Shimano Umwerfer richtig einstellen: Eine detaillierte Anleitung

Ein oft übersehenes, aber entscheidendes Bauteil am Fahrrad ist der Umwerfer. Er steuert im vorderen Bereich des Fahrrads den Wechsel der Kette zwischen den Kettenblättern unterschiedlicher Zähneanzahl. Eine falsche Einstellung des Umwerfers führt unweigerlich zu Problemen beim Schalten, oft begleitet von einem unangenehmen Schleifgeräusch.

Diese Anleitung beschreibt, wie Sie den Umwerfer an Ihrem Bike korrekt positionieren und einstellen können. Wir gehen davon aus, dass an Ihrem Fahrrad bereits ein entsprechender Umwerfer eingebaut ist und jetzt nur noch richtig eingestellt bzw. korrigiert werden muss, um einen präzisen Schaltvorgang zu gewährleisten. So kann es bspw. bei einem Sturz schnell zum Verstellen des Umwerfers und nachfolgend zu Problemen mit der Schaltanlage kommen.

Vorbereitung und Überprüfung

Zunächst einmal ist es wichtig, alle für eine korrekte Schaltung notwendigen Bauteile, wie die Fahrradkette selbst oder aber auch die einzelnen Zahnräder, auf etwaigen Verschleiß hin zu kontrollieren und bei Bedarf direkt auszutauschen.

Ausrichtung des Leitblechs

Sowohl das innere als auch das äußere Leitblech des Umwerfers, zwischen denen die Kette hindurchläuft, sollten in jedem Fall parallel zu den Zahnrädern und in gleichmäßigem Abstand zur Fahrradkette verlaufen, um ein etwaiges Berühren während des Schaltvorgangs zu vermeiden.

Von oben betrachtet sollte das Leitblech parallel zu den Kettenblättern stehen. Außerdem ist die Höhe wichtig. Zu niedrig montiert, stößt der Umwerfer gegen die Zähne des Kettenblattes. Zu hoch und er schaltet nicht korrekt. Die Leitbleche müssen parallel zur Kette verlaufen. Zwischen Leitblech und Kettenblatt sollten an der engsten Stelle ca. 2-3 mm Abstand sein.

Beide Parameter - also die Richtung und die Höhe des Leitblechs - kannst Du variieren, indem du die Schelle oder Direct-Mount-Befestigung des Umwerfers leicht löst und nach dem Ausrichten des Leitblechs wieder festziehst. Achte dabei auch auf die empfohlenen Drehmomente!

Einstellen der Anschläge

Unterer Anschlag (L-Schraube)

Der Schwenkbereich des Käfigs wird mit der L-Schraube nach innen begrenzt und verhindert, dass die Kette Richtung Innenlager fällt. Zum Einstellen des unteren Anschlags sollte zunächst einmal vorne auf das kleinste sowie im hinteren Bereich auf das größte Kettenblatt geschaltet werden. Anschließend kann über eine Drehbewegung der L-Schraube nach links bzw. rechts der Umwerfer zum Rahmen hin oder aber weg von diesem bewegt werden, bis die korrekte Position gefunden wurde. Der untere Anschlag sollte nicht mehr als ca. 1 mm von der Kette entfernt sein.

Oberer Anschlag (H-Schraube)

Mit der zweiten Schraube, der sogenannten H-Schraube, lässt sich der äußere Schwenkbereich eingrenzen und ein Abwerfen der Kette über das große Kettenblatt wird vermieden. Hier sollte zunächst einmal vorne auf das größte und hinten das kleinste Ritzel geschaltet werden. Bei der Drehrichtung der H-Schraube gilt das gleiche System wie bei der L-Schraube. Der obere Anschlag ist korrekt eingestellt, wenn der Abstand zwischen Anschlag und Fahrradkette ebenfalls nicht mehr als ca. 1 mm beträgt.

Höhe des Umwerfers einstellen

Ferner muss auch noch die Höhe vom Fahrradumwerfer präzise eingestellt werden. So sollten zwischen äußerem Leitblech sowie den Zähnen des größten Kettenblattes im Idealfall nur ca. 2-3 mm liegen.

Zugspannung prüfen und einstellen

Sind beide Anschläge sowie die Höhe millimetergenau eingestellt, sollte im Anschluss unbedingt auch die Spannung des Schaltzuges überprüft werden. Um zu sehen, ob die Fahrradkette präzise und störungsfrei zwischen den unterschiedlichen Kettenrädern hin- und herwandert, werden die einzelnen Gänge rauf- bzw. runtergeschaltet. Über die am Schalthebel befindliche Einstellschraube kann die Zugspannung gelockert bzw. erhöht werden, was ganz einfach werkzeugfrei per Hand erledigt werden kann.

  • Die Zugspannung: Klettert die Kette nicht auf das große Kettenblatt, muss man die Zugspannung schrittweise erhöhen, indem man das Stellrad am Schalthebel gegen den Uhrzeigersinn dreht.
  • Achte dabei auch auf den Zustand der Zughülle - sie hat einen großen Einfluss auf die Schaltpräzision. Das beste Ergebnis bekommst Du immer mit einem neuen Bowdenzug und einer neuen Hülle. Die Zughülle sollte in gleichmäßigen Kurven verlegt sein.

Funktionsprüfung

Hast Du beide Anschläge und die Zugspannung eingestellt, bist Du im Prinzip fertig. Schalte zur Kontrolle noch alle möglichen Kombinationen von Kettenblättern und Ritzeln durch. Achte dabei auf den Schräglauf der Kette und in welchen Gängen sie eventuell am Umwerferleitblech schleift.

Troubleshooting: Mögliche Probleme und Lösungen

Du hast alle Einstellungen vorgenommen und geprüft, aber Dein Umwerfer macht trotzdem noch Probleme? Hier eine Liste, woran es liegen könnte und was Du dann tun kannst:

  • Ist das Leitblech des Umwerfers verbogen oder hat deutliches Spiel, dann solltest Du einen neuen verbauen.
  • Sind Kette oder Kettenblätter verschlissen, kann das die Schaltqualität beeinflussen.
  • Einzelne Zähne an den Kettenblättern sind verbogen: Dann kannst Du vorsichtig versuchen, sie mit einer Zange geradezubiegen.
  • Der Schalthebel lässt sich nur mit viel Kraft betätigen? Überprüfe den Zustand des Schaltzuges und der Hülle und wechsle sie gegebenenfalls.
  • Der Schalthebel greift nicht oder hakt: Nach einiger Zeit kann die Schmierung in der Mechanik verharzen. Sprühe etwas Kriechöl hinein und lasse es einwirken.

Mit einer gut eingestellten Schaltanlage macht auch die nächste Fahrt in die Berge wieder richtig Spaß! Wir hoffen, Sie haben mit dieser anschaulichen Anleitung wertvolle Tipps und Hinweise zum präzisen Einstellen Ihres Fahrrad-Umwerfers erhalten und können Ihre Schaltanlage so eigenständig und ohne teuren Werkstattbesuch warten bzw.

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