Shimano XT Bremshebel Membran wechseln – Eine Anleitung

Als Fahrer eines E-MTB mit einer XT Bremse vorne und hinten, der Bremsflüssigkeit alle 18 Monate wechselt, fiel mir bei einer Pause auf, dass meine Vorderradbremse im Stand jaulte.

Auch nach der Pause waren die Bremseigenschaften den Nachmittag über tadellos, aber beim Abstellen jaulte sie immer noch. Eine Überprüfung der Bremse auf Undichtigkeiten brachte keine Ergebnisse, aber ich war mir eigentlich sicher, dass es aus dem Bereich des Bremssattels kommt.

Wahrscheinlich hängt einer der Kolben (oder ist zumindest schwergängiger). Da das Bike dieses Jahr wohl über fünfhundert Kilometer staubigen Waldboden gesehen hat, gehe ich da morgen gleich mal ran.

Rad demontiert, Bremse gründlich gereinigt. Dabei festgestellt, dass die Membran der innenliegenden (zur Felge hin) Membranen nach innen gewölbt waren. Die Kolben/ Membran der Außenseite saß korrekt. Also Bremse entlüftet.

Kolben und Membran der Vier auf Ursprungseinstellung gesetzt, Vorderrad wieder eingebaut, was auf einen Unterdruck oder festsitzende Koben/ Membran der Innenseite hindeutet.

Bremsflüssigkeit und Wartung

Ein Wechsel der Bremsflüssigkeit in Systemen mit Mineralöl ist ungewöhnlich. Bei DOT Bremsflüssigkeit (SRAM Bremsen) wechselt man, weil die hygroskopisch ist und das gebundene Wasser bei hoher Belastung ausgasen kann.

Also bei mir kommt jedesmal die alte Mineralölsuppe mit einem leichten Schwarzton in den Trichter des Shinano Entlüftungkits.

Tabelle: Empfohlene Intervalle für den Bremsflüssigkeitswechsel

Hersteller Empfohlener Zeitraum
Shimano (Handbuch) 24 Monate
Bremsenhersteller 18 bis 24 Monate

Weitere Schritte zur Fehlerbehebung

1. Laufräder ausbauen und Bremsscheiben prüfen

Um an der Bremsanlage arbeiten zu können, müssen natürlich die Laufräder vom Rad abmontiert werden. Vorher aber kannst Du noch prüfen, ob die Bremsscheiben gerade oder eventuell verzogen sind.

Eine verzogene Scheibe erkennst Du daran, dass sie bei Rotation im Bremssattel seitlich “taumelt“. Ein leichter Verzug ist zu verschmerzen und kann mit einem Richtwerkzeug begradigt werden. Dieser Verzug kann im Fahrbetrieb teils auffallen - Du spürst während des Bremsens ein leichtes, frequentes Pulsieren. Wenn Dich das nicht sonderlich stört, kann die Scheibe ruhig so weitergefahren werden.

Ist die Scheibe stark verzogen, so dass der Bremssattel nicht mehr schleiffrei einstellbar ist, kann es sein, dass sie nicht mehr zu begradigen ist und ausgetauscht werden muss. Nun wird noch die Reibfläche der Scheiben geprüft.

Nimmst Du Dir die Scheibe vor, kannst Du mit dem Fingernagel am Übergang zwischen Reibfläche und Trägerarmen oft eine „Stufe“ spüren. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Reibfläche bereits dünner geworden ist. Mit dem Messschieber kannst Du die genaue Dicke messen. Ist sie nahe der Verschleißgrenze oder gar darunter, muss sie getauscht werden. Diese Verschleißgrenze ist auf der Scheibe aufgedruckt.

Wenn die Scheibe rot- bis bläuliche Verfärbungen aufweist, ist dies ein Indiz dafür, dass sie mindestens einmal auf einer Abfahrt sehr heiß geworden ist. Das darf aber durchaus sein und ist kein Grund zum Austausch - es sei denn, die Scheibe sieht komplett „verglüht“ aus.

Schau Dir auch die Reibfläche genauer an: Siehst Du dort eingebrannte Fragmente der Beläge, hat sich Material dieser gelöst und mit der Scheibe unter Hitzeeinwirkung „verbunden“. Dies ist ein Anzeichen dafür, dass die Bremsbeläge an ihre Belastungsgrenze gekommen sind.

Falls Du organische Beläge nutzt, wäre der Umstieg auf Sintermetall-Beläge ratsam, da diese mehr Hitze vertragen.

Um nichts auszulassen, empfiehlt es sich, noch die Verschraubung der Scheiben an den Naben zu prüfen, idealerweise mit dem Drehmomentschlüssel. Die Drehmomentwerte sind jeweils auf der Scheibe bzw. auf dem Center Lock-Verschlussring aufgedruckt. Findest Du keine Angabe auf der 6-Loch-Scheibe, sind 6-7Nm ein guter Anhaltspunkt. Bei Center Lock ist ein Wert von 40Nm vorgesehen.

Sind die Bremsscheiben verölt oder stark verdreckt, müssen sie gereinigt werden. Hierzu nimmst Du einen herkömmlichen Bremsenreiniger , der auf einen Öl- und fettfreien Lappen gesprüht wird. Damit werden beide Seiten der Bremsfläche gründlich abgewischt.

Anschließend empfehlen wir, noch einmal mit einem in Wasser getränkten Lappen nachzuwischen, denn Bremsenreiniger hinterlässt Rückstände auf der Scheibe, die den Reibwert verringern und somit temporär die Bremsleistung verschlechtern.

Probleme mit den Kolben

Doch einer der 4 Kolben lässt sich nicht zurückdrücken. Er bewegt sich zwar etwas raus wenn ich den Bremshebel betätige, aber eben nicht rein. Habe dann versucht mit einem Kunststoffreifenheber und etwas Kraft von beiden Seiten den Kolben reinzudrücken, aber es hat etwas sandig geknirscht und dann habe ichs gleich sein lassen. Das klingt für mich nach einem kaputten Keramik-Kolben. Sollte der hier sein oder? Das sieht nicht gut aus.

Der Bremssattel muss getauscht werden. Wurde nach Reklamation anstandslos gemacht.

Was mir auch aufgefallen ist: die Bremsscheibe ist schon fast bei der Verschleißgrenze angekommen. Und das nach einem Satz Bremsbeläge (originalverbaut, Resin, ohne Kühlkörper).

Ich habe gerade das gleiche Problem, beim Cube... Ist nun beim Händler und der sagte Sattel muss getauscht werden, er vermutet auf Überhitzung nach dem Alpencross.

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