Shimano XT Kurbel 10-fach im Test: Eine umfassende Analyse

Für viele Mountainbike-Enthusiasten steht der Austausch der Kurbel an, wobei oft die Wahl auf eine Shimano XT Kurbel fällt. Die Frage nach der Kompatibilität zwischen 9-fach und 10-fach Systemen ist dabei jedoch entscheidend. Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen und gibt einen umfassenden Überblick über die Shimano XT Kurbel.

Die Problematik: 9-fach vs. 10-fach

Viele Fahrer sind mit ihren 27 Gängen zufrieden und sehen keine Notwendigkeit, auf den neuesten Stand der Technik umzusteigen, da 10-fach scheinbar nur eine feinere Abstufung bietet. Andererseits stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, gleich eine XT Kurbel für 10-fach zu kaufen, da 10-fach beim MTB wohl irgendwann Standard sein wird. Shimano gibt jedoch an, dass die XT 10-fach Kurbel nur mit einer superschmalen 10-fach Kette betrieben werden kann.

Einige wichtige Fragen sind:

  • Kann eine XT 10-fach Kurbel mit einer 9-fach Kassette einwandfrei betrieben werden?
  • Muss die Kette (HG-superschmal 9-fach) gegen eine spezielle 10-fach Kette getauscht werden, und funktioniert diese dann gut mit der 9-fach Kassette hinten?

Erfahrungen und Meinungen

Die Erfahrungen der 10-fach Umstellung beim Rennrad zeigen, dass die 10-fach Ketten stabiler als die 9-fach Ketten sind. Die 10-fach Kette läuft ohne Probleme auf der 9-fach Kassette. Die 10-fach Kette ist schmaler und wenn die Schaltung nicht 100% exakt eingestellt ist, dann macht die mehr Lärm. Ersatzteile für Shimano gibt es immer noch bis XTR 7-fach zurück. Also keine Sorge.

Die Jungs von World of Mountainbiking haben Kurbeln getestet und dabei auch 9- und 10-fach Systeme gemischt. Fazit: Wurscht!

Kompatibilität und technische Details

Ketten und Kassetten

Wie Du weiter oben geschrieben hast ist die 10-Fach Kette schmaler als die 9-Fach. Mit einer 10 Fach Kette auf einer 9-Fach Kettenblatt klemmt die Kette wahrscheinlich früher. Vorrausgesetzt die Innenbreite der Kette unterscheidet sich und/oder das Kettenblatt ist bei 10-Fach schmaler. Andersherum ist der Kram abwärtskompatibel.

Bei der neuen Shimano 10fach DynaSys Kette ist es nicht egal ob hinten ein alter 9fach Kranz drauf ist oder ein neuer 10fach. Die neue Kette ist aißerdem Laufrichtungsgebunden und die Steighilfen an der neuen DynaSys Kurbel laufen dadurch einfach ruhiger und springen auch seltener ab. Am Kranz verhält sich das ähnlich. Alle DynaSys Bauteile (XTR/XT/SLX) können gemischt werden. Aber nicht mit 9fach.

Gemischte Gruppen

Unsere Techniker haben die Räder so gut wie möglich eingestellt aber keine Chanche. Gemischte Gruppen bekommt man nie perfekt hin.

Shimano XT im Test: Die 12-fach Generation

Shimano präsentierte die neueste Entwicklungsstufe ihrer ältesten, seit 1982 etablierten XT Gruppe. Diese hört auf den Namen Shimano XT M8100 und um die wahrscheinlich drängendste Frage zu beantworten: Ja, sie „erbt“ den zwölften Gang von der im letzten Jahr vorgestellten XTR Gruppe.

Optionen und Bandbreite

Wie schon bei der Top-Gruppe bietet sich den Käufern der neuen XT die Wahl zwischen 1-fach und 2-fach Antrieben, zwischen der sehr breit abgestuften 10-51 Kassette und auch einer 10-45 Variante für Freunde kleinerer Gangsprünge. Im 1-fach Setup hat man damit 510% (10-51) oder 450% (10-45) Bandbreite. Setzt man vorn auf eine Lösung mit zwei Kettenblättern, kann man sogar satte 632% Bandbreite bekommen - kleinere Gangsprünge gibt’s obendrein. Beide Kassetten setzen auf den neuen Microspline Freilauf.

Kassetten und Kettenblätter

Die Kassetten bestehen aus jeweils 10 Stahl- und zwei Aluminiumritzeln. So bekommt man eine vergleichsweise lange Haltbarkeit bei den kleineren Ritzeln, die meist deutlich öfter beansprucht werden und spart Gewicht bei den beiden größten, die üblicherweise nur während steiler Anstiege zum Einsatz kommen. So konstruiert kommen die Kassetten auf 470g (10-51) bzw. 461g (10-45). Wer vorn mit einem Kettenblatt unterwegs ist, hat die Wahl zwischen 28, 30, 32, 34 oder 36er Kettenblatt, das per Direct Mount direkt am ebenfalls komplett neuen, natürlich hohlgeschmiedeten, Kurbelarm befestigt wird.

Schaltwerke und Schalthebel

All das wird natürlich erst mit den entsprechenden Schaltwerken möglich: Hier gibt’s bei der Shimano XT M8100 zwei: Entweder für 1-fach oder 2-fach Antriebe. Gemeinsam haben sie das vergrößerte obere Leitröllchen mit 13 Zähnen, das die Kettenführung und damit die Schaltqualität verbessern soll. Zu neuen Schaltwerken gehören auch entsprechende Schalthebel: Bei der XT M8100 setzt Shimano (zum Glück…) weiterhin auf den ISPEC-EV Montagestandard, mit dem sich die Schalthebel - falls gewünscht - an der Schelle der Bremsen befestigen lassen.

Bremsen und Laufräder

Neben der Schaltgruppe präsentierte uns Shimano auch die neuen XT Bremsen, die die großen Fußstapfen des Vorgängers füllen sollen. Nicht nur optisch, auch technisch durchaus auffällig kommen die neuen XT Scheiben daher. Sie sind ausschließlich für Centerlock erhältlich und mit der Icetec Freeza Technologie ausgestattet. Zu guter Letzt gibt’s auch neue Laufräder aus der XT Reihe: Wie bei den Bremsen hat man auch hier die Wahl zwischen einer Variante für die XC Racer und Marathonisti und den Trail- und Enduropiloten.

Performance auf dem Trail

Schon auf den ersten Metern im Uphill zeigte sich ein deutlicher Unterschied zum Vorgänger. Die Schaltwechsel gingen spürbar schneller vonstatten, ohne jedoch das Shimano-typische smoothe Schaltverhalten vermissen zu lassen. Selbst ungeschickte Schaltvorgänge mit großen Druck auf dem Pedal brachten die Gruppe nicht aus dem Tritt. Auffällig war die geringe Geräuschkulisse der Gruppe - eine Wohltat für jeden Fahrer. Wir waren mit der neuen 4-Kolben Anlage unterwegs - mit einem Wort: Bissig! Knackiger Druckpunkt, geballte Bremspower ohne dabei große Abstriche bei der Dosierbarkeit machen zu müssen.

Alternative: 1x10-fach Umrüstung

Seit vor einiger Zeit Sram mit der XX1 Gruppe die erste 1x11-fach Gruppe auf den Markt gebracht hat, ist der Trend, nur noch mit einem Kettenblatt an der Kurbel zu fahren, nicht mehr aufzuhalten. Aber da es relativ teuer ist, direkt komplett umzusteigen, um das Prinzip auszuprobieren, habe ich mich dazu entschieden, zunächst die günstigere „light“ Version mit 1x10-fach zu testen und zu schauen, ob es sich für meine Anforderungen überhaupt lohnt, von 2 auf 1 Kettenblatt umzusteigen.

Montage und Komponenten

Nachdem die Teile geliefert wurden, war das 40T-REx schnell montiert. Dafür musste die Kassette nur um das 17er Ritzel erleichtert und das 40er einfach hinter dem 36 Zahn Ritzel auf dem Freilaufkörper montiert werden. Um weiterhin vernünftig schalten zu können und die Umschlingung des Schaltwerks an den größeren Umfang des Ritzels anzupassen, musste nur die Schraube für den Endanschlag durch ein längeres Modell ersetzt werden, welches aber schon zum Lieferumfang des 40T-REx gehört.

Erfahrungen auf dem Trail

Besonders angenehm ist die Kombination des einen Kettenblatts und der größeren Abstufung der Kassette in Rennsituationen, da die Schaltvorgänge mit nur einem Shifter wesentlich schneller vonstattengehen und man sich keine Sorgen mehr um die Position des Umwerfers machen muss.

Shimano Deore XT Trekking T6000

Shimano stellt jetzt den Nachfolger der Deore Trekking-Gruppe vor. Sie erbt einige Merkmale der Top-Gruppe Shimano XT, bleibt aber beim bewährten 3×10-Standard.

Wesentliche Neuerungen

Wesentliche Neuerungen der 2018er Deore-Gruppe mit dem Kürzel T-6000 sollen ein Schaltwerk im Shadow-Design wie bei den MTB-Gruppen sein sowie für den Trekkingeinsatz optimierte Scheibenbremsen mit 3-Finger-Bremshebeln.

Schalthebel und Bremsen

Geschaltet wird bei der neuen Deore mit Rapidfire-Plus-Hebeln für vorne und hinten. Die neuen hydraulischen Scheibenbremsen wurden laut Shimano speziell für die spezifischen Anforderungen im Trekking-Einsatz optimiert. Für die entsprechende Verzögerungsleistung, die ebenfalls gezielt für das Trekking-Segment angepasst wurde, sorgen die BR-T615 Bremssättel, die für eine denkbar einfache Wartung mit der One-Way-Bleeding Technologie ausgestattet sind.

Kurbel und Schaltwerk

Für einen breiten Überetzungsbereich setzt Shimano auf die Hollowtech II-Kurbel mit 48-36-26 Zähnen im 4-Arm-Design. Das 10-fach Schaltwerk (RD-T610) besitzt eine für den Trekking-Einsatz optimierte Federspannung, die gewohnt geringe Bedienkräfte ermöglicht.

Shimano XTR im Detail

Die Elffach-XTR-Gruppe ist wie ein Ferrari-Motor: ein absolutes Highend-Produkt mit tadelloser Funktion bei geringstem Gewicht, allerdings teuer im Unterhalt.

Kurbel

Bereits nach wenigen hundert Kilometern sahen die Kurbelarme aus, als wäre jemand mit dem Schmirgelpapier drübergegangen. Hier scheint die Beschichtung nicht so widerstandsfähig zu sein wie bei den Vorgängerkurbeln.

Kette

Bei der Haltbarkeit enttäuschte uns die speziell beschichtete Kette allerdings: Bereits nach 1500 Kilometern war das 50 Euro teure Bolzen-Laschen-Konstrukt laut Verschleiß-Lehre reif zum Wechseln. Das geringe Gewicht der schmalen 11-fach-Kette scheint auf Kosten der Haltbarkeit zu gehen.

Kassette

Nachdem wir nach 1500 Kilometern eine neue Kette montiert hatten, rutschte sie unter Last übers 11er-Ritzel drüber. Alle anderen Ritzel der 300 Euro teuren Kassette funktionierten allerdings einwandfrei.

Schalthebel

Die Schaltvorgänge sind sehr direkt. Der Hebelweg am Umwerfer unterscheidet sich nicht spürbar von einer aktuellen XT. Die abgedichteten Zughüllen samt der Polymer-beschichteten Züge funktionieren nach 2000 Kilometern einwandfrei und reibungsarm.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Die Wahl der richtigen Kurbel und des passenden Systems hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Ob 9-fach, 10-fach oder 12-fach - jede Option hat ihre Vor- und Nachteile. Die Shimano XT Kurbel bietet in allen Varianten eine hohe Qualität und Zuverlässigkeit.

Tabelle: Vergleich Shimano XT M8100 Kassetten

Merkmal 10-51 10-45
Bandbreite 510% 450%
Gewicht 470g 461g
Material Ritzel 10 Stahl, 2 Aluminium 10 Stahl, 2 Aluminium

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