Der sogenannte Umwerfer begegnet uns bei Kettenschaltungen am Fahrrad. Er befindet sich an den vorderen Kettenblättern und ist dafür zuständig, die Kette zwischen den verschiedenen Kettenblättern zu bewegen.
Bei Betätigung des Schalthebels steuert er vorne den Lauf der Fahrradkette auf den verschiedenen Kettenblättern. Am Hinterrad übernimmt das sogenannte Schaltwerk die Aufgabe, die Kette auf die unterschiedlichen Ritzel des Zahnkranzes zu führen. Beide Komponenten zusammen ermöglichen den Gangwechsel und damit eine optimale Anpassung an Gelände und Fahrweise.
Dazu bewegt sich die Fahrradkette durch einen Käfig oberhalb des größten vorderen Kettenblatts. Dieser führt die Kette, ist allerdings nicht starr montiert, sondern beweglich. Wird mit dem Schalthebel am Lenker ein entsprechender Impuls gegeben, bewegt sich der Käfig in die gewünschte Richtung und führt die Kette auf ein größeres oder kleineres Kettenblatt. Zwei Leitbleche, ein inneres und ein äußeres, geben der Kette zusätzlich Führung.
Wann ist ein Umwerfer richtig justiert?
Bei der Begrenzung des Umwerfers geht es um den optimalen Abstand zwischen Kette und innerem Leitblech. Ist der Abstand zu klein, ist der Umwerfer zu wenig begrenzt. Ist er zu groß, ist er zu stark begrenzt. Zielwert ist, dass zwischen der Kette und dem Leitblech innen noch etwa 1,0 bis 1,5 Millimeter Platz sind.
Down-Swing- und Top-Swing-Umwerfer
Im Detail unterscheidet man zwei Arten von Umwerfern: Down-Swing und Top-Swing. Die erste Variante ist fest am Sitzrohr platziert, das zweite Modell weiter unten. Letztlich entscheiden der Fahrradtyp und der Platz am Fahrradrahmen darüber, welche Option zum Einsatz kommt.
Innerhalb beider Gruppen differenziert man jeweils noch zwischen Top-Pull (hier erfolgt die Zugführung nach oben), Down-Pull (die Zugführung geht nach unten) sowie Dual-Pull (Zugführung von zwei Richtungen aus).
Werkzeuge und Schrauben
Benötigt wird lediglich ein Schraubenzieher. Im Grunde geht es nur um drei Schrauben:
- Die Einstellschraube für die Zugspannung: Sie befindet sich am Schalthebel, häufig auf der linken Seite des Lenkers.
- Die H-Schraube: Mit ihr wird die obere Begrenzung justiert, sodass die Kette nicht vom größten Kettenblatt fällt (oberen Anschlag einstellen).
- Die L-Schraube: Mit ihr stellt man die untere Begrenzung des Umwerfers ein, sodass die Kette nicht vom kleinsten Kettenblatt fällt (unteren Anschlag einstellen).
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Justierung des Umwerfers
Schritt 1: Kontrolle aller Schaltungskomponenten
Vorbereitend sollten alle Schaltungskomponenten überprüft werden. Der Check von Kette, Kettenblättern und Schaltzügen gehört dazu, aber auch die Kontrolle der Leitbleche des Umwerfers, die nicht verbogen sein dürfen. Wenn auch das Schaltwerk hinten so weit in Ordnung ist und sich alle Gänge problemlos schalten lassen, kann es mit dem eigentlichen Justieren des Umwerfers losgehen.
Schritt 2: Lösen der Zugspannung
Zuerst muss die Zugspannung gelöst werden. Nur so lässt sich der Zug am Umwerfer zur Justierung bewegen. Dazu wird die Einstellschraube des Schaltzugs etwa bis zur Hälfte herausgedreht.
Schritt 3: Einstellen des unteren Anschlags
Nun sollte die Fahrradkette so geschaltet werden, dass sie vorne auf dem kleinsten Kettenblatt und hinten auf dem größten Ritzel läuft. Jetzt wird der untere Anschlag mittels der L-Schraube (L für "low", also unten) eingestellt. Tipp: Mit einer 10-Cent-Münze lässt sich der Abstand von 1,0 bis 1,5 Millimeter Platz sehr gut überprüfen. Die Münze sollte gut und ohne Spiel zwischen Kette und inneres Leitblech passen.
Schritt 4: Einstellen des oberen Anschlags
Nun ist der obere Umwerfer-Anschlag an der Reihe. Dazu wird die Kette genau umgekehrt geschaltet, also vorne auf das größte Kettenblatt und hinten auf das kleinste Ritzel. Mit der H-Schraube (H für "high", also oben) wird nun die Position des Anschlags eingestellt. Auch hier ist der Abstand richtig, wenn zwischen Kette und Leitblech ebenfalls etwa 1,0 bis 1,5 Millimeter Platz bleiben.
Schritt 5: Funktionskontrolle
Sind die Anschläge des Umwerfers richtig eingestellt, wird noch seine Funktion kontrolliert. Dabei wird mit dem Schalthebel vom kleinsten in den größten Gang geschaltet. Führt der Umwerfer diesen Befehl richtig aus, passt alles. Wird die Kette zu weit geworfen, sollte der obere Umwerfer-Anschlag nochmals überprüft und nachjustiert werden.
Schritt 6: Einstellen der Zugspannung
Um das Fahrrad wieder fahrbereit zu bekommen, muss noch die Spannung der Zugseile eingestellt werden. Sie war im ersten Schritt gelöst worden. Wird jetzt der Schalthebel am Lenker benutzt, um die Gänge durchzuschalten, springt die Kette nicht auf die gewünschten Zahnkränze. Mit der Einstellschraube am Schalthebel wird nun langsam der Zug erhöht, bis die Gangwechsel korrekt sind. Aber Achtung: Wird der Zug zu hoch eingestellt, werden die Wechsel zum nächstkleineren Kettenblatt unsauber. Entsprechend muss der Zug wieder reduziert werden.
Zusätzliche Informationen zur Shimano Umwerfer Einstellung
Um den Shimano Umwerfer richtig einstellen zu können, müssen auch alle umliegenden Bauteile in einem einwandfreien Zustand sein. Überprüfen Sie also zum Beispiel die Züge und Hüllen sowie Kette und Zahnkranz ebenfalls auf Verschleiß. Stellen Sie sicher, dass das Leitblech vom Fahrradumwerfer nicht verbogen ist.
Drehen Sie die für die Zugspannung zuständige Einstellschraube etwa bis zur Hälfte heraus. So können Sie später in beide Richtungen korrigieren. Die Einstellung der Anschläge erfolgt über zwei Schrauben: Die H-Schraube und die L-Schraube. Mit der H-Schraube (H=high) stellen Sie den oberen Anschlag ein, mit der L-Schraube (L=low) wird der untere Anschlag eingestellt.
- Zum Einstellen des unteren Anschlags (L-Schraube) des Umwerfers am Fahrrad schalten Sie auf das kleinste Kettenblatt und hinten auf das größte Ritzel.
- Der untere Anschlag ist korrekt eingestellt wenn Kette und inneres Leitblech einen Abstand von maximal ca.
- Zum Einstellen des oberen Anschlags (H-Schraube) des Umwerfers schalten Sie vorne auf das größte Kettenblatt und hinten auf das kleinste Ritzel.
- Der obere Anschlag ist korrekt eingestellt, wenn Kette und äußeres Leitblech einen Abstand von maximal ca.
Im nächsten Schritt wird die Zugspannung eingestellt. Wenn Probleme beim Hochschalten auftreten, läuft die Kette nicht sauber von einem kleinen auf ein größeres Kettenblatt. Wenn Probleme beim Runterschalten auftreten, läuft die Kette nicht sauber von einem großen auf das nächstkleinere Kettenblatt.
Sind alle Einstellungen am Fahrrad-Umwerfer abgeschlossen? Dann sollten Sie nun eine Probefahrt durchführen.
Die wichtigsten Schrauben im Überblick
- H-Schraube: Die H-Schraube begrenzt den Schwenkbereich des Umwerfers nach rechts, sodass die Kette nicht über das große Kettenblatt nach außen fallen kann.
- L-Schraube: Die L-Schraube beschränkt den Aktionsradius des Umwerfers nach innen. Dadurch wird verhindert, dass die Kette beim Schalten über das kleine Kettenblatt hinaus Richtung Innenlager fällt.
- Zugklemmung: Der Umwerfer kann je nach Rahmenform von oben oder von unten (Dual-Pull), oder von vorne (Front-Pull) angelenkt werden. In jedem Fall sollte der Zug mit etwa sechs bis sieben Newtonmetern festgeklemmt werden.
- Zugspannung: Dreht man die Zugspannschraube am Schalthebel gegen den Uhrzeigersinn heraus, erhöht sich die Spannung auf den Umwerfer. Dadurch klettert die Kette leichter auf das größere Kettenblatt.
UMWERFER MONTAGE-TYPEN
Wie der Umwerfer am Mountainbike montiert wird, hängt von der Rahmenform ab. Besonders moderne Fully-Rahmen benötigen oft spezielle Adapter. Neu ist zudem die Möglichkeit, den Umwerfer seitlich anzulenken (Side Swing), was vor allem die Bedienkräfte verringern und den Herstellern mehr Platz am Hinterbau bieten soll.
- Direct Mount High: Der Umwerfer wird ohne Schelle am Rahmen montiert, der Käfig schwenkt nach unten (Down Swing). Die Klemmung verfügt über einen kleinen Verstellbereich. Den Umwerfer gibt es auch als Side-Swing-Ausführung.
- Direct Mount Low: Wird ebenfalls am Rahmen montiert, der Käfig schwingt jedoch nach oben (Top Swing). Auch hier gibt es die moderne Side-Swing-Variante. Bei allen Direct-Mount-Modellen auf die passende Zahnkapazität achten.
- High Clamp: Umwerfer mit Schellenmontage findet man an modernen Bikes nur noch selten. Sie passen an Sitzrohre mit 28,6 bis 34,9 Millimetern Durchmesser. High-Clamp-Modelle gibt’s als Down-Swing- oder Side-Swing-Versionen.
- Low Clamp: Umwerfer mit niedriger Klemmschellenposition passen ebenfalls nur an Sitzrohre mit 28,6 bis 34,9 Millimetern Durchmesser und schwenken nach oben (Top Swing). Auch die Low-Clamp-Ausführung gibt es als Side-Swing-Variante.
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