Shimano Umwerfer Montage Anleitung: Präzise Einstellung für optimale Schaltleistung

Ein oft unterschätztes, aber entscheidendes Bauteil am Fahrrad ist der Umwerfer. Er steuert den Wechsel der Fahrradkette zwischen den Kettenblättern mit unterschiedlicher Zähnezahl im vorderen Bereich. Eine fehlerhafte Einstellung führt unweigerlich zu Schaltproblemen, die sich oft durch störende Schleifgeräusche bemerkbar machen. Namhafte Hersteller von Fahrrad-Umwerfern sind u. a. Shimano und SRAM.

Nachfolgend erläutern wir, wie der Umwerfer von Shimano am Fahrrad korrekt positioniert und eingestellt werden soll. Im Normallfall sollte an Ihrem Bike bereits ein entsprechender Umwerfer eingebaut sein; so dass dieser jetzt nur noch richtig eingestellt bzw. korrigiert werden muss, damit ein präziser Schaltvorgang gewährleistet ist. Bei einem Sturz könnte es beispielsweise schnell zum Verstellen des Umwerfers und daraufhin zu Problemen mit der Schaltanlage kommen.

Verschiedene Zugführungsarten und Umwerfer-Standards

Im Handel sind unterschiedliche Zugführungsarten bei den Shimano-Fahrrad-Umwerfern erhältlich, wie bspw. Top Pull (Top-Swing), Down Pull (Down-Swing) oder auch Dual Pull. Erstere Modellart ist oft in Mountainbikes verbaut. Außerdem gibt es auch Dual-Pull-Varianten, bei denen eine Zugführung in Abhängigkeit der Rahmenart von oben oder aber von unten stattfindet. So ist eine Verlegung des Schaltzuges am Ober- bzw. Unterrohr möglich.

Die Zeiten von unzähligen Umwerfer-Standards wie Top Swing oder Down Pull sind mit den aktuellen 12fach-Schaltung bei Shimano vorbei - zum Glück. Mittlerweile gibt es von Shimano nur noch Side-Swing-Umwerfer in drei Standards. Der Schaltzug muss bei Side-Swing-Umwerfern immer von vorne kommen.

  • Ältere oder günstige Alu-Rahmen: Klassische Schellenmontage, bei der der Umwerfer ans kreisrunde Sitzrohr geklemmt wird.
  • Vor allem Fullys: E-Type-Montagemöglichkeit, bei der der Umwerfer mit zwei Schrauben am Rahmen befestigt wird.
  • Direct-Mount-Standard: Der Umwerfer wird mit einer Schraube oberhalb des Kettenblatts befestigt.

Grundeinstellungen und Vorbereitung

Es ist sehr wichtig, einmal alle für eine korrekte Schaltung notwendigen Bauteile (z.B. Fahrradkette selbst und auch einzelne Zahnräder) auf eventuellen Verschleiß hin zu checken und ggf. direkt auszutauschen.

Das äußere als auch das innere Leitblech des Umwerfers, zwischen denen die Kette durchläuft, müssen unbedingt parallel zu den Zahnrädern und im gleichmäßigen Abstand zur Fahrradkette verlaufen. So kann ein etwaiges Berühren während des Schaltvorganges vermieden werden. Dafür müssen Sie nur die zwei im oberen Bereich des Umwerfers angebrachten Schrauben drehen. Diese sind in der Regel mit L (Low = niedrige Gänge) bzw. H (High = hohe Gänge) gekennzeichnet.

Einstellen des unteren Anschlags (L-Schraube)

Der Schwenkbereich des Käfigs wird mit der L-Schraube nach innen begrenzt; so wird verhindert, dass die Kette Richtung Innenlager fallen könnte. Um den unteren Anschlag einzustellen, sollte erst einmal vorne auf das kleinste und im hinteren Bereich auf das größte Kettenblatt geschaltet werden. Danach können Sie über eine Drehbewegung der L-Schraube nach links oder auch nach rechts den Shimano-Umwerfer zum Rahmen hin oder auch weg von diesem bewegt werden - solange bis die perfekte Position gefunden ist. Zur Info: Der untere Anschlag sollte nicht weiter als ca. einen Millimeter von der Kette entfernt sein.

Einstellen des oberen Anschlags (H-Schraube)

Die zweite Schraube - die sogenannte H-Schraube - grenzt den äußeren Schwenkbereich ein; ein Abwerfen der Kette über das große Kettenblatt kann so vermieden werden. Hier müssen Sie erst einmal vorne auf das größte und hinten auf das kleinste Ritzel schalten. Für die Drehrichtung bei der H-Schraube ist das gleiche System anzuwenden wie bei der L-Schraube. Wenn der Abstand zwischen Fahrradkette und dem Anschlag nicht mehr als ca. einen Millimeter beträgt, ist der obere Anschlag korrekt eingestellt.

Höheneinstellung des Umwerfers

Ferner muss auch noch die Höhe vom Fahrradumwerfer präzise eingestellt werden. So sollten zwischen äußerem Leitblech sowie den Zähnen des größten Kettenblattes im Idealfall nur ca. zwei bis drei Millimeter liegen. Beide Parameter - also die Richtung und die Höhe des Leitblechs - kannst Du variieren, indem du die Schelle oder Direct-Mount-Befestigung des Umwerfers leicht löst und nach dem Ausrichten des Leitblechs wieder festziehst. Achte dabei auch auf die empfohlenen Drehmomente!

Spannung des Schaltzuges prüfen und einstellen

Sind beide Anschläge sowie die Höhe millimetergenau eingestellt, sollte im Anschluss unbedingt auch die Spannung des Schaltzuges überprüft werden. Um zu sehen, ob die Fahrradkette präzise und störungsfrei zwischen den unterschiedlichen Kettenrädern hin- und herwandert, werden die einzelnen Gänge rauf- bzw. runtergeschaltet. Über die am Schalthebel befindliche Einstellschraube kann die Zugspannung gelockert bzw. erhöht werden, was ganz einfach werkzeugfrei per Hand erledigt werden kann.

Klettert die Kette nicht auf das große Kettenblatt, muss man die Zugspannung schrittweise erhöhen, indem man das Stellrad am Schalthebel gegen den Uhrzeigersinn dreht. Wenn Dein Umwerfer erfolgreich aufs zweite Blatt schaltet, dann kannst Du einmal hinten die Kassette durchschalten, um zu prüfen, welche Gänge einwandfrei laufen. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Kette am Leitblech des Umwerfers schleift, wenn Du vorne auf dem mittleren Blatt und hinten auf den größten oder kleinsten beiden Ritzeln bist. Mit der Zugspannung kannst du den nutzbaren Bereich feinjustieren.

Funktionsprüfung und Fehlerbehebung

Hast Du beide Anschläge und die Zugspannung eingestellt, bist Du im Prinzip fertig. Schalte zur Kontrolle noch alle möglichen Kombinationen von Kettenblättern und Ritzeln durch. Achte dabei auf den Schräglauf der Kette und in welchen Gängen sie eventuell am Umwerferleitblech schleift. Den extremen Schräglauf der Kette solltest Du sowieso vermeiden. Gänge mit der gleichen Übersetzung hast Du auch zur Verfügung, wenn Du auf das mittlere Kettenblatt und auf kleinere Ritzel schaltest. Das gleiche gilt für die Kombination des kleinen Kettenblattes mit den kleinsten Ritzeln.

Du hast alle Einstellungen vorgenommen und geprüft, aber Dein Umwerfer macht trotzdem noch Probleme? Hier eine Liste, woran es liegen könnte und was Du dann tun kannst:

  • Leitblech verbogen oder mit Spiel: Neuen Umwerfer verbauen.
  • Kette oder Kettenblätter verschlissen: Kette prüfen und ggf. wechseln.
  • Einzelne Zähne an den Kettenblättern verbogen: Vorsichtig versuchen, sie mit einer Zange geradezubiegen (Notlösung).
  • Schalthebel schwergängig: Zustand des Schaltzuges und der Hülle überprüfen und ggf. wechseln. Umwerfer reinigen und Drehpunkte ölen.
  • Schalthebel greift nicht oder hakt: Kriechöl in die Mechanik sprühen und einwirken lassen.

Shimano 2x12 Schaltung: Umwerfer einstellen

Anders als Sram bietet Shimano nach wie vor eine Option mit zwei Kettenblättern an der Kurbel. Die Argumente für einen 2x12-Antrieb sind klar: Es gibt keine aktuelle MTB-Schaltung mit einer größeren Bandbreite (Gesamtübersetzung) bei gleichzeitig so feiner Abstufung der Gänge. Trotz der gleichen Ritzelanzahl gibt Shimano die 2x12-Schaltung nur für die feiner abgestufte Kassette mit 10-45 Zähnen frei. Die Variante mit dem großen 51er-Ritzel bleibt nach wie vor den Einfach-Antrieben (1x12) vorbehalten. Wer einen 1x12-Shimano-Antrieb mit einem 30er-Kettenblatt kombiniert, hat deshalb einen ähnlichen Klettergang wie die 2x12-Schaltung mit ihrem kleinen 26er-Kettenblatt.

Außerdem gibt es für Zweifach-Schaltgruppen ein spezifisches Schaltwerk mit anderer Geometrie als bei der Einfach-Version.

Die wichtigsten Stellschrauben an einem Shimano-Umwerfer (Shimano XT 12fach) mit E-Type-Montage im Überblick:

  • Äußere Anschlagschraube (H): Begrenzt den Schwenkbereich des Umwerfers nach außen und verhindert, dass die Kette über das große Kettenblatt geworfen wird.
  • Innere Anschlagschraube (L): Begrenzt den Schwenkbereich des Umwerfers nach innen und verhindert, dass die Kette aufs Tretlager fällt.
  • Klemmschraube (C): Klemmt den Zug am Umwerfer. Die Zugspannung wird am Schalthebel justiert.
  • Befestigungsschraube (D): Verbindet den Umwerfer mit dem Rahmen. Mit ihr kann der Höhenabstand des Umwerfers zu den Kettenblättern eingestellt werden.

Mit einer gut eingestellten Schaltanlage macht auch die nächste Fahrt mit Gefälle und Steigung auch wieder richtig Spaß! Wir hoffen, Sie haben mit dieser anschaulichen Anleitung wertvolle Tipps und Hinweise zum präzisen Einstellen Ihres Fahrrad-Umwerfers erhalten und können Ihre Schaltanlage so eigenständig und ohne teuren Werkstattbesuch warten bzw.

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