Shimano MTB Winterschuhe im Test: Modelle, Leistung und Komfort

Der Winter stellt Mountainbiker vor besondere Herausforderungen. Kalte und nasse Füße können die Tour schnell verderben. Shimano bietet eine Reihe von MTB-Winterschuhen an, die speziell für diese Bedingungen entwickelt wurden. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Test verschiedener Modelle, darunter der MW7, SH-XM7 und MW502.

Shimano MW7 im Detail

Der Shimano MW7 richtet sich an sportlich orientierte Winter-Biker. Er ist ähnlich wie der Giro Blaze aufgebaut und besteht im Prinzip aus einem klassischen Halbschuh, was eine feste und schlanke Passform verspricht. Für Wetterschutz sorgt eine integrierte und leicht gefütterte Gore-Tex-Membran. Oben auf den Halbschuh setzen die Japaner eine großzügige Klettabdeckung und einen Neopren-Schaft.

Im Gegensatz zu 45NRTH und Gaerne bekommt man bei Shimano lediglich den einfachen L6-Boa-Verschluss, der sich nur in eine Richtung feinjustieren lässt. Für den Preis wäre das hochwertigere LI2-Rädchen schön gewesen.

Handling und Passform

Dank des leicht laufenden Boa-Verschlusses und der breiten Klett-Lasche öffnen die Shimano MW7 MTB-Winterschuhe ihr „Maul“ weit wie ein gähnendes Flusspferd. Selbst ohne Anziehlasche verschwindet der Fuß so problemlos im Schuh. Die Passform ist weder breit noch schmal und auch größentechnisch fällt der MW7 normal aus. Biker/innen mit breiten Füßen können alternativ auch zur Wide-Variante des Schuhs greifen, die in den Größen 38 bis 48 verfügbar ist.

Mit dem Boa-Rädchen bringt man ausreichend Zug über dem gesamten vorderen Fuß auf. Die Klettlasche lässt sich ebenfalls ordentlich an den Knöcheln anpassen. Sie reicht zudem weit genug unter die lange Hose, um keine Lücke entstehen zu lassen. Eine nachträgliche Anpassung des Schuhs während der Fahrt wird durch die Konstruktion allerdings erschwert.

Wetterschutz und Isolation

Die Shimano MTB-Winterschuhe halten trotz des Schaftes dicht. Unserer simulierten Regenfahrt hält der Schuh trotzig stand. Erst bei wirklich sehr starkem Schauer dringt etwas Wasser an der Nahtkreuzung auf Höhe des Schaftes ein. Auch in Sachen Kälteschutz leistet sich der Shimano MW7 keine echte Schwäche. Sein Futter isoliert gut und sollte auch bei Temperaturen um den Gefrierpunkt zuverlässig die Füße warm halten.

Fahreigenschaften

Erstaunlich, wie bequem sich doch ein Winterschuh tragen kann - fast wie ein normaler Race-Schuh und das genaue Gegenteil zu den teils wuchtigen, störrischen Winterschuhen. Der Neopren-Schaft ist angenehm flexibel, sodass sich der MW7 geschmeidig treten lässt. Die Kraftübertragung geht absolut in Ordnung, sodass man mit flottem Tritt durch die Winterlandschaft steuert.

Kleines Manko allerdings ist der einzelne Boa-Verschluss, der schon recht weit vorne am Spann endet. Hier wird der Fuß nicht ideal im Schuh fixiert. Das merkt man auch auf Schiebepassagen, wo die Ferse schon mal leicht nach oben lupft. Auch beim Profil hätte sich Shimano besser an seinen Trail-Schuhen bedient, als die sehr schmale Race-Sohle zu verbauen. Die Stollen enden recht weit innen, sodass der Stand etwas kippelig ist - unangenehm, wenn man nasse Wurzeln oder blanken Fels überqueren muss.

Fazit zum MW7

Ähnlich wie der Giro Blaze baut auch der Shimano auf einem klassischen Raceschuh auf. Für Wetterschutz sorgt hier eine großflächige Klettabdeckung, die zudem den Einstieg enorm erleichtert. Die Passform ist Shimano-typisch sehr gelungen und bequem. Die MW7 MTB-Winterschuhe bringen die Kraft gut aufs Pedal und bieten trotz hohem Neopren-Schaft viel Flex beim Treten - top Trainingspartner für nasskaltes Wetter also, zumal sie Regen zuverlässig abwehren. Nur eine Nahtkreuzung hielt nicht dauerhaft dicht.

Shimano SH-XM7 Gore-Tex im Einsatz

Der Shimano SH-XM7 Gore-Tex Schuh ist eine echte Allzweckwaffe gegen nasse Füße. Wasserdicht durch Gore-Tex und rutschfest durch Vibram-Sohle. Ein neuer Alleskönner muss her - da kommt Shimanos 2016er Tourenkollektion genau richtig. Die Gore-Tex Membran hält trocken. Robustes Nubukleder, laufstarke Vibramsohle, Gore-Tex Ausstattung und sogar ein Geröllrand - dieser Schuh ist für so ziemlich alles gewappnet. Auch das sportlich-rustikale Design weiß zu gefallen und ist dabei noch dezent genug, dass auf dem Weg ins Büro nicht das Gefühl aufkommt, man wäre an der letzten Biwakhütte falsch abgebogen.

Komfort und Passform

Am Fuß und auf dem Trail zeigt sich, dass der SH-XM7 sehr gut sitzt. Das clever geformte Fußbett unterstützt sehr angenehm, der Schuh lässt sich sportlich-straff schnüren, ohne gleich die Durchblutung abzuschneiden, und die Zehen können es sich im großzügig ausgeformten Leisten auch auf längeren Touren bequem machen. Bei aller Geräumigkeit findet die Ferse dennoch genug sicheren Halt - ein Segen für meine schwachen Knöchel. Der SH-MX7 ist definitiv mein bisher bequemster Radschuh - ich würde sogar so weit gehen zu sagen, es ist einer der bequemsten Schuhe, die ich je hatte.

Sohle und Pedalierverhalten

Gemäß der offiziellen Einstufung für Cross-Mountain Adventure hat sich Shimano auch auf der Unterseite an einschlägigen Wanderschuhen orientiert. Die Laufsohle besteht aus griffigem, robustem Vibram und dämpft Stöße wirklich ausgezeichnet. Klar, der Ballenbereich ist fahrradgerecht versteift, doch die Sohle rollt und federt derart leichtfüßig, dass man das fast vergisst. Das offene, breite Profil sorgt für reichlich Trittsicherheit, so kann man sich selbst auf den kniffligsten Schiebe- und Tragepassagen auf das Wesentliche konzentrieren.

Wie bereits angedeutet: Ein endsteifer Carbontreter ist es nicht. Doch bringt der Schuh meine Kraft stets souverän aufs Pedal. Lediglich bei harten Antritten und im Sprint gibt er dann nach. Wer jedoch mit dem SH-XM7 ein Cross-Country-Rennen gewinnen will, macht etwas falsch. Klar gibt es schnellere Schuhe, doch dieser hier bringt dich noch voran, wenn andere längst eingepackt haben. Danke Vibram-Sohle und Klickmechanisms hat man in jeder Situation genug Grip auf dem Pedal.

Wetterschutz

Kaum ein Wetter kann den XM7 beeindrucken. Klar, der Winter in Aachen ist notorisch mild, doch auch bei Sprühregen und drei Grad Celsius waren meine Füße sonst schon längst in dicken Neopren-Überschuhen verschwunden. Nicht so dieses Jahr. Selbst bei schlimmstem Schnee-Matsch-Regen waren meine Füße wohlig trocken. Mit einer langen Regenhose, die gegen Wasser von oben schützt, ist man für so ziemlich alles gerüstet. Die Gore-Tex Ausstattung hält außerdem den Wind draußen, so dass auch ausgedehnte Touren bei kühleren Temperaturen kein Problem sind.

Hinweis zur Größe

Üblicherweise kauft man Shimano-Schuhe immer eine Größe größer. Das ist bei den Gore-Tex Modellen produktionsbedingt anders. Hier sollte man zu seiner tatsächlichen Größe greifen.

Fazit zum SH-XM7

Ein nahezu perfekter Alleskönner. Mit High-Tech-Materialien und einer ausgetüftelten Konstruktion ist der SH-XM7 fit für Aachen, Alberg und die ganze Welt. Außer vielleicht die Sahara. Jetzt muss er nur noch so lange halten wie der alte... Ich bin zuversichtlich.

Shimano MW502 im Praxistest

Der Winter - speziell im südlichen Oberbayern - bietet gerade für den Praxistest von Winter-MTB-Schuhen alles, was man sich wünschen kann: 30 cm Schnee oder strömender Regen, dazu kühle bis mies kühle Temperaturen. Da musste jetzt auch der neue Shimano MW502 durch! Zumindest auf dem Papier verspricht er genau gegen diese Witterungsbedingungen zu schützen: Dryshield Membran als Schutz vor Nässe, voll umschießender Oberschuh mit hohem Schaft für zusätzlichen Wasserschutz und Fleece Innensohle für warme Füße.

In diesem Test haben wir auch den “großen Bruder”, den Shimano MW7, getestet. Er ist raciger und hochpreisiger ausgelegt als der hier untersuchte MW502, konnte aber in den Disziplinen Kälte- und Wetterschutz überzeugen.

Der Shimano MW502 im Praxistest

Die Winterschuhe MW502 von Shimano sind zwar nicht leicht, aber für wasserdichte und warme MTB-Schuhe bringen sie mit 432 Gramm in Größe 43 inklusive der Shimano-Cleats recht wenig auf die Waage. Man schlüpft sehr komfortabel hinein; der Neopren-Schaft lässt sich weit öffnen bzw. auch zurückschlagen. Im Inneren ist der Schuhe mit Fleece gefüttert, auch die Einlegesohle. Mit dem Speedlacing-Verschluss lässt sich der MW502 gut schließen.

Richtig Zug lässt sich mit der Schnell-Schnürung aber nicht aufbauen, sodass die Schuhe eher locker an den Füßen sitzen. Das ist aber kein Problem beim Treten, da der Schuh selbst den Fuß gut umschließt. Nur beim Gehen/Schieben fehlt ein wenig Gegenhalt. Die beim MW7 kritisierte Sohle ist hier eine andere, die laut Shimano MTB-orientiert sein soll und auch in der Praxis guten Grip auf Matsch und Schnee bietet. Die mittlere Steifigkeit der Sohle (5 von 12 auf der Shimano-eigenen Skala) macht sich beim Gehen positiv bemerkbar - beim Pedalieren etwas schwammig oder eben weniger performant.

Kälte- und Nässeschutz

Bei der ersten Testrunde herrschte starker Schneefall mit zum Teil 30 cm tiefem Schnee. Das hieß ab und zu musste auch geschoben werden und die Schuhe steckten somit tief drin. Kalt wurden die Füße so auf jeden Fall nicht. Auch der ein paar Tage später von Schnee übriggebliebene (Schnee-) Matsch (s. Fotos) blieb wie versprochen auf der Außenseite, Feuchtigkeit drang nicht ein.

Was aber zu beobachten ist, dass sich je nach körperlicher Beanspruchung und Neigung mehr oder weniger Schwitzwasser im Schuh und vor allem an der Neopren-Manschette bildet, sodass nach längeren Touren die Kleidung rund um den Knöchel durchfeuchtet. Das fühlt sich nicht kalt an, weil das Neopren Kälte und Wind abhält, aber eben nass. Im Schuh selbst ist Kondenswasser kein Problem, die Socken sind trocken. Nach einigen Wintertouren lässt sich festhalten: Was Wärme und Komfort bei den Shimano MW502 angeht, sind auch lange Strecken bei -5 °C oder etwas weniger kein Problem. Wird es noch kälter muss man schon sehr aktiv fahren, dass die Zehen warm bleiben.

Fazit zum Shimano MW502 Winterschuh im Test

Der Shimano MW502 MTB-Schuh für den Winter hält warm und trocken, auch bei ausdauerndem Beschuss durch Schnee, Matsch und Wasser. Er sitzt dabei durch die Speedlace-Schnürung eher locker am Fuß, auch die Sohle ist nur mäßig steif, was eher einen gemütlichen Gesamteindruck vermittelt, fast wie ein Hausschuh. Der Fahrradschuh aus Japan ist also eher für die längeren, langsameren Touren gemacht. Einzig das Schwitzwasser, dass sich im Neopren-Schaft bildet, kann als störend empfunden werden - der Isolationsleistung des MW502 tut es aber keinen Abbruch.

Weitere getestete Modelle für Flatpedals

Neben den Klickpedal-Schuhen gibt es auch Modelle für Flatpedals, die nicht fest mit dem Pedal verbunden sind. Hier eine Übersicht einiger getesteter Modelle:

  • Vaude AM Moab Tech: Bietet das beste Gesamtpaket mit top Grip auf dem Flatpedal und beim Gehen.
  • Vaude AM Moab Mid STX: Hervorragender Grip und wasserdicht durch Sympatex-Membran.
  • Shimano ET5: Klassischer MTB-Schuh für Allmountain-Touren mit guter Belüftung.
  • Specialized 2FO Roost Flat Syn: Erstaunlicher Grip auf dem Pedal und robustes Obermaterial.

Winterschuhe im Vergleich: TOUR Test

Die Fachzeitschrift TOUR hat verschiedene Winterschuhe getestet und bewertet. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

Modell Preis Gewicht (Paar) Gesamtnote Empfohlener Temperaturbereich Fazit
45 NRTH Ragnarök Tall 270 Euro 1055 Gramm 1,5 -5 bis 0 Grad Fällt klein aus, sehr warm, bester Spritzschutz.
Fizik Terra Artica GTX 259 Euro 910 Gramm 1,9 -5 bis 0 Grad Tolle Passform, flauschiges Futter, niedriger Schaft.
Gaerne G.ICE-Storm MTB 1.0 270 Euro 920 Gramm 1,6 0 bis 10 Grad Fällt klein aus, leichtester Schuh, für Temperaturen über null Grad.
Northwave Celsius XC Arctic GTX 250 Euro 960 Gramm 1,4 (Testsieger) -5 bis 0 Grad Testsieger, fällt groß aus, Drehverschluss benötigt Übung.

Der Shimano MW5 Winterschuh im Test

Kalte und nasse Füße sind der Erzfeind eines jeden Mountainbikers und lassen nicht nur Wintertouren oft frühzeitig enden. Mit dem Shimano MW5 Winterschuh soll diesem Dilemma ein Ende gesetzt sein. Um den Schuh zum optimalen Begleiter auf kalten und nassen Touren zu machen, hat Shimano etliche Vorkehrungen getroffen: Der MW5 ist mit Fleece-Fütterung, Shimanos bekannter Dryshield-Technologie und einer Neopren Sprunggelenksmanschette ausgestattet. Da der Schuh für die kalten Monate des Jahres geeignet sein soll, in denen auch gefrorene Finger keine Seltenheit sind, wurde auf eine normale Schnürung verzichtet.

Direkt bei der ersten Anprobe sitzt der Schuh wie angegossen! Einmal hineingeschlüpft, vergisst man binnen kürzester Zeit, dass man überhaupt einen an hat. Und das sowohl auf dem Bike, als auch zu Fuß. Von anderen Schuhen waren wir es gewohnt nach den ersten Ausfahrten mit leicht schmerzenden Füßen zurückzukehren. Aber nicht so beim Shimano MW5 Winterschuh. Die Schale sitzt optimal am Fuß und auch die Fleece-Fütterung sorgt für einen sehr komfortablen Sitz, selbst bei langen Ausfahrten. Ebenso das Speed-Lacing-System konnte bei der Handhabung überzeugen. Der Schuh ist extrem schnell an- oder ausgezogen.

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