Shimano XT M8100 Kettenblatt Test: Die Ikone unter den Schaltungen im Detail

Dass Shimano die neue XT M8100 12-fach-Schaltung vorstellt, war absehbar. Dass die Japaner aber auch die Shimano SLX M7100 mitliefern, ist eine Überraschung. Beide Schaltungen setzen auf die bewährten Features der High End Gruppe XTR. Viele Shimano-Fans haben darauf sicher gewartet: Endlich gibt es die Ikone unter den Schaltungen, die Shimano XT, auch als 12-fach-Variante.

Ein überfälliges Update für die Japaner, schließlich hat SRAM den Markt an 12-fach-Schaltungen in den letzten Jahren klar dominiert. Auch die Top-Gruppe XTR ist aufgrund von Lieferproblemen nicht richtig aus den Startlöchern gekommen. Das alles soll sich nun mit der Vorstellung der neuen XT und SLX 12-fach-Schaltungen ändern.

Technische Details und Features

Die neue Shimano XT M8100- und auch SLX M7100-Schaltungen sind sowohl als 1-fach-Antrieb mit großer 10-51-Kassette als auch als 2-fach-Variante mit 10-45-Kassette erhältlich. Dank der neuen ergonomischen und leichtgängigen I-SPEC EV-Hebel mit größerem Einstellbereich lassen sich beide Gruppen umfassend an die Vorlieben der Fahrer anpassen. Viele der Technologien der Top-Gruppe XTR, finden sich auch in der XT- und SLX-Ausstattung.

So verfügen beide z. B. über das HYPERGLIDE+ System. Was wie aus einer Durex-Werbung klingt, sorgt dafür, dass die Kette fast ohne Kraftunterbrechung und sehr leise über die Ritzel gleitet. Sowohl für die Shimano XT als auch für die SLX gibt es außerdem zwei neue Bremsen, alle Infos dazu haben wirin einem gesonderten Artikel für euch aufbereitet.

Bei den neuen Shimano XT- und SLX-Schaltwerken kommen jeweils Umlenkrollen mit 13 Zähnen zum Einsatz. Für beide Gruppen gibt es je ein 1-fach- und ein kürzeres 2-fach-Modell. Natürlich verfügen alle Varianten über einen integrierten Dämpfer. Der Hauptunterschied zwischen dem XT- und dem SLX-Modell liegt sowohl in der Oberflächenbearbeitung als auch darin, dass die Rollen der XT kugelgelagert sind. In Sachen Gewicht trennen XT und SLX beim 1-fach-Modell 32 g zugunsten der XT.

Beide Kassetten verfügen entweder über eine Bandbreite von 10-51 (1-fach) Zähnen oder 10-45 Zähnen (2-fach). Sie sitzen auf einem MICRO SPLINE-Freilauf und besitzen die von der XTR bekannte HYPERGLIDE+ Technologie für schnelle und leise Schaltvorgänge. Die XT-Kassetten bestehen aus zehn Stahlritzel und zwei Alu-Ritzeln, die auf einem Alu-Spider sitzen.

Kurbeln und Kettenblätter

Bei den Kurbeln gibt es zwischen XT und SLX einige Gemeinsamkeiten. Beide besitzen HOLLOWTECH II-Kurbelarme, sind als 1- und 2-fach-Variante erhältlich und verfügen über das Narrow-Wide-Zahndesign, um die Kette optimal auf dem Kettenblatt zu halten. Während die XT 1-fach-Kurbel mit Direct-Mount-Kettenblättern von 28-36 erhältlich ist, muss man auf das kleinste und größte bei der SLX verzichten - allerdings ist die Kurbel mit den XT- und XTR-Blättern kompatibel.

Auch bei der Kurbellänge bietet die XT mehr Optionen und ist neben 166, 170 und 175 mm auch als 180er Version erhältlich. Auf die ganz lange Kurbel muss man bei SLX verzichten. Natürlich gibt es beide für verschiedene Achsstandards.

Schalthebel und Ergonomie

Das Zauberwort des neuen Shimano SLX- und XT-Schalthebel lautet I-SPEC EV. Das neue System ermöglicht es dem Fahrer, die Position der verschiedenen Hebel optimal an die Ergonomie der eigenen Hand abzustimmen. Der Hauptunterschied liegt im Inneren der Griffe. Während der XT-Hebel über die bekannte Multi-Shift-Funktion verfügt, um gleichzeitig zwei Gänge schwerer zu schalten, sucht man dies beim SLX-Modell vergebens. Außerdem besitzt der XT-Hebel gummierte Daumen-Pads, beim SLX-Hebel setzt Shimano auf eine Riffelung.

Shimano bietet für 2-fach-Antriebe je auch einen Einzelhebel für die linke Seite an. Beim Gewicht sind die Unterschiede marginal. Die 12-fach SLX- und XT-Kette unterscheidet sich einzig durch ihre Oberflächenbehandlung. Beide Ketten besitzen eine überarbeitete Innenseite, um das Kettenmanagement auf den Ritzeln zu verbessern. Das Gewicht ist mit 252 g bei beiden Ketten identisch. Im Lieferumfang ist jeweils ein Kettenschloss enthalten. Beide Ketten kommen von nun an mit einem Kettenschloss anstelle des Nietpins.

Fahrtest und Performance

Wir hatten die Möglichkeit, sowohl die neue Shimano XT als auch die SLX 12-fach-Schaltung bereits einem ersten Test zu unterziehen. In Girona fuhren wir einen Tag mit der XT auf einem Cross-Country Rennkurs, mit der SLX waren wir einen Tag auf einer Enduro-Tour unterwegs. Beide Schaltungen funktionierten während des Tests ohne Probleme. Besonders beeindruckend bei beiden war der schnelle und präzise Gangwechsel.

Selbst wenn wir in einem völlig ungeeigneten Moment unter Volllast zwei Gänge auf einmal leichter geschaltet hatten, setzte die Schaltung dies problemlos und ohne großes Krachen oder Verzögerungen um.Die Kette wandert sehr leise aber definiert von Ritzel zu Ritzel. Das Schaltgefühl des XT-Hebels ist dabei noch knackiger und präziser. Gangwechsel unter Volllast?

Gleich geblieben ist der von Shimano im Vergleich zu SRAM eher lange Hebelweg. Die Möglichkeit, beim XT-Hebel gleich zwei Gänge auf einmal herunterzuschalten, empfinden wir als genial - aus diesem Grund würden wir persönlich immer den Mehrpreis für das XT-Modell investieren. Dank der großen Bandbreite stellen auch lange und steile Uphills für keine der beiden Schaltungen ein Problem dar.

Bei der Enduro-Tour haben wir bewusst die Kettenführung ab der Hälfte der Tour demontiert und konnten dennoch keinen Kettenverlust verzeichnen. Die Dämpfung arbeitet sehr effizient und beide Antriebe sind angenehm leise.

Eignung für E-Mountainbikes

Laut Shimano ist sowohl die neue SLX als auch XT-Schaltung problemlos für den Einsatz am E-Mountainbike geeignet. Einen speziellen Schalthebel braucht es demnach nicht. Da die SLX-Kassette über ein weiteres Stahlritzel verfügt, sollte sie hier langlebiger sein.

Fazit

Mit der neuen Shimano SLX und XT 12-fach-Schaltung sind die Japaner zurück im Rennen am Schaltungsmarkt. Große Bandbreite, schnelle Schaltvorgänge und super geschmeidige Gangwechsel wissen zu überzeugen. Im Vergleich zur SLX wirkt die neue XT noch etwas knackiger und hochwertiger. Allerdings wird der Preis zeigen, ob sie das Upgrade wirklich wert ist. Rein funktional gibt es schon bei der günstigen Gruppe nichts zu meckern.

Eric Junker testet die Shimano DEORE XT Gruppe

Unser HIBIKE Gravity Teamfahrer Eric Junker wird dieses Jahr mit der Komponentengruppe bei Enduro Rennen und seinen Bike-Trips unterwegs sein. Eric Junker hat sichtlich Spaß beim Test der neuen Shimano DEORE XT Gruppe. Die Gänge lassen sich durch die neue HYPERGLIDE+ Technologie auch in stark belasteten Situationen oder bei schnellem Antritt einwandfrei schalten.

Bei der neuen Shimano XT habe ich das Gefühl, als wenn ihr das nichts ausmacht: die Kette wird ebenso sanft und vor allem leise wie bei entspannten Schaltvorgängen geführt. Das gibt mir als Racer eine gewisse Entspannung und Sicherheit.

Alles in allem fühlt sich die Schaltung sehr kontrolliert, weich und leise an. Das liegt sicherlich auch an der bekannten Shadow+ Funktion. Die Schaltung nimmt stets den richtigen und direkten Weg zum jeweiligen Ziel.

Der profilierte Gummi-Einsatz am Schalthebel gibt mir endlich einen griffigeren Untergrund gegenüber einem Hebel aus reinen Metall. Auch bei schlechtem Wetter habe ich somit bessere Kontrolle. Durch die passende Lenkerfernbedienung zum Verstellen der Sattelstütze bietet Shimano ein super aufgeräumtes und einheitliches Komplettpaket. Auf den ersten Blick hat sich an den neuen Shimano DEORE XT Bremsen kaum etwas geändert.

Es ist spürbar, dass die neue Shimano DEORE XT Gruppe auf dem großen Bruder der XTR Gruppe basiert. Wie gewohnt bringt die Shimano DEORE XT Gruppe eine hohe Schaltgenauigkeit mit sich. Mit ihrem ansprechenden modernen Design passt sie an wirklich jedes Bike und ist in Windeseile montiert. Das für mich wertvollste Merkmal ist das extrem ruhige und leise Schalten.

Shimano XT M8100 1x12-fach Gruppe I-Spec EV 175mm 10-51

Die ursprüngliche Mountainbike-Gruppe setzt ihr Vermächtnis fort: die XT M8100 1x12-fach Gruppe von Shimano. Die Mountainbike-Gruppe der ersten Stunde setzt ihr Vermächtnis fort, den Standard für die MTB-Enthusiasten dieser Welt zu setzen.

Seit nunmehr fast drei Jahrzehnten zeichnet sich die DEORE XT durch bewährte Langlebigkeit, Zuverlässigkeit und Leistung aus. SHIMANO hat alles dafür getan, diesem Anspruch gerecht zu werden und bringt mit der DEORE XT M8100 auch im Jahr 2019 Spitzentechnologien für Mountainbikes an den Start.

Shimano XT FC-M8100-1 12-fach Kurbel 175mm ohne Kettenblatt

Die Shimano XT FC-M8100 1x12-fach Kurbel mit 172 mm Q-Faktor, 52 mm Kettenlinie und 142 / 148 mm Einbaubreite steht für höchste Antriebseffizienz bei geringem Gewicht. Sie bietet optimale Kraftübertragung und maximale Geschwindigkeit für das neue XT-System, die nur auf 1 Kettenblatt setzen. Die überwiegend auf 1-fach-Systeme setzen, steht eine große Bandbreite an Kettenblättern (28Z bis 36Z) zur Verfügung.

Die neuen XT 1x12-fach Kurbeln zeichnen sich durch die DYNAMIC CHAIN ENGAGEMENT+ Technologie aus, deren spezielles hochpräzise gefertigtes Zahnprofil dafür sorgt, dass die Kette auf rauem Gelände optimalen Halt auf dem oberen Teil des Kettenblattes findet, sich unten aber gleichermaßen gut wieder vom Kettenblatt löst und damit Effizienz, Leichtgängigkeit und Geräuscharmut des Antriebs sicherstellt.

Für schnelle und sichere Montage der Kettenblätter sind die Kurbeln mit einem Direct-Mount-System ausgestattet, das den Kettenblattwechsel in Windeseile ermöglicht.

Shimano XT SL-M8100 I-Spec EV 12-fach Schalthebel

Der XT SL-M8100-I 12-fach Rapidfire Plus Schalthebel von Shimano mit neuer I-Spec EV Konstruktion zeichnet sich durch ein leichtes, ergonomisches und kompaktes Design aus. Dazu wurde die intuitive Bedienung der Lenkerelemente noch einmal deutlich optimiert, was im Renngeschehen die entscheidenden Zehntelsekunden an Vorteil bedeuten kann. 14 mm stehen mit I-SPEC-EV für die Einstellung in Längsrichtung, 60° für die Anpassung in Rotationsrichtung zur Verfügung, sodass jeder Fahrer ein zu seiner individuellen Anatomie oder zu seinen Vorlieben passendes Setup vornehmen kann.

Dieser besondere Fokus, den die Entwickler aufs Schalten gelegt haben, kommt dem Fahrer letztlich dadurch zugute, dass er seinen Fokus weg von der Bedienung und voll aufs Renngeschehen richten kann.

Shimano XT RD-M8100 12-fach Schaltwerk

Das Shimano XT RD-M8100 12-fach Schaltwerk zeichnet sich durch ein elegantes, aber zugleich aggressiv angewinkeltes Design und eine attraktive anodisierte Aluminium-Oberfläche aus. Für verbesserte Schaltperformance sorgen unter anderem neue, große Leit- und Spannrollen mit 13 statt bislang 11 Zähnen.

Shimano XT CS-M8100 12-fach Kassette 11-51

Die Shimano CS-M8100 mit Hyperglide+ für schnelleres Schalten ist die passende Kassette zur neuen XT 12-fach Gruppe. Die neu gestaltete Kassette und Kette des HYPERGLIDE+-Antriebs stehen für das MTB-Touring der neuen Generation - mit verbesserter Geschwindigkeit, Schalteffizienz und Laufruhe auf jedem Terrain.

Der Ausgangspunkt für diese Neuentwicklung im Antriebsbereich war das Ziel, möglichst geringe Schaltschritte zu realisieren, damit die Trittfrequenzsprünge beim Schalten möglichst klein bleiben, Rhythmus und Vortrieb aufrecht erhalten werden und damit letztlich die Geschwindigkeit hoch gehalten wird. Die 10-51-Kassette ist dagegen die ideale Wahl für Trail-Rider, die damit auch steilste Rampen in Angriff nehmen können.

Shimano XT CN-M8100 12-fach Kette mit Quick-Link

Die spezielle Konstruktion der neuen Shimano XT CN-M8100 12-fach Kette sorgt für ein verbessertes Schaltverhalten und einen ruhigeren Lauf - selbst in rauem Terrain. Der ebenfalls neue SM-CN910-12 Quick-Link-Ver­schluss ermöglicht die einfache Montage. Mit ihren hochpräzise geformten Kontaktflächen zu Kettenblatt- und Kassettenzähnen sorgt sie für schnelle, präzise und leichtgängige Schaltvorgänge in beide Richtungen selbst unter höchster Last. Chromierte Innenlaschen erhöhen die Haltbarkeit nochmals spürbar.

Technologien im Detail

DYNAMIC CHAIN ENGAGEMENT+

Spezielles Zahnprofil SHIMANOs DYNAMIC CHAIN ENGAGEMENT+ ist ein spezielles Zahnprofil für Einfach-Kettenblätter in den Einsatzbereichen XC, Enduro und Trail. Es verbessert den Rückhalt und die Führung der Kette und erleichtert das Pedalieren auch in rauem Gelände.

HOLLOWTECH II

Perfekte Ausgewogenheit zwischen Steifigkeit, Stabilität, Gewicht und Rotationseffizienz. Das Konzept der HOLLOWTECH II Technologie wurde auf die Fertigung einer optimierten Kurbelgarnitur ausgerichtet, die den Kraftaufwand des Fahrers für den Antrieb minimiert.

Instant Release

Der Instant Release-Schaltvorgang ersetzt den zweistufigen Klick- und Freigabevorgang. Beim Instant Release wird der Zug sofort bei Betätigung des Hebels freigegeben und so der schnellstmögliche Gangwechsel erreicht.

2-Way Release

Der Auslösehebel eines RAPIDFIRE Plus Schalthebels wird wie der Abzug einer Pistole in Richtung Griff gezogen. Mit ihm kann zudem jedoch wahlweise auch per Daumendruck geschaltet werden.

Rapidfire Plus

Seit 1985 wird RAPIDFIRE Plus von Mountainbikern eingesetzt. Der Fahrer kann mit einem Schalthub um bis zu drei Gangstufen zurückschalten.

Rapidfire Plus Mono

Der RAPIDFIRE PLUS MONO-Hebel ist ein bedienerfreundliches und einfaches vorderes Schaltelement in leichter und kompakter Bauweise.

Shimano MTB-Schaltungen im Überblick

Shimano Schaltungen gelten bei MTB-Sportlern seit Jahren als ausgereifte und stets verlässliche Schaltgruppen mit Top-Performance.

Shimano XT M8100

Diese Schaltung wird im Modelljahr 2020 für Wirbel sorgen: Das erste Mal in der Geschichte der XT kommt die Mittelklasseschaltung aus Japan in einer 1x12-Version auf den Markt. Mit der exakten Bandbreite wie die Topgruppe XTR (10-51 Zähne auf der Kassette) bietet das Modell eine enorme Bandbreite und modernste Technik.

Shimano SLX M7100

Günstiger und schwerer: Das ist meist das Credo der SLX-Gruppe im Vergleich zur Mittelklassegruppe XT. In Sachen Funktion und Performance steht die SLX der Schwestergruppe nur in wenigen Dingen nach.

Shimano XTR M9100

Mit der M9100 stellten die Japaner 2018 ihre erste 1x12-Mountainbike-Schaltung vor. Weiterhin bietet Shimano die Topgruppe mit Umwerfer an, die 2x12 Antriebe kommen mit einer speziellen Kassette, deren Spektrum 10-45 umfasst. Typisch XTR fällt das Gewicht der Topgrupe angenehm gering aus.

Shimano XTR M9000 Di2

2014 präsentierte Shimano die erste elektronische Schaltung fürs Mountainbike. Die Gänge werden von einem elektronische Stellmotor am Schaltwerk gewechselt, der seine Befehle vom Schalthebel per Kabel übermittelt bekommt.

Shimano XTR M9000

In der mechanischen Ausführung ist die Shimano XTR noch günstiger als ihre elektronische Schwestergruppe mit Di2-Technik zu haben. Die M9000 ist als Zweifach-Gruppe entwickelt, alle 2x11-Varianten kommen mit speziell verstärkten Schaltwerk, welches mit Shadow Plus Technologie Kettenschlagen verhindern soll.

Shimano XT M8000

Für Sparfüchse die eine solide Gruppe für wenig Taler suchen, kommt die M8000er XT in die engere Auswahl: Die Gruppe ist als 2x11-Gruppe entwickelt worden, dennoch kann man sie einfach auf eine kompakte 1x11-Gruppe umrüsten.

Shimano XT M8000 Di2

Nachdem Shimano die elektronische Di2-Technologie auf der XTR präsentierte, rollten die Japaner ihre Elektro-Offensive auch auf die Mittelklassegruppe XT aus. Hauptsächlich ergibt die Di2-Technologie für Biker Sinn, die auf einen Zweifach-Antrieb setzen wollen.

Die Shimano XT M8100 im Dauertest

Mit der XTR M9100 wagte Shimano 2018 den ersten Schritt in Richtung 12-fach Mountainbike-Gruppen. Knapp ein Jahr später wurde das 12-fach Vergnügen mit der Shimano XT M8100 erschwinglicher und zugänglicher für die Massen. Zum Launch haben wir die Gruppe bereits umfangreich vorgestellt.

An unserem Ibis Ripley Testbike haben wir die komplette XT-Gruppe montiert, um einen möglichst guten Gesamteindruck zu bekommen. Bei der Übersetzung haben wir uns für 30er Kettenblatt entschieden und diese mit der 10-51 Kassette kombiniert. Allerdings erfordert es für die Kassette den neu entwickelten Microspline-Freilauf.

Dazu passend haben wir auch die Trail-Variante der Bremssättel gewählt mit vier statt zwei Bremskolben und zusätzlichen Kühlrippen. Bei der Markteinführung lag der Preis für die XT M8100 bei ca.950 Euro, mittlerweile bekommt man die Komplettgruppe (Anfang 2021) aber schon für ca. 760 Euro. Im Vergleich dazu kostet die XTR-Gruppe in gleicher Ausführung in etwas das Doppelte, wobei man damit lediglich ca.

Persönlich würde ich fast soweit gehen, die XT M8100 als die schönere XTR-Gruppe zu bezeichnen. Die 12-Fach XT Gruppe ist größtenteils in schlichtem Schwarz gehalten. Somit ist die Gruppe optisch sehr neutral und kann in verschiedene Aufbauten farblich gut integriert werden, ohne jedoch optisch langweilig zu sein.

Die Ergonomie einer Gruppe wird durch die Kontaktpunkte zum Fahrer bestimmt. Das sind im Grunde Schalthebel und Bremsgriff. Bei der XT-Gruppe sind diese durch die I-Spec Technologie ergonomisch und aufgeräumt am Lenker befestigt. So sind Schalt- und Bremshebel gut angeordnet, um diese jederzeit gut erreichen zu können. Der Schalthebel kann zusätzlich nach links und rechts um ca. Hochgeschalten wird mit dem kleineren Hebel dieser kann mit Druck und Zug ausgelöst und mit dem größeren Hebel wird heruntergeschaltet, beide Hebel haben eine griffige Oberfläche, so rutscht man selbst bei nassen und schlammigen Bedingungen nur schwer beim Schalten ab.

Zudem sind die Schalthebel ergonomisch geformt und schmiegen sich gut an den Daumen bzw. Die Bremshebel sind als Einfinger-Bremshebel ausgelegt, was dem Anspruch der meisten Biker genügen sollte. Shimano setzt auf dieses bewährte Design schon seit einigen Jahren. Die Hebel liegen sehr ergonomisch am Finger an und an der Außenseite sind runde Einsenkungen eingefräst worden, damit man mehr Grip bei den Bremsmanövern hat und der Hebel einem nicht so leicht vom Finder rutscht.

Außerdem verfügen die Bremshebel über einen großzügigen Einstellbereich der Griffweite, dieser kann werkzeuglos über einen Drehregler eingestellt werden. So sollte sehr kleine als auch sehr große Hände die richtige Griffposition finden können. Kleine Ausfräsungen am Bremshebel sollen den Grip erhöhen.

Die Shimano XT Schaltgruppe ist seit vielen Jahren eine feste Größe am Fahrradmarkt und steht wie kaum ein anderer Name für Qualität. Diesem Ruf wird sie auch in ihrer neuesten Ausführung als M8100 voll und ganz gerecht - nun jedoch eben mit deutlich größerer Bandbreite. Das im Vergleich zum Vorgänger hinzugekommene Ritzel beeinträchtigt die Schaltperformance nicht. Die Schaltvorgänge finden fast digital mit dem richtigen Feedback am Schalthebel statt.

Aufs kleinere Ritzel können zwei Gänge mit einem Druck geschalten werden. Auch nervöse Schaltvorgänge mit viel Zug auf der Kette bereiteten der XT-Gruppe keine Probleme. Schlamm und Dreck machen das Treten und Schalten lauter, beeinflussen die Performance jedoch nicht eklatant. Die Übersetzung mit dem 30er Kettenblatt und der Kassette von 10-51 ist mehr als ausreichend für den Traileinsatz.

Über Jahre hinweg hat sich die Shadow Plus Schaltwerksdämpfung bewährt und auch am neuen XT 12 Fach-Schaltwerk wurde die Kette ruhig gehalten. Auch die Shimano-Scheibenbremsen haben sich über die Jahren hinweg schon bewährt. Inzwischen sind sie an einem Punkt angekommen, wo man sich fragen muss, ob Verbesserungen überhaupt noch notwendig sind.

Doch auch bei der aktuellsten Evolutionsstufe der Shimano-Bremsen wurde ein kleines Detail ergänzt, was die Performance sehr positiv beeinflusst. Nahe der Hebelachse des Bremsgriff wurde ein Steg ergänzt, der sich am Lenker abstützt. Bisher gab es nur über die Schelle den Kontakt zum Lenker. Mit dieser zusätzlichen Abstützung wird der Griff an sich um einiges steifer.

Im direkten Vergleich mit der Vorgängerbremse ist das nicht nur spür- sondern auch sichtbar, da sich der Hebel nicht mehr verwinden kann. Ansonsten war die Performance der Bremse sehr solide. Manchmal werden Shimano Bremsen als eher schwieriger dosierbar beschrieben. Unserer Meinung war aber die Dosierbarkeit für den Traileinsatz mehr als ausreichend.

Trotz der Standard-Shimano-Bremsscheiben hatten wir keine Temperaturprobleme mit der Bremse. Was fiel uns allgemein an der Gruppe auf? Eigentlich relativ wenig, was bei einer Mountainbikegruppe für sich spricht. Zunächst einmal funktionierte die Montage völlig problemlos. Die Schaltung war schnell eingestellt und auch die Bremsen waren schnell befüllt und entlüftet.

Über die gesamte Saison hinweg mussten wir an keiner Stelle wirklich nachjustieren. Daran hat jedoch auch der edle Ibis Ripley Rahmen seinen Anteil. Die Züge konnten schnell verlegt werden und der Rahmen war top ausgerichtet. Kettenlinie und Ausrichtung des Schaltauges waren perfekt für die verbaute XT-Gruppe.

Die Hinterbauten vieler Rahmen sind leider leicht verzogen, was sich negativ auf die Schaltperformance auswirkt, obwohl die Schaltung selbst nicht dafür verantwortlich ist. Einen winzigen Kritikpunkt haben wir aber doch: Die Kassette auf dem neuen Microspline lockerte sich nach einiger Zeit. Nach ca. 1500 km mit der Gruppe konnten wir nur sehr wenig Verschleiß feststellen.

Die Kette sitzt noch sehr stabil auf dem Kettenblatt und auch die Zähne an den Kettenblätter und Kassette sehen noch sehr frisch aus. Auch die Bremsbeläge würden wir als sehr haltbar beschreiben. Die neue Shimano XT-Gruppe kann alles genauso gut wie der teurere Bruder XTR. Wer nicht nicht aufs letzte Gramm schaut und den Geldbeutel schonen möchte, der muss mit der günstigeren Shimano-Gruppe keine Abstriche machen.

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