Ein guter Schuh ist beim Radfahren von unschätzbarem Wert. Schließlich ist der Fuß der wichtigste Kontaktpunkt zum Rad, über den die Kraft aufs Pedal gebracht wird.
Der Shimano S-Phyre XC9 im Detail
Nach eingehender Beratung hinsichtlich meiner Anforderungen, wählte ich das Modell Shimano S-Phyre XC9*. Meine Wahl fiel auf grün, der Sichtbarkeit wegen, und auf Größe 44, weil ich bei Radschuhen in der Regel mit 43,5 oder 44 glücklich werde. Der S-Phyre XC9 ist das Spitzenmodell der Japaner und wird auch von Jonas Deichmann getragen. Der Extremsportler ist mit dem Schuh unlängst vom Nordkap bis nach Kapstadt geradelt - am Stück. Das Spitzenmodell ist mit einer UVP von 359,99 EUR bepreist.
Bereits beim Auspacken war ich angenehm überrascht. Die Schuhe machen einen sehr wertigen Eindruck. Das Obermaterial aus Mikrofaser-Kunststoff ist weich und umschließt dank zweier BOA-IP1-Spulen pro Schuh meine Füße, ohne punktuellen Druck zu hinterlassen. Die Carbonsohlen (Steifigkeitsindex 11 von 12) sind gummiert - mit Material aus dem Hause Michelin. Die Gummibeschichtung verhindert das Wegrutschen vom Pedal, falls man nicht richtig eingeklickt hat. Ob das Gummi von Michelin hier einen besonders guten Job macht, glaube ich nicht.
Von den Einlegesohlen der S-Phyre XC9 bin ich nicht so begeistert. Die sind o.k., aber nicht ganz mit denen der Top-Modelle von Specialized zu vergleichen, Gut ist, dass Shimano Keile in zwei unterschiedlichen Höhen beilegt. Für mich spielen Einlegesohlen eine untergeordnete Rolle. Die Shimano S-Phyre XC9 sollen lt. Hersteller lediglich 330 Gramm pro Schuh auf die Wage bringen. Für einen XC-Schuh ist das recht wenig. Die Herstellerangabe kann ich bestätigen. Allerdings habe ich, der Vergleichbarkeit halber, inkl. SPD-Cleats, Unterlegscheiben, Schrauben und meiner WINSOLE gewogen.
Shimano verwendet am Schuh je zwei Boa-Verschlüsse vom Typ IP1. Dieser Typ ermöglicht das stufenweise Einstellen des Schuhs, auch wenn er unter Spannung steht. Zum Festziehen dreht man in die eine Richtung, zum Lockern in die andere. Das funktioniert über die Rasterung millimetergenau, auch problemlos während der Fahrt, ohne ins Schlingern zu geraten. Durch Ziehen entriegelt man das ganze System, um bequem in den Schuh hinein und wieder heraus zu kommen. Meines Erachtens ist IP1 die funktionalste BOA-Lösung.
Im Vergleich zu den Suplest ermöglichen die S-Phyre XC9 einen viel direkteren Kontakt zwischen mir und meinem Rad. Der Kraftschluss zwischen Pedal, Schuh und Fuß ist gefühlt wesentlich besser. In erster Linie liegt das am Verschlusssystem. Der untere BOA-Verschluss zieht den Schuh über dem Spann zusammen, ohne punktuelle Druckstellen auftreten zu lassen. Der darüber liegende BOA führt eine breite Lasche quer über den oberen Bereich. Damit wird der Schuh am Knöchel perfekt fixiert. Das gefällt mir ausgezeichnet.
Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass es den S-Phyre XC9 in normaler Breite (und damit meine ich wirklich normal) und mit breitem Leisten gibt. Allerdings ist die breite Ausführung nur ist für Leute mit wirklich breiten Füßen. Als Schuhgrößen werden in Deutschland 36 bis 48 angeboten. Halbe Größen gibt es bei uns nicht.
Natürlich muss man beim Graveln auch mal laufen - in Schiebepassagen oder im Biergarten. Das klappt mit dem Shimano S-Phyre XC9 klaglos, trotz steifer Carbon-Sohle. Für längeres Wandern sind die Schuhe selbstverständlich nicht geeignet. Das müssen sie aber auch nicht. Der XC9 ist aber nicht nur ein guter Crosscountry- oder Gravelschuh. Durch seine Steifigkeit und die sehr direkte Verbindung zum XTR-Pedal passt die Pedal-Schuh-Kombination gut ans Rennrad. Vermutlich müssen es nicht einmal XTR-Pedale sein.
Die ist für mich genau richtig. Meine Füße werden weder heiß, noch schwitzen sie in den Schuhen. Hohe Sommertemperaturen sind also kein Problem. Aber die die S-Pyhre XC9 sind auch nicht „überbelüftet“. Ich friere schnell an den Füßen und benötige bei leichten Rennradschuhen schnell Fußspitzen, die bei etwas kühlerem Wetter den Luftzug im Schuh minimieren. Das wird beim XC9 nicht nötig sein.
Der UVP von 349,99 EUR ist hoch, gar keine Frage. Damit spielt er in derselben Preisklasse wie die Oberklasse-Modelle anderer Hersteller. Allerdings findet man eine einfache Google-Suche Angebote, wie bspw. bei Rose, die den Kaufpreis erträglicher machen. Das ist nicht nur bei Schuhen so. Außerdem bekommt man für sein Geld einen tollen Schuh, an dem man einige Jahre Freude haben wird. Das relativiert den Preis. Spart man am falschen Ende, so wie ich 2017, ist das die schlechtere Entscheidung.
Auch wenn der Shimano S-Phyre XC9* ein Bombenschuh ist, andere Hersteller haben auch gute Schuhe.
Weitere Modelle von Shimano im Überblick
Shimano erweitert sein Angebot an Cross-Country-MTB-Schuhen um mehrere neue und überarbeitete Modelle. Das japanische Unternehmen präsentiert eine breite Palette an Schuhen für unterschiedliche Ansprüche und Preisklassen. Alle Schuhe profitieren von Shimanos S-PHYRE Technologie, die für optimale Kraftübertragung und Komfort sorgt. Die Neuheiten zeichnen sich laut Hersteller durch verbesserte Passformen, höhere Langlebigkeit und bessere Kontrolle im Gelände aus.
S-PHYRE XC903W: Spitzenschuh für Rennfahrerinnen
Der S-PHYRE XC903W wurde speziell für die Bedürfnisse von Cross-Country- und Cyclocross-Rennfahrerinnen auf Weltklasse-Niveau entwickelt. Er basiert auf dem Herrenmodell XC903, wurde jedoch an die weibliche Fußform angepasst. Zwei flache BOA Li2 Drehverschlüsse ermöglichen eine präzise Anpassung der Passform, auch während der Fahrt. Der untere Verschluss ist zusätzlich gegen unbeabsichtigtes Lösen bei Stößen geschützt. Eine spezielle Fersenkappe mit Anti-Twist-Stabilisierung soll für optimalen Halt bei intensiven Sprints und hoher Trittfrequenz sorgen. Das Obermaterial des 304 Gramm leichten Schuhs (Größe 43) verfügt über Perforationen in verschiedenen Größen. Diese sollen laut Shimano die Atmungsaktivität erhöhen und sich unterschiedlichen Fußformen anpassen. Für Grip auf rutschigem Untergrund kommt eine leichte SHIMANO ULTREAD XC Gummiaußensohle mit technischem Profil zum Einsatz. Die Carbonsohle mit niedriger Bauhöhe soll eine effiziente Kraftübertragung über den ganzen Tag ermöglichen. Der S-PHYRE XC903W ist in Größen von 36 bis 44 erhältlich und hat eine unverbindliche Preisempfehlung von 379,95 Euro
XC703 und XC703W: Leistungsstarke Mittelklasse-Modelle
Mit den Modellen XC703 und XC703W (Damenversion) präsentiert Shimano trailtaugliche Rennschuhe der gehobenen Mittelklasse. Sie kombinieren laut Hersteller Komfort und Leistung zu einem attraktiven Preis von 229,95 Euro. Eine Carbon-verstärkte Mittelsohle mit niedriger Bauhöhe soll den Fuß für eine effiziente Tretbewegung stabilisieren. Für Grip im Gelände sorgt wie beim Topmodell eine ULTREAD Gummisohle. Das nahtlose Obermaterial umschließt den Fuß passgenau und soll ganztägigen Komfort bieten. Zwei BOA L6 Drehverschlüsse ermöglichen präzise Anpassungen, wobei der untere Verschluss durch einen Schutzmechanismus vor Stößen geschützt ist. Mit einem Gewicht von 322 Gramm (Größe 43) und einem Steifigkeitswert von 9 (von 12) sind die XC703 Modelle für ambitionierte Fahrer konzipiert. Sie sind in den Farben Schwarz, Silber und Butterfly erhältlich, die Damenversion gibt es in Schwarz. Die Größenauswahl reicht von 38 bis 50, mit Halbgrößen von 41,5 bis 46,5 und breiten Größen von 40 bis 48. Die Damengrößen umfassen 36 bis 44.
XC503 und XC503W: Leichte Einstiegsmodelle mit Renn-Genen
Die XC503 und XC503W Modelle richten sich an Einsteiger, die einen leichten und steifen Cross-Country-Schuh suchen. Sie kombinieren laut Shimano Technologien aus den High-End Rennradschuhen mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis von 169,95 Euro. Die Carbon-verstärkte Nylonsohle wird aus recyceltem Material gefertigt und soll in Kombination mit dem nahtlosen Obermaterial für maximale Kraftübertragung und Stabilität sorgen. Ein einzelner BOA L6C Drehverschluss mit gummierter Oberfläche und Schutzabdeckung ermöglicht eine schnelle und einfache Anpassung während der Fahrt. Mit einem Gewicht von 310 Gramm (Größe 43) und einem Steifigkeitswert von 7 sind die XC503 Modelle etwas weniger auf Renneinsätze ausgelegt als die teureren Varianten. Sie sind in den Farben Schwarz, Sand Beige und Ice Blue erhältlich, die Damenversion gibt es in Schwarz und Sand Beige. Die Größenauswahl umfasst 40 bis 48 in Standardgrößen, 40 bis 50 in breiten Größen und 36 bis 44 für Damen.
XC302 und XC302W: Technologie der Spitzenklasse zum Einstiegspreis
Mit den XC302 und XC302W Modellen bringt Shimano Technologie aus seinen High-End Cross-Country- und Rennradschuhen in ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis von 119,95 Euro. Die Schuhe verfügen über einen neuen BOA-Verschluss mit Schutzabdeckung und eine überarbeitete Schnürung. Dies soll laut Hersteller für noch mehr Fußstabilität und maximale Kraftübertragung sorgen. Eine sichere, handschuhähnliche Passform und die griffige Gummisohle sollen Komfort und Effizienz auf und neben dem Rad gewährleisten. Mit einem Gewicht von 308 Gramm (Größe 43) und einem Steifigkeitswert von 5 sind die XC302 Modelle für Einsteiger und Gelegenheitsfahrer konzipiert. Sie sind in den Farben Schwarz, Ice Gray und Brown erhältlich, die Damenversion gibt es in Schwarz und Surf Blue. Die Größenauswahl reicht von 40 bis 48 in Standardgrößen, 40 bis 52 in breiten Größen und 36 bis 44 für Damen.
SHIMANO XC102 und XC102W
Die neuen SHIMANO XC102 und XC102W sind vielseitige, preisattraktive Radschuhe mit einer flachen, nahtlosen Nylonsohle, die sich sowohl für Outdoor- als auch Indoor-Fahrten optimal eignet. Sie bieten eine gelungene Balance aus Komfort, Kraftübertragung und guter Gehfähigkeit - ein stylischer und erschwinglicher Einsteiger-Schuh.
SHIMANO RC503 und RC503W
Zusätzlich zum XC-Sortiment präsentiert SHIMANO die überarbeiteten RC503 und RC503W Rennradschuhe der Mittelklasse. Diese Schuhe bieten hochwertige Rennrad-Technologie zu einem attraktiven Preis.
Weitere Testberichte und Erfahrungen
Viele Nutzer loben die Shimano XC Schuhe für ihre gute Passform, die einfache Bedienung des BOA-Verschlusses und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Einige empfehlen, die Schuhe eine Nummer größer als die normale Schuhgröße zu bestellen. Besonders hervorgehoben wird der Komfort, die Steifigkeit der Sohle und die Effizienz bei der Kraftübertragung.
Einige Anmerkungen beziehen sich auf die Belüftung, die für kältere Temperaturen möglicherweise nicht ausreichend ist, und auf die Notwendigkeit, bei breiten Füßen die spezielle Wide-Version zu wählen.
Vergleich einiger getesteter Race-Schuhe
| Modell | Gewicht (Größe 44) | Preis | BIKE-Urteil |
|---|---|---|---|
| Cube Peak Pro | 790 g | 150,00 Euro | befriedigend |
| DMT KM30 | 646 g | 239,00 Euro | befriedigend |
| Fizik Vento Overcurve X3 | 699 g | 219,00 Euro | befriedigend |
| Garne G.Dare | 750 g | 209,00 Euro | befriedigend |
| Giant Charge Elite MTB | 722 g | 249,90 Euro | gut |
| Giro Sector | 737 g | 250,00 Euro | sehr gut |
| Mavic Crossmax Elite | 705 g | 175,00 Euro | befriedigend |
| Northwave Rebel 3 | 736 g | 209,00 Euro | sehr gut |
| Scott Vertec | 801 g | 199,95 Euro | sehr gut |
| Shimano XC7 | 678 g | 219,95 Euro | Testsieger |
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