Ursachen und Lösungen für defekte Shimano Umwerfer

Deine Schaltung funktioniert nicht mehr, macht komische Geräusche oder die Kette springt? Für all das kann eine falsch eingestellte Schaltung der Grund sein. Es gibt aber noch ganz andere Ursachen, die man oft nicht auf dem Schirm hat. Wenn die Fahrradschaltung oder das Einstellen der Fahrradschaltung nicht funktioniert, kann der Fehler an verschiedenen Stellen liegen.

Häufige Ursachen für Probleme mit dem Umwerfer

Hier sind die häufigsten Ursachen für Probleme mit Shimano Umwerfern:

  1. Verschleiß: Immer in Bewegung erleidet der Antrieb unserer Bikes einiges an Abrieb - besonders zusammen mit Schmutz und Witterung.
  2. Reibung: Wie oft man seine Kette ölen muss, hängt davon ab, wie oft man fährt und bei welchen Bedingungen.
  3. Schaltauge oder Schaltkäfig verbogen: Das Schaltauge ist die Verbindung zwischen Schaltwerk und Rahmen und gibt bei einem Sturz als Erstes nach, um die anderen Teile zu schonen. Ein weiteres Teil, das schnell mal verbogen ist, ist der Schaltkäfig.
  4. Schalthebel und Schaltkabel: Wenn eine Schaltung nicht mehr funktioniert, muss das nicht immer am Schaltwerk oder dem Umwerfer liegen, auch der Schalthebel kann defekt sein. Ebenso der Schaltzug, welcher, falls gerostet, in seiner Hülle mehr Reibung erzeugt.
  5. Kettenumschlingung: Ein oft vernachlässigter Schritt beim Einstellen ist das Justieren der Kettenumschlingung. Kettenumschlingung bedeutet, wie nah das Schaltwerk die Kette an die Kassette führt.

1. Verschleiß

Mit Messlehre und/oder Augenmaß lässt sich dieser Verschleiß erkennen: Sind die Zähne (Zacken) an der Kassette oder am Kettenblatt abgerundet, sollten diese getauscht werden. Bei der Kette kommt es darauf an, ob sich der Abstand zwischen den Kettengliedern vergrößert hat, was mit der Zeit bei jeder Kette passiert. Mit dem bloßen Auge ist dies nicht zu erkennen, deshalb benötigt man ein Messwerkzeug. Lässt sich dieses zwischen die Kettenglieder schieben, ist die Kette sozusagen ausgeleiert und muss ersetzt werden. Aber Obacht: es gibt unterschiedliche Kettenlehren für 11- bzw. 12-Fach Ketten.

Es lohnt sich außerdem Teile zusammen zu tauschen. Eine neue Kette auf rund gefahrenen Kettenblatt- oder Kassettenzähnen kann springen und ist so bald wieder hinüber.

2. Reibung

Vor dem Ölen sollte man auf jeden Fall den Antrieb und die Kette putzen. Am besten nicht nur mit Wasser und Waschmittel, sondern auch mit Kettenreiniger, der fettlösend wirkt. Das ist wichtig, da Öl quasi anziehend auf Dreck wirkt und sich mit diesem über die Zeit verbindet. Falls man altes Öl nicht entfernt, wird es zu einer üblen Patina, welche für eine erhöhte Reibung im Antrieb sorgt, und somit jeden Schaltvorgang beeinträchtigt. Sieht dein Antrieb wie auf dem Bild aus, solltest du Putzen, Entfetten und dann neu Ölen!

3. Schaltauge oder Schaltkäfig verbogen

Mit einem Spezialtool kann man selbst oder ein Mechaniker im Radladen ein verbogenes Schaltauge erkennen und richten. Ist ein Schaltauge zu stark verbogen, muss man es tauschen. Dabei gilt es zu beachten, dass viele Hersteller ihre eigenen Standards haben und nicht jedes beliebige Schaltauge zu jedem beliebigen Rad passt. Das fällt leider nicht immer gleich auf. Um einen verbogenen Schaltkäfig zu erkennen, baut man diesen am besten aus und legt diesen auf eine glatte Oberfläche. Liegt der Schaltkäfig nicht plan auf, ist dieser verbogen und man muss ihn tauschen oder soweit es möglich ist gerade biegen.

Bei allen "Biegereien" am Rad muss man sich aber bewusst sein, dass das Material an dieser Stelle dadurch weiter geschwächt wird und sogar brechen kann. Außerdem erlischt dadurch mit großer Sicherheit die Herstellergarantie für dieses Teil.

4. Schalthebel und Schaltkabel

Ist der Ratschen-Aufbau im Inneren des Schalthebels abgenutzt oder verschmutzt, kann dieser Gänge überspringen oder für ungleichmäßiges Schalten sorgen. Um dem vorzubeugen, empfiehlt es sich, ab und zu einen Tropfen Kettenöl auf den Schaltzug zu geben. Nicht aber in den Schalthebel, da dies zur Verschmutzung beitragen kann.

5. Kettenumschlingung

Diese stellt man an Sram-Schaltwerken anhand einer Schablone und bei Shimano-Schaltwerken mit einem Maßband ein. Je näher das Schaltwerk an der Kassette steht, umso weiter umschlingt die Kette die Ritzel der Kassette. Dabei gibt es einen vom Hersteller genau definierten Abstand, indem die Kette am besten läuft.

Weitere mögliche Ursachen und Lösungen

  • Schaltzugprobleme: Wenn du am Schalthebel viel Kraft aufwenden musst, rutscht der Schaltzug nicht mehr gut. Zum Beispiel, weil er sehr lange nicht gewechselt wurde und allmählich in seiner Hülle fest rostet.
  • Umwerfer klemmt: Wenn der Zug durchhängt, klemmt der Umwerfer. Da wird wohl irgendein Fremdkörper dazwischen sein oder der ist festgebacken.
  • Gerosteter Umwerfer: Der Umwerfer selber ist verrostet.

Umwerfer einstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Das Justieren des vorderen Schaltwerks wirkt zunächst kompliziert, lässt sich aber mit etwas Ruhe und Sorgfalt schnell umsetzen. Damit die Gangschaltung sauber und zuverlässig funktioniert, ist eine präzise Ausrichtung dieses Bauteils entscheidend. Der Umwerfer ist ein zentrales Element der Gangschaltung am vorderen Teil des Fahrrads. Er arbeitet eng mit den Kettenblättern zusammen, die je nach Modell einfach oder mehrfach vorhanden sein können.

Wenn beim Fahren der Schalthebel betätigt wird, sorgt der Umwerfer dafür, dass die Kette von einem Kettenblatt auf das nächste springt - entweder auf ein kleineres oder ein größeres. Die technische Grundlage bildet ein Parallelogramm-Mechanismus, der eine präzise Bewegung des Bauteils ermöglicht. Umgeben ist dieser von einem Umwerferkäfig, durch den die Kette geführt wird.

Wenn die Kette beim Fahren schleift oder nicht zuverlässig zwischen den Kettenblättern wechselt, kann das an einer fehlerhaften Einstellung des vorderen Schaltwerks liegen. Der Umwerfer gehört zu den Bauteilen, die im Laufe der Zeit ersetzt oder neu eingestellt werden müssen - besonders dann, wenn die Schaltvorgänge nicht mehr reibungslos funktionieren.

Benötigt werden ein Kreuzschlitz-Schraubendreher sowie ein Inbusschlüssel. Es sollte sich hierbei um einen 5er-Inbusschlüssel handeln.

  1. Bevor du mit dem Einstellen beginnst, sollte geprüft werden, ob der Umwerfer beschädigt oder verschlissen ist.
  2. Sobald der Umwerfer korrekt angebracht ist, geht es ans Feintuning.
  3. Drehst du die H-Schraube im Uhrzeigersinn, bewegt sich der Umwerfer näher an den Rahmen heran.
  4. Die L-Schraube funktioniert genau entgegengesetzt.
  5. Jetzt wird das hintere Schaltwerk auf das größte Ritzel und vorne auf das kleinste Kettenblatt geschaltet.
  6. Nun schaltest du vorne auf das größte Blatt, hinten auf das kleinste Ritzel.
  7. Zum Schluss wird die Zugspannung reguliert. Ein zu lockerer Zug sorgt dafür, dass der Umwerfer nicht weit genug bewegt.
  8. Um das zu testen, sollte durch alle Kettenblätter geschaltet werden.

H steht für High (oberer Anschlag), L für Low (unterer Anschlag). Beide Schrauben definieren die äußersten Schaltpositionen.

Wichtig ist, systematisch vorzugehen: Kleine Korrekturen an den Einstellschrauben, die richtige Position zum Kettenblatt und die passende Zugspannung entscheiden über eine reibungslose Gangschaltung. Wer zudem auf hochwertige Komponenten achtet und regelmäßig prüft, ob der Umwerfer noch korrekt arbeitet, verlängert die Lebensdauer der gesamten Schaltanlage - und fährt entspannter, sicherer und mit mehr Freude.

Ein häufiger Patzer: An den Schrauben wird gedreht, ohne zuvor die äußersten Schaltpositionen zu kontrollieren. Der Ablauf: Erst auf das kleinste Kettenblatt schalten, dann ganz nach oben aufs größte. Selbst kleine Abweichungen können dazu führen, dass die Kette nicht sauber läuft. Nach dem Einstellen der Schrauben wird oft vergessen, auch die Spannung des Schaltzugs zu prüfen.

Kette springt ab? Das kannst du tun!

Du bist mit deinem Fahrrad unterwegs, fährst möglicherweise gerade bergauf und wolltest das Ritzel bzw. Kettenblatt wechseln, aber nichts passiert. Während du ein unangenehmes Geräusch aus Richtung Kette hörst, wirst du mitten in der Tretbewegung abrupt zum Halten gezwungen. Der Grund ist einfach: Deine Kette ist abgesprungen. Jetzt musst du sie wieder auf Ritzel und Kettenblatt bekommen.

  1. Zunächst legst du die Kette auf das kleinste Ritzel und das kleine Kettenblatt.
  2. Anschließend schaltest du mit dem Schalthebel Schritt für Schritt auf die größeren Ritzel.
  3. Wenn du Kette wieder gut auf den Ritzeln liegt, kannst du wieder vorsichtig losfahren.

Gründe für eine regelmäßig abspringende Kette können der Abnutzungsgrad von Kette und Ritzeln oder eine fehlerhafte Einstellung von Schaltwerk bzw. Umwerfer sein. Möglicherweise haben Schaltwerk bzw. Umwerfer auch das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht.

Nach Ende deiner Tour empfiehlt sich ein Check-up deines Fahrrads, um den Ursprung des Problems zu identifizieren und dafür zu sorgen, dass du risikofrei deine nächste Tour angehen kannst.

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