Klick - ein Geräusch, das zum Radfahren dazugehört. Vor Pausen, an Ampeln und Kreuzungen - klick. Der Fuß wird aus dem Pedalsystem herausbewegt, er ist „frei“ - und beim Losfahren bewegt er sich wieder zurück in das System. In Kombination mit einem steifen Schuh wird so die Kraft aus den Beinen maximal effizient in die Kurbeln eingespeist.
Deshalb schwören nicht nur Rennfahrer, sondern auch Touren-Biker auf diese Kombi. Das Angebot an Pedalen ist groß. Das Grundprinzip aber immer gleich: Die Schuhplatte rastet ein und wird durch eine kurze, zackige Fußdrehung wieder freigegeben. In den Details unterscheiden sich die Modelle aber massiv.
Ob Spangenklemmung oder klassisches SPD-System, Titan- oder Stahlachse, Kunststoff- oder Alu-Körper, das ist nicht zuletzt eine Frage des persönlichen Geschmacks. Wir haben sieben der besonders leichten Pedale am Markt im Labor und in der Praxis getestet, verzichten angesichts der unterschiedlichen persönlichen Vorlieben aber auf Bewertungsnoten.
Die Auswahl an Rennrad-Pedalen
Die Auswahl an Rennrad-Pedalen ist groß - je nach Hersteller und jeweiligem System unterscheiden sie sich hinsichtlich ihrer Auflagefläche, ihrer Auslösehärte und dem „Float“, der Bewegungsfreiheit, die sie trotz einer festen Verbindung ermöglichen - dies kann etwa bei Knieproblemen dabei helfen, eine „natürlichere“ Bewegung zu ermöglichen. Auch wer an seinem Rennrad Gewicht einsparen möchte, kann dies unter anderem mit der richtigen Pedalwahl tun.
Für Offroad-Pedale gelten ähnliche, aber auch einige andere Parameter als für die klassischen Straßenmodelle. Im Alltag ist das ein Vorteil: an der Ampel, in einer überraschenden Situation im Stadtverkehr. Und im Gelände, wenn man das Gleichgewicht bei niedrigem Tempo verliert und den Stand mit einem Fuß auf dem Boden stabilisieren muss. Viele Rennrad-Neulinge beginnen auch auf der Straße oftmals mit Offroad-„Klickies“.
Denn gerade auf Einsteiger können die oftmals sehr starre Verbindung, die teils hohe Auslösehärte und der damit verbundene Kraft- und Technikaufwand beim Ausklicken aus Rennrad-Klicksystemen abschreckend wirken. Viele wechseln erst nach einer Eingewöhnungsphase zum klassischem Rennrad-Drei-Loch-Klicksystem, das in der Regel eine festere Verbindung, weniger Bewegungsspielraum, eine größere Auflagefläche und damit meist eine effizientere Kraftübertragung bietet.
Der Q-Faktor und seine Bedeutung
Der Q-Faktor beschreibt den Abstand zwischen den beiden Montagepunkten der Pedale. Weil die Hersteller unterschiedlich breite Tretlager und gekröpfte Kurbeln produzieren, gibt es unterschiedliche Abstände. Nicht alle Fahrer kommen mit allen Abständen gleich gut zurecht. Ist er zu groß, kann dies bei manchen zu Knieproblemen führen. Pedal-Fabrikate mit kurzen Achsen sollen diese Unterschiede ausgleichen können. Daher ist der Q-Faktor auch bei den Pedalen relevant. Meist liegen die Unterschiede bei nur wenigen Millimetern.
Denn da auch die Schuhe selbst eine gewisse Breite haben, muss die Pedalachse zudem, natürlich, immer breit genug sein, um ein Schleifen des Schuhs an der Kurbel zu vermeiden. Aber auch durch eine andere Montage der Pedalplatten, auch „Cleats“ genannt, lässt sich der Q-Faktor anpassen. Lösen kann man das Problem über zwei verschiedene Wege. Manche Pedalplatten wie etwa jene von Wahoo, Look oder Shimano kann man auch einfach seitlich verschieben.
Generell gilt: Je mehr sich der Druckpunkt der Pedalachse annähert, desto besser, ergo effizienter ist die Kraftübertragung. Eine geringe Bauhöhe des Pedals gilt demnach als vorteilhaft, ebenso wie eine möglichst dünne Sohle. Allerdings: Es handelt sich hier um einen Spielraum von wenigen Millimetern. Um genügend Druck auf das Pedal zu bringen, empfiehlt sich eine große Auflagefläche. Hier ist das Zusammenspiel von Pedal und Schuhplatte von Bedeutung.
Alternative Systeme
Pedal und Schuh werden bei allen Systemen über ein mechanisches System zusammengehalten. Eine Ausnahme bilden hier die Pedale von Magped. Statt eines Feder-Haken-Systems fungieren hier ein Magnet im Pedal und eine Metallplatte im Cleat als verbindende Elemente. Im günstigsten Fall schnappen Pedal und Schuh einfach zusammen. Zum Ausklicken ist kein Drehen des Fußes erforderlich. Man zieht ihn einfach nach oben. Das kann gerade für Einsteiger sehr beruhigend sein.
Magped kategorisiert seine Pedale selbst in den Bereich Tourenfahren ohne zu harte Antritte. Dies deckt sich mit dem Eindruck unserer Tester, denn bei zu starkem Beschleunigen - bei Sprints oder teils im Wiegetritt - löst das Pedal oftmals von selbst aus.
Historische Entwicklung
Bereits im 19. Jahrhundert wurde mit Systemverbindungen experimentiert. Die ersten kommerziellen Versuche machte dann Cinelli Anfang der 1970er-Jahre mit dem Systempedal M71. Das noch in der heutigen Form bekannte Look-Pedal kam 1984 auf den Markt. Neben der klassischen Spiralfeder kommen heutzutage auch gespannte Carbon-Platten zum Einsatz. Das vor wenigen Jahren von Wahoo übernommene Speedplay-System integriert seinen Mechanismus ins Cleat. Auch die deutschen Sportartikelhersteller Adidas und Puma entwickelten einst eigene Pedalsysteme.
Einzelbewertungen ausgewählter Klickpedale
Wir haben sieben leichte Klickpedale getestet und stellen hier die Einzelbewertungen vor:
Crankbrothers Eggbeater 3
Die Crankbrothers Eggbeater sind inzwischen fast schon Ikonen der Simplizität. Die Spangentechnik ist genial puristisch und bietet Schlamm kaum Möglichkeiten anzuhaften. Die Titanvariante ist noch 100 Gramm leichter, kostet aber das Dreifache der getesteten Stahlversion. Ein- und Ausstieg funktionieren top und von allen vier Seiten. Die Härte ist fix. Der Auslösewinkel kann durch den Tausch der Cleats von links nach rechts von 15 auf 20 Grad verändert werden. Die weite Einstellung erfordert aber eine extreme Fußdrehung beim Auslösen.
Preis: 149 Euro Gewicht: 280 g + Cleats 35 g Auslösehärte¹: 5 Nm
Ritchey WCS XC
Wäre man aufgefordert, mit verbundenen Augen zu ertasten, welches das Ritchey- und welches das Shimano-Pedal ist, würde man nur raten können. Die Ritchey-Klickies ähneln den Shimano-Klassikern enorm. Was aber kein Manko ist, sondern im Gegenteil: Die WCS sind so ausgereift und robust wie die legendären XTR-Modelle. Stahlachse, Alu-Körper, strapazierfähige, top gedichtete Lager, großer Einstellbereich. Top!
Preis: 139 Euro Gewicht: 309 g + Cleats 50 g Auslösehärte¹: 5 bis 18 Nm
Time ATAC XC8
Die ATAC des französischen Pedalherstellers haben trotz unterschiedlicher Optik einiges mit den Eggbeatern gemeinsam. Sie bewähren sich seit vielen Jahren bei Rennen, haben aber dennoch Exotenstatus. Ihr Klemmmechanismus funktioniert ähnlich wie der der US-Klassiker, verfügt aber über eine einstellbare Auslösehärte. Das ist praktisch. Ebenso, dass der Schuh auf dem Kunststoffkörper gut aufsteht. Das seitliche Spiel lässt sich über die Cleats einstellen. 12 oder 17 Grad, je nach Schuhseite, an der man die mit L und R markierten Standard-Cleats montiert. Wem 10 Grad lieber sind, der muss die ATAC-Easy-Cleats montieren. Die Funktion der Pedale überzeugt und erinnert an das Feeling der Eggbeater.
Preis: 169 Euro Gewicht: 292 g + Cleats 43 g Auslösehärte¹: 5 bis 10 Nm
Hope Union RC
Die englische Teilemanufaktur Hope ist bekannt für exquisit gestylte Highend-Parts. Auch die Race-Pedale unterstreichen den Premiumanspruch. Die Union RC, die auf den ersten Blick etwas wuchtig wirken, sind detailverliebt gearbeitet. Der Körper besteht aus CNC-gefrästem Alu, die Achsen sind aus Titan. Ausgeliefert wird das Pärchen mit zwei Versionen der hauseigenen Cleats, die verschiedene Auslösewinkel haben. Die Cleats sind recht voluminös und füllen den Montagebereich der Sohle ziemlich aus, der sich bei Schlamm schneller zusetzen kann. Der Klickmechanismus funktioniert exzellent. Knackig, präzise, Shimano-artig.
Preis: 185 Euro Gewicht: 322 g + Cleats 57 g Auslösehärte¹: 6 bis 10 Nm
HT Components Leopard-M2
Die Pedale der Taiwanesen sind eher Insidern bekannt, doch Fahrern wie Nino Schurter, Kate Courtney und Aaron Gwin haben sie schon zu Worldcup-Erfolgen verholfen. Die Verarbeitung ist vom Feinsten. Die Pedalkörper bestehen aus gefrästem Alu, die Achsen sind aus Stahl. Etwas eigen ist die Klemmung mit dem vorne platzierten Schnappmechanismus, was eine kurze Eingewöhnung beim Einstieg erfordert. Ein- und Ausrasten funktionieren aber tadellos. HT bietet vier Cleat-Varianten zum Anpassen des seitlichen Spielraums an. Die Pedale sind in diversen Farben erhältlich.
Preis: 130 Euro Gewicht: 307 g + Cleats 63 g Auslösehärte¹: 7 bis 10 Nm
Xpedo M-Force 8 Titan
Leichtbau in Vollendung: Die filigran wirkenden Xpedo M-Force belasten die Waage dank Titankörper und Titanhohlachse mit gerade mal 216 Gramm. Dennoch sind sie für den Hardcore-Einsatz auf der Rennstrecke ausgelegt und verfügen über drei aufwändig gedichtete Lager pro Seite. Der Schmutz hat bei dem offenen Mechanismus kaum Chancen anzuhaften. Ein- und Ausklicken funktionieren angenehm kernig. Praktisch: Die M-Force sind SPD-kompatibel.
Preis: 299 Euro Gewicht: 216 g + Cleats 62 g Auslösehärte¹: 5 bis 15 Nm
Shimano XTR PD-M9100
Mit dem Text zu den Ritchey-Pedalen ist eigentlich auch schon das Meiste zu den Shimano-Klickies gesagt. Denn diese sind, wie geschrieben, fast technische Zwillinge. Aber nur fast. Der Körper der aktuellen XTR ist durch abgerundete Flächen so gestaltet, dass dem Dreck möglichst wenig Anhaftungsmöglichkeit geboten wird. Ein- und Ausklicken sind eine Wonne. Top: Optional gibt es auch drei Millimeter kürzere Achsen, um den Q-Faktor (durch Boost-Kurbeln) auszugleichen.
Shimano Pedale im Vergleich
Die besten Shimano-Pedale im Überblick:
| Modell | Preis (ca.) | Farbe | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Shimano DEORE XT PD-T8000 | 78 € | Schwarz | Kombipedale, SPD-Klicksystem, viele Anti-Rutsch-Metallstifte |
| Shimano XT PD-M8120 | 84 € | Schwarz | SPD-Klicksystem, geringes Eigengewicht, inklusive Schuhplatten |
| Shimano PD-EH500 | 45 € | Silber | SPD-Klicksystem, Kombipedal mit Plattformseite |
| Shimano PD-R550 Road | 62 € | Schwarz | SPD-Klicksystem, leichte Fahrrad-Pedale, robustes Material |
| Shimano PD-GR500 | 52 € | Silber | Viele Anti-Rutsch-Metallstifte, breite Trittfläche, konkaves Profil |
Klick- vs. Plattformpedale
Ob man sich für Klickpedale oder Flatpedals, auch Plattfrompedale genannt, entscheidet, hängt am Ende hauptsächlich von der eigenen Vorliebe und dem Können ab. Auch die Mountainbike-Disziplin sollte nicht außer Acht gelassen werden, diese ist jedoch kein ausschlaggebender Punkt. Jede Variante hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.
Wer gerade mit dem Mountainbiken begonnen hat oder mit dem Gedanken spielt, damit zu beginnen, dem raten wir eher zu Plattformpedalen. Bei diesem Pedaltyp überwiegt ein Punkt deutlich, nämlich das schnelle und vor allem einfache Absetzen des Fußes. Da der Fuß nur auf dem Pedal steht und nichts über einen Klickmechanismus verbunden ist, kann der Fuß in einer brenzlichen Situation einfach vom Pedal genommen werden.
Erfahrene Biker greifen wiederum gerne zu Klickpedalen, da diese gerade auf verblockten Trails etwas mehr Kontrolle über das Bike geben und der Fuß nicht vom Pedal rutschen kann. Cross-Country Mountainbiker greifen tendenziell eher zu Klickpedalen, da sich so effizienter pedalieren lässt.
Im Gravity-Bereich sind hauptsächlich Plattformpedale an die Kurbeln geschraubt, da hier auch gerne mal in einer brenzligen Situation der Fuß vom Pedal genommen wird. Hier ist vor allem ein griffiges Pedal und griffige Schuhe sehr von Vorteil.
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