Die Shimano XT Bremse ist seit Jahren eine feste Größe an vielen hochwertigen Mountainbikes. Im Laufe der Zeit wurde sie stetig weiterentwickelt, sowohl optisch als auch technisch. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Shimano XT Bremse, insbesondere das Modell für das Hinterrad, und vergleicht es mit anderen Bremsen auf dem Markt.
Design und Ergonomie
Die neueste Version der XT Bremse präsentiert sich mit einer schlankeren Gebereinheit, die eine schmalere Lenkerklemme besitzt. Shimano Shifter lassen sich dank der I-Spec II Kombi-Klemme direkt am Bremshebel montieren. Die individuellen Einstellmöglichkeiten sind erhalten geblieben, so dass die Hebelweite werkzeuglos und der Druckpunkt mit einem Schraubendreher angepasst werden kann.
Die Hebelergonomie der neuen Shimano XT Bremse ist mit dem Vorgängermodell identisch und bietet eine einfache, werkzeuglose Einstellung der Hebelweite. Allerdings konnten bei der Druckpunkteinstellung keine nennenswerten Unterschiede festgestellt werden. Der Druckpunkt ist zwar definiert, aber eher weich, wodurch sich die Leistung gut dosieren lässt. Bei schnellen, aufeinanderfolgenden Bremsungen kann der Druckpunkt jedoch deutlich wandern.
Letztes Jahr erhielten auch die Shimano XT- und SLX-Bremsen das neue Design und die Features der High-End XTR-Bremse. Die Unterschiede zwischen den Modellen sind gering, weshalb die XT M8100-Vierkolbenbremse für einen Dauertest ausgewählt wurde. Im Zahlen- und Kürzel-Gewirr von Shimano ist es jedoch schwer, den Überblick zu behalten. Seit etwa einem Jahr gibt es die aktuelle Vierkolbenbremse auf XTR-, XT- und SLX-Level.
Technische Details und Features
Die großen Highlights der neuen Bremsen-Generation von Shimano liegen im Bremshebel. Dieser ist nicht nur mit einer breiten Klemme am Lenker befestigt, sondern stützt sich beim Bremsen auch an einem zweiten Auflagepunkt am Lenker ab. Dadurch soll der Hebel steifer und das Fingergefühl direkter sein. Typisch für Shimano ist die Servo-Wave-Technologie, bei der die Beläge schnell an die Scheibe gedrückt werden. Im Verlauf des Hebelwegs verändert sich das Hebelverhältnis, wodurch die Bremse kräftiger wird. Genau dadurch erzeugt Shimano das typische Fingergefühl, bei dem die XT M8100 sehr schnell, aber dennoch gut dosierbar zupackt.
Die neu designten Kühlrippen der ICE-TECH-Bremsbeläge sehen gut aus, klappern aber auf ruppigen Strecken. Oftmals hilft es, die Belagfeder etwas weiter zu spreizen und die Beläge neu einzusetzen. Wenn das nichts hilft, kann das Problem mit etwas Klettband zwischen Sattel und Kühlrippen behoben werden. Trotz des anfänglichen Klapperns werden die ICE-TECH-Beläge mit Kühlrippen weiterhin verwendet.
Die schicken ICE-TECH-Bremsscheiben mit den überdimensionalen Kühlflächen kommen mit Dauerbremsen gut zurecht, sind aber nur mit Centerlock-Naben kompatibel. Auf dem Trail überzeugt die Shimano XT M8100-Bremse vor allem mit ihrer Bremspower, die sie auch ohne viel Handkraft früh und konstant bereitstellt. Auch auf langen Abfahrten mit über 1.000 Höhenmetern konnte die hitzebeständige Bremse nicht überfordert werden. Dazu tragen sicherlich auch die leichten ICE-TECH-Bremsscheiben mit Aluminiumkern und großzügigen Kühlflächen ihren Teil bei.
Performance auf dem Trail
Mit den original verbauten Resin-Belägen bietet die XT Bremse in den meisten Situationen ausreichend Power, die sich mit einem Finger abrufen lässt. Bei Vollbremsungen ab 60 km/h trat jedoch starkes Fading auf, und die Scheibe schleifte im Anschluss, was sich aber nach wenigen Minuten wieder legte. Ein ähnliches Bild zeigte sich beim Dauerbremsen: Die Leistung war konstant hoch, aber im steileren Teil der Teststrecke trat deutliches Fading auf. Bei den Metall-Belägen war es ähnlich; während sie im kalten Zustand gefühlt stärker zupackten, ließ die Leistung mit zunehmender Temperatur nach.
Auf dem Trail überzeugt die Shimano XT M8100-Bremse vor allem mit ihrer Bremspower, die sie auch ohne viel Handkraft früh und vor allem konstant bereitstellt. Auch auf langen Abfahrten von 1.000 Höhenmetern und mehr konnte unser Tester trotz seines Gewichts die sehr hitzebeständige Bremse nicht überfordern. Dazu tragen sicherlich auch die leichten ICE-TECH-Bremsscheiben mit Aluminiumkern und großzügigen Kühlflächen ihren Teil bei.
Ein Problem konnte Shimano aber auch mit der neuesten Bremsen-Generation nicht in den Griff bekommen: Der Druckpunkt der Shimano XT M8100-Bremse wandert vor allem auf ruppigen Trails beachtlich. Unser Tester konnte das Druckpunktwandern mit regelmäßigem Entlüften und Überfüllen des Hebels in den Griff bekommen, ganz weg war es allerdings nie. Beim Wechsel der Beläge ist Vorsicht geboten, um die Dichtungen des Bremshebels beim Zurückdrücken der Kolben nicht zu sehr zu belasten. Hier empfiehlt es sich, den Entlüftungstrichter am Hebel anzusetzen und/oder die Druckpunktverstellung ganz zuzudrehen.
Alternativen und Wettbewerb
Die Shimano XT hat über mehrere Jahre bewiesen, dass sie zu den besten Bremsen gehört. Die Konkurrenz hat jedoch nicht geschlafen. Während es in der Vergangenheit nur wenige Alternativen gab, haben andere auf das Niveau aufgeschlossen.
Im Vergleich zu anderen Bremsen auf dem Markt bietet die Shimano XT eine ausgewogene Performance. Hier ist eine Übersicht einiger Alternativen:
- Shimano XTR BR/BL M9100: Bietet maximale Dosierbarkeit, hohe Standfestigkeit und extrem geringen Wartungsaufwand.
- SRAM Level: Vereint exzellente Modulation mit solider Bremskraft.
- Magura MT8 SL: Superleicht und stark, ideal für lange Abfahrten.
- Trickstuff Piccola Carbon: Extrem leicht, aber auch sehr teuer.
Im Trail- und All-Mountain-Bereich gibt es ebenfalls Alternativen, wie:
- SRAM G2: Bietet Dosierbarkeit, Ergonomie, Power und Standfestigkeit.
- Magura MT Trail SL: Kombiniert Vierkolben- und Zweikolben-Sättel für unterschiedliche Anforderungen.
Für E-Mountainbikes, Enduro- und Downhill-Bikes sind folgende Bremsen empfehlenswert:
- Trickstuff Maxima: Bietet maximale Bremspower, ist aber auch sehr teuer.
- Formula Cura 4: Eine schicke Alternative zu Shimano und SRAM.
- Magura MT7 Pro: Vermengt Bremskraft, Modulation und geringen Wartungsaufwand.
Shimano XT Vierkolbenbremse im Detail
Die Shimano XT mit der Bezeichnung BR-M8020 wurde entwickelt, um dem Fahrer mehr Power zur Verfügung zu stellen. Shimano spricht von 20 % mehr Bremskraft gegenüber der kleinen XT mit nur zwei Kolben. Dennoch soll die XT ein akzeptables Gewicht an den Tag legen und mit gewohnter Shimano Performance überzeugen. Bei der hier getesteten Bremse handelt es sich um die Shimano XT BR-M8020. Shimano hat dieser Bremse vor Kurzem ein Update unterzogen.
Die Shimano XT BR-M8020 besitzt vier Bremskolben. Während die vier Kolben des Bremssattels aus Keramik bestehen, um hitzebeständiger zu sein, wurde der Bremssattel zweiteilig und aus Aluminium konstruiert. Der Bremshebel ist ebenfalls aus Aluminium gefertigt.
Die Bremse wurde mit einer 203er Bremsscheibe am Vorderrad und einer mit 180 mm Bremsscheibe am Hinterrad montiert. Wie wir schon einleitend geschrieben haben, hat Shimano mit der XT Vierkolbenbremse eine Bremse, die an fast jedem Mountainbike gut aufgehoben ist. So haben wir sie nicht nur an unserem Enduro Race Bike, sondern auch am Trailbike montiert. Auch an abfahrtslastigen E-Bikes findet man die Bremse in der Ausstattungsliste wieder. Und an allen Bikes konnte uns die Bremse mit einer guten Bremskraft überzeugen, sodass wir uns selten bis nie mehr Bremspower gewünscht haben.
Was die Dosierung anbelangt, ist es unserer Meinung nach oftmals eine Sache der Gewöhnung. Aufgrund der Servowave Technologie fällt der Leerweg etwas größer (20 mm) aus als bei anderen Wettbewerbern. Der Vorteil ist, dass der Abstand der Bremsbeläge zur Bremsscheibe groß ist und die XT kaum anfällig gegenüber schleifenden Bremsscheiben ist. Dennoch mussten wir die Bremse nach der ersten richtigen Tour nochmal ausrichten, weil sich die Scheibe verformt hatte, nachdem sie einmal richtig heiß wurde. Diese Erfahrung haben wir bei allen Bikes gemacht, an denen wir die jeweils neue Bremse bzw. Scheibe montiert hatten. Allerdings hat sich hier der weite Abstand der Bremsbeläge bezahlt gemacht. Einziger kleiner Kritikpunkt: die untere Schraube wird vom Gehäuse leicht „überdeckt“.
Probleme mit Fading, also nachlassender Bremskraft, konnten wir nicht ausmachen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Bremskraft mit den nachgerüsteten Sinter-Metall Bremsbelägen spürbar höher war als mit den organischen Bremsbelägen. Toll ist auch, dass es für die XT einige Bremsbeläge von anderen Anbietern gibt.
Shimano Bremsen wird oft nachgesagt, dass sie einen wandernden Druckpunkt haben bzw. sich gerne aufpumpen. Dies konnten wir bei unseren XT Bremsen nicht feststellen. Generell lässt sich sagen, dass die XT uns mit einem sehr geringen Wartungsaufwand überzeugen konnte - sieht man vom gelegentlichen Entlüften der Bremse ab.
Ergonomie und Anpassung
Ein Aspekt, mit dem Shimano Bremsen schon lange überzeugen können, ist ihre Ergonomie. Das trifft auch auf die XT BR-M8020 zu. Die Entwickler haben viel Wert auf eine optimale Hebelergonomie gelegt. Für die Verstellung der Hebelweite wurde der XT eine große Range spendiert, (40 - 65 mm vom Griff gemessen) sodass jeder seine ideale Einstellung findet, egal ob mit großen oder kleinen Händen. Einstellen lässt sich dies werkzeuglos. Dagegen kann die Verstellung des Leerwegs nicht überzeugen. Hier konnten wir schlichtweg keine Veränderung feststellen, wenn wir an der Free Stroke Schraube gedreht haben. Dennoch haben wir die Schraube genutzt. Beim Entlüften haben wir diese so weit herausgedreht, dass sie gerade noch so im Gewinde saß. Anschließend haben wir die Bremse entlüftet. Danach haben wir die Schraube wieder reingedreht. Die Free Stroke Schraube soll eigentlich dazu dienen, den Leerweg zu verstellen. Eine Funktion konnten wir nicht wirklich feststellen.
Fazit zur Shimano XT Bremse
Die Shimano XT hat sich als sehr treuer Begleiter bewährt. Sie hat sowohl am Enduro Race Bike als auch am Trail Bike überzeugt und auch am abfahrtsorientierten E-Bike hat sie ihren Mann gestanden. An allen Bikes konnte sie mit einer guten Bremskraft sowie einer guten Dosierbarkeit überzeugen. Weiter positiv im Gedächtnis bleibt die geringe Wartungsintensität und Defektanfälligkeit. Auch mit einer optimalen Hebelergonomie sowie einem weiten Verstellbereich der Hebelweite konnte die Shimano XT punkten.
Upgrade von Shimano Deore auf XT Bremse
Viele Mountainbike- und Trekkingradfahrer ziehen ein Upgrade ihrer Bremsanlage in Betracht, um die Performance zu verbessern. Ein häufiger Schritt ist der Wechsel von Shimano Deore zu Shimano XT Bremsen. Dieser Abschnitt beleuchtet die Unterschiede und Vorteile dieses Upgrades.
Unterschiede zwischen Deore und XT Bremsen
Grundsätzlich ist es etwas unfair, einen 2-Kolben-Bremssattel mit einem 4-Kolben-Bremssattel zu vergleichen, da es die Shimano Deore Bremse mit dem Modell BR-M6100 auch als 4-Kolben-Version gibt. Allerdings wird diese Bremse herstellerseitig selten an Fahrrädern verbaut. Der Hauptunterschied der Shimano Deore XT Bremse liegt in der schnelleren und höheren Kraftübertragung. Durch die zwei zusätzlichen Kolben wirken die Kräfte gleichmäßiger auf der gesamten Auflagefläche des Bremsbelages. Der Deore Bremssattel hat einen geraden Bremsleitungs-Anschluss, während die Richtung des Anschlusses beim Deore XT Bremssattel angepasst werden kann, um die Bremsleitung bestmöglich am oder im Rahmen verlegen zu können.
Optische Unterschiede
Nicht außer Acht zu lassen ist die bessere Optik des Deore XT Bremssattels. Er ist hochglänzend in dunkelgrau-metallic lackiert und hebt sich dadurch deutlicher von schwarzen Fahrradrahmen ab als die schwarz lackierte Deore Bremse. Die zusätzlichen Kolben lassen das Gehäuse des Bremssattels wuchtiger wirken, und die Bremsbeläge der Deore XT Bremse besitzen bereits Kühlrippen, die aber auch für den Deore Bremssattel erhältlich sind.
Bremshebel im Vergleich
Die ursprünglich verbauten BL-T6000 3-Finger Bremshebel wurden durch die entsprechenden Hebel der 8100er Produktserie, nämlich den BL-T8100 Bremshebeln, ersetzt. Die Unterschiede sind kaum der Rede wert. Der Deore XT Hebel ist geringfügig leichter. Ansonsten lesen sich die Spezifikationen fast identisch. Beide Hebel besitzen I-SPEC-II kompatible Befestigungsschellen und eine Schraube, mit der sich die Griffweite werkzeuglos einstellen lässt. Die 3-Finger-Version des Deore XT Hebels bietet nicht die Möglichkeit, den Leerhub zu verändern, wie es bei dem 2-Finger Hebel BL-M8100 der Fall ist.
Tabelle: Vergleich Shimano Deore und XT Bremsen
| Merkmal | Shimano Deore | Shimano XT |
|---|---|---|
| Kolben | 2 oder 4 | 4 |
| Bremskraft | Standard | Höher |
| Bremsleitungsanschluss | Gerade | Anpassbar |
| Optik | Schwarz lackiert | Hochglänzend dunkelgrau-metallic |
| Kühlrippen | Optional | Vorhanden |
| Hebelergonomie | Standard | Verbessert |
| Leerhubverstellung | Nein (3-Finger Hebel) | Ja (2-Finger Hebel) |
Erste Eindrücke und Fazit zum Upgrade
Die Bremswirkung der Shimano XT Bremse ist erheblich höher als mit der originalen Shimano Deore Bremse. Vermutlich wird man auch mit der 2-Kolben-Version am Trekkingrad gut auskommen, aber die 4-Kolben-Bremse wurde ja eigentlich für schwere Räder wie E-Bikes entwickelt. Trotzdem lässt sich die Bremskraft auch für leichtere Räder gut dosieren.
Mit der neuesten Generation der XT-Vierkolbenbremse ist Shimano nicht nur optisch ein absolutes Highlight gelungen. Die XT M8100 zählt auch zu den kraftvollsten und standfestesten Bremsen auf dem Markt.
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