Shimano XT Antrieb im Test: Präzision und Ergonomie auf dem Trail

Die neue Shimano XT-Gruppe wurde in der Einfach-Variante getestet. Die Schaltvorgänge sind knackig und präzise. Die Gangwechsel laufen sauber, leichtgängig, geräuscharm und vor allen Dingen schnell ab.

Schaltpräzision und Technologie

Ob es an der XT HYPERGLIDE+ Technologie in Kassette oder Kette oder aber der DYNAMIC CHAIN ENGAGEMENT + Technologie der Kettenblätter liegt, der neue Shimano Einfach-Antriebsstrang funktioniert sehr gut. Die Schaltvorgänge sind knackig und präzise.

Die Gangwechsel laufen sauber, leichtgängig, geräuscharm und schnell ab. Aus diesem Blickwinkel konnte Shimanos neue 12-fach XT bereits überzeugen.

Ergonomie der Schalthebel

Die neuen Schalthebel haben besonders gut gefallen. Dabei sind es nicht die gummierten Kontaktflächen der Schalt-Paddles, sondern vor allem der Verstellbereich der I-SPEC EV Montage. Damit lassen sich die Hebel in seitlicher Richtung um mehr als 14 mm verschieben und wie gehabt auch in Rotationsrichtung anpassen. Das Thema Ergonomie ist damit definitiv vorbildlich gelöst. Dank 2-Way-Release Technik funktioniert der Schalthebel überdies auch intuitiv - je nach Vorlieben des Nutzers.

Neu ist dagegen die Schaltfunktion beim linken Hebel (nur für 2-fach Aufbauten): der neue Rapidfire Plus Mono Schalthebel weist nur mehr eine Bedienrichtung auf. Der erste Hebeldruck hebt den Umwerfer aufs große Kettenblatt und arretiert ihn dort. Der zweite löst ihn und hebt die Kette aufs kleine Blatt.

Vielseitigkeit und Kompatibilität

Mit der neuen XT möchte Shimano sich so breit wie möglich aufstellen und das Einsatzgebiet sehr variabel gestalten. „We’ve designed the gear ratios to ride efficiently for everyone's needs” ist die Aussage auf der Shimano Homepage. Die Gruppe wird als 1x11, 2x11 und 3x11 angeboten. Wobei die 1x11 Gruppe in Kombination mit einer 11-42 Kassette gefahren wird. 2-fach und 3-fach werden mit einer Bandbreite von 11-40 Zähnen ausgeliefert. Identisch zur großen Schwester, der XTR, lassen sich auch an der XT Kurbel die Spider tauschen. So kann die Einfach-Kurbel jederzeit auf 2-fach umgerüstet werden und umgekehrt.

Optisch kommt die Gruppe offiziell in Schwarz daher. Praktisch ist sie aber eher schwarz-anthrazit.

Details zu den Triggern

Die Trigger machen einen sehr hochwertigen Eindruck und der Daumenhebel ist aus Metall gefertigt und liegt durch seine Länge und Form sehr gut am Daumen an. Der kleine Trigger-Hebel (2-Way-Release-Hebel) kann sowohl mit dem Daumen als auch mit dem Zeigefinger bedient werden, er ist also in beide Richtungen schaltbar. Mit dem Daumen lassen sich in einem Rutsch vier Gänge schalten. Man ist also mit drei Daumen-Moves von unten auf dem obersten 40er Ritzel. Nach unten geht es in sehr knackigen Einer- oder Zweier-Schritten. Die Schalthebel sind dank der I-Spec II-Schelle am Bremshebel montiert und lassen sich dort individuell an die Hand und Vorlieben des Fahrers anpassen.

Shadow Plus Schaltwerk und Umwerfer

Das Shadow Plus Schaltwerk kommt mit einer ultrastarken Feder daher. Die Feder ist so stark, dass schon nach der Montage klar wird, dass eine Kettenführung nicht nötig ist. Bei der Montage des Hinterrades macht der Hebel zur Federhärteverstellung Sinn und der Gebrauch ist hier zu empfehlen. Eine komplette Neuerung ist der High Direct Mount Side Swing Umwerfer. Dieser wird von vorne angesteuert. Auf der einen Seite erleichtert diese Technik das Schalten, auf der anderen Seite ermöglicht sie zukünftig den Rahmenbauern mit dem Hinterrad noch näher an das Sattelrohr zu bauen, da eine Schaltzugführung „hinten herum“, also hinter dem Sitzrohr wegfällt.

Funktion und Performance

Die Schaltung funktioniert einwandfrei und ohne Mucken. Auffällig ist aber der deutliche und knackige Druckpunkt für das Runterschalten am Hinterrad. Der Druckpunkt ist so eindeutig, dass dieser eine wirkliche Unterstützung beim Biken gegeben hat. Den Trigger mit Daumen oder Zeigefinger betätigt, und sofort hauen Gang oder Gänge rein. Ob unter Voll-Last oder Halb-Last, völlig egal. Die Schaltung schaltet sauber, exakt und zuverlässig. Nach oben schalten die Gänge einfach und entspannt. Beim ersten Mal Durchschalten hatte ich nach dem knackigen Runterschalten mit etwas mehr Daumendruck gerechnet. Dem war aber nicht so.

Ein weiterer Pluspunkt ist die hohe Federspannung des Schaltwerkes. Die Kette ist kaum vom vorderen Ritzel gesprungen bzw. gefallen, aber auch nur, weil ich in einem weniger optimalen Moment nach hinten in den Freilauf getreten habe.

Fazit

Die Shimano XT M8000 ist eine sehr unauffällige Schaltgruppe. Sie soll ohne Geräusche, schnell und exakt in den Gang wechseln, den ich brauche. Die Kette soll nicht abspringen und der Verschleiß soll sich ebenfalls in Grenzen halten und das ist der Fall. Shimano hat gezeigt, wie viel Entwicklungspotential nach wie vor in der Schaltung liegt, ohne direkt elektronisch zu werden.

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