimano Ultegra Di2 6870
Die Shimano Ultegra Di2 6870 begeistert mit einer tollen Schaltperformance unter allen Bedingungen. Funktional und ergonomisch steht sie der elektronischen Top-Gruppe Dura Ace Di2 9070 in nichts nach. Den Gewichtsvorteil der Dura Ace lässt sich Shimano teuer bezahlen. Die Ultegra 6870 ist leichter als ihr Vorgänger, die Ultegra 6770 und das, obwohl aus der 10-fach eine 11-fach Gruppe wurde. Unser Eindruck: Die neuen Hebel lassen nun in jeglicher Griffposition eine perfekte Bedienung zu. Auch wurden die Oberflächen der beiden Schalttasten kontrastreicher gestaltet, so dass man noch einfacher fühlt, auf welcher Taste der Finger ruht.
Campagnolo Chorus EPS
Die elektronische Gruppe des italienischen Traditionsherstellers konnte im Dauertest durchaus überzeugen. Die Elektroversion der Gruppe ist ebenso wie die mechanische von der Wertigkeit und Performance her zwischen der Athena und der Record angesiedelt. Im Inneren befindet sich die gesamte Elektronik des Antriebssystems. Die Vier-Arm-Konstruktion der Kurbel soll für mehr Steifigkeit sorgen. Die Bremsschalthebel sind recht schmal und kompakt und liegen so optimal in der Hand. Der Druckpunkt bei den Schaltvorgängen ist definiert und klar fühlbar. Auch die Rückmeldungen der Bremsen beim Betätigen gefiel unseren Testern dauerhaft.
Sram Red 22
Die leichteste Seriengruppe in unserem Test besticht durch ihre Funktionalität und ihr enorm geringes Gewicht. Im Test waren wir von der Bremsperformance auf Zipp 404 Firestrike Clincher Felgen überzeugt. Durch die neue Servo Wave-Technologie, die von Shimanos MTB- und Gravel-Bremssystemen übernommen wurde, haben Fahrer einen kürzeren Weg bis die Bremse greift und können eine direktere Verbindung zwischen Bremsbelägen und Bremsscheiben herstellen, was ein besseres Federn oder eine bessere Modulation der Bremsen ermöglicht, was zu mehr Vertrauen in technischen Situationen führt. Die YAW-Technologie des Umwerfers eliminiert jedes Bedürfnis, den Umwerfer nachjustieren zu müssen, um ein Schleifen der Kette am Umwerfer zu verhindern.
Shimano Dura Ace
Radprofis fahren immer das teuerste Material - sollte man meinen. Umso erstaunlicher ist es, dass einige Weltklasse Athleten die günstigere mechanische Dura Ace der elektronischen Dura Ace Di2 vorziehen. Im Vergleich zur Vorgängerversion konnte durch die Vier-Arm-Bauweise Gewicht eingespart werden. Shimano bietet dem Hobbyschrauber eine Gruppe, die sich auch von weniger geübten Mechanikern schnell und präzise einstellen lässt. Der Druckpunkt der Bremsen ist deutlich definiert, im Vergleich zur Konkurrenz fehlt es ab und an etwas an absoluter Bremskraft.
Fazit
- Sofern alle Gruppen korrekt montiert und eingestellt sind, funktioniert jede über tausende Kilometer komplett problemfrei und wartungsarm.- Die Haptik der Brems-Schalthebel ist Geschmackssache. Bei Sram kann man sich eher einmal verschalten.- Für unsere Tester lagen bei der Ergonomie der Griffe die Chorus EPS und die Shimano Di2 vorne.- Von der reinen Bremspower lagen die Sram- einen Hauch vor den Shimano-Bremsen. Diese zeigten aber die besten Allroundeigenschaften, denn sie lagen bei Dosierbarkeit und Nassbremsverhalte vorne. Wobei sich alle getesteten Gruppen auf hohem Niveau bewegten.- Bei den Umwerfen zeigte die neue Sram-YAW-Technik, was sie kann.- Die Sram Red 22 war klar die leichteste Gruppe im Test.- Die mechanische Ultegra-Gruppe bietet eine Top-Funktion und Qualität, sie liegt beim Preis-Leistungs-Verhältnis vorne.
Vielseitigkeit der Shimano Ultegra
Mit einem nie dagewesenen Variantenreichtum soll Shimanos jüngste Generation der Shimano Ultegra die Anforderungen aller Rennrad-Kategorien erfüllen. Von der Schaltgruppe gibt es allein vier Grundversionen: neben der mechanischen Schaltung auch eine elektronische Di2, und beide sowohl für Felgen- wie für hydraulische Scheibenbremsen. Dazu kommen spezielle Teile für Zeitfahrräder und ein erweitertes Spektrum an Übersetzungen, vor allem mit mehr leichteren Gängen. Vom klassischen Straßenrenner über Cross- und Zeitfahrräder bis zum Gravelbike mit dicken Reifen und Scheibenbremsen lässt sich mit der Ultegra künftig fast alles bestücken, was einen Rennlenker trägt.
Perfekt verarbeitet
Dass sich die Ultegra, traditionell die Nummer zwei in Shimanos Produkt-Hierarchie, technisch wie optisch stark an der aktuellen Top-Gruppe Dura-Ace orientiert, überrascht nicht. Sie übernimmt wesentliche Merkmale von der Nummer eins, etwa das Schaltwerks-Design, die Gestaltung der Kurbel und den kompakten Umwerfer. Optische Unterschiede zur Top-Gruppe beschränken sich auf einfachere Oberflächen: Die graphitgraue Ultegra schimmert matt, wo die tiefschwarze Dura-Ace mit polierten Flächen glänzt.
Neuer Schwung bei den Ultegra Schalthebeln
Beim ersten Griff an die Schaltbremshebel fällt deren leicht geänderte Form auf. Die Griffkörper sind schlanker, die Oberseite ist etwas flacher, sodass die Hände bequem aufliegen. Die Überzüge haben wie bei der Dura-Ace ein eingearbeitetes Profil, das den Gummi rutschfester machen soll. Ob das nötig ist, sei dahingestellt, aber es stört nicht, auch wenn man keine Handschuhe trägt. Dass die Bremshebel weiter nach außen geschwungen sind und der kleine Schalthebel leicht vergrößert ist, spürt man hingegen. Alle Hebel sind dadurch leichter zu erreichen.Wirklich frappierend ist, um wie viel besser die neue Gruppe schaltet. Mit der aktuellen Generation wird Shimanos Vorsprung gegenüber der Konkurrenz deutlich (unabhängig vom Funktionsprinzip), einen spürbaren Unterschied zwischen Ultegra und der viel teureren Dura-Ace hingegen gibt es nicht.
Die 11fach-Ultegra ist einfacher einzustellen
Auch der neue vordere Umwerfer überzeugt. Shimano ist vom vorherigen Design mit dem langen Arm an der Zugklemmung wieder abgerückt, der Umwerfer ist deutlich kompakter. Das schafft Platz, an Adventure- und Gravelbikes kann der Umwerfer dicken Reifen nicht mehr im Wege stehen. Viele Nutzer hatten die komplizierte Einstellung des bisherigen Systems kritisiert. Das ist nun wieder einfacher geworden, zudem hat der neue Umwerfer auch eine Schraube, mit der man die Zugspannung verändern kann, ohne den Zug lösen zu müssen - ein Novum bei mechanischen Schaltungen.
Feinarbeit im Detail
Die Kurbel als Herzstück des Antriebs ist an das aktuelle Design angepasst, technisch hält sie das hohe Niveau der Vorgängerin. Shimano bleibt bei der bewährten Aluminium-Bauweise und dem Hollowtech-II-Standard mit Stahlwelle für das Tretlager. Die Kurbel wird es in den gängigen Varianten 50/34, 52/36 und 53/39 sowie als Cross-Variante mit 46/36 geben. Auch die Felgenbremse hat Shimano ein weiteres Mal verbessert, obwohl mancher die im Vergleich zur Scheibenbremse vermeintlich antiquierte Technik schon auf dem Abstellgleis sieht.
Shimano Ultegra 6800 11-fach: Die Gruppe
Die neue Ultegra 6800 sieht gut aus und bietet viel. Komplett soll sie (je nach Version) rund 2300 Gramm wiegen, der Preis soll auf Niveau der aktuellen Ultegra 6700 liegen.
Komponenten im Detail:* **Schalt-/Bremshebel ST-6800:** Ergonomischer als sein Vorgänger, seine Mechanik ist für 11 Ritzel und 2 Kettenblätter ausgelegt. Gewicht (Set): 425 g* **Schaltwerk RD-6800 SS:** Das Standard-Schaltwerk der neuen Shimano Ultegra 6800 ist für elf Ritzel ausgelegt. Gewicht: 195 g* **Schaltwerk Longcage RD-6800 (GS):** Das Schaltwerk mit langem Käfig ist für große 11-fach-Kassetten ausgelegt - bis zu 32er-Ritzel sind damit schaltpar. gewicht: 207 g* **Umwerfer FD-6800:** Der Umwerfer ist für 2 Kettenblätter ausgelegt. Gewicht: 89 g* **Kassette CS-6800:** Die Kassette hat elf Ritzel - das ist der neue Standard bei Rennrad-Schaltungen. Es werden Ritzelpakte von 11-23 bis 11-32 Erhältlich sein. Gewicht (11-23): 212 g* **Kurbelsatz FC-6800:** Auf den Kurbelsatz passen alle Kettenblattgrößen. Für die neue Ultegra 6800 werden folgende Kombinationen erhältlich sein: 53/39; 52/36; 50/34 und 46/36. Gewicht (53*39 mit Innenlager): 765 g* **Kette CN-6800:** Die Kette ist für 11-fach optimiert, sie hat keine Laufrichtung. Gewicht (114 glieder): 212 g* **Bremskörper BR-6800:** Die Bremsen sollen 10 Prozent mehr Leistung bringen. gewicht (Paar): 335 g
Verschleissset für Shimano 11-fach Antrieb
Bestehend aus der ULTEGRA CS-R8000 Kassette in der 11-32 Abstufung und der CN-HG701 Kette mit 116 Gliedern. Der ebenfalls neue SM-CN900-11 Quick-Link-Verschluss ermöglicht die einfache Montage.**Shimano ULTEGRA CS-R8000 11-fach Kassette 11-32**Die neue Ultegra R8000 Serie setzt mit Blick auf unsere Philosophie, deren Fokus auf der Möglichkeit zur Abstimmung auf den Fahrer liegt, neue Maßstäbe und bietet eine umfangreiche Palette von Komponenten für mechanisches Schalten, elektronisches Schalten (Di2) sowie Zeitfahren/Triathlon.**Produkteigenschaften*** Einsatzbereich: Rennrad* Gruppe: ULTEGRA R8000* Modell: CS-R8000* Typ: HG-EV* Schaltstufen: 11-fach* Empf. Kette: HG-EV 11-fach, HG-X 11-fach* Abstufung 11-32 (11-12-13-14-16-18-20-22-25-28-32 Zähne)**Shimano CN-HG701 11-fach Kette 116 Glieder mit Quick-Link SM-CN900-11**Samtweiches Fahren, genaues Schalten - Die laufrichtungsgebundene Kette HG-X11 sorgt für weichere Schaltvorgänge und insgesamt höhere Leistungsfähigkeit. Die rechten und linken Seiten sind für die vorderen bzw. hinteren Schaltvorgänge optimiert. Spezielle asymmetrische HG-X11-Laschen und Shimanos neue SIL-TEC Oberflächenbeschichtung sorgen für weniger Antriebsgeräusche, eine erhöhte Lebensdauer der Kette und eine bessere Gesamtperformance.**Produkteigenschaften*** Einsatzbereich: Rennrad, MTB, E-Bike* Modell: CS-HG701-11* Gruppe: ULTEGRA / DEORE XT* Typ: HG-X 11-fach* SIL-TEC Beschichtung: Ja* Laufrichtungsgebunden: Ja
Technologie HG-EVDie HG-EV-Kassette dient der auf den Fahrer abgestimmten Abstufung und dem Trittfrequenz-Management. Wir bieten die optimale Übersetzung für 11-fach- Schaltsysteme. Sie können breitere oder engere Abstufungen wählen, um den jeweiligen Anforderungen zu entsprechen. Mit der HG-EVKassette erhalten Sie ein 11-fach-Schaltsystem ohne Kompromisse hinsichtlich Robustheit sowie verbesserte HYPERGLIDE-Schaltfunktion.
Neue Dura-Ace Schaltgruppe
Mit dem Slogan „For those who never compromise“ stellt Shimano seine neue Dura-Ace Schaltgruppe vor und will damit auf die kompromisslose Performance seiner neuesten High-End Rennradschaltung hinweisen. Die größte Neuerung dürfte dabei direkt ins Auge stechen, denn mit einer 12-fach Kassette stockt man nun die Bandbreite noch einmal deutlich auf und bietet im Zuge dessen auch weitere interessante Verbesserungen und Features.Die neuen kabellosen Schaltgriffe benötigen natürlich auch das entsprechende Pendant, um das gesendete Signal empfangen und verarbeiten zu können. Hier spielen vor allem die neuen Shimano Dura-Ace und Ultegra Schaltwerke einen entscheidende Rolle, denn durch die neue Plattform agieren diese nicht mehr nur als Gangwechsler, sondern nehmen eine zentrale Rolle in der Steuerung des gesamten Systems ein. Mittels eigenem Protokoll garantiert Shimano eine zuverlässige Funktion und minimiert die Anfälligkeit der kabellosen Verbindung erheblich.Um noch einmal kurz auf das Schaltwerk zurückzukommen: Durch die Erweiterung auf eine 12-fach Kassette und die damit einhergehenden Abstufungsoptionen, bringt Shimano seine neuen Schaltgruppen mit einem einzigen Schaltwerkkäfig, welcher für die gesamte Bandbreite genutzt werden kann. Beim Stichwort Bandbreite sieht man bei den neuen Gruppen auch einige Veränderungen, denn während man nun quasi alle Kassetten-Variationen zwischen 11-34 (11-28T, 11-30T und 11-34T) nutzen kann gibt es an der Kurbel die Optionen 50-34T, 52-36T oder die neuen 54-40T Kettenblätter.Die große Besonderheit an der 12-fach Kassette: Diese kann auch auf 11-fach Freilaufkörpern gefahren werden. So sind auch geliebte Laufräder mit der neuen Shimano Dura-Ace und Ultegra 12-fach kompatibel. Als ein zusätzliches, essentielles Thema wurde auch das Bremssystem komplett überarbeitet.
Tabelle: Vergleich Shimano Ultegra R8100 vs. Dura-Ace
| Komponente | Shimano Ultegra R8100 | Shimano Dura-Ace |
| Oberfläche | Matt | Klavierlack-ähnlicher Glanz |
| Bremshebel | Alu | Carbon |
| Gewichtsunterschied (Gesamt) | Ultegra ist ca. 300g schwerer |
| Schaltwerk Reichweite | 32.000 Schaltvorgänge | Unbekannt (aber vergleichbar) |
| Umwerfer Reichweite | 25.200 Schaltvorgänge | Unbekannt (aber vergleichbar) |
| Bremskraft | Sehr hoch, Servo-Wave-Technologie |
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