Nach der Vorstellung der neuen Shimano XTR 12-fach Gruppe präsentiert Shimano nun die neue XT 12-fach Gruppe. Damit ziehen die Japaner mit der Konkurrenz gleich und legen in vielen Details visuell sowie technisch noch eins oben drauf. Unser HIBIKE Gravity Teamfahrer Eric Junker wird dieses Jahr mit der Komponentengruppe bei Enduro Rennen und seinen Bike-Trips unterwegs sein.
Die neue Shimano XT 12-fach Gruppe im Detail
Die neuen XT 1×12-fach Kurbeln zeichnen sich durch die DYNAMIC CHAIN ENGAGEMENT + Technologie aus. Deren spezielles hochpräzise gefertigtes Zahnprofil sorgt dafür, dass die Kette auf rauem Gelände optimalen Halt auf dem oberen Teil des Kettenblattes findet. Gleichermaßen gut löst sie sich wieder vom Kettenblatt und stellt somit sowohl Effizienz, Leichtgängigkeit, als auch Geräuscharmut des Antriebs sicher. Verfügbar ist die Kurbel in Boost- und Non-Boost-Spezifikation.
Die Kassetten der XT sind in den Optionen 10-45 Z oder 10-51 Z verfügbar. Für geringe Gangsprünge ist die 10-45er-Kassette optimal. Für eine große Bandbreite hingegen ist die 10-51Z-Version die Wahl. Beide weisen die HYPERGLIDE+ Technologie auf, welche für eine sehr hohe Schaltgeschwindigkeit, Präzision und Leichtgängigkeit sorgt und zu einem leisen Antrieb beiträgt. Die Kassette wiegt 468 Gramm. Die Kassetten verfügen über eine Spider-Konstruktion aus Aluminium.
Die XT HYPERGLIDE+ Kette wurde von Grund auf überarbeitet und optimiert, sie ist ein integraler Bestandteil des neuen Antriebsstrangs. Mit ihren neu geformten Kontaktflächen zu Kettenblatt- und Kassettenzähnen sorgt sie für schnelle, präzise und leichtgängige Schaltvorgänge in beide Richtungen und das auch unter sehr hoher Last.
Mit einer Version für 1-fach- und 2-fach-Systeme sorgen die beiden neuen XT Schaltwerke für schnelle als auch präzise Gangwechsel über den sehr großen Übersetzungsbereich. Leit- und Spannrollen mit 13 Zähnen und ein Gummidämpfer dämmen Geräusche und erhöhen den Fahrkomfort. Zudem sorgen sie dafür, dass die Kette dort bleibt, wo sie sitzen soll - egal was passiert. 281 Gramm wiegt das neue XT Schaltwerk.
Der neue XT I-SPEC EV Schalthebel ist extrem flexibel einstellbar und somit für jeden Fahrertyp stets ergonomisch. 133 Gramm wiegt der neue XT Schalthebel. Die neue DEORE XT kommt wahlweise mit Zwei-Kolben-Bremsen oder Vier-Kolben-Bremsen. Das neue Bremshebel-Design, der nun schräggestellt montiert wird und sich an zwei Punkten am Lenker abstützt, sorgt für mehr Steifigkeit als auch für direkteres Feedback und mehr Bremsleistung. Abgerundet wird dies durch die SERVO WAVE Technologie.
Die bei den Bremsscheiben verwendete ICE TECHNOLOGY FREEZA sorgt für noch bessere Wärmeableitung, was wiederrum eine konsistente Bremsleistung und eine höhere Lebensdauer der Bremsbeläge mit sich bringt. Die neue Bremsscheibe kann nur mit Center Lock Nabe verbaut werden. Grundsätzlich überzeugt das System sehr! Es ist einfach, sicher und dazu noch super schnell montiert. Allerdings sind Center Lock Naben im Mountainbike Sport aktuell nicht weit verbreitetet.
Erster Eindruck und Fahreigenschaften
Für den Test der neuen XT Gruppe wird ein passender Custom Shimano Laufradsatz mit Center Lock Naben gefahren. Sie sind mit HB-MT900 & FH-MT901 Naben, Pancho Wheels Vibe Black Edition Alu TLR Felgen und DT Swiss Competition Speichen ausgestattet. Sie verfügen über eine komfortable Innenbreite von 30 mm - so übersteht man auch die härtesten Trails. Schlichte Laufräder aus dem Hause Shimano mit Scylence-Freilauf sind nur minimal schwerer.
Der erste Eindruck: Ungewohnt leise fliegt man mit dem Trek Enduro Bike durch den Wald. Das liegt an dem neuen Nicht-Sound des Scylence-Freilaufs. Durch den nicht vorhandenen Klang des neuen Scylence-Freilaufs ist es möglich, das Gehör auf die Reifen zu fokussieren. Untergrundwechsel, welche sonst nie durch Geräuschveränderung auffallen, werden nun bewusst wahrgenommen.
Wie erwartet, präsentiert Shimano eine perfekte Schaltung auf höchstem Niveau. Während der Ausfahrt ist die Schaltung sehr leise und sehr präzise. Die Gänge lassen sich durch die neue HYPERGLIDE+ Technologie auch in stark belasteten Situationen oder bei schnellem Antritt einwandfrei schalten. Das gibt dem Fahrer eine gewisse Entspannung und Sicherheit. Probleme wie Kettenklemmer sowie den bekanntlichen „Supergau“, einen Kettenabwurf, sind weit entfernt. Alles in allem fühlt sich die Schaltung sehr kontrolliert, weich und leise an. Das liegt sicherlich auch an der bekannten Shadow+ Funktion. Die Schaltung nimmt stets den richtigen und direkten Weg zum jeweiligen Ziel.
Die Kommando-Ausführung zum Schaltwerk funktioniert tadellos und knackig. Auch das Feedback für den Fahrer setzt Shimano super um. Die genaue Abstufung lässt sofort wissen, dass ein Schaltvorgang vollzogen wurde. Das Schalten in die schweren Gänge ist, wie von Shimano gewohnt, über Zeigefinger als auch Daumen möglich. Des Weiteren ist das Mehrfachschalten in die schweren Gänge sehr positiv aufgefallen.
Besonders gefällt der profilierte Gummi-Einsatz am Schalthebel, der einen griffigeren Untergrund gegenüber einem Hebel aus reinen Metall gibt. Auch bei schlechtem Wetter hat man somit bessere Kontrolle. Durch die passende Lenkerfernbedienung zum Verstellen der Sattelstütze bietet Shimano ein super aufgeräumtes und einheitliches Komplettpaket.
Durch die andere Bauweise der Bremsen ist ein direktes Feedback auf dem Trail spürbar. Die größte Überraschung bringt sicherlich die Lautlosigkeit der Scylence-Nabe mit sich. Das fördert die rasche Beschleunigung und vermindert die unnatürliche Ablenkung.
Es ist spürbar, dass die neue Shimano DEORE XT Gruppe auf dem großen Bruder der XTR Gruppe basiert. Wie gewohnt bringt die Shimano DEORE XT Gruppe eine hohe Schaltgenauigkeit mit sich. Das für den Tester wertvollste Merkmal ist das extrem ruhige und leise Schalten.
Shimano XT Di2: Automatik-Schaltung im Test
Shimano hat die XT Di2 Schaltung vorgestellt, die mit dem Motor kommuniziert und Automatik-Schaltfunktionen bietet. Diese reine E-MTB-Schaltung ist nur mit EP 801 und EP6 kompatibel und verfügt über ein kabelgebundenes System, das über den E-Bike-Akku mit Energie versorgt wird. Die Einstellungen können über das Display-Menü und die E-Tube-App vorgenommen werden.
Kompatibilität und Komponenten
Die neue Shimano Di2-Gruppen XT und Cues funktionieren ausschließlich mit der neuesten Generation der Shimano Motoren EP801 und dem EP6. Die Wahl von Kette und Kassette ist bei der elektronischen Di2 Schaltung entscheidend. Denn nur mit der robusten Linkglide funktioniert auch die Autoshift-Funktion beim Pedalieren unter Last. Mit XT Di2 und Hyperglide ist lediglich die Freeshift-Funktion (Schalten im Rollen ohne Last) freigegeben.
Verschleiß und Haltbarkeit
Mit den Ketten und Kassetten mit Linkglide-Technologie bringt Shimano robuste Komponenten, die explizit auf die höheren Belastungen an E-Bikes ausgelegt sind. Die robustere Konstruktion soll die Haltbarkeit drastisch erhöhen. Außerdem wurden die Schalthilfen der Ritzel so angepasst, dass die Gangwechsel schonender, aber dafür nicht mehr so zackig vonstatten gehen.
Fahreigenschaften der Shimano XT Di2
Die Hebel sind sehr ähnlich platziert wie Mountainbiker es seit Jahren von mechanischen Schaltungen kennen. Der gewählte Gang wird im Steps-Display angezeigt. Die Schaltvorgänge sind knackig, gehen aber eine Nuance langsamer über die Bühne als bei Srams alter AXS. Die Schaltgeschwindigkeit ist durch die Linkglide-Kette und -Kassette begrenzt, nicht durch die Di2-Komponenten.
Free-Shift: Schalten ohne Treten
Mit Free-Shift reicht ein Druck auf den Di2-Hebel, und der Motor lässt den Antriebsstrang auch ohne Pedalumdrehung rotieren. Solange das Bike rollt, ermöglicht das Gangwechsel, ohne zu treten. In der Praxis funktioniert Free-Shift einwandfrei, wenn auch die Schaltvorgänge etwas länger dauern als aus dem Pedalbetrieb gewohnt.
Auto-Shift: Automatikmodus
Im ersten Schritt muss die gewünschte Trittfrequenz ausgewählt werden, an der sich die gesamte Regelung orientiert. In Shimanos E-Tube-App können zwei Automatik-Modi vorprogrammiert werden. Durch den zusätzlichen Knopf am Schalthebel kann man auch während der Fahrt durch die zwei Automatik-Modi wechseln oder gleich ganz manuell die Kontrolle übernehmen.
In der Praxis fühlt sich Auto-Shift nur zuerst ungewohnt an. Doch lässt man sich auf die Automatik ein, erledigt sie auch im Gelände die Schaltvorgänge erstaunlich zuverlässig. Echten Mehrwert liefert Auto-Shift dabei gerade auf flachen Trails oder in Downhills. Denn beim Abbremsen legt die Di2 im Rollen dank Free-Shift gleich den passenden Gang.
Shimano XT im Vergleich
Im Vergleich zur XTR-Gruppe ist die XT-Gruppe optisch sehr neutral und kann in verschiedene Aufbauten farblich gut integriert werden, ohne jedoch optisch langweilig zu sein. Die Ergonomie einer Gruppe wird durch die Kontaktpunkte zum Fahrer bestimmt. Das sind im Grunde Schalthebel und Bremsgriff.
Die Shimano XT Schaltgruppe ist seit vielen Jahren eine feste Größe am Fahrradmarkt und steht wie kaum ein anderer Name für Qualität. Diesem Ruf wird sie auch in ihrer neuesten Ausführung als M8100 voll und ganz gerecht - nun jedoch eben mit deutlich größerer Bandbreite. Die Schaltvorgänge finden fast digital mit dem richtigen Feedback am Schalthebel statt. Aufs kleinere Ritzel können zwei Gänge mit einem Druck geschalten werden. Auch nervöse Schaltvorgänge mit viel Zug auf der Kette bereiteten der XT-Gruppe keine Probleme.
Die XT M8100 als die schönere XTR-Gruppe zu bezeichnen. Die 12-Fach XT Gruppe ist größtenteils in schlichtem Schwarz gehalten. Somit ist die Gruppe optisch sehr neutral und kann in verschiedene Aufbauten farblich gut integriert werden, ohne jedoch optisch langweilig zu sein.
Zudem sind die Schalthebel ergonomisch geformt und schmiegen sich gut an den Daumen bzw. Die Bremshebel sind als Einfinger-Bremshebel ausgelegt, was dem Anspruch der meisten Biker genügen sollte. Shimano setzt auf dieses bewährte Design schon seit einigen Jahren. Die Hebel liegen sehr ergonomisch am Finger an und an der Außenseite sind runde Einsenkungen eingefräst worden, damit man mehr Grip bei den Bremsmanövern hat und der Hebel einem nicht so leicht vom Finder rutscht. Außerdem verfügen die Bremshebel über einen großzügigen Einstellbereich der Griffweite, dieser kann werkzeuglos über einen Drehregler eingestellt werden. So sollte sehr kleine als auch sehr große Hände die richtige Griffposition finden können. Kleine Ausfräsungen am Bremshebel sollen den Grip erhöhen.
Dauertest der Shimano XT M8100
Nach ca. 1500 km mit der Gruppe konnte nur sehr wenig Verschleiß festgestellt werden. Die Kette sitzt noch sehr stabil auf dem Kettenblatt und auch die Zähne an den Kettenblätter und Kassette sehen noch sehr frisch aus. Auch die Bremsbeläge würden wir als sehr haltbar beschreiben.
Vor- und Nachteile der Shimano XT 12-fach
- Vorteile:
- Hohe Schaltgenauigkeit
- Leiser Betrieb
- Ergonomische Hebel
- Robustes Design
- Nachteile:
- Wartungsintensive Shadow+ Dämpfung
- Center Lock Naben für Bremsscheiben benötigt
Technische Daten und Verfügbarkeit
Die Auslieferung der neuen XT und SLX 12-fach-Schaltungen startet ab dem 14. Juni dieses Jahres. Da Shimano keine UVPs kommuniziert, werden diese aktuell von den einzelnen Vertrieben noch kalkuliert.
Zusammenfassung der wichtigsten Punkte
Die Shimano XT 12-fach Gruppe bietet eine hervorragende Leistung und Schaltqualität, die mit der teureren XTR-Gruppe vergleichbar ist. Sie ist robust, zuverlässig und bietet eine hohe Schaltgenauigkeit. Die XT Di2 bietet innovative Automatik-Funktionen, die das Fahren erleichtern können. Allerdings erfordert die Automatik einige Anpassungen, um optimal zu funktionieren.
Verwandte Beiträge:
- Shimano Dura Ace Kassette 11-fach: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano 7-fach Schalthebel rechts: Test, Kaufberatung & Modelle
- Shimano XT 10-fach Schaltwerk: Test, Vergleich & Kaufberatung
- Shimano Tiagra 10-fach Schaltung: Test, Erfahrung & Kaufberatung
- Unvergessliche Radwege im Schwarzwald: Die ultimative Übersicht für Abenteuerlustige
- Shimano SLX CS-M7000 11-fach Kassette im Test – Ultimative Performance & Top Eigenschaften Enthüllt!
Kommentar schreiben