Ein oft übersehenes, aber entscheidendes Bauteil am Fahrrad ist der Umwerfer. Er steuert den Übergang der Fahrradkette zwischen den Kettenblättern unterschiedlicher Zähneanzahl im vorderen Bereich des Fahrrads. Eine falsche Einstellung des Umwerfers führt oft zu Schaltproblemen, die sich meist durch unangenehme Schleifgeräusche bemerkbar machen.
Im Handel sind verschiedene Zugführungsarten bei Shimano-Fahrrad-Umwerfern erhältlich. Außerdem gibt es Dual-Pull-Varianten, bei denen eine Zugführung in Abhängigkeit der Rahmenart von oben oder von unten stattfindet. So ist eine Verlegung des Schaltzuges am Ober- bzw. Unterrohr möglich.
Umwerfer-Arten nach Zugführung
Es gibt verschiedene Arten von Umwerfern, die sich hauptsächlich in ihrer Zugführung und Montageart unterscheiden.
- Top Pull: Die Schaltzugführung erfolgt von oben.
- Down Pull: Die Schaltzugführung erfolgt von unten.
- Dual Pull: Die Zugführung ist sowohl von oben als auch von unten möglich.
- Side/Front Pull: Zug von der Seite bzw. von vorne.
Umwerfer-Arten nach Montage
- Down Swing: Hier liegen die Leitbleche unterhalb der Schwinge, wobei der bewegliche Teil des Umwerferkäfigs am unteren Ende der Schwinge befestigt ist.
- Top Swing: Die Leitbleche liegen oberhalb der Schwinge, wobei der bewegliche Teil des Umwerferkäfigs am oberen Ende der Schwinge befestigt ist.
- E-Type: Hier wird der Umwerfer zwischen Rahmen und Tretlager befestigt, anstatt am Sitzrohr.
Der Umwerfer Mechanismus
Der Umwerfer ist bei Kettenschaltungen zu finden. Der Mechanismus steuert den Lauf der Fahrradkette auf den vorderen Kettenblättern. Er besteht aus einem Parallelogramm das einen Umwerferkäfig bewegt. Die Kette verläuft durch diesen Käfig und wird über den Schaltzug von Leitblechen zum jeweils gewünschten Kettenblatt gelenkt. Wird der Schaltzug gespannt, erfolgt die Beförderung der Fahrradkette mittels Steighilfen auf das nächstgrößere Kettenblatt. Eine Feder zieht die Kette auf das nächstkleinere Kettenblatt wenn der Zug gelöst wird. Ist der Umwerfer elektronisch gesteuert, führt ein digital gesteuerter Servo- oder Linearmotor diese Bewegung aus.
Wichtige Hinweise zur Einstellung des Shimano-Umwerfers
Im Normalfall sollte an Ihrem Bike bereits ein entsprechender Umwerfer eingebaut sein, so dass dieser jetzt nur noch richtig eingestellt bzw. korrigiert werden muss, damit ein präziser Schaltvorgang gewährleistet ist. Bei einem Sturz könnte es beispielsweise schnell zum Verstellen des Umwerfers und daraufhin zu Problemen mit der Schaltanlage kommen.
Es ist sehr wichtig, einmal alle für eine korrekte Schaltung notwendigen Bauteile (z.B. Fahrradkette selbst und auch einzelne Zahnräder) auf eventuellen Verschleiß hin zu checken und ggf. direkt auszutauschen. Das äußere als auch das innere Leitblech des Umwerfers, zwischen denen die Kette durchläuft, müssen unbedingt parallel zu den Zahnrädern und im gleichmäßigen Abstand zur Fahrradkette verlaufen. So kann ein etwaiges Berühren während des Schaltvorganges vermieden werden.
Schritte zur korrekten Einstellung:
- Kontrolle aller Schaltungskomponenten: Überprüfen Sie Kette, Kettenblätter, Schaltzüge und Leitbleche auf Beschädigungen oder Verschleiß.
- Lösen der Zugspannung: Drehen Sie die Einstellschraube des Schaltzugs am Schalthebel etwa bis zur Hälfte heraus.
- Einstellen des unteren Anschlags:
- Schalten Sie die Kette vorne auf das kleinste Kettenblatt und hinten auf das größte Ritzel.
- Verwenden Sie die L-Schraube (L für "low"), um den unteren Anschlag so einzustellen, dass zwischen Kette und innerem Leitblech etwa 1,0 bis 1,5 Millimeter Platz sind.
- Einstellen des oberen Anschlags:
- Schalten Sie die Kette vorne auf das größte Kettenblatt und hinten auf das kleinste Ritzel.
- Verwenden Sie die H-Schraube (H für "high"), um den oberen Anschlag so einzustellen, dass zwischen Kette und äußerem Leitblech etwa 1,0 bis 1,5 Millimeter Platz bleiben.
- Funktionskontrolle: Schalten Sie mit dem Schalthebel vom kleinsten in den größten Gang und prüfen Sie, ob der Umwerfer die Befehle korrekt ausführt.
- Einstellen der Zugspannung: Erhöhen Sie die Spannung des Zugseils mit der Einstellschraube am Schalthebel, bis die Gangwechsel korrekt sind. Achten Sie darauf, den Zug nicht zu hoch einzustellen, da dies zu unsauberen Wechseln zum nächstkleineren Kettenblatt führen kann.
Dafür müssen Sie nur die zwei im oberen Bereich des Umwerfers angebrachten Schrauben drehen. Der Schwenkbereich des Käfigs wird mit der L-Schraube nach innen begrenzt; so wird verhindert, dass die Kette Richtung Innenlager fallen könnte. Um den unteren Anschlag einzustellen, sollte erst einmal vorne auf das kleinste und im hinteren Bereich auf das größte Kettenblatt geschaltet werden.
Danach können Sie über eine Drehbewegung der L-Schraube nach links oder auch nach rechts den Shimano-Umwerfer zum Rahmen hin oder auch weg von diesem bewegt werden - solange bis die perfekte Position gefunden ist. Zur Info: Der untere Anschlag sollte nicht weiter als ca. Die zweite Schraube - die sogenannte H-Schraube - grenzt den äußeren Schwenkbereich ein; ein Abwerfen der Kette über das große Kettenblatt kann so vermieden werden.
Hier müssen Sie erst einmal vorne auf das größte und hinten auf das kleinste Ritzel schalten. Für die Drehrichtung bei der H-Schraube ist das gleiche System anzuwenden wie bei der L-Schraube. Wenn der Abstand zwischen Fahrradkette und dem Anschlag nicht mehr als ca. Ferner muss auch noch die Höhe vom Fahrradumwerfer präzise eingestellt werden. So sollten zwischen äußerem Leitblech sowie den Zähnen des größten Kettenblattes im Idealfall nur ca.
Sind beide Anschläge sowie die Höhe millimetergenau eingestellt, sollte im Anschluss unbedingt auch die Spannung des Schaltzuges überprüft werden. Um zu sehen, ob die Fahrradkette präzise und störungsfrei zwischen den unterschiedlichen Kettenrädern hin- und herwandert, werden die einzelnen Gänge rauf- bzw. runtergeschaltet.
Über die am Schalthebel befindliche Einstellschraube kann die Zugspannung gelockert bzw. erhöht werden, was ganz einfach werkzeugfrei per Hand erledigt werden kann. Mit einer gut eingestellten Schaltanlage macht auch die nächste Fahrt mit Gefälle und Steigung auch wieder richtig Spaß!
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